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Autofahren im Ausland
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Autofahren im Ausland

Du willst für längere Zeit ins Ausland gehen und dabei möglichst mobil sein? Dann solltest du genau wissen, worauf man beim Autofahren im Ausland achten muss. Gleich mehrere Dinge sind zu bedenken: Welche besonderen Verkehrsregeln gibt es in meinem Gastland? Was für eine Versicherung brauche ich? Und muss ich vor Ort einen neuen Führerschein beantragen? Ab wann lohnt sich ein Autokauf oder ist die Automiete für mich vorteilhafter? Autofahren in einem fremden Land wirft immer viele Fragen auf und man sollte die Regeln des jeweiligen Ziellandes kennen, um unnötige Probleme und Strafen zu vermeiden. Einen ersten Überblick über die wichtigsten Work & Travel-Länder geben wir in diesem Beitrag.

Autofahren im Ausland: Was muss ich beachten

Egal ob als Au-pair in den USA oder als Work & Traveller in einem riesigen Land wie Australien: In vielen Situationen bist du im Ausland auf einen Führerschein angewiesen. Es macht nicht nur sehr viel mehr Spaß, die Länder auf eigene Faust zu entdecken, du brauchst die Fahrerlaubnis auch bei vielen Jobs, zum Beispiel für Botengänge oder um deinen Arbeitsplatz überhaupt zu erreichen. Au-pairs in den USA und in anderen Ländern müssen ständig mit dem Wagen Einkäufe erledigen, die Kleinen von der Schule abholen oder sie zu verschiedenen Veranstaltungen fahren. In den meisten Ländern gibt es landesspezifische Besonderheiten, auf die du dich als Autofahrer unbedingt einstellen solltest. In einigen beliebten Work & Travel-Ländern herrscht beispielsweise Linksverkehr, wie in Australien und Neuseeland. Das ist eine Umstellung, an die man sich erstmal gewöhnen muss. Daher sollte man das Autofahren in einem fremden Land unbedingt langsam angehen. Am besten fährt man zu Beginn erstmal in ruhigen Gegenden mit wenig Verkehr, statt gleich in der Rush Hour in einer Großstadt zu starten.

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Verkehrsregeln im Ausland

Die Verkehrsregeln sind in den meisten Ländern sehr ähnlich, jedoch sollte man über spezifische Besonderheiten Bescheid wissen. Besonders wichtig ist vor allem, die gängigen Höchstgeschwindigkeiten zu kennen, denn nicht überall stehen Schilder und die Strafen für Geschwindigkeitsüberschreitungen sind in manchen Ländern sehr hoch. Auch die Promillegrenzen sind wichtig, obwohl man natürlich gerade im Ausland am besten nur nüchtern am Steuer sitzt. Außerdem ist es wichtig zu wissen, ob es in dem jeweiligen Work & Travel-Land mautpflichtige Straßen gibt und wenn ja, wie viel diese kosten. Du solltest die Bezeichnungen der Kraftstoffe in der Landessprache kennen, um beim Tanken nicht durcheinander zu kommen. Auch beim Parken kann es landesspezifisch bestimmte Regeln geben, an die man sich halten sollte. Spezifische Vorschriften gibt es mitunter auch bei den Ausrüstungsgegenständen, die mitgeführt werden müssen. In Deutschland sind das zum Beispiel ein Verbandkasten, Warndreieck und Warnweste. In so manchem Land müssen aber noch ganz andere Dinge im Kofferraum liegen, zum Beispiel ein Feuerlöscher, eine zweite Warnweste oder Ersatzglühlampen. Das kann bei Polizeikontrollen überprüft werden und bei Verstoß, auch aus Unwissen, wird ein Bußgeld fällig. Daher ist es wirklich wichtig, sich genau über die Verkehrsregeln im Gastland zu informieren.

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Versicherungen im Ausland

Ohne gültige Versicherung solltest du dich niemals ans Steuer eines Autos setzen, denn das kann dir im schlimmsten Fall Schulden für dein ganzes Leben bescheren. Ein solches Risiko sollte niemand eingehen, also schließe unbedingt als erstes alle wichtigen Versicherungen ab! Die wichtigste Versicherung, die in Deutschland sogar absolute Pflicht für jeden Autofahrer ist, ist die Kfz-Haftpflicht-Versicherung. Nicht in allen Work & Travel-Ländern wird das so streng gehandhabt, aber schon aus Eigeninteresse solltest du niemals ohne Versicherung fahren, weil du sonst im Schadensfall für den kompletten Schaden aufkommen musst – und zwar nicht nur für deinen eigenen, sondern den des anderen auch. Weitere Versicherungen lohnen sich für Work & Travel-Fahrzeuge kaum, da es sich meist um relativ einfache Gebrauchtwagen handelt. Im Schadensfall wäre der Verlust zwar schmerzhaft, aber gerade noch zu verkraften. Eine teure Teil- oder Vollkaskoversicherung macht für alte Gebrauchtwagen wenig Sinn. Wenn du im europäischen Ausland mit deinem eigenen Auto unterwegs bist, solltest du die sogenannte Grüne Karte dabei haben. Diese Versicherungskarte gilt im Ausland als Nachweis, dass dein Wagen versichert ist

Brauche ich im Ausland einen speziellen Führerschein?

Es kommt vor allem darauf an, wo du fahren möchtest. In den EU-Staaten kannst du problemlos mit deinem deutschen Führerschein im Chipkarten-Format fahren, der ja schon mit dem EU-Wappen versehen ist, also im eigentlichen Sinne ein EU-Führerschein ist. Außerhalb der EU solltest du dagegen unbedingt einen internationalen Führerschein dabeihaben. Der ist zwar nicht in allen Work & Travel-Ländern zwingend vorgeschrieben, aber es ist immer besser, einen internationalen Führerschein zu haben, vor allem, wenn man in Polizeikontrollen gerät oder ein Auto mieten möchte. Außerdem ist der internationale Führerschein unkompliziert zu beantragen und kostet nicht viel. Du solltest es nur unbedingt vor deiner Abreise erledigen. Den Schein bekommst du bei deiner Kfz-Zulassungsstelle oder auch beim Bürgeramt. Für die Beantragung brauchst du lediglich deinen EU-Führerschein, einen Identitätsnachweis (z.B. Personalausweis), ein biometrisches Passbild sowie 15 Euro Gebühr. Dann kannst du den Internationalen Führerschein direkt mitnehmen.
Unbedingt beachten sollte man jedoch, dass der internationale Führerschein niemals allein gültig ist, sondern immer nur in Verbindung mit dem EU-Führerschein. Deinen deutschen Führerschein darfst du also auf keinen Fall zuhause vergessen! In manchen Ländern brauchst du anstelle des internationalen Führerscheins eine beglaubigte Übersetzung in die Landessprache, zum Beispiel in Japan.

Auto mieten oder kaufen?

Mieten oder kaufen – Vor dieser Frage stehen viele Work & Traveller im Ausland. Sie ist mit Sicherheit nicht leicht und verallgemeinernd zu beantworten. Zunächst hängt es erstmal davon ab, wie risikobereit du bist und wie viel Zeit du mitbringst. Ein Autokauf kostet nicht nur Zeit und Energie, um den richtigen Wagen zu finden, es ist auch ein Risiko. Denn du weißt nie, ob du je etwas von deinem Geld zurückbekommst. Zwar ist es in beliebten Work & Travel-Ländern meist nicht schwer, einen Wagen wieder loszuwerden, häufig auch an andere Backpacker, aber du kannst nicht wissen, was unterwegs passiert. Wer dann ständig mit Sorgen und Ängsten am Steuer sitzt, hat wenig vom Autokauf. Auf der anderen Seite kann man – wenn alles gut geht – mit einem eigenen Auto im Vergleich zu einem Mietwagen sehr viel sparen. Verkauft man das Auto am Ende wieder zu einem ähnlichen Preis, entstehen kaum Kosten für das eigene Fahrzeug. Nur muss man eben auch einkalkulieren, dass unterwegs Reparaturen anfallen, vor allem wenn man sehr lange Strecken zurücklegt. Nicht zu unterschätzen ist auch der Faktor Zeit: Etwa einen Monat sollte man jeweils für den Ankauf des Wagens und den Verkauf am Ende des Aufenthalts einplanen. Es kann natürlich auch mal schneller gehen und nebenbei kannst du auch andere Sachen machen, wie zum Beispiel Jobben, aber wer mehr Zeit mitbringt, ist definitiv in der besseren Verhandlungsposition. Ein Autokauf lohnt sich in etwa ab einem sechsmonatigen Aufenthalt und wenn du vorhast, viel zu fahren.

Autofahren in Australien

Im beliebtesten Work & Travel-Land solltest du auf jeden Fall einen internationalen Führerschein im Gepäck haben. Dieser ist in Down Under zwar nicht zwingend vorgeschrieben, aber bei Polizeikontrollen und bei der Automiete immer wieder sehr nützlich. Da der EU-Führerschein nicht alle relevanten Informationen auf Englisch enthält, kann es sonst nämlich zu Problemen kommen. Wenn du dich als „permanent resident“ dauerhaft in Australien aufhältst, benötigst du einen australischen Führerschein. Dafür musst du dich bei der lokalen Straßenverkehrsbehörde melden, deinen EU-Führerschein sowie eine beglaubigte Übersetzung und einen Identitätsnachweis, z.B. den Reisepass, vorlegen. Für den australischen Führerschein fehlt dann nur noch ein Sehtest, den du direkt am Schalter machst.

Besonderheiten beim Fahren in Australien sind vor allem die monströsen Road Trains, bis zu 50 Meter lange Riesenlaster, die vor allem im Outback unterwegs sind. Auch auf Wildtiere musst du verstärkt achten, vor allem in der Dämmerung und Dunkelheit kreuzen zahlreiche Kängurus die Straßen. Die bis zu zwei Meter großen und an die 80 Kilo schweren Tiere stellen für Autofahrer eine echte Gefahr dar, wie auch an den zahllosen Kadavern am Straßenrand deutlich wird. Nachtfahrten und Fahrten in der Dämmerung vermeidest du daher am besten komplett in den ländlichen Gebieten Australiens. Davon abgesehen ist Autofahren in Australien trotz des Linksverkehrs recht entspannt, da die Straßen sehr gerade sind und es oft nur wenig Verkehr gibt.

Autofahren in Neuseeland

Wer im Land der Hobbits selbst am Steuer sitzen möchte, sollte einen internationalen Führerschein oder eine beglaubigte Übersetzung des deutschen Führerscheins dabei haben. Prinzipiell sind ausländische Führerscheine in Neuseeland für einen Zeitraum von einem Jahr ab Einreise gültig, wenn alle wichtigen Informationen auch in englischer Sprache vermerkt sind. Da das auf den EU-Führerschein nicht zutrifft, braucht man eine Übersetzung oder den internationalen Führerschein zusätzlich zum EU-Führerschein. Wer sich vor Ort spontan zum Autofahren entschließt, bekommt bei den deutschen Auslandsvertretungen in Neuseeland eine amtlich beglaubigte Übersetzung. Ansonsten muss man als Autofahrer in Neuseeland vor allem den Linksverkehr beachten. Mietwagen bekommt man häufig erst ab 21 Jahren.

Autofahren in Kanada

In Kanada ist der internationale Führerschein oder eine anerkannte Übersetzung nicht obligatorisch, aber trotzdem empfehlenswert. Da der bürokratische Aufwand und die Kosten für die Beantragung eines internationalen Führerscheins ohnehin nicht sehr hoch sind, sollte man ihn für eine längere Kanada-Reise auf jeden Fall beantragen. So hat man bei möglichen Polizeikontrollen und mitunter auch bei Autovermietungen weniger Probleme. Wichtig beim Autofahren in Kanada ist auch, die großen Distanzen im zweitgrößten Land der Welt nicht zu unterschätzen. Wer länger als sechs Monate mit dem eigenen Wagen unterwegs ist, muss in manchen Provinzen außerdem einen nationalen Führerschein beantragen.

Unterwegs in den USA

Ebenso wie für Kanada gilt auch in den USA: Ein internationaler Führerschein oder eine beglaubigte Übersetzung ist nicht Pflicht, es ist in der Regel aber besser, eins von beidem dabeizuhaben. Gerade in den USA gibt es mitunter Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesstaaten. In besonders strengen Staaten kann man dann ohne eine Übersetzung bzw. den internationalen Führerschein evtl. Schwierigkeiten bekommen. Prinzipiell darf man mit einem ausländischen Führerschein bis zu einem Jahr in den USA unterwegs sein. Danach muss auch hier ein nationaler Führerschein beantragt werden.

Autofahren in Japan

Im Work & Travel-Land Japan braucht man keinen internationalen Führerschein, da die Informationen dort ohnehin nicht auf Japanisch vermerkt sind. Dafür ist aber eine offizielle, beglaubigte Übersetzung des deutschen Führscheins ins Japanische sehr wichtig. Nur so können die japanischen Behörden die Echtheit und Gültigkeit des Dokuments überprüfen. Die Übersetzung muss immer in Verbindung mit dem deutschen Führerschein vorgelegt werden. Eine amtlich beglaubigte Übersetzung erhält man bei den deutschen Auslandsvertretungen, zum Beispiel in Tokio oder Osaka.

Fazit

Wenn du im Ausland Autofahren möchtest, solltest du dich schon vorab über die Bestimmungen in deinem Gastland informieren. So weißt du beispielsweise, ob ein internationaler Führerschein erforderlich ist, und kannst ihn rechtzeitig beantragen. Prinzipiell sollte man beim Autofahren in allen Ländern außerhalb der EU einen internationalen Führerschein dabei haben, auch wenn der nicht immer obligatorisch ist. Trotzdem erspart man sich unnötige Reibereien mit Behörden und Polizisten vor Ort. Eine wichtige Ausnahme ist das Work & Travel-Land Japan, wo man auf jeden Fall eine beglaubigte Übersetzung braucht, die man aber auch vor Ort problemlos bekommt. Wer im eigenen Auto im Ausland unterwegs ist, muss außerdem für einen ausreichenden Versicherungsschutz sorgen.

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