Festanstellung und Ortsunabhängigkeit

So behältst du deinen Job und wirst trotzdem digitaler Nomade

Es ist tatsächlich möglich, deinen festen Job zu behalten und gleichzeitig ortsunabhängig zu sein! Viele digitale Nomaden sind genau so gestartet. Was aber, wenn du deinen Chef einfach nicht von deinen Plänen überzeugen kannst? Auch dafür gibt es Lösungen, bei denen du nicht auf die Sicherheit eines festen Jobs verzichten musst. Eine Festanstellung kommt natürlich mit einer Reihe von Vorteilen, zum Beispiel:

  • Regelmäßiges sicheres Gehalt
  • Bezahlter Urlaub
  • Weiterbildungsmöglichkeiten

Wenn du auf diese Vorteile aktuell nicht verzichten willst, dann bedeutet das nicht, dass dein digitales Nomadenleben ein Traum bleiben muss! Stattdessen solltest du daran gehen, deine Festanstellung so zu gestalten, dass du ortsunabhängig sein kannst.

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Ortsunabhängig in Festanstellung: Verschaff dir eine Übersicht

Notier dir zunächst alle Aufgaben, die du in deinem Job erledigst. Im nächsten Schritt markierst du alle Punkte, die du theoretisch ortsunabhängig erledigen könntest. Bei den übrigen Aufgaben überlegst du, warum du sie aktuell eben nicht ortsunabhängig erledigen kannst.

Deine Liste an Aufgaben kann zum Beispiel so aussehen:

AufgabenOrtsunabhängig möglichWarum nicht?
Telefonate mit KundenJa
MeetingNeinAnwesenheit im Meeting verpflichtend
BuchhaltungJa
Tratsch in der Kaffeepause
NeinAnwesenheit in Kaffeepause notwendig

Jetzt geht es darum, deine Aufgaben so umzugestalten, dass sie möglichst ortsunabhängig werden.

So ist in diesem Beispiel deine persönliche Anwesenheit im Meeting Pflicht. Das liegt aber nicht daran, dass das für den Erfolg des Meetings unbedingt notwendig wäre. Stattdessen wurde diese Regel irgendwann einfach mal so festgelegt. Tatsächlich ist es heutzutage ja kein Problem mehr, Meetings komplett remote, also ortsunabhängig, abzuhalten. Dafür reicht in vielen Fällen schon ein Skype Account. Das Problem sind hier also die aktuellen „Bürogesetze“. Und die kannst du mit den folgenden Tipps ändern.

Ach so, und dann ist da ja auch noch der Tratsch in der Kaffeepause. Auch den kannst du per Skype abwickeln, auch wenn das wahrscheinlich weniger gut funktioniert.

Bereite ein Gespräch mit deinem Chef und deinen Kollegen vor

Auch wenn du theoretisch viele oder alle deine Aufgaben außerhalb des Büros erledigen könntest, musst du trotzdem noch deinen Chef und möglicherweise auch deine Kollegen von deinen Plänen überzeugen.

Dabei solltest du zunächst in Erfahrung bringen, wie diese die ganze Sache beurteilen. Sind sie absolute Verfechter von festen Bürozeiten? Oder verbringen sie selbst so viel Zeit wie möglich im Home Office?

Am besten überlegst du dir jetzt einen ausführlichen Plan und die passende Argumentation. Grundlage dafür kann die Tabelle mit deinen Aufgaben im Job sein. Notier dir ausführlich, wie du die einzelnen Aspekte deiner Arbeit aus der Ferne erledigen wirst, also zum Beispiel welche Tools du nutzen und wie du auch alleine außerhalb des Büros effizient sein willst.

Bevor du deine Idee öffentlich machst, überlegst du dir mögliche Einwände, die gegen dein Leben als digitaler Nomade sprechen. Wie kannst du diese am besten entkräften? Dabei solltest du hier wirklich überzeugende Problemlösungen anbieten, die keinen Zweifel daran lassen, dass ortsunabhängiges Arbeiten in deinem Fall wirklich möglich ist!

Außerdem solltest du den richtigen Zeitpunkt für ein Gespräch wählen, am besten dann, wenn dein Chef und deine Kollegen keinen Stress und Termindruck und generell gute Laune haben.

Besprich deinen Plan für einen ortsunabhängigen Job mit deinem Chef und deinen Kollegen

Wenn du dich richtig vorbereitet und den passenden Zeitpunkt abgewartet hast, dann steht jetzt das erste Gespräch an, mit dem du dein Ziel in die Tat umsetzen willst.

Du solltest in diesem deine eigene Motivation möglichst ausführlich darlegen können, denn natürlich sind dein Chef und deine Kollegen daran interessiert, deine Gründe für diesen Schritt zu verstehen.

  • Warum also willst du ortsunabhängig arbeiten?
  • Willst du einfach immer wieder neue Orte entdecken, Sprachen lernen und Abenteuer erleben?
  • Oder willst du gerne flexibel im Gestalten deines Arbeitstages sein?

Je besser die Kommunikation hierüber mit deinem Chef und auch mit deinen Kollegen funktioniert, umso größer sind die Chancen, dass du deine Ziele auch erreichst.

Außerdem solltest du klarstellen, dass du deine Arbeit natürlich auch in Zukunft absolut zuverlässig und umfassend erledigen wirst. Dazu gehören unter anderem feste Regeln, wann genau du für Kollegen erreichbar bist.

Du kannst auch argumentieren, dass du bei einer ortsunabhängigen Arbeit produktiver wirst. Viele Selbstständige berichten davon, dass sie viel mehr schaffen, seitdem sie sich im Home Office, im Co-Working Space oder auf Reisen ihre Zeit zu arbeiten komplett selbst einteilen können und nicht mehr auf den Rhythmus im Büro angewiesen sind.

Wenn du weißt, dass du heute nicht mehr viel zu tun hast, aber trotzdem so oder so bis 16 Uhr im Büro bleiben musst, dann lässt du dir mit deiner Arbeit auch Zeit. Wenn du aber weißt, dass du einfach Feierabend machen kannst, wenn die Arbeit erledigt ist, dann willst du natürlich so produktiv wie möglich sein. Außerdem bist du motivierter, wenn du dein Arbeitsumfeld nach deinen Wünschen gestalten kannst.

Um zu überzeugen, kannst du auch Beispiele von Unternehmen anbringen, bei denen ortsunabhängiges Arbeiten möglich ist und die es ihren Mitarbeitern freistellen, von wo sie arbeiten, oder aber die zumindest eine große Flexibilität und Home Office erlauben. In dieser Kategorie finden sich nicht nur kleine Unternehmen und Startups, sondern auch große Konzerne wie Vodafone und Daimler.

Sieh das Ganze auch durch den Blickwinkel deines Arbeitgebers: Flexible Arbeitsmodelle oder gleich komplett ortsunabhängiges Arbeiten sind vielen jungen Akademikern sehr wichtig. Du kannst also in den Gesprächen mit deinem Chef darauf hinweisen, dass Home Office und Co. dazu führen, dass sich junge Talente für deinen Arbeitgeber entscheiden werden.

Es ist auch absolut sinnvoll, dass ihr einen festen zeitlichen Rahmen für das ortsunabhängige Arbeiten festlegt. Nach dieser Zeit könnt ihr das Projekt gemeinsam bewerten und die nächsten Schritte besprechen. Damit ist die Entscheidung zur Remote Arbeit nicht endgültig, sondern ein Test, der bei Erfolg verlängert werden kann.

Vielleicht gelingt es dir nicht direkt von heute auf morgen, deinen Chef oder auch den einen oder anderen Kollegen vom ortsunabhängigen Arbeiten zu überzeugen. Sie das Ganze dann als ein längerfristiges Projekt an und halte nach Möglichkeiten Ausschau, um dein Ziel verwirklichen zu können.

Was tun, wenn deine Anwesenheit im Job zwingend notwendig ist?

Auch wenn manche Tätigkeiten in deinem Job deine Anwesenheit voraussetzen, kannst du trotzdem ortsunabhängig arbeiten. Das Zauberwort hier lautet „Job Sharing“. Genau so ist Eva vorgegangen, um sich ihren Traum vom Leben auf Teneriffa erfüllen zu können.

Beim Job Sharing teilen sich mehrere Kollegen die Arbeit auf einer Stelle. Das ermöglicht zum Beispiel mehr Arbeitnehmern, in Teilzeit zu arbeiten. Dir kann es aber den Weg ebnen, um deinen Job remote erledigen zu können. Ein Kollege könnte vor Ort deine Aufgaben übernehmen. Dafür übernimmst du Arbeiten aus seinem Bereich.

Such dir einen neuen Job

Du kannst deinen Chef nicht überzeugen oder aber dein Job lässt sich einfach nicht ortsunabhängig gestalten? Dann wird es vielleicht Zeit für eine neue Stelle. Dabei kannst du dich ja zunächst bei deinem aktuellen Arbeitgeber umschauen.

Wenn du speziell nach Jobs suchst, die dich ortsunabhängig arbeiten lassen, gibt es dafür zwei deutschsprachige Jobbörsen, die besonders empfehlenswert sind:

Außerdem gibt es noch eine große Auswahl an englischsprachigen Seiten, die sich an ein internationales Publikum richten. Schau einfach mal hier vorbei:

Alternativ kannst du dir auch erstmal eine Stelle bei anderen Jobbörsen suchen, bei der du vielleicht nicht komplett ortsunabhängig bist, aber deine Freiheit zum Beispiel im Home Office maximieren kannst.

Hier findest du eine Übersicht über die verschiedenen Jobs als digitaler Nomade und wie du sie finden kannst.

Arbeite nebenberuflich an deiner Ortsunabhängigkeit

Viele digitale Nomaden haben nebenberuflich die ersten Schritte in die ortsunabhängige Selbstständigkeit gemacht. Das wird nicht einfach sein, denn natürlich hast du neben deinem Job noch viele andere Verpflichtungen. Du musst daher die Arbeit an deiner Selbstständigkeit zu einer absoluten Priorität in deinem Leben machen.

Das kann durchaus bedeuten, dass du keine Zeit mehr für deine geliebten Mountainbike-Touren hast, du ab jetzt jeden Tag 5 Uhr morgens aufstehst oder aber am Freitagabend nicht der Kneipenbesuch, sondern eine Arbeitssession ansteht. Wenn du aber wirklich motiviert bist, dann kannst du auch diesen Weg gehen.

Wenn du dich zunächst nebenberuflich selbstständig machst, hast du den großen Vorteil, dass du dich auf das feste Gehalt aus deiner Anstellung verlassen kannst. Es ist daher einfacher für dich, verschiedene Business Modelle in deiner Selbstständigkeit und unterschiedliche Jobs für digitale Nomaden auszuprobieren.

Ob und wie viel du nebenberuflich arbeiten darfst, solltest du aber auf jeden Fall mit deinem Hauptarbeitgeber abklären, denn dieser hat hier in einigen Fällen ein Mitspracherecht.

Vielleicht besteht auch die Möglichkeit, dass du nur noch Teilzeit in deinem Job arbeitest und somit mehr Kapazitäten für deine Selbstständigkeit hast.

Fazit: Festanstellung und Ortsunabhängigkeit verbinden

Wie du siehst, gibt es verschiedene Möglichkeiten, um eine Festanstellung mit ortsunabhängigem Arbeiten zu verbinden. Mit einer ortsunabhängigen Festanstellung bist du vor allem in Deutschland ein Pionier. Lass dich also nicht entmutigen, wenn dein Chef nicht direkt Luftsprünge macht, sobald du ihm von deinem Traum erzählst. Bleib am Ball und vielleicht kannst du schon bald arbeiten, wo immer du willst!