11 | Vanessas Kanada-Blog – Work and Travel in Whistler Ein ganz spezieller Ort, nicht nur für den Winter

| 08. 05. 2018 | 0 Kommentare

In meinen letzten Artikeln habe ich bereits von dem zauberhaften Winter im Skigebiet Whistler erzählt. Letztlich ist dieser Ort für ein ganzes Jahr zu meinem Zuhause geworden. Nun, was hat dieses kleine Seelendorf an sich und warum zieht es so viele junge Menschen aus aller Welt an? Ich möchte dir mal einen kleinen Geschmack von Whistler geben, damit auch du verstehen kannst, warum ich es so liebe und so viele andere ebenso.

Schneebedeckter Berg Blackcomb im Skiresort Whistler

Es ist ziemlich üblich für mich, mit Leib und Seele zu reisen und so viel wie nur möglich auf meiner Reise zu erleben und zu sehen. Auch als ich vor einem Jahr nach Whistler kam, konnte ich es kaum erwarten alles kennenzulernen und diesen internationalen Ort zu erkunden. Nun das ist soweit alles ganz normal. Jedoch hat es mir dieser Ort besonders angetan.
Aber erst einmal zu mir. Ich bin eine Alleinreisende, junge Autorin, die es liebt englisch zu sprechen und die sich gerne in unbekannte Situationen begibt, um sich daraus weiter entwickeln zu können. Gerade deshalb ist mir Whistler gleich ans Herz gewachsen.

Die Bevölkerung

Skivergnügen beim Work and Travel in Whistler, Kanada

Anders als in Australien oder Neuseeland, trifft man hier eher wenig Deutsche. Dafür jedoch überwiegend Australier, die es besonders ins kleine Skidorf zieht. Wohl jeder von Down Under kennt die Berge Whistler und Blackcomb, die an der Küste des Westens Kanadas liegen. Man behauptet, dass rund 70% der Saisonarbeiter aus Australien stammen. Nicht ohne Grund wird Whistler auch ‚Whistralia‘ genannt.

Ein klarer Vorteil und Touristenmagnet ist die Lage. Die Nähe zu einer der größten Städte Kanadas, sprich Vancouver, macht es Touristen und Reisenden besonders leicht mit dem Bus in eines der berühmtesten Skigebiete Nordamerikas zu gelangen. Whistler liegt nur zwei Stunden nördlich der Großstadt. Über die wunderschöne Küstenroute ‚Sea to Sky Highway‘ gelangst du innerhalb weniger Stunden in die Stadt, während die Kulisse dir den Atem rauben wird. Auch die Nähe zur USA macht es begeisterten Skifahrern von Seattle einfach, für ein Wochenende hochzufahren und die Pisten der Berge zu genießen.

„Ich bin angekommen“

Besiedelt mit jungen Menschen und jungen Familien würde ich Whistler als eine Stadt beschreiben, in dem der Spaßfaktor großgeschrieben wird. Hier geht es nur darum, sein Leben zu genießen. Es spielt keine Rolle welchen Beruf man ausübt oder welche Verantwortungen man hat. Solange man hier lebt und sein Leben genießt, ist man eine/r der ‚Locals‘. Es geht mehr darum welche Berge du während des Sommers bestiegen hast oder welche Skipisten du während des Winters runter geheizt bist. Vielleicht erscheint es dir wie eine Scheinwelt, die von der Realität weit abweicht. Jedoch muss ich erwähnen, dass deine Realität das Hier und Jetzt ist. Wer behauptet, ein richtiger Job sei es von 8 bis 16 Uhr im Büro zu sitzen und das von Montag bis Freitag? Ich behaupte nicht, dass man nicht arbeiten sollte. Gerade in einem sehr teuren Skiresort wie Whistler ist es unbedingt notwendig fast jeden Tag zu arbeiten, jedoch liegen die Prioritäten ganz anders als in Deutschland.

Die, die für immer bleiben möchten

Auf den Straßen Whistlers trifft man auf Menschen von jedem Kontinent. Menschen aus Chile, Alaska, Frankreich, England, Australien und Neuseeland. Bunt gemischt vereinen sich Nationen um sich auf die positiven Dinge des Lebens zu konzentrieren. Whistler steckt voller Leben, mit absoluten Beginnern im Skifahren oder Mountainbiken und mit internationalen Profis, die im Park ihr Können zeigen, gerne mal in die lokalen Restaurants gehen und denen man häufig bei einem Bier im Pub über den Weg läuft.

Der Sommer

See im Skigebiet Whistler zur Sommerzeit

Das Mountainbiken ist eine der Hauptbeschäftigungen während des Sommers. Auf denselben Pisten wie im Winter fährt man während des Sommers die schnellsten Routen mit dem Rad. Im Bikepark auf dem Berg Whistler kann man seine Flips und seine Technik verfeinern. Während des Sommers 2017 haben zahlreiche Events, wie „Crankworx“, stattgefunden, die sogar weltweit übertragen wurden.

Zu den Sommeraktivitäten gehört definitiv das Wandern. Hast du einen Saisonpass für die Lifte und Gondeln für den Winter, kannst du diesen nutzen, um auch kostenlos im Sommer hinaufzufahren. Auf den Bergen Whistler und Blackcomb gibt es zahlreiche Wanderwege vom einfachen Schwierigkeitsgrad, aber auch lange und ausdauernde Wanderwege. Eine der schönsten Wanderwege, die Whistler zu bieten hat, ist der „Highnote“ oder der „Halfnote“ Wanderweg. Mit einer Sicht auf den naheliegenden See „Cheakamus“ kannst du um den Berg herum gehen und schöne Bilder von wild wachsenden Blumen in allen Farben schießen. Tausende von atemberaubenden Wanderwegen umgeben Whistler bis hin zu Vancouver.

Auch kann man die Berge zu den atemberaubenden Seen „Joffre Lakes“ hinauf wandern, die nicht weit entfernt liegen. Nur 40 Minuten nördlich und an der Stadt Pemberton vorbei, gelangst du zu dem Park. Da die meisten Seen mit Gletscherwasser gefüllt sind, erstrahlen diese während jeder Jahreszeit in einem blau, das einen hypnotisiert.

Informiere dich doch auf der Internetseite www.vancouvertrails.com über die Wege, die du erwandern möchtest. Ein besonderes Erlebnis war der Weg zu dem See „Garibaldi Lake“, der auf einer Höhe von knapp 1,490 Metern liegt und das Erklettern der Spitze bis hin zum „Panorama Ridge“, mit einem 360 Grad Ausblick auf den See und auf den „Black Tusk“. Plane eine Übernachtung, bevor du zur Spitze wanderst. Für eine Übernachtung musst du einen Zeltplatz auf der Internetseite www.env.gov.bc.ca reservieren.

Kaum vorstellbar, aber wahr: Du kannst dich in den Monaten von Juni bis Mitte September an den Stränden und Parks entlang den 5 Seen um Whistler sonnen und sogar schwimmen gehen. In den Sommermonaten kann das Thermometer gerne mal 25 bis 30 Grad Celsius erreichen. Die Radwege sind zudem optimal ausgebaut und erlauben es dir innerhalb eines Tages um alle Seen von Whistler zu radeln.

Der „River of golden dreams“ ist ein Fluss, der von dem See „Alta Lake“ bis hin zum See „Green Lake“ führt. Es ist quasi ein Must-Do, sich im Hochsommer in einem aufblasbaren Boot und einigen Bieren im Gepäck treiben zu lassen.

Der Winter

Verschneites Skigebiet Whistler, Kanada

Kommen wir aber zu den Aktivitäten, die diesen Ort besonders machen. Außer dem Ski- und Snowboardfahren während des Winters gibt es so viel mehr zu erleben. Um den See ‚Lost Lake‘ kann man während der kalten Monate Skilanglaufen. In der kalten Jahreszeit kannst du außerdem auf dem Marktplatz Schlittschuhfahren, oder auch ein Mittagessen in einem der Restaurants auf der Spitze des Berges mit einem atemberaubenden Ausblick genießen.

Nun aber zur Hauptaktivität und dem wesentlichen Grund für das Kommen so vieler Gäste. Die perfekt ausgebauten Pisten und Routen der Berge Whistler und Blackcomb laden zum abenteuerlichen Wintersport ein. Mitunter hat sich das Skigebiet mit dem gleichnamigen Unternehmen „Whistler Blackcomb“ in die Top 10 der besten Skiorte weltweit für das Jahr 2017 gerankt. Die auf 400 Metern schwebende Gondel „Peak to peak“ verbindet beide Skiberge und macht es möglich, auch an einem Tag voll auf seine Kosten zu kommen. Mit einer bezaubernden Aussicht auf das Skidorf gelangt man innerhalb von 12 Minuten auf die Spitze des anderen Berges.

Der „Underground“

Nach dem Wintersport kürt man seinen Erfolg am Berg am besten beim „Swedish Apres“. Mit Livemusik und guter Stimmung kannst du hier jeden Mittwoch zur Musik in deiner Skiausrüstung tanzen. Nicht ohne Grund gibt es eine Gästeliste, um seinen Mittwochnachmittag in der Bar „Cinnamon Bear Bar“ zu genießen.

Im Winter wird es früh dunkel, ebenso wie in Deutschland, daher lässt es sich bestens in einer der Bars zur Abendzeit aushalten. Hier triffst du Gleichgesinnte im selben Alter aus aller Welt. Du wirst in Whistler schnell Freunde finden und auch mal zum Billiard spielen nach der Arbeit ausgehen.

Weshalb also „Underground“? Möchte man zu elektronischen Beats tanzen und die Nacht zum Tag machen, geht man in einen der gut besuchten Clubs, die unterirdisch liegen. Empfehlenswert ist die Party „Case of the mondays“ die jeden Montag im Club „Garfinkels“ stattfindet. Setzt man eher auf Pop Hits ist man im Club „Tommy Africas“ an einem Dienstag gut aufgehoben.

Du wirst schnell mitbekommen, dass deine Freunde und alle weiteren Saisonarbeiter unter der Woche ausgehen, anstatt am Wochenende. Auch deinem Arbeitgeber wird es besser gefallen, wenn du während des Wochenendes, aufgrund der hohen Touristenzahlen, arbeitest und deine freien Tage zwischen Montag bis Freitag genießt. Jedes Geschäft oder Restaurant wird im Hochbetrieb sein.

Die Stars und Sternchen

Während meiner Saison in Whistler war es gang und gäbe mal einem Hollywoodstar auf den Straßen über den Weg zu laufen. Hollywoodstars wie Channing Tatum oder auch die Beckhams, sowie der Ex-Präsident Bill Clinton suchen sich Whistler als Urlaubsdestination aus und nehmen sich Skiunterricht. Auch der Schauspieler Jason Biggs aus American Pie hat sich die Skier im Nebengeschäft ausgeliehen und die Pisten unsicher gemacht. Auf der lokalen Facebookseite von Whistler wurden Selfies mit den Stars gepostet und täglich berichtet, wo man sie gesichtet hat.

Alles in allem

Nun habe ich dir hoffentlich Whistler ein kleines Stück näher gebracht und dich neugierig auf eigene Erfahrungen in dem kleinen Skiort gemacht. Ich kann nur jedem empfehlen für einen Winter oder auch einen Sommer vorbeizukommen und seinen Hobbys nachzugehen.

Für mich war Whistler ein Ort, der mich hat wachsen lassen und es mir möglich machte mir ein Stück näher zu kommen. Außerdem habe ich nun Freunde aus aller Welt, die ich gerne in Zukunft besuchen möchte. Aus meiner Zeit in Whistler nehme ich viele gute Erfahrungen, bessere Sprachkenntnisse und ein besseres Ich für meine kommenden Abenteuer mit.

Mehr über Vanessas Work and Travel in Kanada & weitere Tipps findest du hier:

>> Vanessas Kanada-Blog: Der kanadische Winter im Skigebiet Whistler

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Vanessa Kolke

Über den Autor ()

Schon immer ist Vanessa mit ihrer Familie viel gereist. Als Kind einer Aussiedler-Familie sind Kultur und andere Länder sehr wichtig, denn Ihre Verwandten sind auf der ganzen Welt verteilt - in Russland, Deutschland, England und Kanada. Schnell hatte auch sie die sogenannte "Wanderlust". Während der Schulzeit reiste sie viel durch Europa. Unter anderem nahm Sie an einem Schüleraustausch mit schottischen Jungendlichen teil. Nach dem Abitur beschloss Sie gemeinsam mit Ihrem Bruder in das Land der Kiwis zu gehen - Neuseeland. Nach vier Monaten voller Abenteuer fing sie eine kaufmännische Ausbildung in Deutschland an. Doch nach absolvierter Prüfung zieht es sie jetzt wieder in die Ferne. Ab Juli 2016 bereist sie für ein Jahr Kanada, erst mal mit einem One-Way Ticket mit dem Ziel einen Start für eine lange Weltreise zu wagen. Seit kurzem arbeitet sie als freie Texterin und berichtet von Ihren Erfahrungen rund um die Welt.

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