1 | Markus als Work and Traveller in kanadischen Skigebieten Alle über die Bewerbungsphase, Jobmessen und Vorstellungsgespräche in Kanada

| 02. 08. 2016 | 1 Kommentar

Den Traum leben: In einem kanadischen Skigebiet arbeiten

Ein halbes Jahr umgeben von Schnee, auf einem Berg zwischen Skiliften wohnen und jeden Tag mit Freunden auf die Piste gehen und abends zusammen feiern. Nur ein Traum? Markus hat in seinem Working Holiday Jahr in Kanada genau das gemacht. Davon berichtet er hier und gibt euch viele wertvolle Tipps. Im ersten Teil seines Erfahungsberichts geht es um die Bewerbungsphase und die vielen Jobmessen, die er besucht hat. 

Verschneite Skianlage im Skigebiet in Kanada im Winter

Sunshine Village – eine typische Aussicht im Skigebiet

Im Sommer Reisen, im Winter im Schnee arbeiten

Die wärmeren Jahreszeiten bedeuten in Kanada heiße Tage, die sehr gut zum Reisen geeignet sind. Du nutzt die Zeit in Kanada voll aus, wenn du zu den Nationalparks und Städten reist. Kanada hat viele schöne Nationalparks in denen man den Sommer gut verbringen kann. Wenn der Winter kommt, kann man sich aber kaum noch im Freien aufhalten. Wenn du deinen Job für die kältere Jahreszeit sicher haben willst, solltest du auf deinen Reisen im Hinterkopf behalten, dass du ab Mitte August langsam anfängst dich zu bewerben. Einen Lebenslauf hast du bereits zur Verfügung, denn zur Beantragung des Working Holiday Visums für Kanada musstest du bereits eine brauchbare, englischsprachige Version einreichen. Das Anschreiben muss individuell angefertigt werden.
Bewerbungen in Skigebieten laufen schleppend und können sich bis in den Oktober ziehen. Da im Herbst ein reger Ansturm auf die Jobs in Skigebieten herrscht, haben die Resorts mit unglaublichen Mengen an Bewerbungen zu kämpfen. Um deine Chancen auf Erfolg zu erhöhen ist es ratsam früh nach Stellenangeboten Ausschau zu halten.

Die heiße Phase

Der Oktober ist die heiße Bewerbungsphase. In diesem Monat fing ich an, erste Resultate zu sehen. Ich habe mich in großen Skigebieten wie zum Beispiel Fernie und Sunshine Village in den Rocky Mountains, in den Provinzen Alberta und British Columbia beworben. Nun wurde ich, wie hunderte andere Bewerber, zu Jobmessen eingeladen, bei denen alle offenen Jobs vergeben werden. Es war immer üblich sich nicht auf einen Job festzulegen, sondern aus über einem Dutzend verschiedener Tätigkeiten drei Alternativen zu wählen. Nachfolgend schildere ich meine Erfahrungen aus den Einstellungsgesprächen.

Whistler Blackcomb

Whistler Blackcomb ist Kanadas größtes Skigebiet und liegt nördlich von Vancouver in British Columbia. Ich hatte mich bei Whistler zwar nicht beworben, da ich zum Zeitpunkt der Jobmesse aber in der Nähe war, kreuzte ich unangemeldet auf und wurde für eine nicht ausgeschriebene Stelle als Ski Patrol interviewt. Eine Woche später erhielt ich per E-Mail eine Absage, was mich aufgrund der Umstände aber nicht überrascht hatte. Es ist Tatsache, dass Whistler Blackcomb sehr große Beliebtheit genießt und sich für jede Stelle bis zu 30 Bewerber interessieren. Das bedeutet, es gibt niemals Knappheit an Arbeitnehmern und somit keine Notwendigkeit mich mich zu einem für sie unpassenden Zeitpunkt einzustellen. Kompromisse brauchen sie nämlich nicht zu machen, es findet sich immer ein passender Bewerber.

Fernie Alpine Resort

Das Skigebiet Fernie liegt südlich von Calgary kurz vor der Grenze zu den USA, in der Provinz British Columbia. Es ist für enorme Schneefälle und feinen Pulverschnee berühmt. Bei der Bewerbung über die Website hatte ich wie gewünscht drei Jobs angegeben in denen ich gern arbeiten würde. Am Tag der Jobmesse wurden in den Besprechungsräumen des Resorts Masseninterviews gehalten, in denen sich zehn Leute gleichzeitig vorstellten. In der ersten Vorstellungsrunde erzählte jeder ein paar Fakten über sich selber und in der zweiten Runde durfte jeder kurz über ein beliebiges Thema referieren.
Im Anschluss wurden die zehn Bewerber in zwei Gruppen eingeteilt, die sich jeweils mit wintersporttypischen Geräten kleine Shows vorführen sollten. Ein Ski, ein Schuh und ein paar Tickets mussten in die Geschichte integriert werden. Wir sprachen uns kurz ab und spielten dann eine Szene einer Liftfahrt nach, bei der Schuhe verloren gingen, Skier zerbrachen und Liftkarten entwertet wurden. Jeder hatte Spaß und jeder bekam eine Jobzusage. Ich hatte nun also einen Job als Lift Operator sicher. An diesem Tag wurden alle verfügbaren Stellen besetzt und damit war für keinen anderen Bewerber am letzten der insgesamt drei Messetage mehr etwas verfügbar. Dies schien mir zunächst schlecht geplant und ungerecht. Viele besetzte Stellen wurden allerdings nicht angetreten und somit sind die Chancen für Bewerber von der Warteliste auch noch gut.

Atmosphere in Banff

Atmosphere ist eine Outdoor Ausstatter im Banff National Park in Alberta. Dies war meine einzige Bewerbung abseits der Skigebiete. Da ich aber in der Gegend um Banff den Winter verbringen wollte, wäre ein Job als Verkäufer in der Ortschaft auch in Ordnung gewesen. Die erste Reaktion auf meine Online-Bewerbung bei Atmosphere war die Einladung zu einem Telefoninterview und anschließend die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch vor Ort. Den Termin habe ich so gelegt, dass ich direkt am nächsten Tag zur Jobmesse für das Skigebiet Sunshine Village gehen konnte. In der Filiale von Atmosphere traf ich den Store General Manager auf ein lockeres Gespräch. Wir sprachen über meine Erfahrungen im Bereich Outdoor, die ich in den letzten Monaten reichlich in kanadischen Nationalparks gesammelt habe. Das Gespräch schwenkte über auf meine Eigenschaften bei denen sich mein Gesprächspartner mit Schlagworten wie: schnell, zuverlässig und motiviert zufrieden gab. Zuletzt sprachen wir über das Geschäft bzw. die Filiale und wie ich mir sinnvolle Arbeit meinerseits vorstelle. Anscheinend habe ich meine Vorstellungen gut vermittelt, denn mit „Ich schicke Ihnen Ihre Unterlagen in den nächsten Tagen per E-Mail zu.“ wurde ich verabschiedet.

Sunshine Village Jobmesse

Sunshine Village liegt im Banff National Park ungefähr 150 km von Calgary entfernt. Ich hatte mich hier ebenfalls zur Jobmesse beworben und fand mich einen Tag nach dem Vorstellungsgespräch von Atmosphere im HI Hostel Banff zur Massenabfertigung ein. Im gut gefüllten Empfangssaal herrschte reger Durchgangsverkehr, vorhandene Leute wurden aufgerufen und weitere trafen ein. Wie schon in Fernie gab ich drei Präferenzen für meine Beschäftigung an. Aus Gesprächen wusste ich, dass Stellen als Lift Operator extrem begehrt waren und wählte Verkäufer, Hausmeister und Koch (unqualifiziert), um meine Chancen zu erhöhen. Dann war ich an der Reihe. Das Interview war eher ein Aufnahme meiner persönlichen Daten, allem voran die Arbeitserlaubnis des Working Holiday Visums. Fragen nach persönlichen Fähigkeiten waren oberflächlich und nach Aufzählung meiner prominenten drei Adjektive „schnell, zuverlässig und motiviert“ war das Gespräch beendet und ich wurde bereits meiner zukünftigen Chefin vorgestellt. Wir sprachen über generelle Dinge wie die zu erwartende Temperatur, körperliche Arbeit und Wohnen im Skigebiet. Nach der Verabschiedung war ich nicht sicher ob ich den Job sicher hatte. Als nach ungefähr zehn Tagen aber die Zusage kam war jeder Zweifel beseitigt und die doch recht frustrierende Bewerbungsphase für mich zu Ende. Mein Job für den Winter war nun Hausmeister.

Hier weiterlesen:

2 | Markus als Work and Traveller in kanadischen Skigebieten
>> Über das Leben im Schnee, die Arbeit in Kanada und die Freizeit auf der Piste

3 | Markus als Work and Traveller in kanadischen Skigebieten
>> Tipps und ein informierendes Fazit rund um Markus‘ Zeit in den Bergen

Hier geht es zu Markus eigenem Blog: Wanderdu.de

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Kategorie: Erfahrungsberichte, Planung, Reise, Tipps & Tricks, Work & Travel, Working Holidays

Über den Autor ()

Markus hat Kanada und Australien mit einem Work and Travel Visum bereist und hat es sich nicht nehmen lassen auch die Nachbarländer etwas genauer anzusehen. Unterwegs hat er mit seinen Freuden das Vlogging für sich entdeckt und nun vermittelt er seine gesammelten Erfahrung mit Bild und Ton auf seinem Blog Wander Dude.

Kommentare (1)

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  1. Markus sagt:

    Ein großartiger Beitrag,

    Danke für die Veröffentlichung 🙂

    Viele Grüße

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