Reisebloggerin Conni: „Mexiko ist mein Traumland“

| 14. 12. 2013 | 0 Kommentare
Reisebloggerin Conni Biesalski

Conni Biesalski genießt die Zeit am Strand

Conni Biesalski von Planet Backpack im Interview

Eigentlich müssten wir als Nächstes nach Mexiko reisen. Wieso? Dieses Ziel hat uns Conni Biesalski ans Herz gelegt. Und die muss es wissen, sie ist nämlich Reisebloggerin und hat die deutsche Reiseblog-Seite „Planet Backpack“ ins Leben gerufen. Was sie sonst noch für Reisetipps hat, erfahrt ihr in unserem Interview, das wir schon vor einiger Zeit mit ihr geführt haben.

Du verreist, seitdem du 15 bist. Gab es damals einen bestimmten Anlass?Mein Austauschjahr in den USA. Schon als ich noch jünger war wollte ich immer weg und raus. Ist wohl in meiner DNA verankert. Nach dem Jahr war klar: Ich will in der Welt leben, und nicht nur in Deutschland.

„Mit 20 war ich das erste richtige Mal Backpacking und sofort süchtig“

Seitdem bist du immer wieder viel gereist, auch jeweils für längere Zeit. Woher kommt diese Reise-Leidenschaft? Liegt das Weltenbummler-Gen in der Familie?
Mein Leben hat sich seit meinem 15 Lebensjahr vermehrt nomadisch im Ausland abgespielt, mal hier, mal dort. Nach meinem Abi habe ich dann das erste Mal mit dem Gedanken einer Weltreise gespielt, ihn dann aber zuerst vertagt. Nach vielen Reisen in Europa war ich dann mit 20 das erste richtige Mal Backpacking in Thailand und sofort angefixt und süchtig. Also habe ich immer versucht, so viel Geld wie möglich für weitere Trip zu sparen.

„Ich bin grad aus Mexiko zurück, merke aber schon wieder wie meine Füße kitzeln“

Du lebst allerdings weiter in Deutschland, warum das?
‚Weiter‘ ist das falsche Wort, eher wieder. Ich hab ungefähr insgesamt zwölf Jahre meines Lebens nicht in Deutschland verbracht und entdecke es gerade wieder für mich. Seit einigen Monaten habe ich wieder eine Wohnung in Berlin, da ich mal etwas runterkommen musste. Mittlerweile könnte ich ohne Weiteres morgen meinen Mietvertrag wieder kündigen. Blöderweise habe ich einige Dinge, die in den kommenden Monaten hier oder in Europa anstehen, daher werde ich erstmal meine Base bis nach dem Sommer behalten. Für länger kann ich mir nicht vorstellen hier fest zu leben. Ich bin grad aus Mexiko zurück, merke aber schon wieder wie meine Füße kitzeln.

Hast du ein Traumland?
Derzeit würde ich sagen Mexiko. Das einzige Land in dem ich mir vorstellen könnte (längere Zeit) zu leben. Aber davor hätte ich dazu keine Antwort geben können.

Du reist meistens alleine, was ja auch viele Vorteile hat, weil man schnell neue Leute kennen lernt, aber wünschst du dir nicht manchmal, die Erfahrungen teilen zu können?
Ich reise sehr gern alleine, aber durchaus auch gerne mit Freunden. Wenn ich alleine unterwegs bin, gibt es nur ganz wenige Zeiten, an denen ich wirklich alleine bin. Ich suche immer Kontakt zu anderen Menschen und liebe es, neue Leute kennen zulernen. Schön ist es natürlich auch, wenn man jemanden an seiner Seite hat, mit dem man jeden einzelnen Moment teilen kann. Aber für mich hat beides seine Vor- und Nachteile, keins von beidem ist wirklich besser oder schlechter. Oftmals ist es logistisch einfach simpler, alleine loszuziehen, das ist meist keine bewusste Entscheidung.

„Manchmal vermisse ich deutschen Käse, Bier oder Brot“

Was vermisst du am meisten, wenn du auf Reisen bist?
Hm, eigentlich nichts. Manchmal vielleicht deutschen Käse, Bier oder Brot!

„Wenn man alleine reist, lernt man sich selbst auf eine ganz andere Weise kennen“

Ist alleine zu reisen eine Erfahrung, die jeder im Leben einmal machen sollte? Was sollte man für ein Typ sein, um Freude daran zu haben?
Ich finde, allein Reisen eine sehr wertvolle Erfahrung, die ich jedem nur ans Herz legen kann. Man lernt sich selbst auf eine ganz andere Weise kennen und reist viel bewusster. Es hilft etwas extrovertiert zu sein und aus sich raus gehen zu können – das erleichtert den Kontakt zu anderen Menschen. Andererseits gibt es viele Solo-Traveller, die gern viel Zeit mit sich alleine verbringen und kein Problem mit ihrer introvertierten Art haben. Ich denke Freude kann jeder daran haben, es kann nur eine gewisse Gewöhnungszeit bedürfen am Anfang. Und den Mut es überhaupt zu tun natürlich.

„Es gab kaum deutsche gute Reiseblogs“

Du betreibst eine Website, die sich an gleichgesinnte Weltenbummler richtet. Jetzt hast du auch noch ein E-Book geschrieben, wie kam es dazu?
Vor Planet Backpack hatte ich schon einen anderen englischen Blog, A Life of Blue, bei dem es vermehrt um Lifestyle Design, aber auch Reisen geht. Nach einiger Zeit ist mir aufgefallen, dass es kaum gute deutsche Reiseblogs gibt, schon gar nicht für Backpacker oder Langzeitreisende. Ich selbst habe jahrelang nur englische Ressourcen online benutzt. Da war mir klar, dass ich das gern ändern will und irgendwann gern vom Bloggen leben möchte.

Planet Backpack

Als Reisebloggerin kommt sie viel rum

 

Das E-Book ist aus der Idee erstanden, meinen Lesern in einer komprimierten Form alle Basics des Reisens aus meiner Sicht mitzugeben, außerdem wollte ich eine Leserschaft für meinen Newsletter aufbauen, den ich einmal im Monat rausschicke. Um das E-Book zu erhalten, muss man sich für den Newsletter anmelden.

„Flug, erste Nacht im Hostel und los geht’s“ 

Wer hat dir damals Tipps gegeben, oder wie hast du deine Reisen organisiert?
Ich habe Freunde gefragt, die mehr Reiseerfahrung hatten, und natürlich viel online, aber zumeist mit englischen Ressourcen und in Foren.

Viel organisiert habe ich noch nie für meine Reisen. Flug, erste Nacht im Hostel und los geht’s.

Was war bisher die beste/schlimmste Erfahrung, die du gemacht hast?
Schlechte fallen mir keine so wirklich ein, dazu bin ich wohl auch ein zu positiver Mensch und rege mich nicht über Vieles auf, wenn ich unterwegs bin.

Die beste Erfahrung gibt es so auch nicht, obgleich meine Zeit als Tauchlehrerin, besonders in der Ausbildung, war einfach unvergesslich. Ansonsten hatte ich erst kürzlich in Mexiko viele ‚beste‘ Erfahrungen, Momente und Orte, die dich einfach umhauen. Indien war definitiv auch ein großes Highlight in meiner Reisekarriere und kann ich nur jedem empfehlen, sich zu trauen, auch wenn’s eine eher krasse, herausfordernde Erfahrung ist. Und Kolumbien, da muss ich definitiv noch einmal hin!

Reisebloggerin auch als Tauchlehrerin

Sie genießt das Leben und arbeitet zwischendurch auch als Tauchlehrerin

Du kannst mittlerweile als Bloggerin von überall in der Welt arbeiten, hast du denn auch Erfahrungen mit Jobsuche vor Ort gemacht? Kannst du da Tipps geben?
Ich selbst habe als Tauchlehrerin in Indonesien und Australien gearbeitet, sowie in einer Bar in Sydney. Von zuhause seine Jobsuche zu planen, ist ziemlich sinnlos. Informationen sammeln ist immer gut, aber über das Internet einen Reisejob zu bekommen ist sehr unwahrscheinlich. Am besten man ist vor Ort und stellt sich direkt persönlich vor, mit Lebenslauf, der inhaltlich an das Land angepasst ist, in der Hand.

Was sind als Tauchlehrerin für dich als deine absoluten Hotspots?
Ich habe ein halbes Jahr auf Gili Trawangan, Indonesien, gelebt und als Tauchlehrerin gearbeitet. Ich mag die Insel sehr, sie bietet sehr abwechslungsreiches Tauchen und Preise für Kurse sind niedrig.

Ein Highlight für mich war Sipadan im malaysischen Borneo mit vielen Schildkröten und Haien, sensationell. Rein regional würde ich Thailand, Indonesien, Philippinen, Mexiko, Honduras (Utila) und Ägypten empfehlen.

Du bist bei deinen vielen Reisen Experte für Reisegepäck. Was sollte man unbedingt dabei haben und was ist absolut überflüssig?

Dafür gibt es auf meinem Blog einen Post „Backpacking wie die Profis: 20 Dinge, die auf deiner Packliste nicht fehlen sollten“.

Überflüssig finde ich in den meisten Fällen fette Wanderschuhe, dicke Schlafsäcke, Moskitonetze, Moneybelt, Wasserfilter, abtrennbare Hosen, teueren Schmuck, nicht mehr als eine Woche Unterwäsche, und alle ’nur für den Fall‘ Dinge. Davon nehmen viele Leute endlos viel mit.

Du warst in diesem Jahr schon in Mexiko, was ist sonst noch geplant?
Als nächstes geht es erstmal nach Portugal, dann auf eine Reiseblogger-Konferenz in Rotterdam und weiter nach Italien. Weitere Pläne habe ich noch nicht für den Sommer, den ich zeitweise auch gern einfach nur in Berlin verbringen möchte, bevor ich dann im September wieder auf unbestimmte Zeit losziehe. Erstmal zurück nach Mexiko und dann mal sehen.

Gibt es Länder, wo du nie hinreisen würdest?
Nein, kann ich mir nicht vorstellen. Mich interessiert alles und die ganze Welt, aber zu kalte Länder ziehen mich nicht förmlich an. Ich bevorzuge auf jeden Fall warme, tropische Regionen.

Was Nomadin Conni auf ihren Reisen so alles erlebt und viel mehr Tipps für eure Reisen auf  ihrer Seite: http://www.planetbackpack.de/

Interview: Simone Zettier

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Über den Autor ()

Simone Zettier, hat an der TU Dortmund Journalistik und Amerikanistik studiert und mithilfe eines Tennisstipendiums ein Auslandssemester an der University of New Orleans/Louisiana eingelegt. Ihr Volontariat hat sie bei der "Glocke" (Oelde) absolviert und arbeitet seitdem als Freie Journalistin für diverse Portale, Magazine und Zeitungen. Ihre Schwerpunkte sind "Wege ins Ausland", studentische Themen, Sport sowie "Stars und Sternchen". Privat wird sie ständig von Fernweh angetrieben - ihr Vater war Seemann - und reist daher so viel wie möglich. Lieblingsland: Israel, Lieblingsstadt: Barcelona, Lieblingsort: Foz do Iguacu (Brasilien)

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