Working Holidays mit Pferden im Ausland

Working Holidays mit Pferden im Ausland Pferdeliebhaber haben zahlreiche Möglichkeiten, ihren Urlaub auf dem Rücken der Pferde zu verbringen. Traumhafte Naturerlebnisse, den ganzen Tag mit Pferden zusammen sein, Land und Leute auf ganz neue Weise erfahren, das muss kein Wunschtraum bleiben, sondern kann sich im nächsten Urlaub bereits erfüllen. Mittlerweile gibt es einige spezialisierte Reiseanbieter auf dem Markt, die für jedes Bedürfnis und jeden Geldbeutel das passende Angebot machen können. Abenteuerlustige machen sich auf eigene Faust auf den Weg zum Reiterhof ins Ausland. Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und was reiselustige Pferdefreunde auf jeden Fall beachten sollten, schildern wir auf diesen Seiten.

Arbeiten mit Pferden für Kost und Logis

Ein Farmstay in Übersee oder Europa ist das ideale Ferienabenteuer für Pferdenarren, die sattelfest sind und ihr Hobby mit etwas Arbeit verbinden möchten. Wer tatsächlich keine harte Arbeit scheut, verbringt das Abenteuer seines Lebens auf einer Farm bei einer Gastfamilie und packt für freie Kost und Logis einige Stunden am Tag mit an  – bei allen Aufgaben, die auf einer Farm oder Ranch anfallen: Tiere füttern, Ställe ausmisten oder auch im Haushalt beim Kochen, Einkaufen oder Putzen helfen. Die tägliche Arbeitszeit sollte sechs Stunden nicht überschreiten. In der Freizeit warten die Natur und die Pferde für einen ausgiebigen Ausritt. Je nach Zielland und eigenem Gusto kann der Gast einen Reitausflug planen, einen Abstecher in die nächstgelegene Stadt machen oder längere Bergwanderungen unternehmen. Das Familienmitglied auf Zeit wohnt bei einer einheimischen Familie, bekommt ein Bett gestellt und nimmt an den Mahlzeiten teil. Wer ein „Working-Holiday-Programm“ gebucht hat, verdient nebenbei ein kleines Taschengeld. Der Vorteil eines Farmstays gegen Kost und Logis ist, dass die Kosten für diese Art zu reisen günstiger ausfallen als für einen reinen Urlaub, schließlich „erarbeiten“ Pferdefreunde sich einen Teil der Urlaubsleistungen, die sie sonst teuer bezahlen müssten. Ein Working-Holiday-Programm birgt den zusätzlichen Reiz des Taschengeldes, so dass die Urlaubskasse nicht so leicht in die Miese kommt.

Jeder Pferdeliebhaber ab 18 Jahren kann im Ausland auf einer Ranch oder Farm arbeiten. Schulabgänger, die Auslandserfahrung sammeln möchten oder Berufstätige mit einem Sabbatjahr – die Beweggründe sind vielfältig. Auch Auswanderungswillige, die erst einmal testen wollen, ob das Zielland alltagstauglich ist, finden an Reitferien im Wunschland Gefallen – wie letztlich jeder, der im Urlaub seinem Pferdehobby frönen, ein fremdes Land kennenlernen und seine Sprachkenntnisse vertiefen möchte.

Reitferien auf einem ausländischen Reiterhof

Wer in seinem Urlaub voll und ganz relaxen und dabei Pferden ganz nah sein möchte, bucht Reitferien im Ausland. Einige Reiseanbieter veranstalten Reitprogramme in vielen europäischen Ländern oder auch in Zielen nach Übersee. Bei diesen Reisen wohnen die Urlauber in urigen Landhäusern oder in zu Hotels umgebauten Farmen. Die Reiseleitung schlägt verschiedene Reitausflüge in der Umgebung vor – mit unterschiedlichen Herausforderungen und Schwierigkeitsgraden. Der Vorteil bei dieser Art zu reisen ist, dass der Urlauber rundum versorgt wird und an spannenden Reitprogrammen teilnimmt. So ein Rund-um-Service hat natürlich seinen Preis; 1000 Euro sollten Pferdenarren für diesen Reiturlaub im Ausland mindestens pro Person einplanen. Anders als bei den Farmstay- und Working-Holidays-Programmen können schon 16-Jährige auf einem ausländischen Reiterhof Ferien machen, wenn sie die schriftliche Erlaubnis ihrer Eltern vorweisen.

Zielländer für Reitferien im Ausland

Pferdenarren können mittlerweile in vielen Ländern dieser Welt ihre Reitferien genießen. Besonders beliebt für Farmstay-Aufenthalte und Working-Holidays sind Kanada, Australien oder Argentinien. Aufenthalte auf einer Gastranch werden aber auch auf Neuseeland oder in Brasilien beliebter. Als Geheimtipp gelten Chile und Südafrika. Am schnellsten und unkompliziertesten lassen sich Farmaufenthalte in Europa realisieren, zum Beispiel in Irland. Europäische Länder können gerade für Pferdefreunde interessant sein, die die Voraussetzungen für bestimmte Visa nicht erfüllen oder deren Urlaubsbudget für eine Reise nach Übersee nicht reicht. Wer auf eine Ranch in die USA reisen möchte, sollte sich genauestens über die Reiseprogramme und die entsprechenden Visaformalitäten informieren. Bei den Reiturlauben sind Irland, Frankreich oder Portugal beliebt, als Geheimtipp gilt Island. Die USA, speziell die Rocky Mountains, sind beim Reiturlaub in Übersee besonders gefragt.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Wer seinen Traum von Reitferien im Ausland erfüllen möchte, sollte absolut sattelfest sein und ausreichend Pferde- und Reiterfahrung mitbringen. Außerdem ist körperliche Fitness gefragt, wer seine Ferien auf einer Ranch oder Farm im Ausland verbringt, muss je nach Zielland mit Hitze, Staub oder Kälte in Hochlagen rechnen. Jeder sollte sich bewusst machen, dass die Farmen oft sehr einsam gelegen sind, im Outback, weit entfernt von der Großstadt, nicht immer mit Handyempfang. Zudem sind solide englische Sprachkenntnisse gefordert. Wer in ein südamerikanisches Land reist, sollte außerdem über Spanisch-Grundkenntnisse verfügen. Je nach Kenntnisstand kann es sinnvoll sein, zunächst einen Sprachkurs im Gastland zu belegen, ehe es raus auf die Farm geht. Es gibt Reiseveranstalter für Farmaufenthalte, die komplette Reisepakete inklusive Sprachkurs vermitteln. Natürlich kann jeder auf eigene Faust einen Kurs in einem Sprachinstitut im Zielland buchen. Neben Sprachkenntnissen und körperlicher Fitness brauchen Reisewillige einen gültigen Reisepass, wenn sie ein Ziel in Übersee ansteuern. Für kürzere Aufenthalte bis zu drei Monate reicht oftmals ein Touristenvisum. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass das Urlaubsvorhaben im Vordergrund stehen und die tägliche Arbeitszeit begrenzt sein muss. Wer länger im Gastland bleiben möchte, braucht abhängig vom Zielort ein spezielles Visum, das wiederum an Bedingungen wie Höchstalter und Rückflugticket geknüpft sein kann. Wer seine Einreisebedingungen geklärt hat, braucht letztlich eine Auslandskrankenversicherung. Diese ist Pflicht, gerade, wenn man in ein Nicht-Eu-Land reist. Noch ein Hinweis zum Mindestalter. Wer an einem Working-Holiday-Programm in Übersee teilnimmt, muss mindestens 18 Jahre alt sein. 16-Jährige dürfen alleine auf einem Reiterhof im Ausland Urlaub machen, wenn sie die schriftliche Erlaubnis ihrer Eltern dabeihaben. Es gelten die Jugendschutzgesetze des jeweiligen Gastlandes.

Auf eigene Faust oder All-Inklusive?

Bekanntlich führen viele Wege nach Rom und auch zur Traumfarm. Als erstes können Pferdefreunde überlegen, ob sie durch ihr privates Pferdenetzwerk den Kontakt zu einer ausländischen Farm herstellen. In Fachmagazinen für Reitsport oder in speziellen Fachportalen im Internet finden Pferdenarren diverse Anzeigen für Reitferien im Ausland. Mittlerweile gibt es zahlreiche Reiseveranstalter, die sich auf die Vermittlung von Farmaufenthalten oder Reitferien spezialisiert haben. Oftmals bieten diese Dienstleister Komplettpakte inklusive Flug, Sprachkurs und Visumbeschaffung an. Zudem habe diese Veranstalter Partner im Zielland, die vor Ort helfen, wenn Probleme auftauchen sollten. Teilweise ist vor Ort eine deutschsprachige Reitführung anwesend. Einem unbeschwerten und erlebnisreichen Urlaub mit Pferd steht jetzt nicht mehr im Wege.

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2 Gedanken zu „Working Holidays mit Pferden im Ausland“

  1. Ein toller und interessanter Bericht. Habe mich früher auch schon dafür interessiert, aber es kam nie zustande. Vielleicht kann man das ja noch wiederholen.

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