Diplomarbeit über Work & Travel: Interview mit Henrike Thelen

Henrike Thelen hat selbst Work and Travel in Australien gemacht und ihre Diplomarbeit darüber geschrieben

Wie kamst du dazu, gerade über die Reiseform Work & Travel deine Diplomarbeit zu schreiben?
Mit 16 Jahren hat mich das Fernweh das erste Mal für einen Zeitraum von zehn Monaten ins Ausland gezogen – ich bin ein Jahr in Irland zur Schule gegangen und habe in einer Gastfamilie gelebt. 2009 habe ich ein Semester an der Karlsuniversität in Prag studiert. Dies, in Kombination mit meiner grundsätzlichen Lust am Reisen und meinem Studienschwerpunkt Tourismus und Kultur hat mich auf die Idee gebracht, das Phänomen der Work&Travel-Reisenden näher zu betrachten. Da es bisher kaum wissenschaftliche Arbeiten über deutsche Work&Travel-Reisende gibt, habe ich mich für diese Spezialisierung der Arbeit entschieden. Da aber auch das noch zu weit gefasst gewesen wäre, habe ich mich in meiner Diplomarbeit auf deutsche Work&Travel-Reisende in Australien, als eines der großen Work&Travel-Länder, konzentriert.

Was hast du genau untersucht? Und wie? 
Wie der Titel meiner Diplomarbeit schon sagt, habe ich deutsche Work&Travel-Reisende in Australien untersucht. Dabei habe ich mich insbesondere dem Unterschied zwischen Work&Travel-Reisenden gewidmet, die mit einer Organisation reisen und denen, die selbstorganisiert unterwegs sind, das heißt, ihre Reise vollkommen eigenständig und eben OHNE Work&Travel-Organisation geplant und durchgeführt haben.
Um Daten analysieren zu können, musste ich sie zunächst erheben, da hierzu bisher keine Daten erfasst wurden. Von August 2010 bis Januar 2011 bin ich daher durch Australien gereist und habe deutsche selbstorganisiert Work&Travel-Reisende befragt. Den Fragebogen hatte ich bereits in Deutschland entwickelt, sodass ich ihn in Australien lediglich testen und auch nur noch leicht verändern musste.
Da ich es mir vor allem zeitlich nicht leisten konnte auch die Reisenden mit einer Work&Travel-Organisation vor Ort zu befragen, war ich für diesen Teil meiner Arbeit auf TravelWorks angewiesen, mit denen ich einen Kooperationsvertrag hatte. Die von mir befragten fremdorganisiert, das heißt, mit einer Work&Travel-Organisation, Reisenden waren also alles  TravelWorks-Teilnehmer, deren Work&Travel-Beginn etwa im gleichen Zeitraum liegt wie der der von mir befragten selbstorganisiert Reisenden. Für die Befragung der fremdorganisiert Reisenden habe ich einen online-Fragebogen erstellt, dessen Fragen weitestgehend denen für die selbstorganisiert Reisenden gleichen.

Was verstehst du genau unter „Work & Travel“ – und was ist auf der anderen Seite für dich nicht Work & Travel, was aber

Traumhafte Sicht auf den Ayers Rock

vielleicht aus Veranstaltersicht so genannt wird?
Die Abgrenzung von Work&Travel ist sehr schwammig, unter anderem da es ein recht neues Phänomen ist und aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird. In meiner Diplomarbeit habe ich Work&Travel zur Zeit in Anlehnung an die Definition des Bildungsberatungsdienstes Weltweiser wie folgt definiert: Work&Travel ist eine Form des Reisens, bei der das Reisen mit Arbeit verbunden wird. Arbeit dient dabei der Finanzierung oder finanziellen Bezuschussung der eigenen Reise und nicht der sonst meist üblichen Gewinnmaximierung oder perspektivischen Lebensgestaltung. Es handelt sich um einen längeren Auslandsaufenthalt, während dessen das Land bereist wird und kurzfristige, bezahlte Arbeiten, meist ohne besondere Qualifikationen im Zielland verrichtet werden. Diese Jobs können auch Freiwilligenarbeit (Arbeit für Kost und Logis), bezahlte Praktika sowie Au Pair-Tätigkeiten beinhalten, wobei diese Elemente aber nicht Schwerpunkt im Gegensatz zum reinen Au Pair-Aufenthalt o.a. sind. Zudem definiere ich den Begriff Work&Travel in Zusammenhang mit dem in Australien dafür notwendigen Besitz eines Working Holiday Visums.

Was sind aus deiner Sicht wesentliche Unterschiede zwischen Work & Travel im Gegensatz zu anderen Auslandsaufenthalten wie AuPair, Auslandspraktikum oder auch Freiwilligenarbeit?
Bei Work&Travel steht die eigene Reise, also das „Travel“ im Vordergrund. Die Arbeit, also das „Work“ dient der Finanzierung bzw. finanzielle Bezuschussung dieser Reise. Der Schwerpunkt des Reisend grenzt Work&Travel auch von anderen Auslandsaufenthalten, wie AuPair, Auslandspraktika etc. ab, wobei es hier häufig Mischformen gibt.

Gibt es aus deiner Sicht eine Unterscheidung zwischen den Begriffen „Work & Travel“ bzw. „Working Holiday(s)“, da beide Begriffe häufig in einem ähnlichen Kontext benutzt werden?
Aus meiner Sicht bezeichnen beide Begriffe das gleiche Phänomen – Work&Travel ist der in Deutschland übliche Begriff, Working Holiday ist im englischen Sprachgebrauch üblich.

WasserWas ist der „typische“ Work & Traveller?
Natürlich gibt es nicht den Work&Travel-Reisenden, aber nach meinen Auswertungen sind die deutschen Work&Travel-Reisenden in Australien mehrheitlich zwischen 18 und 21 Jahren alt und gut gebildet (69% haben Abitur). Die selbstorganisiert Reisenden sind durchschnittlich etwas älter als Reisende mit einer Work&Travel-Organisation, haben etwas seltener Abitur, dafür aber bereits häufiger eine abgeschlossene Ausbildung. Die Verteilung der regionalen Herkunft der Befragten gleicht in etwa der Bevölkerungsverteilung der Bundesrepublik Deutschland auf die Bundesländer. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer aller Befragten unterscheidet sich kaum und liegt etwa bei achteinhalb Monaten.

Gibt es auf der anderen Seite auch Reisetypen, denen du von Work & Travel zugunsten eines anderen Auslandsaufenthalts abraten würdest? Woran würdest du dies begründen beziehungsweise „festmachen“?
Work&Travel ist grundsätzlich eine tolle Sache und wir Deutschen können uns glücklich schätzen, dass wir dank des bilateralen Abkommens mit Australien und dem damit verbundenen Working Holiday Visum überhaupt die Möglichkeit dazu haben. Dennoch gibt es natürlich Erwartungen oder persönliche Vorlieben, die eher für eine andere Form des Auslandsaufenthaltes sprechen. Möchte man zum Beispiel gezielt seine Englischsprachkenntnisse verbessern, halte ich es gegebenenfalls für sinnvoller, mehr mit Einheimischen und für längere Zeit an einem Ort zu leben, anstatt sich auf den Hauptroute der vielen internationalen (und vor allem auch deutschen) Work&Travel-Reisenden zu tummeln. Ein anderen Beispiel: Jemand möchte gezielt seine Berufskenntnisse erweitern oder Berufserfahrung sammeln. Das geht vermutlich am besten bei einem Praktikum im Ausland – ebenfalls kein Work&Travel.

Was für Erwartungen, Ziele & Motivationen haben Working Holiday Maker an bzw. für ihren Work & Travel-Trip?
Die Erwartungen, Ziele und Motivationen der von mir befragten Work&Travel-Reisenden sind sehr unterschiedlich, zum einen wollen die befragten Work&Travel-Reisenden ihre Persönlichkeit weiterentwickeln, weg von zu Hause, vom Alltag und sich von den Eltern lösen, zum anderen lockt die weite Welt mit ihren vielen Möglichkeiten. Sie erwarten u.a., Leute und andere Kulturen kennenzulernen, neue Dinge und Landschaften zu erleben und zu sehen, ihr Englisch zu verbessern und Spaß zu haben.
Welche Aspekte werden am häufigsten genannt, wenn man diese Work & Traveller nach ihrer Rückkehr danach befragt, was ihnen ihr Auslandsaufenthalt gebracht hat. Inwieweit deckt sich dieses mit den Erwartungen & Zielen vor Reiseantritt?
Ich habe in meinem Frageboge dazu in der Form keine Frage gestellt, jedoch erfasst, ob die Erwartungen erfüllt wurden. Bei den Organisationsteilnehmern war dies tatsächlich zu einem Zeitpunkt nach ihrer Rückkehr. Den selbstorganisiert Reisenden habe ich diese Frage jedoch noch während ihres Aufenthaltes gestellt. Insgesamt bezeichnen zwei Drittel ihre Erwartungen als gänzlich erfüllt und über ein Viertel als teilweise erfüllt.

Was meinst du als Expertin und ehemalige Backpackerin, auf was können sich Work & Traveller vor allem bei ihrem Trip freuen?
Jeder hat andere Erwartungen und Motive, sodass auch jeder seinen Aufenthalt anders angeht, mehr oder weniger bereits im Voraus plant und Strandandere Prioritäten setzt. Was, denke ich, fast universell gültig ist, ist, dass man viel über sich selbst lernt, Selbstvertrauen gewinnt und Gelassenheit lernt. Außerdem ist natürlich die Wahrscheinlichkeit viele atemberaubende Landschaften und jede Menge Kängurus zu sehen, sehr hoch.

Wo siehst du den Work & Travel-Markt in sagen wir mal fünf Jahren? Welche Organisationsform wird dann überwiegen und wo siehst du den Markt für sogenannte Starterpakete in der Zukunft?
Grundsätzlich vermute ich eine weiterhin steigende Anzahl Work&Travel-Reisender in den kommenden Jahren, wobei auch eine Stagnation nicht auszuschließen ist, da wir uns bereits jetzt auf einem sehr hohen Niveau befinden. Außerdem vertreten in Zeiten der europäischen Finanz- und Wirtschaftskrise viele junge Leute die Ansicht, ihre Karriere vorantreiben – oder weniger ehrgeizig ausgedrückt – einen Job finden zu müssen, anstatt sich in der Welt „herumzutreiben“.
Welche Organisationsform überwiegen wird, ist ebenfalls schwer zu sagen, da wir ja nicht einmal aktuelle Zahlen haben. Ich habe in meiner Diplomarbeit geschätzt, dass die Anteile der Work&Travel-Reisenden mit und ohne Work&Travel-Organisation in etwa gleich hoch sind. Aufgrund immer weiterer und leichter zugänglicher Informationen im Internet könnte man annehmen, dass der Anteil der selbstorganisiert Reisenden in den nächsten Jahren steigen wird. Auf der anderen Seite liegt der Grund für die Entscheidung mit einer Organisation zu reisen eher nicht in fehlenden Informationen, sondern in einem größeren Sicherheitsbedürfnis, bei dem nicht davon auszugehen ist, dass es sinkt. Starterpakete könnten hier sicherlich diejenigen Work&Travel-Reisenden erreichen, die sich gerade für die Abflug- und Ankunftsphase mehr Sicherheit wünschen, für diejenigen jedoch, denen es um Unterstützung und einen Ansprechpartner vor Ort geht, ist dies keine Alternative.

Warum ist gerade Australien so beliebt bei Working Holiday Makern?
Australien ist groß, liegt am anderen Ende der Welt und vereint landschaftlich sowie kulturell viele verschiedene Facetten. Viele von mir befragte Personen haben Australien als ihr Traumland angegeben. Ganz wesentlich ist aber sicherlich auch die vorhandene und in der Regel sehr gut ausgebaute Work&Travel-Infrastruktur. Es gibt hier die Möglichkeit des Working Holiday Visums sowie der damit verbundenen legalen Arbeit.
Die Arbeitgeber, zum Beispiel in der Landwirtschaftsbranche, wissen um Work&Travel-Reisende als verfügbare und meist recht günstige Arbeitskräfte, auf die dann auch bereitwillig zurückgegriffen wird. Nicht zu vergessen sind außerdem die vielen Backpacker-Hostels, Campingplätze, Informationsstellen, Job-Vermittlungsagenturen, Gebrauchtwagenhändler, die sich zum Teil auf Backpacker-Autos spezialisiert haben, und das Greyhound-Busnetz.
Nicht zu unterschätzen ist darüber hinaus die mediale Präsenz Australiens als Work&Travel- und Urlaubsland.

RebenWie wichtig schätzt du die vorhandene Work & Travel-Infrastruktur fürs Gelingen des eigenen Trips ein? Was gehört für dich zu einer gut funktionierenden W&T-Infrastruktur?
Eine gute Work&Travel-Infrastruktur ist einer von meinen Befragten genannten Gründe, weshalb sie sich für Australien entschieden haben. Sie trägt dazu bei, dass sich die Reisenden bis zu einem gewissen Grad sicher fühlen und Work&Travel zu einem „Massenphänomen“ geworden ist.
Zur Work&Travel-Infrastruktur gehören unter anderem Backpacker-Hostels und Campingplätze, Informationsstellen und Job-Vermittlungsagenturen, ein gut ausgebautes Fernbussystem und günstige Gebrauchtwagen-An- und -verkaufsmöglichkeiten.

Gibt es Unterschiede zwischen denjenigen, die ihren Trip über eine Organisation bzw. selbst organisieren, bspw. hinsichtlich Geschlecht, Alter, Bildung, Auslandserfahrung, Budget?
Die selbstorganisiert Reisenden sind tendenziell (aber wirklich nur sehr marginal) etwas älter und haben auch häufiger mal kein Abitur, zum Teil haben sie auch ein etwas höheres Budget – eben weil einige von ihnen in Deutschland bereits gearbeitet haben. Sie reisen außerdem häufiger mit einer Person zusammen, die sie bereits aus Deutschland kennen.

Was spricht aus deiner Sicht für die Organisation über einen Veranstalter bzw. das selbst Organisieren? Hast du auch hier eventuell Tipps für die Herangehensweise bzw. die individuelle Entscheidung „pro“ vs. „contra“ Veranstalter?
Wer etwas Sicherheit oder einen doppelten Boden möchte, ist mit der Organisation über einen Work&Travel-Veranstalter sicherlich gut beraten. Dies gilt nicht nur hinsichtlich potentieller Gefahren, sondern auch für Alleinreisende, die nicht alleine reisen wollen und sich von der Anreise in einer Gruppe erste Kontakte versprechen. Wer sich die Organisation und Durchführung der Reise alleine zutraut, das Abenteuer sucht und/oder gerne selbst recherchiert, kann jedoch auch problemlos ohne die Hilfe einer Work&Travel-Organisation reisen.

Welchen Einfluss haben deiner Meinung nach Eltern auf diese Entscheidung?
Gerade bei den jüngeren Work&Travel-Reisenden, die erst kurz vor ihrer Ausreise die Schule abgeschlossen haben, haben Eltern häufig einen großen Einfluss. Auch hier geht es um das Thema Sicherheit, Eltern befürworten nach meiner Einschätzung häufig die Reise mit einer Work&Travel-Organisation.
Worauf sollte man bei einem Anbietervergleich achten, wenn man als Programmteilnehmer und nicht als „Do-it-Yourselfer“ reisen möchte? Worin unterscheiden sich Organisationen bzw. deren Programmangebote?
Ich habe hierzu keine Daten erhoben und nur einen generellen Tipp: Beim Vergleich sollte man immer auf die im Preis enthaltenen Leistungen achten. Die variieren sehr stark, was auch den Preisunterschied erklärt.

Kannst du unseren Lesern noch einen Orga- Tipp mit auf den Weg geben, was du als besonders wichtig im Vorfeld, aber auch vor Ort, empfindest?
Für die eigene Sicherheit, aber auch Gelassenheit, würde ich immer versuchen etwas Geld in der Hinterhand zu haben, falls doch etwas schief geht oder man nicht gleich einen Job bekommt. Ansonsten kann es für selbstorganisiert Reisende hilfreich sein,  bereits aus Deutschland für die ersten zwei Nächte ein Hostel zu buchen, da der lange Flug und der Jetlag einem ganz schön zu schaffen machen können.

Reist der Working Holiday Maker eher allein oder zu zweit? Worin siehst du Vor- aber auch Nachteile in der jeweiligen Reiseform?
Es gibt beides. Etwa ein Viertel aller von mir befragten Work&Travel-Reisenden war zumBeispiel allein unterwegs. Der Vorteil des Alleinreisens ist die absolute Unabhängigkeit und Freiheit. Dazu gehört auch, die Reisepartner jederzeit wechseln zu können und an einem Ort beliebig lange und ohne Rücksicht auf andere bleiben zu können. Andererseits hat man als Alleinreisender auch niemanden, den man zu Rate ziehen kann oder auf den man sich (nicht nur im Notfall) verlassen kann.
Auto, Camper oder Greyhound: Was sind typische Fortbewegungsmittel und gibt es Unterschiede hinsichtlich der Nutzer?
Das eigene Auto bzw. der eigene Van/Camper und der öffentliche Bus (Greyhound) gehören in der Tat zu den häufigsten Fortbewegungsmitteln, wobei oft auch das Flugzeug genutzt wird.
Bei den selbstorganisiert Reisenden steht das eigene Auto/Van/Camper mit 47 Prozent an erster Stelle, gefolgt vom öffentlichen Bus und dem Flugzeug. Bei den Organisationsteilnehmer sieht dies etwas anders aus. Die Hälfte von ihnen nutzt zur Fortbewegung öffentliche Busse, das eigene Auto/Van/Camper muss sich sogar dem Flugzeug geschlagen geben.

Welche Regionen in Australien sind bei Work & Travellern besonders beliebt? Und in diesem Zusammenhang eine Frage an dich als ehemalige Work & Travellerin: gibt es die Reiseroute beziehungsweise überwiegt eine bestimmte Route bei Working Holiday Makern in Australien?
Die Reiseroute zu erfassen ist extrem schwierig, daher habe ich nach den bereisten Regionen gefragt. Dabei ergab sich, dass der Osten Australien von Ernteüber 90% der befragten Work&Travel-Reisenden zu einem Zeitpunkt ihrer Reise besucht wurde. Den Süden Australien bereisten durchschnittlich 70%. Alle anderen Regionen wurden deutlich seltener aufgesucht.

Was sind die typischen sowie im Vergleich dazu bei den Work & Travellern beliebtesten Backpackerjobs in Australien? Hast du hier eine Top 5?
Ich habe lediglich die bereits ausgeübten Tätigkeiten beziehungsweise Jobs erfasst, sodass ich keine Aussage zur Beliebtheit dieser treffen kann. Meine Top 5 der häufigsten Jobs sind:
Fruitpicking/Farmarbeit, Gastronomie, Reinigungsarbeiten, Fabrikarbeiten, Arbeiten auf dem Bau.

Welche Tipps hast du an angehende Work & Traveller, um ihre Jobsuche in AUS möglichst erfolgreich zu gestalten (Dokumente, Zertifikate, Referenzen)?
Es ist sicherlich nicht verkehrt bereits in Deutschland einen englischsprachigen Lebenslauf (beziheungsweise je nach gesuchtem Job eine komplette englischsprachige Bewerbung) anzufertigen und diesen auf einem USB-Stick (nicht ausgedruckt) mitzunehmen.
Wenn man einen einfachen Job sucht, für den keine Ausbildung notwendig ist, sollte man immer die Schwarzen Bretter in den Hostels und andere Aushänge im Auge behalten und mit den anderen Reisenden sprechen. Hilfreich ist außerdem (auch für einen evtl. geplanten Autokauf) www.gumtree.au.
Wer einen Erntejob sucht, sollte sich unbedingt über den National Harvest Trail informieren, hier sieht man, wann wo welches Obst und Gemüse geerntet werden muss und dementsprechend viel zu tun ist.

Mal was „Kurioses“: welches sind die skurilsten Jobs, von denen du gehört hast, die Work & Traveller in AUS gemacht haben? Wieder eine Top 5?
Die meisten Jobs waren „ganz normal“, aber es gab auch ein paar außergewöhnliche Jobs, vom Arbeiten auf dem Jahrmarkt bis zum Cowboy. Ein Befragter hat tatsächlich auf einer Krokodilfarm gearbeitet.

Kannst du regionale als auch saisonale Tipps geben, wo bzw. wann die Jobsuche am leichtesten ist?
Beim Fruitpicking sollte man sich natürlich an den Erntezeiten orientieren. Hier hilft der National Harvest Trail Kalender. Ansonsten sind gastronomische Tätigkeiten v.a. in touristischen Orten entlang der (Ost-)Küste vergleichsweise leicht zu finden.

Hast du Tipps, die du weitergeben kannst hinsichtlich Jobsuche?
Man sollte sich überlegen, welche Jobs beziehungsweise Tätigkeitsfelder in Frage kommen, möchte man zum Beispiel eher in der Landwirtschaft arbeiten oder lieber in einem Café. Damit verbunden ist auch die Frage, wo man „leben“ möchte, in der Stadt oder eher ländlich, und ob man sich ein Auto beziehungsweise Van/Camper kauft oder nicht, denn letzterer lohnt sich eigentlich nur, wenn man auch darin „wohnen“ kann.
Insgesamt sollte man aber natürlich flexibel bleiben, welchen Job man machen möchte, sich aber auch nicht zu sehr ausbeuten lassen.

Gibt es aus deiner Sicht weitere Toplisten, die du uns beziehungsweise unseren Lesern mitgeben willst: Denk mal an Sehenswürdigkeiten, Städte, Unterkünfte, Gerichte, Aktivitäten – einfach frei raus!
Toplisten finde ich etwas schwierig, aber hier ein paar Tipps zu Sehenswürdigkeiten/Aktivitäten: Es gibt viele kleine und große Highlights in Australien, für einen sind es die Clubs in Melbourne und die großen Sehenswürdigkeiten wie das Sydney Opera House, für andere liegen die Highlight eher in der Natur, Schnorcheln im Great Barrier Reef, den Uluru/Ayers Rock in der Morgendämmerung oder bei Sonnenuntergang „glühen“ sehen, den Sternenhimmel überm Outback bestaunen oder Wandern in den tropischen Regenwäldern. Nicht zu vergessen sind außerdem die Menschen, die man auf seiner Reise trifft und kennenlernt.
Ein besonderes Geschmackserlebnis ist übrigens Kängurusteak – sehr zu empfehlen!

Interview: Frank Möller

Henrike Thelen
Henrike Thelen, Geographiestudium in Kiel mit den Schwerpunkten Kultur und Tourismus auf Diplom, seit Dezember 2012 bei CAMPS International in Hamburg, einem Schüleraustausch- und Feriencamp-Veranstalter.

 

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