Rundreise auf der Südinsel Work and Travel in Neuseeland

| 23. 02. 2018 | 0 Kommentare

Die ersten Tage meiner Reise

Nachdem ich also den Mount verlassen hatte, flog ich von Auckland (Nordinsel) nach Christchurch (Südinsel). Ich traf eine Freundin, mit der ich im Mount gearbeitet hatte, und ging dann nach Oamaru, wo ich einige Tage verbrachte und die Ruhe genoss. Allerdings war es schon eine große Umstellung, weil es plötzlich so kalt wurde! Ich hatte noch warme Temperaturen auf der Nordinsel, doch je südlicher ich kam, desto kälter wurde es auch.

Mein Geburtstag

Queenstown in Neuseeland

Von Oamaru ging es nach Queenstown, wo ich meinen Skydive machte (wie ihr im letzten Artikel meiner Serie lesen könnt). Ein Freund von mir kam extra nach Queenstown, um mit mir meinen Geburtstag zu feiern. Wir gingen abends gemütlich essen und auf ein paar Drinks, doch da ich vor lauter Adrenalin und frühem Aufstehen echt fertig war, ging ich früh ins Bett. Es war trotzdem der markanteste Geburtstag meines Lebens und ich denke gerne daran zurück.

Endlich Milford Sound!

Milford Sound in Neuseeland

Wir entschieden, ein paar Tage gemeinsam zu reisen und so ging es ausnahmsweise mit dem Auto weiter. Wir fuhren nach Te Anau, von wo aus ich unbedingt zum bekannten Milford Sound wollte. Und tatsächlich: Trotz Regens und Kälte war es unglaublich, eine Schifffahrt dort zu machen. Ein Brite, der auf dem Schiff arbeitete, erzählte mir, dass es den ganzen Sommer so schlechtes Wetter gab, und dass Sommer eigentlich zu viel der Bezeichnung war. Er tat mir wirklich leid, weil ich so viel besseres Wetter auf der Nordinsel erwischt hatte und meinen Sommer echt in vollen Zügen genießen konnte.

Stewart Island

Flug nach Stewart Island

Nach Te Anau hieß es dann schon wieder Abschied nehmen und ich ging allein weiter nach Stewart Island. Fast alle Leute nahmen die Fähre, doch ich bevorzugte das Flugzeug von Invercargill aus, das sogar noch billiger war. Und wie es sich auf der Insel herausstellte, war das genau die richtige Entscheidung gewesen. Wir hatten zwar aufgrund des schlechten Wetters eine Stunde Verspätung und die Landung war etwas wackelig, doch auf der Fähre musste sich die Hälfte der Leute wegen des starken Wellenganges übergeben. Ich plante ein paar Wanderungen auf der nur minimal besiedelten Insel und da ich wie immer gleich Leute kennenlernte, hatte ich meist Gesellschaft beim Wandern.

Kiwis in freier Natur? Von wegen!

Stewart Island, Neuseeland

Stewart Island ist dafür bekannt, dass man Kiwis in freier Wildbahn beobachten kann. Am ersten Tag meines Aufenthaltes waren wir 4 Mädels, die sich gegen den Regen rüsteten, sich mit Rotlicht-Taschenlampen ausstatteten und sich brav bei Nacht durch den Matsch kämpften. Doch erstens konnten wir aufgrund des Regens überhaupt nichts hören und außerdem glaubten wir auch nicht, dass die Kiwis richtig Lust hätten, das sichere Gebüsch zu verlassen. Wir kehrten also frustriert und durchnässt (man kann Regenjacke und Regenhose nicht genug loben!) zum Hostel zurück. Für die anderen war es richtig hart – sie hatten die furchtbare Fährfahrt mitgemacht und nur eine Nacht im Hostel gebucht, wobei es die ganze Zeit wie aus Kübeln schüttete. Dass sie nicht mal einen Kiwi gesehen haben und all das Geld für nichts ausgegeben haben, frustrierte sie sehr. Ich war wirklich froh, dass ich ganze vier Nächte gebucht hatte und ich am nächsten Tag meine erste Wanderung starten konnte. Der Regen hörte zwar nie ganz auf, aber er wurde zumindest zu einem erträglichen Nieseln, es war nun mal Herbst auf der Südinsel. Aber auch die nächsten Tage hatte ich kein Glück, einen Kiwi zu sehen. Ich habe zwar welche in Gefangenschaft gesehen, aber das ist natürlich nicht das gleiche. Auch auf Ulva Island, eine Nebeninsel und nur eine kurze Fährfahrt von Stewart Island entfernt, hatte ich kein Glück. Einen Ausflug war die Insel trotzdem wert!

Berge, Berge, Berge…

Wanaka, Mount Isthmus in Neuseeland

Ein weiteres Highlight meiner Reise war eine Wanderung auf Mount Isthmus in Wanaka. Man liest viel über DIE Wanderung Wanakas auf den Roys Peak. Mir wurde allerdings geraten, Mount Isthmus zu besteigen. Der Ausblick sei schöner, die Wanderung etwas länger, aber dafür gäbe es viel weniger Leute.

Ich traf mich in Wanaka mit einer Japanerin, die ich in Oamaru kennengelernt hatte, und wir beschlossen, die Wanderung gemeinsam zu machen. Es war doch ziemlich hart und wir benötigten fast sieben Stunden für den Hin- und Rückweg und wir mussten uns ständig gegenseitig motivieren. Wir dachten ganze vier Mal, dass wir bereits auf dem Gipfel waren, doch dann ging es immer noch höher. Doch es lohnte sich: es war einer der Ausblicke, die man nicht mehr vergisst und wir waren gerade mal zu fünft auf dem Gipfel!

Hooker Valley Track

Hooker Valley Track in Neuseeland

Leider musste ich mich von der Japanerin verabschieden und wurde von einem Deutschen in Wanaka abgeholt, den ich auf Stewart Island kennengelernt hatte. Wir fuhren gemeinsam nach Twizel, wo ich bei Freunden von einer Freundin von mir übernachten konnte. Ich machte einen Tagesausflug zu Mount Cook, dem höchsten Berg Neuseelands. Ich entschied mich für den Hooker Valley Track und man kann einfach nicht genug kriegen vom Wandern in Neuseeland! Immer, wenn man denkt, man kennt das Land bereits, sieht man eine weitere unerwartete Ecke. Es war eine wahnsinnig schöne Wanderung durch ein Tal, umzingelt von Bergen und begleitet vom Gletscherwasser.

Mount Cook in Neuseeland

Auf der Suche nach den Südlichtern

Twizel liegt in einer Region, die weltweit dafür bekannt ist, dass man sehr gut die Sterne beobachten kann und außerdem hat man hier große Chancen, die Südlichter zu sehen. Weltweit gibt es nur wenige Orte, von wo aus man die Südlichter überhaupt zu sehen bekommt, u.a. im Süden Argentiniens oder Tasmanien. Wir hatten eine klare Sicht, doch leider hatte ich kein Glück. Dafür haben wir die komplette Milchstraße gesehen, was für ein magischer Moment!

Dunedin

Auf meiner Liste stand eine der letzten größeren Städte, die ich noch nicht besichtigt hatte: Dunedin. Es ist eine schöne Stadt, doch ich machte es mir nach all den Wanderungen gemütlich und verbrachte meine Zeit meist in der Bücherei. Irgendwann braucht man mal Zeit, durchzuatmen! Mit einem Dänen machte ich einen Ausflug zur Halbinsel Otago Peninsula, wo wir Robben in freier Wildbahn erleben durften. Wir bekamen auch Albatrosse zu sehen, das ist der Vogel, der weltweit die größte Flügelspannweite besitzt. Das sind wirklich verdammt große Tiere!

Zurück in die Hauptstadt

Wellington in Neuseeland

Von Christchurch flog ich nach Wellington, auf die Nordinsel. Nach der katastrophalen Fährfahrt ein paar Monate vorher, wollte ich definitiv fliegen und nicht ein weiteres Mal auf die Fähre. Ich wollte mich mit einer Freundin aus Mount Maunganui bei Mount Taranaki an der Westküste Neuseelands treffen und nahm den Bus von Wellington aus. Ich genoss allerdings erst ein paar Tage die Hauptstadt und holte alles nach, was ich beim ersten Mal verpasst hatte.

Westküste

Mount Taranaki, Neuseeland

So ging ich also nach New Plymouth, wo ich ein paar wirklich schöne Tage mit Julia verbrachte. Wir nahmen noch eine Französin aus dem Hostel mit und fuhren zu Mount Taranaki. Auf der Fahrt dorthin dachten wir noch, wir würden gar nichts sehen, es herrschte ein einziges Nebelfeld. Doch wir erlebten zum Glück ein wahres Wunder: Wir hatten plötzlich die Sicht auf den kompletten Vulkan frei. Ein beeindruckendes Bild!

Wir genossen noch ein paar Tage Sonne und generell hatte ich sehr viel Glück gehabt, auch auf der Südinsel. Überall herrschte die Herbstfärbung und ich hatte oft strahlenden Sonnenschein. Petrus meinte es sehr gut mit mir ;).

Raglan in Neuseeland

Nach New Plymouth fuhren wir nach Raglan, der Surfstadt. Allerdings war Nebensaison und leider regnerisch, sodass wir nicht viel sehen konnte. Ich blieb noch einen Tag länger und musste mich von Julia verabschieden, die ich ein paar Wochen später in Deutschland wiedertreffen sollte.

Waiheke Island

Waiheke Island in Neuseeland

Ich habe es gern, wenn Dinge im Kreis gehen und alles so endet, wie es angefangen hat. Ich verbrachte demnach meine letzten Tage auf Waiheke Island, wo ich mich in aller Ruhe verabschieden, all meine Erlebnisse reflektieren und die Zeit Revue passieren lassen wollte. Ich traf mich ein letztes Mal mit Mike, der auch bei meinem Geburtstag dabei war, und versuchte, nicht ständig zu heulen. Ich war und bin unglaublich dankbar für das ganze Abenteuer Neuseeland, inklusive aller Höhen und Tiefen. Auf Waiheke genoss ich noch einmal den Strand und das Meer und war froh, dass ich nicht alleine war.

Der letzte Tag auf neuseeländischem Boden

Mein letzter Tag war etwas arg verrückt – morgens fiel der Strom im Hostel aufgrund eines Sturmes aus. Also liefen wir runter zum Restaurant in der Hoffnung auf ein Frühstück, wir hätten unseres kochen müssen. Der Wind wütete über die Insel und die Wellen waren unglaublich hoch. Zum Glück verließen wir die Insel Richtung Auckland auf die andere Seite raus, wo der Wellengang nicht ganz so schlimm war. Ich gönnte mir noch eine Massage und wir gingen schön essen, bevor es Zeit wurde, zum Flughafen zu fahren. Ich ließ meinen Tränen freien Lauf – ich konnte einfach nicht anders. Es fiel mir so unglaublich schwer, Neuseeland zu verlassen! Ich wollte das Land bis zur letzten Minute ausnutzen und flog um 23:55 Uhr an dem Tag, an dem mein Visum auslief.

Zwischenstopp in Singapur

Ich legte auf dem Heimweg einen Zwischenstopp für ein paar Tage in Singapur ein und setzte dann nach 12 Monaten und 12 Tagen das erste Mal meine Füße wieder auf deutschen Boden.

Wie es mir nach meiner Rückkehr nach Deutschland ging und wie es mit mir weiterging, könnt ihr dann im nächsten Teil der Serie lesen!

Tipp: Jetzt mit der Work and Travel Planung für Neuseeland starten

Hier weiterlesen:

>> Teil 1 | Alinas Blog: Reisevorbereitungen & große Erwartungen

>> Teil 2 | Alinas Blog: Die Ankunft in Neuseeland

>> Teil 3 | Alinas Blog: Die Reise kann beginnen

>> Teil 4 | Alinas Blog: Die Suche nach dem ersten Job

>> Teil 5 | Alinas Blog: Die erste Couchsurfing-Erfahrung und viel schöne Natur

>> Teil 6 | Alinas Blog: Meine zweite Housekeeping-Erfahrung

>> Teil 7 |Alinas Blog: 6-wöchige Rundreise mit Christine

>> Teil 8 | Alinas Blog: Abstecher nach Australien

>> Teil 9 | Alinas Blog: Arbeitszeit in Mount Maunganui

>> Teil 10 | Alinas Blog: Fallschirmsprung in Queenstown

>> Teil 11 | Alinas Blog: Abschiedsbrief an Neuseeland

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Alina Wais

Über den Autor ()

Alina ist in Stuttgart aufgewachsen und schon in ihrer Kindheit durchstöberte sie mit größter Begeisterung all die Atlanten ihres Opas. Nach dem Abitur konnte sie dann endlich ihre Sachen packen und flog nach Spanien. In Valencia besuchte sie 8 Wochen lang einen Spanischkurs und brach dann Richtung Andalusien auf, wo sie das erste Mal Backpacken war. Nach ihrer Rückkehr war sie bereits komplett mit dem Reisevirus infiziert und buchte kurze Zeit später ihren Flug nach London. So bereiste sie in verschiedenen Trips England, Schottland, Frankreich, Italien und Portugal und nach ihrer Ausbildung stand fest: Europa war nicht groß genug für sie und das nächste Abenteuer sollte länger dauern. Seit Mai ist sie daher als Work & Traveller in Neuseeland unterwegs und ist fasziniert von der Schönheit dieses einzigartigen Landes. In Zukunft möchte sie unbedingt Afrika und Südamerika bereisen und hofft, so viel wie möglich von dieser Welt sehen zu können.

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