3 | Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada „Little New York“ alias Toronto vs. Big Apple

| 25. 08. 2016 | 9 Kommentare

Du möchtest wissen, wie andere Backpacker ihre Auslandszeit erleben? Welche Erfahrungen sie machen und von welchen Dingen sie dir vielleicht abraten würden? In meiner neuen vor-Ort Blog-Serie kannst du miterleben, wie ich (Vanessa) meine Working Holidays in Kanada verbringe. Regelmäßig berichte ich hier von meinem aktuellen Standort aus und lasse dich an meinen Erlebnissen teilhaben. Dieses Mal habe ich Kanada für einen Abstecher nach New York verlassen, ob mir der Big Apple besser gefällt, als Toronto?

Junge Frau steht an einem Brückengeländer vor des Skyline von New York

Ein kurzer Abstecher in den Süden

New York kennt man ja. Ob aus dem Fernsehen oder aus Büchern. Die große Stadt die niemals schläft. Es warten gigantische Wolkenkratzer, eine Menge Menschen und viele Lichter auf dich. Aber was ist mit der Millionenstadt die gar nicht mal so weit weg ist vom Big Apple (nach amerikanische Verhältnisse versteht sich)?! Toronto ist nur 10 Stunden Busfahrt entfernt. Klingt zuerst nach einer langen und anstrengenden Fahrt. Die ist es auch, jedoch lohnt sich die Reise für mich allemal. In diesem Artikel versuche ich herauszufinden, ob es sich auch für dich lohnt einen Abstecher zum Big Apple zu machen. Man nennt Toronto auch das „kleine New York“. Aber ist da was Wahres dran? Beide Städte sind Metropolen. Millionenstädte mit Wolkenkratzern, Chinatowns und Downtowns. Die eine Stadt in der USA und die andere etwas nördlicher in Kanada.

Wie komme ich von Toronto nach New York?

Eine gute Alternative zum teuern Fliegen ist der Bus. Greyhound bietet zu jeder Tages- und Nachtzeit Busse in Richtung New York für kleines Geld an. Eine Fahrt kannst du schon für 35-60$ bekommen. Ein Flieger hingegen würde dich an die 200-250$ kosten. Natürlich ist es schneller in das Flugzeug zu steigen und innerhalb von 1,5 Stunden anzukommen, jedoch schmälert ein Flug deine Reisekasse erheblich! Das Ticket für den Bus kannst du bequem online reservieren, bezahlen und dann vor Ort abholen. Einfach, oder?! Auch die Qualität der Busse ist relativ gut. Aktuell sitze ich in einem und fühle mich pudelwohl. Es wird kostenloses WIFI und genügend Beinfreiheit geboten. Außerdem sind die Sitze bequem und man macht auf der Fahrt genügend Pausen an Rastplätzen an denen man sich was zu Essen und zu Trinken kaufen kann. Damit bist du nicht gezwungen ein riesiges Lunchpaket vorzubereiten und mitzunehmen.

skylinie-toronto

Das Visum

Reist du über den Landweg in die USA ein, benötigst du ein gültiges Touristenvisum. Diese kannst du schon vorab online beantragen oder du lässt dir eins an der Grenze ausstellen. Ein Touristenvisum kostet dich 6$ pro Person und ist 90 Tage lang gültig. Zur Ausstellung wollen die Beamten der Grenzkontrolle ein gültigen Reisepass sehen und stellen dir die üblichen Einreisefragen. „Hast du vor ein Attentat auf die USA auszuüben? Aus welchen Gründen reist du in die USA und wie lautet deine Adresse der Unterkunft in New York?“. Hast du alle Fragen beantwortet und die Rechnung beglichen, wird dir ein gültiges Visum ausgestellt und dir in deinen Reisepass geheftet.

Die Größe

Auf die Größe kommt es an. Oder etwa nicht?! New York ist natürlich ein Stückchen größer als Toronto. Auch wenn es sich bei der Ankunft in Kanada so anfühlt hat als wärst du bereits in NYC, täuscht du dich. Mir ging es zumindest so. Torontos Herz ist Downtown. Dort befinden sich die Wolkenkratzer und der Financial District. Unter anderem ist mir zu Ohren gekommen, dass Madonna eine der Apartments in Downtown besitzt. Der Umfang von Toronto ist jedoch übersichtlich, trotzdem noch sehr groß. New York hingegen ist gigantisch. Es reiht sich ein Wolkenkratzer an den nächsten und es ist kein Ende in Sicht. Betrachtet man Big Apple von der Brooklyn Bridge aus oder von Staten Island erscheint einem die Millionenstadt wie eine Stadt der unendliche Größe.

Straßenszene in New York

Die Menschen

Hier muss man deutlich sagen, dass sich die Menschen komplett unterscheiden. Klar ist die Bevölkerung von einer Stadt nicht in eine Schublade zu stecken, jedoch ist schnell sichtbar, dass die New Yorker etwas „mehr für sich“ sind. Fährt man mit der Subway erkennt man schnell ein klares Muster: Jeder reist alleine mit dem Smartphone in der Hand und Kopfhörern im Ohr. Man sagte mir, dies wäre die perfekte New Yorker Tarnung, um nicht von Tourguides und Promotern auf der Straße angesprochen zu werden. Ob das stimmt, sei mal dahin gestellt. Wie in Toronto auch ist die Bevölkerung bunt gemischt. Multikuli bleibt hier nicht aus. Auch wenn New York eine Metropole ist, kann man sich hier schnell einsam fühlen, denn jeder ist mit seinen Aufgaben beschäftigt. In Toronto hingegen treten die Menschen mir gegenüber viel netter auf. Auch wenn man nach dem Weg fragt scheinen mir die Menschen viel hilfsbereiter zu sein.

Blick auf Hochhäuser und CN Tower in Toronto

Toronto

Das Essen

In beiden Städten gibt es einen Haufen Angebote, was Essen angeht.

>> Mein Geheimtipp: Der Hotdog an der Busstation in Toronto. Leckeres Brötchen, richtig gute Wurst und den Belag kannst du dir selbst zusammen mixen. Und das alles für kleines Geld. Du kannst nach Belieben verschiede Soßen und sogar Mais hinzufügen.

Auch in New York habe ich einige Hotdogs an den Straßenständen ausprobiert. Diese waren eher ein „Flop“ und kann man mit den bekannten IKEA Hotdogs vergleichen. Wenn du richtig amerikanisch essen gehen möchtest empfehle ich dir TGI Fridays. Hier wird dein Hunger nach saftigem Burgern und frittiertem Essen gestillt. TGI Fridays ist hier so bekannt wie ein bunter Hund. Du wirst das Restaurant in Manhattan zur Genüge finden. Auch empfehlenswert sind die Straßenstände, die indische Gerichte und asiatische Speisen anbieten.

>>Doch Vorsicht: manchmal mögen es die New Yorker sehr scharf! Ich war überrascht wie scharf mein Reis mit Hähnchen am Rockefeller Center war.

Straßenstände findest du in New York an jeder Ecke, in Toronto eher weniger. Auch wenn diese nicht super hygienisch aussehen, kannst du hier bedenkenlos essen. Bist du doch eher der Typ für Pasta und richtig gute Pizza? Dann empfehle ich dir in Toronto in eins der sehr leckeren Restaurants in Little Italy zu gehen. Dies ist ein Stadtteil im Westen, in der Nähe von Chinatown und Kensington Market. Gute Restaurants gibt es auch in der Church Street in Toronto. Bekannt ist diese Straße für seine homosexuelle Bewegung.

Blick auf die Driggs Av in Brooklyn - New York

Brooklyn

Alkoholkonsum

Auch hier gibt es einen Unterschied in der Altersbegrenzung. In Kanada ist es erlaubt ab dem 19. Lebensjahr legal Alkohol zu konsumieren. In den USA hingegen fallen die Bestimmungen etwas härter aus. Erst ab dem 21. Lebensjahr ist das legale Trinken in der USA erlaubt.

Die Kosten

Für mich eine der wichtigsten Punkte. Kanada und die USA unterscheiden sich auch in der Währung. Kanada hat den kanadischen Dollar und die USA den Dollar. Der kanadische Dollar ist etwas schwächer als der amerikanische Dollar. New York kann schnell mal in’s Geld gehen. Wo hingegen du in Toronto ein Hostel bereits für 25€ buchen kannst, musst du in New York schon etwas tiefer in dein Portmonee  greifen. Hier kannst du ein Hostel ab 40€ die Nacht in Brooklyn buchen. Die Fahrt nach Manhattan kostet dich 2.75$. Ein Essen im Restaurant kostet dich um die 20-25$, je nachdem wieviel Trinkgeld du gibst. Ein kurzer Abstecher in ein Starbucks wird dich für ein Kaffee und Gebäck um die 8$ kosten. In Toronto hingegen bezahlst du etwas weniger für eine Speise im Restaurant. Ein Gericht kostet in Little Italy um die 10-15 CAD (kanadischen Dollar).

Gräser im Vordergrund, der CN Tower im Hintergrund

Von A nach B kommen

In Kanada misst man die Entfernungen in Kilometer, in der USA hingegen in Meilen. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in beiden Städten sehr gut ausgebaut. Hat man das System erst einmal verstanden ist es leicht von A nach B zu kommen. In New York ist es am sinnvollsten sich eine Metro Karte für die Subway zu kaufen, die nach Belieben im Nachgang noch einmal aufgeladen werden kann. Schmeiß deine Karte daher nie weg! Für die Karte an sich zahlst du nämlich 1$. In Toronto Downtown nutzt man eher die Straßenbahn um schnell anzukommen. Ansonsten nutzt man in Toronto auch die Subway von TTC. Eine Fahrt mit der Straßenbahn kostet dich 1 Token (das entspricht 3.25 CAD). Hast du das passende Kleingeld dabei kannst du direkt in der Straßenbahn bezahlen. Ansonsten kannst du dir auch auf Vorrat Token in jedem Supermarkt kaufen. Ich muss jedoch zugeben, dass das System im Toronto deutlich schwieriger zu verstehen ist als das New Yorker System. Musst du nämlich in Big Apple umsteigen geschieht das ohne, dass du aus der UBahn Station gehen musst. Überall findet man hilfreiche Schilder und Wegweiser. Lade dir am besten die NYC SUBWAY App auf dein Smartphone herunter. So kannst du immer nach dem richtigen Weg und den Umsteigemöglichkeiten schauen.  In Toronto ist das Umsteigen und der Transit etwas komplizierter. Beim Bezahlen erhältst du in Toronto ein Transfer Schein, den du in der nächsten Straßenbahn vorzeigen kannst. Dieser wird dann gestempelt.

Ein Fazit

Mir persönlich gefällt Toronto ein Stück besser als New York, einfach deswegen, weil die Stadt viel sauberer und die Menschen viel freundlicher sind. New York ist zwar sehr bekannt, jedoch ist es aufgrund dessen auch sehr überfüllt mit Touristen und überteuerten Attraktionen. Entscheide daher selbst ob es sich für dich lohnt einen kurzen Trip in die USA einzulegen.

Hier weiterlesen:

>> Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada | Teil 1

>> Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada | Teil 2

>> Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada | Teil 4

>> Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada | Teil 5

>> Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada | Teil 6

>> Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada | Teil 7

>> Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada | Teil 8

>> Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada | Teil 9

>> Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada | Teil 10

>> Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada | Teil 11

> Vanessa im Interview mit dem Work & Travel-Magazin

Tipp aus der Redaktion: Wir featuren Vanessa außerdem auf unserem Instagram-Kanal. Dort kannst du dir weitere Fotos live aus Kanada anschauen!

 

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Vanessa Kolke

Über den Autor ()

Schon immer ist Vanessa mit ihrer Familie viel gereist. Als Kind einer Aussiedler-Familie sind Kultur und andere Länder sehr wichtig, denn Ihre Verwandten sind auf der ganzen Welt verteilt - in Russland, Deutschland, England und Kanada. Schnell hatte auch sie die sogenannte "Wanderlust". Während der Schulzeit reiste sie viel durch Europa. Unter anderem nahm Sie an einem Schüleraustausch mit schottischen Jungendlichen teil. Nach dem Abitur beschloss Sie gemeinsam mit Ihrem Bruder in das Land der Kiwis zu gehen - Neuseeland. Nach vier Monaten voller Abenteuer fing sie eine kaufmännische Ausbildung in Deutschland an. Doch nach absolvierter Prüfung zieht es sie jetzt wieder in die Ferne. Ab Juli 2016 bereist sie für ein Jahr Kanada, erst mal mit einem One-Way Ticket mit dem Ziel einen Start für eine lange Weltreise zu wagen. Seit kurzem arbeitet sie als freie Texterin und berichtet von Ihren Erfahrungen rund um die Welt.

Kommentare (9)

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  1. Avatar Michelle sagt:

    Hey Vanessa…
    Wenn man einen Trip nach New York machen will, wie viele Tage sollte man einplanen .
    Bekannte meinten, das 5 Tage reichen weil man die vielen Eindrücke gar nicht verarbeiten kann.
    Würdest du nochmal hinreisen?

  2. Vanessa Vanessa sagt:

    Hi Michelle 🙂
    Da haben deine Bekannten schon recht.
    5 Tage New York reichen voll und ganz aus, um die wirklich schönen Sehenswürdigkeiten zu sehen.
    Nach 1 Woche in der Metropole habe ich mich gefüllt als bräuchte ich 2 Wochen Strandurlaub in der Karibik 😀
    Ob ich noch einmal in die Stadt reisen würde weiß ich noch nicht. Dafür würde ich lieber immer wieder nach Toronto kommen.
    Mein Verlangen nach New York ist jedoch für die nächsten paar Jahre gestillt!
    Liebe Grüße !

  3. Avatar Angela sagt:

    Danke fürs Teilen deiner Erfahrungen Vanessa! Ich hab grad eben ein günstiges Ticket gebucht nach Toronto und freu mich schon sehr drauf. Allerdings vermute ich dass es durchaus sehr kalt sein wird im Februar. hab heut gelesen dass in ganz Ontario tw die Straßen so glatt sind, dass man dort eislaufen gehen kann. naja, übrigens ist das der CN tower im Hintergrund auf dem Bild? 🙂 Bei dieser Gelegenheit möchte ich natürlich nicht verabsäumen, auch die besten Wünsche für das neue Jahr 2017 zu übermitteln 

    • Vanessa Vanessa sagt:

      Freut mich zu hören, dass ich andere inspirieren kann! Du wirst sicherlich eine super Zeit haben. Gerade in Toronto kann man viel erleben. Toronto ist nämlich mehr als nur eine große Stadt…
      Ja das ist der CN Tower im Hintergrund. Ist übrigens auch einer meiner Lieblingsbilder.
      Ich wünsche dir ganz viel Spaß & auf jeden Fall super schöne Erlebnisse!

  4. Avatar Ludmilla sagt:

    Hallo Vanessa. (meine) Reisezeit steht ja gerade an (ich reise immer im Juni weils günstiger ist als im Juli) und da lass ich mich doch gerne von dir inspirieren! obwohl bei mir ists jetzt mal Urlaub 🙂

    • Vanessa Vanessa sagt:

      Ich find es ganz toll zu hören, dass ich viele verschiedene Menschen mit verschiedenen Plänen erreichen kann und mit meinen Erfahrungsberichten dazu beitrage, die Reise zu einer unvergesslichen Reise zu machen!

      Ganz viel Spaß!!!

      Liebe Grüße
      Van

  5. Avatar Tamara sagt:

    Hi Vanessa, ich such mir grad Infos für meine USA Reise die mich auch nach Kanada führt. Eigentlich hab ich nur nen Abstecher nach Montreal geplant aber ich denke, ich werd das wohl verlängern. Toller Bericht. Vielen Dank dafür

    • Vanessa Vanessa sagt:

      Vielen, vielen lieben Dank für die netten Worte!
      Sich für Kanada ein wenig mehr Zeit zu nehmen, kann ich nur empfehlen. Ich wünsche dir ganz viel Spaß dabei!

      Liebe Grüße
      Van

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