Work and Travel in Kanada 4 Dinge für den richtigen Start nach der Ankunft

| 09. 05. 2015 | 3 Kommentare
Kanada Flagge

4 Dinge für den gelungenen Start in Kanada.

Work and Travel in Kanada: Immer noch ein großes Abenteuer in einem Land mit nur 35 Millionen Einwohnern bei  einer Fläche von sage und schreibe 9.9 Millionen Quadratkilometern . Ein weites Land das für Freiheit, Abenteuer, unberührte Natur und absolut liebenswürdige Menschen steht. Und zudem aufgrund des sehr begrenzten Kontingents an Working Holiday Visa eine weitaus exklusivere Angelegenheit als etwa in Australien oder Neuseeland. Ob als Skilehrer in den besten Skigebieten der Welt,  Volunteering in einer der vielen Nationalparks, Arbeiten im Resort oder Eintauchen in das hippe Stadtleben von Vancouver oder Toronto – als Work & Traveller hat man im Land des Ahornblattes viele Möglichkeiten. Bevor es aber erst mal soweit ist, sollte man sich direkt nach der Ankunft mit einigen Themen befassen, die das Abenteuer Work & Travel Kanada direkt auf das richtige Gleis stellen.

 

1| Das Visum bei Ankunft

Visum Kanada

Das Work and Travel Visum im Pass.

Habt ihr erst einmal den Visa-Prozess durchlaufen und einen der begehrten Plätze ergattert, so erhaltet ihr von Immigration Canada einen so genannten Letter of Approval. Neben euren Daten und der Zusage des Visums inklusive dessen Gültigkeitsdauer, ist hier auch der vermerkt das Schreiben dem Immigration-Officer am Flughafen vorzulegen. Dies ist allerdings nicht der Zollbeamte, der euch den Stempel in den Pass drückt.  Der wiederum kann euch aber verraten wo genau sich das Office der Einwanderungsbehörde im Flughafen befindet. Oft ist dies fast direkt hinter den Gepäckbändern und auch entsprechend ausgeschildert. Je nachdem wo ihr landet und wie viele Flugzeuge vor euch angekommen sind, kann es hier durchaus lange Wartezeiten geben. Also am besten schon einmal mental darauf einstellen, auch wenn es das Letzte ist was man nach einem solch langen Flug braucht. Einmal beim nun zuständigen Immigration-Officer angekommen, geht alles ganz schnell. Es werden ein paar Standardfragen gestellt, die Infos werden in das System eingegeben und nach gut 5 Minuten habt ihr das Visum im Pass. Das Ganze untypischerweise als gefaltetes und eingetackertes Stück Papier und nicht als Einkleber. Relativ unspektakulär aber der wichtigste Schritt damit euer Abenteuer starten kann. Schaut euch nochmals genau die Daten auf dem Visum an und prüft, ob auch genau ein Jahr als Gültigkeitsdauer vermerkt ist. Sicher ist sicher.

>> Mehr Infos zum Working-Holiday-Visum für Kanada

2| Social Insurance – Die SIN-Nummer

SIN Nummer Kanada

Die SIN-Nummer. Nicht mehr als Karte sondern als einfacher Ausdruck.

Die SIN (Social Insurance Number) ist vergleichbar mit unserer Sozialversicherungsnummer.  Sie dient der lebenslangen Identifikation aber ist vor allem wichtig um ganz regulär ein Gehalt zu erhalten. Die Kanadier bekommen Ihre SIN direkt nach der Geburt, als Work & Traveller muss man Sie beantragen. Aber auch das ist, wie so vieles anderes in Kanada, sehr einfach und schnell erledigt. Zu aller erst müsst ihr ein Büro von Service Kanada in eurer Nähe ausfindig machen und dessen Öffnungszeiten checken. Dies geht am besten Online über die Webseite von Service Kanada. Offiziell benötigt man für die Beantragung der SIN zwei Identitätsnachweise. Allerdings werden Pass und das zuvor eingetackerte Visum separat gezählt. Von daher reicht der Pass hier völlig aus. Dazu müsst ihr noch eine Postadresse angeben. Habt ihr bereits einen Job in der Tasche, könnt ihr die Adresse eures Arbeitgebers hinterlegen. Falls nicht, reicht auch die Adresse eures Hotels oder Hostels, auch wenn diese erst einmal nur für kurze Zeit gilt. Alles kein Problem.

 

3| Ein Bankkonto

Bank Tofino

Die kleine Filialbank in Tofino.

Der letzte Schritt der euch nun noch fehlt um offiziell in Kanada arbeiten zu können, ist ein Bankkonto. Während man bei uns bereits seit langem Konten direkt Online eröffnen kann, gestaltet sich dies in Kanada ein wenig umständlicher. Oft bleibt einem der Weg in die Filiale nicht erspart und, je nach Größe der Filiale, kann es sogar sein, dass man sich erst einen separaten Termin geben lassen muss. Denn nur einer der so genannten Branch-Manager kann ein Kundenkonto eröffnen. So ist es mir auch in der kleinen Filialbank im beschaulichen Tofino ergangen. Zur Eröffnung bringt ihr erneut euren Pass mit dem Visum sowie eure SIN-Nummer mit. Von den Leistungen her sind fast alle Banken gleich, zumindest wenn man das Konto lediglich für die Standards wie Gehaltseingang, Geld abheben und Rechnungen zahlen nutzen möchte. Die CIBC-Bank hat ein Konto speziell für Foreign Workers, gänzlich ohne Gebühren und mit allem was man braucht: Online Banking, Bankkarte, Visa-Funktion und weitere Features. Vermutlich haben andere Banken aber ein ähnliches Angebot parat. Ansonsten kann es Sinn machen, sofern ihr etwas abgelegener in einer kleinen Stadt lebt, bei der oft einzigen örtlichen Bank das Konto zu eröffnen. So hat man, sollten doch mal Fragen aufkommen, einen direkten Ansprechpartner vor Ort. Die Eröffnung des Kontos an sich ist dann sehr schnell erledigt. Und was sehr praktisch ist: Man bekommt direkt vor Ort seine Bankkarte ausgehändigt und kann direkt im Anschluss am Geldautomaten auch selbst seine PIN-Nummer bestimmen. Das wäre doch auch mal ein Modell für deutsche Banken. Lasst euch zudem am besten von eurem Bank-Manager direkt das Online-Banking zeigen und einrichten. Denn das braucht man nicht nur um seinen Kontostand zu prüfen, sondern auch  um Rechnungen wie zum Beispiel für die Telefonkosten zu bezahlen.  Womit ihr auch schon beim letzten Punkt wären.

 

4| Eine Telefonnummer

Smartphone Fido

Anbietersuche in Kanada ist gar nicht so einfach.

Zu guter Letzt, oder auch gern direkt am Anfang erledigt, ist da noch die lokale Telefonnummer. Eigentlich kein Problem aber ich persönlich empfinde den kanadischen Markt noch unübersichtlicher und komplizierter als in Deutschland. Es gibt diverse Billiganbieter wie zum Beispiel Wind, Virgin Mobile und sogar 7/11 bietet einen eigenen Service an. Generell sollte man sich aber zunächst klar machen was man braucht. Nur Telefonieren und SMS oder doch ein Datentarif? Mit Letzterem kann es dann sehr schnell teuer werden, ein Vergleich lohnt sich also. Wenn ihr genau wisst, dass ihr nur sehr wenig telefonieren werdet, kann ein Prepaid-Tarif die Lösung sein. Allerdings passiert es sehr schnell, dass man mit solch einem Tarif doch mehr ausgibt als mit einem günstigen Vertrag. Ein weiterer Punkt ist der Empfang. Geht ihr davon aus, dass ihr euch eher in abgelegenen Gebieten aufhalten werdet, dann spielt die Netzwahl eine Rolle. Größere Anbieter haben hier meist die Nase vorn. Falls ihr schon einen Job habt, frag euren Arbeitgeber vorab nach dem besten Provider für die Region. Es gibt günstige Anbieter hinter denen das Netz der großen drei Anbieter Telus, Bell oder Rogers steckt. So nutzt zum Beispiel Fido das Netz von Rogers und ist vom Preis her ziemlich attraktiv. Aktuell zahlt man für einen Telefontarif inkl. SMS und 300MB Datenvolumen ca. 40 Dollar. Die Seite www.comparecellular.com bietet eine erste Orientierung für den kanadischen Markt.

Mit diesen vier Dingen kann euer Work & Travel Abenteuer In Kanada beginnen. Wie ihr selbst sehen werdet, sind viele Dinge dort sehr pragmatisch und unbürokratisch geregelt. Ähnlich verhält es sich zum Beispiel auch beim Autokauf, aber das wäre schon wieder einen eigenen Artikel wert. Habt ihr selbst noch weitere Tipps oder Anregungen für einen gelungenen Start ins kanadische Work & Travel Leben oder auch generell?  Dann teilt uns diese gerne über die Kommentarfunktion unten mit.

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Kategorie: Planung, Tipps & Tricks, Work & Travel

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Über den Autor ()

Seit er sich erinnern kann, ist Philipp mit dem Virus Wanderlust infiziert. Schon während der Schulzeit hat er ein Jahr als Austauschschüler im Mittleren Westen der USA verbracht. Nach dem Abitur hielt ihn nicht mehr viel und es ging erneut in die USA um mit seinem Gastbruder das Land zu erkunden. Nach dem Studium in Münster und Malta ging es zunächst für ein halbes Jahr nach Australien. Auf dem Work and Travel Visum zog es ihn quer durch den siebten Kontinent, wo sich der Anteil an Work im Vergleich zu Travel nach eigener Aussage aber eher in Grenzen hielt. Nach gut sechs Jahren in der Marketingbranche war es erneut Zeit auszusteigen. Philipp kündigte und reiste für ein Jahr durch ganz Südostasien. Seine Reise dokumentierte er in Bildern und Reportagen auf seinem Reiseblog ESCapology.eu, welches er auch noch heute weiterführt. Daneben schreibt Philipp für verschiedene Online-Portale und hin und wieder Reisemagazine.

Kommentare (3)

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  1. Avatar Markus sagt:

    Das sind auf jeden Fall die Dinge um die man sich zuerst kümmern muss. Wenn man arbeiten gehen will. Danach natürlich noch Bewerbungen und Vorstellungsgespräche. Darüber habe ich auch ein paar Artikel geschrieben.

    Gruß Markus

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