4 | Vanessas Kanada-Blog – Flug, Ankunft & Co. Über den Wolken - Endlich geht es los!

| 11. 10. 2016 | 0 Kommentare

Flug, Ankunft und was du in den ersten Tagen in Kanada erledigen musst.

junge Frau steht mit Fahrrad vor Hafen

Die Dokumente sind gecheckt, das Auto ist für die Fahrt zum Flughafen getankt, der Koffer ist gepackt und es kann endlich losgehen! Genug gewartet! Du bist sicherlich genauso aufgeregt wie ich. Freu dich, denn dein Traum wird Wirklichkeit. In wenigen Stunden bist du angekommen. Für mich heißt es Boarding Pass auspacken und in das Flugzeug steigen. Noch einmal die Liebsten drücken und dann kann es losgehen. Am Flughafen angekommen habe ich mich erst orientieren müssen. Der Flughafen Frankfurt am Main ist auch wenn ich schon dutzende Male dort war, immer noch ein Labyrinth, welches man erst einmal verstehen muss. Doch das richtige Gate ist zum Glück schnell gefunden. Der Flug ist so wie man ihn so kennt. Abheben, über den Wolken schweben und landen. Zwischendurch etwas Essen und extrem überteuerte Sachen im Duty Free Shop kaufen. Auch die Bezahlung der Artikel ist auf dem Weg über Island eine ganz andere. 350 isländische Kronen kostet ein Wasser. Wieviel das ist? Keine Ahnung, aber wahrscheinlich viel zu viel. Das einzige was ich dabei habe, sind kanadische Dollar und Euromünzen. Doch auch das ist kein Problem. Es wird in Dollar bezahlt und erhält sein Wechselgeld in Münzen in der isländischen Währung wieder. Obwohl ich dieses Geld wohl nie wieder benutzen werde, ist es schön etwas davon in der Tasche zu haben. Rein aus nostalgischen Gründen.

Am Flughafen angekommen

Flagge von Kanada vor blauem Himmel

Bist du erst einmal gelandet, erwartet dich schon deine erste Aufgabe. Bei deiner Ankunft in Toronto musst du deine Arbeitserlaubnis, sprich dein Visum, abholen. Informiere dazu die Mitarbeiter der Passkontrolle, dass du auch zum arbeiten hier bist. Du wirst im Anschluss an einen speziellen Schalter geleitet an dem dir der Beamte Fragen zu deinem Aufenthalt in Kanada stellen wird. Ob du mehr als 10,000 $ mitbringst, wie deine erste Adresse lautet und ob du bereits eine Arbeitsstelle in Kanada gefunden hast. Wichtig ist, dass dein Visum dir erlaubt für jeden Arbeitgeber im Land zu arbeiten. Achte daher darauf, ob auf deinem ausgestellten Visum bei dem Punkt Arbeitgeber „open“ steht. Das alles geschieht noch bevor du dein Gepäck abholst.

Vom Toronto Pearson International Airport in deine Unterkunft

Vom Flughafen gibt es verschiedene Wege in die Stadt zu kommen. Mein Hostel, das direkt in Downtown Toronto liegt, hat mir eine Wegbeschreibung per Email zukommen lassen. Informiere dich noch vor der Abreise darüber, wo genau deine erste Unterkunft liegt, denn Toronto ist eine Millionenstadt. Sie unterteilt sich in verschiede Stadtteile. Achte auch darauf, ob du am Pearson International Airport oder dem Cityairport ankommst. Dieser liegt direkt im Stadtinneren auf einer Insel. Der einfachste Weg um vom internationalen Flughafen in die Stadt zu kommen, ist der Zug. Dafür musst du zuerst an Terminal 1 kommen. Es gibt eine Shuttle der dich dort hin bringt. Kostenlos, versteht sich. Danach musst du allerdings einen kostenpflichtigen Zug nehmen, der dich 12 $ kostet, um an die Union Station zu gelangen. Die Union Station ist die „Mainstation“ der Stadt. Sozusagen der Hauptbahnhof von Toronto. Von hier aus kannst du entweder zu deiner Unterkunft zu Fuss gehen, den Bus nehmen oder die Straßenbahn nehmen. Komfortabel und schnell ging es für mich in die City meiner Träume. Die Fahrt dauerte etwas länger als eine halbe Stunde. Von dort nahm ich die UBahn. Diese heißt TTC und ist mit einem roten Symbol gekennzeichnet. Orientier dich an den Schildern in dem Bahnhof. Folgst du immer dem TTC-Symbol bist du auf dem richtigen Weg. Die Union Station liegt direkt am CN Tower. Du wirst überwältig sein, wie groß diese Stadt ist. Nicht umsonst wird Toronto auch das „kleine New York“ genannt. Über die Unterschiede beider Städte berichte ich dir in einem weiteren Artikel.

Sandstrand in Kanada

Eine weitere und durchaus günstigere, jedoch zeitaufwändige Alternative um vom Flughafen in die Stadt zu gelangen, ist der direkte Weg mit dem Bus zur Subway, Station Kipling. Nimm hierfür den Bus 192 Richtung Subway Station. Die Busfahrt und alle direkt anbindenden Verkehrsmittel kosten dich insgesamt 3.25 $ oder 1 Token (Token sind kleine Münzen, die 3.25 $ entsprechen und für das Verkehrssystem in Toronto verwendet werden. Egal ob für den Bus, die Straßenbahn oder die UBahn). In der Station Kipling angekommen nimmst du die UBahn nach Osten (Eastbound), Richtung Downtown. Die Station Kipling ist die letzte Station dieser Linie, daher kannst du nur in eine Richtung fahren. Je nachdem wo deine Unterkunft liegt, musst du umsteigen oder auch den Bus oder die Straßenbahn nutzen. Du kannst dich schon vorab über das Verkehrsnetz von Toronto online informieren. Gehe hierzu auf folgende Seite: www.ttc.ca

Wählst du lieber eine komfortablere Alternative, kannst du auch ein Taxi oder eine Limousine direkt vom Flughafen in die Stadt nehmen. Die Kosten belaufen sich hierfür auf etwa 40-60$, je nachdem wohin du gebracht werden musst. Die Stadt wird in verschiedene Bereiche unterteilt. Da die Preise für jeden einzelnen Bereich fix und genau bestimmt sind, kannst du den Preis leider nicht runterhandeln.

Papierkram

Fernsehturm von Toronto

Nun ist es noch nicht vorbei mit der Bürokratie. Wenn du nicht nur reisen willst, sondern auch arbeiten möchtest, musst du dir eine Sozialversicherungsnummer beantragen und ein kanadisches Bankkonto eröffnen. Zudem werden auch alle künftigen Arbeitgeber eine kanadische Telefonnummer von dir haben wollen.

Deine kanadische Telefonnummer

Eine nationale Telefonnummer zu haben ist quasi Pflicht. Jedoch ist ein Tarif, wie wir ihn in Deutschland kennen, nicht gerade günstig. Ich habe mich für einen Faltrate Talk & Text Tarif von Rogers entschieden. Dieser kostet mich stolze 40$ monatlich plus eine einmalige Gebühr in Höhe von 25$. Ein anderer Anbieter wäre FIDO und kostet circa das selbe wie RODGERS. Wenn du quer durch Kanada reisen willst und deine Handynummer nutzen möchtest, solltest du darauf achten, dass dein Tarif ‚Canada-wide‘ gültig ist, sprich du kannst auch in anderen Provinzen mit deinem Tarif telefonieren. Zum Abschluss deines Handyvertrages werden zwei Identifikationen benötigt. Hierzu habe ich mein Visum vorgezeigt und meine Sozialversicherungsnummer. Eine andere Alternative zu Rogers und Fido ist WIND. Wie ich vor kurzem heraus gefunden habe, bietet WIND einen Vertrag an, der mich auch 40$ monatlich kosten würde, mit den selben Diensten wie bei Rogers, jedoch sind zudem 5GB Highspeed Volumen inklusive. Recht praktisch, wenn du mal verloren gehst und du online nach dem richtigen Weg googeln musst.

Sozialversicherungsnummer (SIN)

Eine SIN benötigst du für deinen nächsten Arbeitgeber in Kanada. Diese musst du unbedingt vor dem Bankkonto beantragen. Geh dafür in ein ‚Service of Canada‘. Dieser sollte nicht schwer zu finden sein. Halte zur Beantragung deinen Reisepass und dein gültiges Visum bereit. Bei der Beantragung muss du einige Fragen beantworten. Unter anderem ist es hier erforderlich die Namen deiner Eltern zu nennen (auch der Mädchenname deiner Mutter). Die Beamten werden dich nach einer Adresse fragen. Hast du eine Unterkunft für die ersten Nächte gebucht, kannst du diese Adresse hinterlegen. Diese wird nur erfasst und wird nicht als Postadresse verwendet. Zudem hinterlegst du eine Notfall-Telefonnummer. Hast du einmal deine SIN (Sozialversicherungsnummer) erhalten, musst du auf diese extrem gut aufpassen. Gib sie nur in den dringendsten Fällen preis. Denn sobald jemand diese in die Hände bekommt, kann er sie für sich selbst nutzen.

Bankkonto eröffnen

Hierfür kannst du in eine der folgende Banken gehen: Royal Bank of Canada, TD Canada Trust, Canadian Imperial Bank of Commerce, Bank of Nova Scotia, Bank of Montreal, oder Scotiabank.

Jedoch sind die erste beiden die bekanntesten Banken. Bei der Scotiabank erhält man für die Eröffnung eines neuen Bankkontos regelmäßig Kinokarten für die aktuellsten Filme. Egal bei welcher Bank du ein Konto eröffnen möchtest, benötigst du wieder zwei ID’S. SIN und Visum. Der Mitarbeiter der Bank wird für dich ein entsprechendes Konto eröffnen und dir zeigen welche Gebühren du pro Monat zu bezahlen hast. Spielst du eventuell mit dem Gedanken nach Kanada auszuwandern, solltest du eine Kreditkarte beantragen. Hierzu musst du 500$ einzahlen. Eine vernünftige Kreditwürdigkeit zu haben ist das A&O für dein zukünftiges Leben in Kanada. Mit einem kanadischen Bankkonto solltest du auch Online-Banking machen können. Ich habe mich für die TD Bank entschieden. Bei der Auswahl deines Tarifs kommt es darauf an, wie oft du Geld abheben möchtest.

Tipp: Da in Kanada und in den USA meist alles mit Karte bezahlt wird, wähle zunächst einen günstigen Tarif. Bei der TD Bank kannst du deinen Tarif im Nachgang noch „uploaden“, falls du öfter Bargeld abheben möchtest.

Ziemlich viel zu erledigen in den ersten Tagen, stimmt’s? Mich hat der Papierkram einen Tag gekostet. Aber hast du diesen erst einmal erledigt, kannst du voll und ganz mit deiner großen Reise durch das Land des Ahornblattes und der Biber starten. Nimm dir also einen Tag Auszeit nach dem ganzen Stress. Ich kann da nur eine kleine Radtour über Toronto Island empfehlen mit einem Abstecher zu einem der Strände, um deine Bräune perfekt werden zu lassen.

Hier weiterlesen:

>> Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada | Teil 1

>> Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada | Teil 2

>> Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada | Teil 3

>> Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada | Teil 5

>> Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada | Teil 6

>> Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada | Teil 7

>> Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada | Teil 8

>> Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada | Teil 9

>> Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada | Teil 10

>> Vanessas Abenteuer-Blog aus Kanada | Teil 11

> Vanessa im Interview mit dem Work & Travel-Magazin

Tipp aus der Redaktion: Wir featuren Vanessa außerdem auf unserem Instagram-Kanal. Dort kannst du dir weitere Fotos live aus Kanada anschauen!

 

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Vanessa Kolke

Über den Autor ()

Schon immer ist Vanessa mit ihrer Familie viel gereist. Als Kind einer Aussiedler-Familie sind Kultur und andere Länder sehr wichtig, denn Ihre Verwandten sind auf der ganzen Welt verteilt - in Russland, Deutschland, England und Kanada. Schnell hatte auch sie die sogenannte "Wanderlust". Während der Schulzeit reiste sie viel durch Europa. Unter anderem nahm Sie an einem Schüleraustausch mit schottischen Jungendlichen teil. Nach dem Abitur beschloss Sie gemeinsam mit Ihrem Bruder in das Land der Kiwis zu gehen - Neuseeland. Nach vier Monaten voller Abenteuer fing sie eine kaufmännische Ausbildung in Deutschland an. Doch nach absolvierter Prüfung zieht es sie jetzt wieder in die Ferne. Ab Juli 2016 bereist sie für ein Jahr Kanada, erst mal mit einem One-Way Ticket mit dem Ziel einen Start für eine lange Weltreise zu wagen. Seit kurzem arbeitet sie als freie Texterin und berichtet von Ihren Erfahrungen rund um die Welt.

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