
Schlechte Bewertungen bei Google & Kununu
QUICK-INFO-BOX
Was du wirklich wissen solltest, bevor du dich entscheidest
Du hast dich beworben und kennst nun den Namen der Firma, mit der wir kooperieren. Dass du jetzt recherchierst, ist nur logisch. Vielleicht bist du bereits auf Kununu, Google oder anderen Portalen über Bewertungen von (ehemaligen) Arbeitnehmer*innen gestolpert, die dich stutzig gemacht haben. Relativ häufig liest man da: Schlechtes Management, hoher Druck, unfaire Behandlung, Geld nicht (vollständig) erhalten – klingt erstmal nicht nach einem Ort, an dem du arbeiten möchtest.
Ein kurzer Hinweis vorab: In diesem Text geht es konkret um Bewertungen im Zusammenhang mit der BPO- und Kundenservice-Branche – also um Unternehmen, die Kundenservice, Support und Vertrieb für andere große Marken übernehmen. Genau solche Unternehmen lagern deutschsprachige Kundenservice-Jobs gezielt ins Ausland aus, zum Beispiel nach Portugal oder Griechenland, und stellen dafür deutschsprachige Mitarbeitende ein. Es geht hier also nicht um Bewertungen irgendwelcher Unternehmen, sondern speziell um diesen Bereich. Ein Bereich in dem wir seitens Auslandsjob Recruiting Solutions GmbH viele Jahre Erfahrung haben.
Eines vorweg: Wir verstehen diese Verunsicherung. Und genau deshalb wollen wir dir zeigen, was hinter diesen Bewertungen wirklich steckt – ehrlich, ohne etwas schönzureden.
Warum Bewertungsportale ein verzerrtes Bild zeichnen
Ein einfacher, aber wichtiger Fakt: Menschen bewerten überdurchschnittlich oft dann, wenn sie unzufrieden sind. Wer morgens zur Arbeit geht, seinen Job erledigt, gute Kolleg*innen hat und abends zufrieden nach Hause geht, setzt sich selten hin und schreibt eine Fünf-Sterne-Bewertung. Wer hingegen gekündigt wurde, sich ungerecht behandelt fühlte oder einfach einen schlechten Tag hatte, ist deutlich motivierter, das öffentlich zu machen.
Das nennt man in der Forschung Negativity Bias: Negative Erfahrungen werden häufiger, ausführlicher und emotionaler geteilt als positive. Das Ergebnis: Auf Portalen sammeln sich überproportional viele frustrierte Stimmen – während die große, stille Mehrheit der zufriedenen Mitarbeitenden gar nicht erst zu Wort kommt.
Das heißt nicht, dass jede negative Bewertung falsch ist. Aber es bedeutet: Das Bild, das du siehst, ist nicht repräsentativ.
Wir kennen beide Seiten – das ist unser Vorteil
Als Vermittlungsagentur und Job-Buddy stehen wir nicht nur den Kandidat*innen nahe, sondern haben auch den direkten Draht zu den Unternehmen selbst. Wir sprechen regelmäßig mit Personalverantwortlichen vor Ort, hören von unseren vermittelten Kandidat*innen direkt, wie ihr Arbeitsalltag tatsächlich aussieht, und begleiten Menschen über Monate und Jahre hinweg in ihrem neuen Job im Ausland.
Diese Nähe zu beiden Seiten gibt uns ein deutlich ausgewogeneres Bild, als eine einzelne Bewertung es je könnte.
Andere Länder, andere Regeln – und das ist okay
Ein weiterer Punkt, der in Bewertungen oft mitschwingt, aber selten offen benannt wird: Arbeiten im Ausland bedeutet auch, sich auf eine andere Arbeitskultur einzulassen. Der Führungsstil in Portugal oder Griechenland unterscheidet sich in Kommunikation, Hierarchie und Tempo teilweise deutlich von dem, was in Deutschland üblich ist. Was hierzulande als „schlechtes Management“ empfunden werden könnte, ist andernorts schlicht eine andere, gewachsene Art der Zusammenarbeit.
Wer das vorher weiß und sich bewusst darauf einlässt, kommt in der Regel deutlich besser zurecht als jemand, der deutsche Maßstäbe eins zu eins auf ein anderes Land überträgt.
Und das gesammelte Feedback spricht eine deutliche Sprache: unsere Kandidat*innen sind zum sehr großen Teil glücklich. In den wenigen Fällen, wo das nicht der Fall ist, stehen wir auch gern helfend zur Seite.
Matthias Maier vom Auslandsjob (Head of Recruiting)
Wir sagen dir auch, was tatsächlich stimmt
Wir wollen hier nichts beschönigen: Ja, Arbeit in der BPO- und Kundenservice-Branche kann anspruchsvoll sein. In manchen Projekten – vor allem dort, wo Verkaufsziele erreicht werden müssen – ist der Druck real, und Schichtarbeit gehört dazu. Das ist branchentypisch, kein Geheimnis, und wir erzählen es dir lieber vorher, als dass du es zu spät vor Ort merkst. Es gibt aber auch immer Bereiche, die weniger stark an Zielmarken orientiert sind.
Neben diesem „harten“ Fakt gibt es aber noch ein paar Einordnungen, die uns aus jahrelanger Erfahrung mit tausenden vermittelten Kandidat*innen besonders wichtig sind:
Es ist ein echter Job – mit Rechten und Pflichten.
Ein Auslandsjob wird von manchen als eine Art „Abenteuer nebenbei“ gesehen und entsprechend locker angegangen. Das ist er ausdrücklich nicht. Es ist ein ganz normales Arbeitsverhältnis, bei dem Zuverlässigkeit erwartet wird – genau wie bei jedem Job in Deutschland auch. Arbeitgeber achten darauf, und das ist auch richtig so. Beispiel: wer regelmäßig zu spät morgens oder nach der Mittagspause zum Arbeitsplatz erscheint und unterm Strich 2 Stunden weniger in der Woche arbeitet als andere, wird auch 2 Stunden weniger bezahlt als andere.
Andere Länder, andere Regeln – besonders bei Krankmeldungen.
Ein sehr häufiger Grund für Frust und Beschwerden beim Thema „nicht das volle Gehalt bekommen“ hier: Wer sich am ersten Krankheitstag nicht meldet und keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) vorlegt, bekommt für jeden unentschuldigten Tag kein Geld – das ist in vielen Ländern deutlich strenger geregelt als in Deutschland. Wer das aber vorher weiß und sich entsprechend verhält, hat damit in aller Regel keine Probleme.
Offen kommunizieren, wenn's hakt.
Wenn im Job etwas nicht rundläuft, ist die klare Ansprache beim Arbeitgeber der richtige Weg – nicht das stille Aushalten bis zur Kündigung und einer frustrierten Bewertung danach. Alle Arbeitgeber, mit denen wir zusammenarbeiten, haben feste Ansprechstellen genau dafür.
Größe verstehen.
Viele dieser Unternehmen sind sehr groß und stellen jeden Monat viele neue Mitarbeitende ein, während andere das Unternehmen verlassen. Man ist dort einer von vielen – das bedeutet auch, dass man nicht immer sofort die richtige Ansprechperson erreicht oder eine HR-Rückmeldung mal etwas länger dauert. Unsere Erfahrung zeigt aber: Alle Arbeitgeber, mit denen wir zusammenarbeiten, geben sich sehr viel Mühe, Mitarbeitende zu halten und ihnen auch Aufstiegsmöglichkeiten zu bieten.
Was du daraus mitnehmen kannst
Negative Bewertungen entstehen häufiger aus Frust als aus Repräsentativität.
Wir kennen die Arbeitgeber aus eigener, laufender Erfahrung – nicht nur aus zweiter Hand.
Manche „Kritikpunkte“ sind eigentlich kulturelle oder rechtliche Unterschiede, keine echten Missstände.
Zuverlässigkeit, korrekte Krankmeldung und offene Kommunikation lösen die meisten typischen Probleme schon im Vorfeld.
Ehrliche Themen wie Verkaufsdruck oder Schichtarbeit sprechen wir offen an – ohne sie zu dramatisieren.
Fazit
Eine schlechte Arbeitgeber-Bewertung auf Kununu oder Trustpilot ist meistens nur ein Ausschnitt – geschrieben in einem emotionalen Moment, oft ohne den Hintergrund, der für eine faire Einordnung nötig wäre. Das gilt besonders für die BPO- und Kundenservice-Branche, die deutschsprachige Jobs gezielt ins Ausland auslagert: Hier treffen viele neue Mitarbeitende, viele Kulturen und ein branchentypisches Arbeitstempo aufeinander – das sorgt zwangsläufig auch für Reibung, die sich dann in Bewertungen niederschlägt. Das bedeutet nicht, dass es keine echten Herausforderungen im Job gibt: Verkaufsdruck, Schichtarbeit oder ein etwas anderer Führungsstil sind reale Themen, die wir dir nicht verschweigen wollen.
Aber genauso real ist: Wer zuverlässig ist, sich bei Krankheit korrekt meldet und offen kommuniziert, wenn etwas nicht passt, kommt in der Regel gut zurecht – und viele der klassischen Beschwerden entstehen genau dort, wo diese drei Punkte nicht beachtet wurden.
Das wissen wir aus unserer jahrelangen Erfahrung und den Feedbacks unserer eigenen Kandidat*innen, mit denen wir auch nach der Vermittlung noch Kontakt halten.

