Die 10 besten Länder für Auswanderer

Als Auswanderer aus Deutschland haben wir unheimlich viele Möglichkeiten: Der deutsche Reisepass ist einer der wertvollsten weltweit. Wir können in zahlreiche Länder visumfrei einreisen und uns dort mitunter sogar dauerhaft niederlassen. Daher stellt sich für viele die Frage: Wohin sollte man am besten auswandern? Das ist sicherlich nicht einfach zu beantworten und die Antworten sind außerdem meist sehr subjektiv. Zum Glück liefert der Expat Insider Report des Netzwerks InterNations einige Anhaltspunkte für Unentschlossene. Einmal jährlich befragt das Team rund 14.300 Ausgewanderte und Expats in über 195 Ländern nach ihrem allgemeinen Glücks- und Wohlbefinden im Gastland. Diese zehn Länder schafften es bei der letzten Umfrage im Jahr 2015 an die Spitze!

1. Ecuador

Die Ergebnisse der Studie sind für viele überraschend. Den Spitzenplatz holte beispielsweise das kleine, eher unscheinbare Ecuador im Nordwesten des südamerikanischen Kontinents. Hier sind die Einwanderer und Expats anscheinend besonders glücklich. Das Team fragte unter anderem nach der allgemeinen finanziellen Situation, der Kinder- und Familienfreundlichkeit in der Wahlheimat, der Länge des Arbeitstags sowie auch den Möglichkeiten, lokale Freundschaften zu schließen, eine schöne Wohnung oder eine neue Liebe zu finden. All das scheint in Ecuador bestens zu funktionieren. Dazu kommt die wunderschöne, vielfältige Landschaft, die günstigen Lebenshaltungskosten und die schöne, relativ leicht zu erlernende spanische Sprache. Auf nach Ecuador!

2. Mexiko

Auch Platz zwei befindet sich in Lateinamerika. Den Altantik gen Süden zu überqueren scheint für Auswanderer definitiv eine gute Option zu sein. Trotz der Nachrichten von Drogenkriegen, Armut und Gewalt scheint es Auswanderern in dem sonnigen nordamerikanischen Staat nach eigenen Angaben bestens zu ergehen. Vielleicht ein echter Geheimtipp? Vor allem liegt das wahrscheinlich an den freundlichen Mexikanern, die weltweit zu den nettesten Zeitgenossen zählen. Genau das schätzen die meisten Auswanderer in Mexiko auch an ihrem Gastland: Nirgends kann man so schnell Freundschaften schließen, die dann auch dauerhaft und tiefgründig sind. Ähnliche wie in Ecuador hat daran sicher auch die spanische Sprache ihren Anteil, die relativ leicht und schnell zu erlernen ist, sodass man sich schon nach kürzester Zeit wie ein Einheimischer fühlt.

3. Malta

Gerade mal zwei europäische Staaten haben es in die Auswanderer-Hitliste geschafft und einer davon ist tatsächlich das kleine, unscheinbare Malta. Der südeuropäische Inselstaat begeistert Auswanderer vor allem aufgrund der Karrierechancen, der Work-Life-Balance und natürlich auch seinen zahlreichen Sonnenstunden. Auch das Gesundheitssystem und die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung schneiden überdurchschnittlich gut ab. Dafür nehmen die Exil-Malteser scheinbar auch die etwas schlechteren Verdienstmöglichkeiten in Kauf. Die meisten gaben an, in Malta etwas weniger als in ihren Herkunftsländern zu verdienen. Daran zeigt sich mal wieder: Es gibt wichtigeres im Leben als Geld, beispielsweise gute Freunde – die findet man in Malta der Umfrage zufolge nämlich ziemlich schnell.

4. Singapur

Mit Singapur kommt noch ein weiterer Kontinent für Auswanderer ins Spiel. Der Stadtstaat ist, zumindest den aktuellen Befragungen zufolge, das beste Auswanderungsziel in Asien. Nicht ganz unwichtig ist dabei sicherlich die Landessprache: Englisch ist eine der vier offiziellen Amtssprachen des kleinen Landes und dort sehr verbreitet. Das vereinfacht die Kontaktaufnahme zu den Locals, die Erledigung alltäglicher Aufgaben, die Jobsuche oder gar das Gründen einen eigenen Unternehmens. Besonders schätzen Auswanderer in Singapur außerdem die Sicherheit, politische Stabilität und das hervorragende Gesundheitssystem – sicher keine Selbstverständlichkeit in der Region. Die Lebenshaltungskosten sind zwar für Asien sehr hoch, dafür sind die Verdienstchancen aber auch sehr gut. Für Asien-Fans ist Singapur definitiv eine der besten Optionen!

5. Luxemburg

Das zweite europäische Land in den Top 10 der Auswanderungsländer ist Luxemburg. Ob die Größe (bzw. die Winzigkeit) eines Lands wohl Einfluss auf die Lebensqualität hat? In Luxemburg überzeugen die Auswanderer wahrscheinlich am ehesten die großartigen Verdienst- und Karrieremöglichkeiten sowie die Jobsicherheit. Wem diese Aspekte besonders wichtig sind, der braucht also gar nicht weit in die Ferne zu schweifen, sondern kann einfach zu unseren Nachbarn ziehen. Auch das Einleben dürfte vor allem deutschen Staatsbürgern nicht besonders schwerfallen: Im Freundlichkeits-Ranking schafft es das Großherzogtum gerade mal auf Platz 43 von 64 und ist damit nicht allzu weit von deutschen Standards entfernt. Freundschaften mit den Locals zu schließen ist leider nicht ganz so einfach wie in den anderen Top-Auswanderungsländern. In Luxemburg ist das aber kein großes Problem: 46 Prozent der Einwohner des kleinen Staats sind ohnehin Expatriats!

6. Neuseeland

Auch Ozeanien ist bei Auswanderern beliebt. Das kleine Neuseeland konnte sich bei dem Ranking von InterNations sogar noch einen besseren Platz sichern als der große Nachbar Australien. Diese Platzierung ist sicher wenig überraschend für alle, die dem Traumland am anderen Ende der Welt schon mal einen Besuch abgestattet haben. Hier lebt man nicht nur inmitten einiger der atemberaubendsten Landschaften, die unser Planet zu bieten hat, sondern hat es auch mit einigen der freundlichsten Menschen der Welt zu tun. Da auch die Sprach- und Kulturbarriere äußerst niedrig ist, fühlen sich Auswanderer bei den Kiwis schnell heimisch. Besonders hoch bewertet werden neben der einzigartigen Landschaft auch die Work-Life-Balance und das Familienleben. Abstriche müssen Expatriates dagegen bei den Lebenshaltungskosten machen, die sind in Neuseeland alles andere als günstig.

7. Thailand

Auch Thailand konnte sich einen Platz auf der Bestenliste sichern. Auch wenn in dem beliebten Urlaubsland sicher nicht alles perfekt ist, sind Auswanderer dort ungewöhnlich glücklich. Die meisten erhoffen sich von dem südostasiatischen Land eine bessere Lebensqualität und mitunter auch eine neue Liebe – und sie werden anscheinend nicht enttäuscht. Zusammen mit dem tollen Klima und der traumhaften Umgebung lenkt das anscheinend auch von den fehlenden Job- und Karrieremöglichkeiten sowie der politischen Instabilität ab. Außerdem ist Thailand eines der Länder mit den niedrigsten Lebenshaltungskosten.

8. Panama

Mit gleich drei Staaten ist Lateinamerika in den Top 10 der Auswanderer vertreten. Kein anderer Sprach- und Kulturraum kann so viele Gewinner verzeichnen. Inwiefern Janosch mit seiner schönen Kindergeschichte „Oh, wie schön ist Panama!“ zur Beliebtheit des zentralamerikanischen Staates beigetragen hat, ist ungewiss. Sicher ist dagegen, dass Einwanderer in Panama vor allem mit den romantischen Beziehungen zu den Locals überdurchschnittlich zufrieden sind. Das tröstet wahrscheinlich auch über die lange Arbeitswoche hinweg: Rund 48 Stunden pro Woche arbeitet man dort im Schnitt. Immerhin kann man nach dem Feierabend bei herrlich warmen Temperaturen am Strand entspannen.

9. Kanada

Das traumhafte Land im Norden Amerikas ist eines der wenigen Länder auf der Liste, in dem Auswanderer mit einem sehr langen und strengen Winter zurechtkommen müssen. Selbst die frostigen Temperaturen im Winter können der Beliebtheit des zweitgrößten Landes der Welt also keinen Abbruch tun. Das Land muss seinen Einwanderern zweifellos einiges bieten, wenn es sogar besser abschneidet als das beliebte und traditionelle Einwanderungsland im Süden von Kanada. Die Ausgewanderten loben vor allem die Freundlichkeit der Kanadier, die auch gegenüber Fremden äußerst nett sind. Eher weniger zufrieden sind die Exil-Kanadier dagegen mit ihrem Einkommen im Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten. Fast ein Drittel der Befragten ist der Meinung, dass das Einkommen nicht ausreiche. Daher „nur“ Platz 9 für das sympathische Land im hohen Norden.

10. Australien

Auch das lässige Australien mit seinen überdurchschnittlich entspannten Einwohner schafft es in die Top 10 der beliebtesten Expat- bzw. Auswanderer-Länder. Kein Wunder: Scheinbar unendlich viele Gründe sprechen für das beliebte Langzeitreiseziel am anderen Ende der Welt: Eine relativ kurze Arbeitswoche und dazu passend ein ungewöhnlich großes, vielfältiges Freizeitangebot, außerdem ein warmes Klima, zahlreiche Sonnenstunden, eine niedrige Sprach- und Kulturbarriere sowie aufgeschlossene, freundliche Mitmenschen. Die meisten Auswanderer entscheiden sich für Australien, weil sie sich eine höhere Lebensqualität erhoffen – und die finden sie dort scheinbar auch. Das Ganze hat nur einen Haken: Australien ist eines der teuersten Länder der Welt. Die meisten Auswanderer und Expats bewerten das Leben in Down Under als zu teuer und rund ein Viertel gibt an, mit ihrem Einkommen eher schlecht zurechtzukommen.

Fazit

Wer sein Heimatland dauerhaft oder für längere Zeit verlassen möchte, hat als Westeuropäer unheimlich viele Möglichkeiten. Eine solch wichtige und folgenreiche Entscheidung sollte dann wirklich gut durchdacht sein. Bei der Suche nach dem richtigen Auswanderungsziel lohnt sich vor allem ein Blick auf die Menschen, die bereits ausgewandert sind. Wo fühlen sie sich am wohlsten? Wo hat man die besten Chancen, wirklich glücklich zu werden? Die Antworten auf diese Fragen beantwortet der Expat Insider Report jährlich und verrät damit, wo die Bedingungen für Auswanderer am besten sind. Nichtsdestotrotz musst du natürlich immer auch deine persönlichen Umstände berücksichtigen. Wenn du im Ausland auf Jobsuche gehen und dich beruflich weiterentwickeln willst, ist das bei Auswanderern extrem beliebte Ecuador vielleicht trotzdem nicht die beste Wahl.

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15 Gründe, warum sich Auswandern lohnt

Du spielst mit dem Gedanken, Deutschland dauerhaft den Rücken zu kehren oder zumindest für eine längere Zeit ins Ausland zu gehen? Mit dieser Überlegung bist du nicht allein: Etwa 150.000 deutsche Staatsbürger entschließen sich jährlich dazu, ihr Glück im Ausland zu probieren. Natürlich bleiben nicht alle für immer weg, gut zwei Drittel kehren nach einigen Jahren wieder in die Heimat zurück. Was sie von der Auslandszeit mitbringen, ist meist die Aussicht auf einen besseren Job, ein höheres Gehalt und ein insgesamt verbessertes Lebensgefühl. Doch was bewegt Menschen eigentlich dazu, Deutschland dauerhaft oder auf Zeit zu verlassen? Hier sind 15 Gründe, warum sich das Auswandern lohnt!

1. Besseres Klima

Laut einer Umfrage gehört das Wetter zu den Hauptgründen deutscher Auswanderer, ihrem Land den Rücken zu kehren. Es liegt auch irgendwie auf der Hand: Da gibt es so viele Länder auf dieser Welt, die mit so viel mehr Sonnenstunden pro Jahr und insgesamt viel milderen Temperaturen gesegnet sind. Warum sollte man sich dann eigentlich diesen unangenehmen Winter in Deutschland antun, in dem man die Sonne kaum zu sehen bekommt? Bei wem sich kalte Regentage mit wenig Sonnenlicht unweigerlich negativ auf die Stimmung und das allgemeine Wohlbefinden auswirken, für den gibt es sicherlich bessere Orte zum Leben auf dieser Welt. Vor allem Menschen, die unter bestimmten Krankheiten leiden, können durch ein besseres Klima ihre Beschwerden merklich lindern.

2. Bessere Verdienstchancen

Du kannst in manchen Ländern schlicht mehr verdienen. Für einfachere Arbeiten wird beispielsweise im angelsächsischen Raum oft ein faireres Gehalt gezahlt als bei uns. Das ist oft ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung für oder gegen das Auswandern. Der Mindestlohn liegt in zahlreichen Ländern über dem, was man hierzulande bekommt. Aber auch Akademiker und gut ausgebildete Fachkräfte können in manchen Ländern deutlich mehr verdienen. Zudem wird auch das Unternehmertum vielerorts viel mehr gefördert als hier, sodass du auch als Selbstständiger in vielen Ländern höhere Gewinne erzielen kannst und außerdem mit weniger bürokratischen Hürden kämpfen musst.

3. Niedrige Steuern

Eng mit dem Verdienst ist auch das Thema Steuern verbunden. Deutsche und Österreicher zahlen weltweit einen der höchsten Steuersätze. Ganz anders sieht es dagegen bei den Eidgenossen in der Schweiz sowie in vielen anderen Ländern aus. Dort musst du deutlich weniger von deinem Gehalt an den Staat abgeben.  Besonders kinderlose Singles werden in Deutschland und Österreich unverhältnismäßig stark zur Kasse gebeten. Wenn du keine Lust hast, bis zu sechs Monate im Jahr nur für den Fiskus zu arbeiten, solltest du dich nach Alternativen umschauen!

4. Niedrige Lebenshaltungskosten

Auch dieser Punkt zählt zu den finanziellen Beweggründen, Deutschland für eine Weile zu verlassen oder ganz auszuwandern. Fakt ist: In einigen Ländern bekommst du so viel mehr für dein Geld. Das ist insbesondere für Menschen interessant, die sich schon ein gewisses finanzielles Polster angespart haben. In einigen Ländern in Südostasien, Mittelamerika oder Südeuropa hält dieses Geld viel länger bzw. du kannst dir mit dem gleichen Geld einen viel besseren Lebensstil erlauben, beispielsweise regelmäßig in Restaurants essen, ein größeres Apartment mieten, Taxi fahren u.v.m. Besonders interessant ist das für Menschen, die über einen digitalen Job oder ein digitales Business ihr Geld weiterhin in Deutschland verdienen.

5. Eine neue Perspektive erleben

Ein Auslandsaufenthalt – sei es nun für immer oder auf Zeit – holt dich aus deinen gewohnten Strukturen und eröffnet eine neue Perspektive auf die Welt. Du schaust über den eigenen Tellerrand, was deinen persönlichen Erfahrungsschatz unheimlich bereichert. Du kannst eingefahrene Denkmuster und alte Glaubenssätze überprüfen. Das wird dein Leben unheimlich bereichern.

6. Eine Fremdsprache perfekt lernen

Hast du schon mal ein Auslandssemester gemacht oder bist mehrere Monate in einem fremden Land gereist? Dann hast du vielleicht auch die Erfahrung gemacht, dass du viel von der lokalen Sprache aufgeschnappt hast, sie aber trotzdem nicht perfekt gelernt hast oder beim Sprechen gar mit Einheimischen verwechselt wirst. Zumal deine neuerworbenen Kenntnisse nach der Rückkehr vermutlich ziemlich schnell wieder eingerostet sind. Auswandern oder auch ein jahrelanger Auslandsaufenthalt bietet dir dagegen die Möglichkeit, eine Sprache wirklich perfekt in all ihren Nuancen zu erlernen und nach einer gewissen Zeit vielleicht sogar ab und zu für einen Einheimischen gehalten zu werden. Das ist nichts weniger als eine zweite Identität, ein zweites Ich oder sogar ein zweites Leben, das dir dadurch geschenkt wird!

7. Berufliche Weiterentwicklung

Mitunter ist eine längere Auslandszeit oder auch Auswandern sinnvoll, wenn du dich beruflich weiterentwickeln möchtest. Natürlich hängt das vor allem von deiner Position oder Branche ab. In manchen Bereichen hast du in anderen Ländern einfach bessere berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Das ist oft in Nordamerika oder einigen asiatischen Staaten der Fall, da bestimmte Entwicklungen dort einfach weiter fortgeschritten sind als bei uns. Vielleicht spürst du als Frau hierzulande ab und zu auch die sogenannte „gläserne Decke“. Dieser Ausdruck beschreibt das Phänomen, dass top-qualifizierte Frauen in einigen Ländern oft im mittleren Management hängenbleiben und es einfach nicht weiter nach oben schaffen. Andere Länder sind da viel fortschrittlicher: In Norwegen gibt es beispielsweise viel mehr Frauen in Führungspositionen als bei uns.

8. Toleranter werden

Wenn du deinen Lebensmittelpunkt für längere Zeit oder dauerhaft ins Ausland verlegst, wirst du zwangsläufig ein viel toleranterer Mensch. Warum? Ab sofort erfährst du am eigenen Leib, was es bedeutet, einer Minderheit anzugehören und nicht Teil der Mehrheitsgesellschaft zu sein. Vor Ort musst du dich an bestimmte Gepflogenheiten, Umgangsformen und Bräuche anpassen, auch wenn sie vielleicht sogar dem widersprechen, was du bislang gelernt und geglaubt hast. Dadurch lernst du, dass deine Art, bestimmte Dinge zu sehen oder zu machen, nicht immer die einzig richtige und alleingültige sein muss. Vor allem, wenn du irgendwann nach Deutschland zurückkehrst, kannst du den Standpunkt der Minderheiten hierzulande viel besser nachvollziehen.

9. Neue Freundschaften schließen

Im Alltag in Deutschland ist nach einer gewissen Zeit alles ein bisschen eingefahren: Du hast deinen festen Freundeskreis, die Kollegen auf der Arbeit und evtl. auch einen festen Partner. Viel Zeit, um auch mal neue Bekanntschaften zu machen, bleibt da meist nicht. Ein Auslandsaufenthalt gibt dir die Möglichkeit, diese eingefahrenen Strukturen zu verlassen und noch mal ganz neue Leute kennenzulernen. Das bereichert dich nicht nur persönlich, sondern eröffnet auch viele neue Perspektiven und Möglichkeiten in beruflicher Hinsicht. Außerdem kannst du so intensiven Kontakt zu Menschen aus ganz anderen Kulturen aufbauen und dadurch sehr viel lernen. Deinen Freundeskreis in Deutschland musst du natürlich trotzdem nicht aufgeben.

10. Bessere Ausbildungsmöglichkeiten

Ein weiterer Grund für viele Menschen, Deutschland zu verlassen, sind bessere Ausbildungsmöglichkeiten. Gerade in Nordamerika und Großbritannien gibt es beispielsweise viel renommiertere, mitunter weltberühmte Universitäten. Wer einen Abschluss aus Harvard oder Oxford hat, hat natürlich ganz andere berufliche Aussichten – egal ob in Deutschland oder in irgendeinem anderen Land auf dieser Welt. Sicherlich kosten die Ausbildungen dafür auch mehr, mitunter kannst du aber auch ein Stipendium ergattern. Außerdem studierst du in einer sehr gefragten Sprache, was dir außerdem viele Vorteile bringt. Auch in Skandinavien und den Niederlanden gibt es übrigens tolle Universitäten, die bei jungen Deutschen sehr beliebt sind und deren Abschlüsse weltweit hoch angesehen sind.

11. Bessere Grundstimmung

Fallen dir auch manchmal die vielen griesgrämigen Gesichter in der U-Bahn auf? Insbesondere an einem Montag- oder Dienstagmorgen? Du denkst dir, das ist normal und so ist das Leben nun mal? Dann liegst du falsch! Denn das ist nicht überall so. Wer schon mal eine längere Zeit im Ausland verbracht hat, weiß, dass die Menschen in vielen Ländern mit einer positiveren Einstellung durchs Leben gehen und die Grundstimmung einfach angenehmer ist. Egal ob Australien, Südafrika oder Brasilien – du wirst erstaunt sein, in wie viele freundlich lächelnde fremde Gesichter du an einem einzigen Tag blicken kannst. Ob es nun an der vielen Sonne liegt oder nicht – diese Lebensfreude ist einfach ansteckend und wird dich schon nach kurzer Zeit packen!

12. Einen Neuanfang wagen

Wenn du auswanderst, kannst du noch mal bei null anfangen. Das ist nichts weniger als ein neues Leben, das dir geschenkt wird. Egal, was du hierzulande vielleicht schon alles in den Sand gesetzt hast, in einem fremden Land kennt nich niemand und die Menschen begegnen dir erstmal ohne Vorurteile. Diese Chance, noch mal von ganz vorn zu beginnen, ist für einige ein großartiges Geschenk. Natürlich solltest du dabei aber niemals vergessen, dass du dich immer selbst mitnimmst und daher auch an deinen eigenen Fehlern arbeiten musst. Wenn du dich allerdings wirklich änderst, können dich die Menschen im Ausland noch mal als völlig neue Person kennen und schätzen lernen.

13. Besseres unternehmerisches Klima

Du willst ein Start-up gründen oder als Selbstständiger durchstarten? Auch dann ist es mitunter eine weise Idee, sich ein Land auszusuchen, in dem es die perfekten Bedingungen dafür gibt. Wenn dich hier nicht allzu viel hält und du außerdem von allen oben genannten Gründen profitieren kannst – why not? In vielen Ländern sind die bürokratischen Hürden für Selbstständige und Unternehmer deutlich niedriger und es herrscht im allgemeinen eine besseres unternehmerisches Klima. Davon kann deine Business-Idee nur profitieren, du findest motivierte Mitstreiter und sammelst außerdem einmalige Erfahrungen im Ausland sowie viel Wissen über einen anderen Markt.

14. Eine große Herausforderung

Prinzipiell ist ein längerer Auslandsaufenthalt oder gar das Auswandern eine riesige Herausforderung, an der du unheimlich wächst. Und was macht unser Leben schon besonders, wenn nicht die Herausforderungen und Hürden, die zu nehmen wir bereit sind? Nur so kannst du dich im Leben weiterentwickeln und Außergewöhnliches schaffen. Deine Entscheidung ist schließlich auch nicht endgültig, du kannst eigentlich immer auch zurückkehren. Wenn du es aber einmal geschafft hast, wirst du unheimlich stolz auf dich sein.

15. Weil du die Möglichkeit hast

Ein letzter guter Grund dafür, es einfach zu tun: Du hast die Möglichkeit dazu und solltest sie deshalb auch nutzen. Ab und zu sollte man sich bewusst machen, dass nicht alle Menschen auf dieser Welt so viel Glück und Optionen haben wie wir im Westen Europas. Der deutsche Reisepass gilt weltweit als einer der wertvollsten Reisepässe, da wir in die meisten Länder dieser Welt ohne Visum einreisen können. Selbst wenn wir doch mal ein Visum brauchen, können wir dieses meist unkompliziert beantragen und die Gebühr ist für viele kaum der Rede wert. Wem das quasi in die Wiege gelegt wurde, sollte dankbar sein und die Optionen auch nutzen!

Fazit

Es gibt viele gute Gründe, der Heimat für längere Zeit den Rücken zu kehren oder gar auszuwandern. Zweifelsohne gibt es auch einige gute Gründe fürs Bleiben, das wollen wir an dieser Stelle gar nicht verschweigen. Wenn du dir deshalb noch unsicher bist, kannst du aber beruhigt sein: Falls es dir doch nicht so gut gefällt oder du Freunde und Familie zu sehr vermisst, kannst du in der Regel auch unproblematisch zurückkehren. Das machen wie eingangs schon erwähnt ohnehin zwei Drittel der deutschen Auswanderer. Nur eines ist sicher: Du wirst nicht mehr die gleiche Person sein, als die du einst losgezogen bist.

Auswandern, 12 Kriterien, die bei der Länderwahl helfen!

Kompass auf einer Landkarte

Es ist dein Traum, für längere Zeit ins Ausland zu gehen oder du willst gar auswandern? Eine der wichtigsten und folgenreichsten Entscheidungen, die du bei einem solchen Vorhaben treffen musst, ist zweifelsohne die Wahl deines Auswanderungsziels. Wer nicht von vornherein einen klaren Favoriten hat, sollte die Vor- und Nachteile der einzelnen Optionen gut abwägen. Denn sicherlich gibt es kein Land auf diesem Planeten, wo alles perfekt ist. Irgendwo musst du immer Abstriche machen und deshalb ist es wichtig, Prioritäten zu setzen. Daher solltest du wissen, was das Ziel deines Auswanderungs-Vorhabens ist und welche Kriterien für dich daher besonders wichtig sind.

  1. Sprache

Für viele Auswanderer ist die Sprache ein besonders wichtiges Kriterium bei der Länderwahl. Dabei musst du dir vor allem folgende Fragen stellen: Bist du prinzipiell bereit, eine Sprache vollkommen neu zu erlernen? Oder bevorzugst du eine Sprache, die du schon einigermaßen beherrschst und deine Kenntnisse nur noch vor Ort weiter ausbauen musst? Vielleicht hast du auch gar keine Lust, dich mit einer Fremdsprache rumzuschlagen. Auch dann hast du als Auswanderer durchaus Optionen: Beispielsweise die Schweiz, Österreich, Norditalien, Liechtenstein, Luxemburg und einige Teile Belgiens. Je nachdem, was du im Ausland vorhast, sind deine Kenntnisse der Landessprache unterschiedlich wichtig. Wenn du dir umgehend einen Job suchen oder im Ausland studieren möchtest, solltest du die Landessprache deines Ziellandes bereits fließend beherrschen. Wenn du dagegen hohe finanzielle Rücklagen hast und die Jobsuche ruhig angehen kannst oder über einen digitalen Job weiterhin für Arbeitgeber in Deutschland arbeitest, ist das weniger wichtig.

 2. Kulturelle Barriere

Neben der Sprachbarriere gibt es außerdem eine kulturelle Barriere, die oft eng miteinander verbunden sind. Länder mit einer eher fremden Sprache, die sich stark vom Deutschen und Englischen unterscheidet, unterscheiden sich oft auch kulturell sehr stark vom westeuropäischen Raum. Beispiele dafür sind Japan, China oder arabische Länder, wo du neben einer neuen Sprache auch ein neues Schriftbild und zahlreiche neue Umgangsformen erlernen musst. Am besten überlegst du vorab, mit wie viel Fremdheit du dich in deiner neuen Heimat konfrontieren willst. Westeuropäische Staaten sowie Nordamerika und Ozeanien sind unserer Kultur beispielsweise sehr ähnlich und du musst dich meist nicht mit komplett neuen Umgangsformen, Riten und Bräuchen beschäftigen. Auch in Lateinamerika erwartet dich kein größerer Kulturschock, da diese Länder historisch und kulturell stark mit Spanien bzw. Portugal verbunden sind. Dich in einem völlig fremden Kulturraum zurechtzufinden, kann anfangs wahnsinnig anstrengend und eine riesige Herausforderung sein. Es ist aber zweifelsohne auch eine der prägendsten Erfahrungen, die du im Leben machen kannst. Dadurch kannst du dich persönlich unheimlich weiterentwickeln und deinen Horizont erweitern, es ist aber sicherlich nicht etwas für jeden Auswanderer.

 3. Ansässige Unternehmen

Auswanderer, die vor allem auf bessere Job- und Karrierechancen im Ausland hoffen, sollten vor allem einen Blick auf die ansässigen Firmen im Zielland werfen. Welche Firmen gibt es dort und haben vielleicht auch bedeutende deutsche Firmen in dem Land eine Niederlassung? Letzteres ist besonders wichtig, wenn du die Landessprache noch nicht perfekt beherrschst. Dann bieten die Auslands-Niederlassungen (großer) deutscher Unternehmen nämlich gute Jobmöglichkeiten für dich. Umso besser sind deine Chancen natürlich, wenn du auch die Landessprache schon sehr gut beherrschst. Außerdem solltest du dich natürlich fragen: Gibt es speziell in deiner Branche viele Unternehmen und damit gute Jobmöglichkeiten im Zielland?

4. Bedingungen für Selbstständige und Freiberufler

Wenn du lieber dein eigener Chef bist als für andere zu arbeiten, sind die Bedingungen für Selbstständige und Freiberufler im Zielland besonders interessant. Ausschlaggebend ist dabei beispielsweise, ob du im Gastland ein Unternehmen gründen möchtest oder als Freiberufler weiterhin für Unternehmen in Deutschland arbeiten möchtest. Ist ersteres der Fall, solltest du ein Land wählen, dass ein besonders gutes unternehmerisches Klima bietet. Die bürokratischen Hürden für Selbstständige und Unternehmer sollten möglichst gering sein und die Gewinne nicht allzu hoch besteuert werden. Außerdem ist es für Unternehmer oft wichtig, vor Ort Gleichgesinnte zu treffen, da das einen regen Austausch ermöglicht. Wenn du langfristig auch Mitarbeiter einstellen möchtest, spielen die Lohnkosten und Sozialabgaben im Zielland außerdem eine Rolle. Wer dagegen als Freiberufler für Kunden in Deutschland arbeitet und nach einem Wohnsitz in einem anderen Land sucht, schaut in der Regel vor allem auf die Lebenshaltungskosten und fragt sich: In welchem Land habe ich am meisten von meinem Gehalt?

5. Tätigkeitsfelder und Berufsmöglichkeiten

Dieser Punkt hängt weitestgehend mit den ansässigen Unternehmen in einem bestimmten Land zusammen. Wenn du als Arbeitnehmer auf Jobsuche in einem fremden Land gehen willst, sind vor allem die Berufsmöglichkeiten in deiner Branche sowie auch die verschieden Tätigkeitsfelder für deinen Beruf interessant. Wenn Job- und Karrieremöglichkeiten sowie berufliche Weiterentwicklung für dich höchste Priorität beim Auswandern haben, solltest du dich genau über die Möglichkeiten in deinem Zielland informieren. Auch die Anerkennung deiner Abschlüsse im Ausland ist ein wichtiges Thema, mit dem du dich beschäftigen musst.

6. Verdienst

Absolut nicht uninteressant für potentielle Auswanderer ist in diesem Zusammenhang natürlich auch, wie viel sie in ihrer jeweiligen Branche im Zielland überhaupt verdienen können. Das ist natürlich von Land zu Land extrem unterschiedlich. Daher solltest du unbedingt verlässliche Informationen über die Durchschnittsgehälter in deiner Branche sowie in deinem Beruf einholen. Alternativ kannst du dich auch schon von Deutschland aus in deinem Wunschland bewerben. Spätestens beim Vorstellungsgespräch erfährst du, welche Gehaltsvorstellungen realistisch sind.

7. Lebenshaltungskosten

Eng verbunden mit dem möglichen Verdienst sind natürlich auch die Lebenshaltungskosten in dem jeweiligen Land. Diese dürfen nie getrennt voneinander betrachtet werden. Denn was bringt dir ein Gehalt, das doppelt so hoch ist wie in der Heimat, du aber in deinem Gastland dreimal so viel für alles bezahlst? Dieses Beispiel mag etwas übertrieben sein, aber Fakt ist: In den Ländern mit besonders hohen Verdienstchancen sind die Lebenshaltungskosten in der Regel auch etwas höher. In Ländern mit niedrigen Lebenshaltungskosten sind die Löhne meist so niedrig, dass es sich für Karriere und Gehalt orientierte Menschen kaum lohnt, dort nach einer Stelle zu suchen. Dann ist es eher vorteilhaft, mit einem bereits angesparten Vermögen auszuwandern oder über einen digitalen Job weiter für Arbeitgeber in der Heimat oder anderen gut zahlenden Ländern zu arbeiten.

8. Soziales Umfeld

Da aber Karriere und Verdienstmöglichkeiten wirklich nicht alles im Leben sind, solltest du auch noch andere Kriterien bei der Wahl eines geeigneten Auswanderungsziels berücksichtigen. Wichtig ist für die meisten auch das soziale Umfeld. Wie einfach ist es, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen oder gar dauerhafte Freundschaften zu schließen? Wie hoch ist die Sprach- und Kulturbarriere im Zielland? Wer als Single ins Gastland reist, den interessieren womöglich auch die Aussichten, dort eine neue Liebe zu finden.

Antworten auf all diese wichtigen Fragen findest du am besten bei Menschen, die bereits ausgewandert sind und in deinem Gastland leben. Darüber gibt beispielsweise der Expat Insider Report Auskunft, der jährlich die Länder ermittelt, in denen sich Auswanderer und Expatriates am wohlsten fühlen. Eines der wichtigsten Kriterien der Auswanderer für das eigene Wohlbefinden in der Fremde ist übrigens das soziale Umfeld. Deshalb haben es Ecuador und Mexiko in der letzten Umfrage ganz nach oben auf die Liste geschafft.

9. Work-Life-Balance

Genauso wie in der Heimat ist auch im Ausland die Work-Life-Balance besonders wichtig für das persönliche Wohlbefinden und individuell empfundene Glück. Dabei geht es vor allem um die Freizeitmöglichkeiten und das Verhältnis von Arbeit und Freizeit. Die Länge der Arbeitswoche ist beispielsweise ein wichtiges Kriterium. Für alle, die sich eine möglichst kurze Wochenarbeitszeit wünschen, sind unsere niederländischen Nachbarn interessant: In dem kleinen Land arbeiten die Menschen durchschnittlich gerade mal 30 Stunden pro Woche. In vielen Ländern Osteuropas sowie auch in Griechenland oder der Türkei arbeiten die Menschen dagegen im Schnitt deutlich mehr als 40 Stunden die Woche. Was die Freizeitmöglichkeiten betrifft ist übrigens Australien besonders attraktiv: Über 95 Prozent der Auswanderer in Down Under schätzen die Vielfalt der dortigen Freizeitmöglichkeiten außergewöhnlich hoch ein. Bei einer Wochenarbeitszeit von durchschnittlich 37 Stunden hast du außerdem genug Zeit, diese auch in Anspruch zu nehmen.

10. Klima

Auch das Klima ist natürlich für viele Auswanderer ein wichtiges Entscheidungskriterium. Auf einer Weltrangliste der besten Klimaverhältnisse würde Deutschland zweifellos einen der unteren Plätze einnehmen. Relativ kalte Winter, viel Regen und vor allem die wenigen Sonnenstunden in der kalten Jahreszeit wirken sich nicht gerade positiv aufs Gemüt aus. Wer damit schon immer zu kämpfen hatte, legt wahrscheinlich besonders hohen Wert auf ein möglichst sommerliches Gastland. Andere wiederum können dagegen mit extremer Hitze überhaupt nicht umgehen, wodurch sich einige Zielländer von selbst ausschließen. Die Klimafrage ist in Bezug auf das Auswandern selbstverständlich sehr subjektiv. Wintersportfans zieht es in andere Länder als Sonnenanbeter. Immerhin kannst du  dir als Auswanderer das Klima aussuchen, das zu dir passt, und musst dich nicht mit den Gegebenheiten arrangieren – zumindest, wenn dieses Kriterium für dich eine hohe Priorität hat. Mitunter musst du dafür an anderen Stellen Abstriche machen.

11. Grundstimmung

Auch die allgemeine Grundstimmung in einem Land solltest du bei deiner Entscheidung berücksichtigen. Mitunter kann dieser Punkt auch mit dem Klima zusammenhängen: Oft sind die Menschen in sonnigen, warmen Ländern einfach besser drauf. Das mag einerseits ein Klischee sein, andererseits ist es auch Fakt, dass Skandinavien weltweit die höchsten Selbstmordraten hat. Zweifellos sind lange, kalte Winter mit wenigen Sonnenstunden nicht gerade das ideale Umfeld für Menschen, die ohnehin schon zur Melancholie neigen. Überlege dir deshalb gut, welche Grundstimmung und allgemeine Lebenseinstellung am besten zu deinem Typ passt und das beste aus dir rausholt.

12. Familiengründung

Wer dauerhaft auswandern möchte, für den ist meist auch das Thema Familiengründung, Kinderfreundlichkeit und allgemeine Rahmenbedingungen für Familien sehr wichtig. Auch das kann von Land zu Land stark variieren. Dabei solltest du dir folgende Fragen stellen:

  • Gibt es ausreichend Kita-Plätze und sind diese auch bezahlbar?
  • Wie sieht es mit dem Schulsystem im Zielland aus?
  • Gibt es evtl. auch deutsche oder internationale Schulen, die die Kinder besuchen können?
  • Gibt es allgemeine finanzielle Vorteile, die jungen Familien das Leben erleichtern? Kannst du im Zielland weiterhin das deutsche Kindergeld beziehen oder gibt es eine Alternative im Gastland?
  • Wie leicht ist der Kontakt zu anderen (einheimischen) Kindern?

All das sind Fragen, mit denen sich junge Familien oder auch Auswanderer, die im Zielland irgendwann eine Familie gründen möchten, beschäftigen sollten.

Fazit

Die Länderwahl sollte beim Auswandern gut durchdacht und von vielen Seiten beleuchtet werden. Schließlich ist sie eine der wichtigsten und folgenreichsten Entscheidungen. Dabei schaust du dir am besten verschiedene Kriterien an und triffst dann eine wohl überlegte, ausgewogene Entscheidung. Meist musst du für bestimmte Vorteile Abstriche an anderer Stelle machen. Daher ist es wichtig, die eigenen Prioritäten zu kennen. Für Menschen, die sich vor allem bessere Job- und Verdienstmöglichkeiten erhoffen, sind andere Länder attraktiv als für Auswanderer, die sich hauptsächliche eine bessere Lebensqualität und angenehmeres Klima wünschen.

Für die Ausbildung ins Ausland

Junge Frau vor einer Anzeigetafel

Wer nach seiner Ausbildungszeit schon mit ersten Auslandserfahrungen glänzen kann, verzeichnet damit einen dicken Pluspunkt in seinen Bewerbungsunterlagen. Allerdings ist es in jungen Jahren ein gewaltiger Schritt, die Ausbildung oder wenigstens Teile davon, in einem anderen Land mit anderer Sprache und anderen Gepflogenheiten zu absolvieren. Möglichkeiten, einen solchen Plan in die Tat umzusetzen, gibt es jedenfalls genug.

Junge Frau vor einer Anzeigetafel

Das duale Ausbildungssystem, das Azubis in Deutschland durchlaufen müssen, hat durchaus seine Vorteile. Praktische Erfahrungen im Ausbildungsbetrieb sammeln und das theoretische Hintergrundwissen zusätzlich in der Berufsschule vertiefen – ein solches System lässt sich nicht in vielen anderen Ländern finden. Genau die liegt darin allerdings auch ein nicht ganz unerhebliches Problem: In anderen Ländern, selbst im europäischen Ausland, gibt es häufig Unterschiede bezüglich der Ausbildungsinhalte, Stundenpläne und Prüfungsordnungen.

Für einen Auslandsaufenthalt während der Ausbildung bedeutet das, im Gegensatz zu einem Auslandssemester während des Studiums, eine ziemliche Hürde. Besonders die Anerkennung von erbrachten Leistungen kann sich bei der Rückkehr nach Deutschland als schwierig erweisen. Andererseits ist es in Zeiten der Globalisierung gewissermaßen eine Selbstverständlichkeit, schon beim Berufseinstieg die eine oder andere Auslandserfahrung vorweisen zu können.

Grundsätzlich gewährt das Berufsbildungsgesetz daher deutschen Azubis, bis zu einem Viertel ihrer Lehrzeit in einem anderen Land zu verbringen – und sich diese Zeit anschließend in Deutschland anrechnen zu lassen. Tatsächlich gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, den Auslandsaufenthalt während der Ausbildung zu gestalten.

Motivation und Voraussetzungen für die Ausbildung im Ausland

Die Gründe und Motivationen für einen Auslandsaufenthalt während der Ausbildung unterscheiden sich natürlich prinzipiell nicht von anderen Gelegenheiten, wie etwa die erste berufliche Erfahrung auf internationalem Parkett machen zu können – mit dem Ziel, damit später bei möglichen Arbeitgebern punkten zu können. Denn im Grunde genommen machst du ja im Rahmen der Ausbildung nichts anderes – du hast halt nur noch keine vollständige fachliche Qualifikation, sondern lernst neben den Leuten, der Kultur und der Sprache auch noch die für dich relevanten Arbeitsprozesse kennen.

Aber Einblicke in den (Arbeits-)Alltag der Einheimischen und deren Lebensart sind längst nicht alles, ein längerer Auslandsaufenthalt kann dich und deine persönliche Entwicklung in vielfacher Weise beeinflussen:

  • Du kannst deinen Horizont erweitern, weil du in einem anderen Land zwangsläufig einen ganz neuen Blick auf die Dinge entwickelst.
  • Du bekommst zwar Hilfe, musst dich aber auch oft genug eigenständig um anfallende Probleme kümmern. Auf diese Weise wirst du aber schnell sehr viel selbständiger – und selbstbewusster.

Tipp: Wenn du dir wegen deiner Sprachkenntnisse nicht ganz sicher bist, lässt sich das Auslandspraktikum möglicherweise mit einem Sprachkurs verbinden.

Ist dein Entschluss gefasst, einen Teil deiner Ausbildung im Ausland zu verbringen, solltest du vorher allerdings einige wichtige Aspekte bedenken. Beispielsweise sollten der Zeitpunkt und der Zeitrahmen mit dem Fortlauf deiner Ausbildung in Einklang zu bringen sein, damit es nicht zu Verzögerungen kommt oder du vor der Zwischenprüfung aus dem Lernen herausgerissen wirst.

Diese Kriterien sind wichtig für dein Auslandspraktikum

Außerdem solltest du deine Pläne mit allen wichtigen Personen und Stellen besprechen. Familie, Freunde und nicht zuletzt die Berufsschule und dein Ausbildungsbetrieb müssen oder sollten informiert werden. In allen Fällen geht es letztlich darum, die Menschen an den Gedanken zu gewöhnen, dass du für einige Wochen oder vielleicht sogar Monate nicht da bist. Dazu braucht es gerade im Betrieb womöglich einige Überzeugungskraft, denn hier bist du ja trotz deines Azubi-Status als Arbeitskraft eingeplant.

Lege dir also besser einige überzeugende Argumente zurecht, wenn du deinem Chef von dem Wunsch eines Auslandsaufenthalts erzählst – es gibt sie immerhin in großer Zahl:

  • Du kannst die Ausbildungsinhalte erweitern, indem du beispielsweise neue Werkstoffe, neue Verarbeitungsmethoden oder neue Technologien und deren Anwendungsfelder kennenlernst.
  • Die neuen Kenntnisse und Fähigkeiten bringst du nicht nur selbst in deinem Ausbildungsbetrieb ein, du könntest sogar einen Wissenstransfer an deine Kollegen einleiten, etwa im Rahmen einer ausführlichen Berichterstattung oder Präsentation.
  • Die erworbenen Sprachkenntnisse kommen nicht nur dir selbst, sondern unter Umständen auch dem Betrieb zu Gute, etwa im Umgang mit internationalen Kunden oder Mitarbeitern mit einer anderen Herkunft.

Für gewöhnlich dürften deine Chefs aber wissen, wie vorteilhaft eine ausgedehnte Auslandserfahrung nicht nur für dich, sondern auch für den Betrieb haben kann. Solltest du trotzdem befürchten, etwas knapp an guten Argumenten – und vielleicht auch an Informationen zu sein – hilft dir möglicherweise der Besuch einer Jobmesse weiter. Hier kannst du allerlei Wissenswertes über dein Wunschland, den dortigen Arbeitsmarkt, die Lebensweise erfahren und schon erste Hilfestellungen bekommen. Dann musst du dir nur noch überlegen, in welchem Rahmen du deine Auslandserfahrung tatsächlich machen möchtest.

Während der Ausbildung ins Ausland: Die Möglichkeiten

Eine Gruppe Auszubildender steht um ein Gerät
Ob mit einer Gruppe oder alleine, eine Herausforderung ist ein Auslandspraktikum immer.

Denn die Zeit im Ausland kannst du während deiner Ausbildung in unterschiedlicher Weise verbringen. Die gängigste Form ist und bleibt allerdings das Auslandspraktikum.

Das Auslandspraktikum

Ob alleine oder in einer Gruppe, ob für wenige Wochen oder doch lieber ein paar Monate, mit einem Auslandspraktikum hast du eine ganze Reihe von Wahlmöglichkeiten, um einen auf dich und deine Vorstellungen perfekt abgestimmtes Programm zu finden.

Hinweis: Je nach Anbieter des Auslandspraktikums wirst du ohnehin als Teil einer Gruppe in das Zielland geschickt. Das hat natürlich den Vorteil, mit der neuen Situation nicht alleine klarkommen zu müssen. Darüber hinaus sind solche Programme oft mit einem gemeinsamen Freizeitprogramm vor Ort gekoppelt, das beispielsweise von der Partnerberufsschule organisiert wird.

Ansprechpartner gibt es jedenfalls genug, von den Unternehmen und Berufsschulen über die Industrie- und Handelskammern bis hin zu Stiftungen gibt es viele Anbieter von Praktikumsprogrammen:

  • Seit 2009 gibt es zum Beispiel die Initiative „Berufsbildung ohne Grenzen“, die das Bundesarbeitsministerium, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag DIHK und der Zentralverband des Deutschen Handwerks ins Leben gerufen haben. Im Rahmen des Projekts helfen Mobilitätsberater dabei, die richtigen Schritte hin zur Auslandserfahrung zu machen.
    Das Angebot gilt übrigens nicht nur für junge Menschen, die gerade noch in der Ausbildung stecken. Auch Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Ausbildung oder Ausbilder und Berufsschullehrer finden hier eine Möglichkeit, ihre Kenntnisse im Ausland zu vertiefen. Zugleich finden die Betriebe eine Anlaufstelle, wenn diese von sich aus die Auslandserfahrung ihrer Azubis unterstützen möchten.

Tipp: Wenn du schon vor dem Beginn deiner Ausbildung planst, in deren Verlauf eine Zeit im Ausland zu verbringen, sind die Industrie- und Handelskammern ohnehin der beste Ansprechpartner für dich. Hier erhältst du alle notwendigen Informationen, welche Ausbildungen überhaupt im Ausland möglich sind.

  • Eine weitere wichtige Anlaufstelle für Azubis mit Auslandsambitionen ist die Datenbank der Informations- und Beratungsstelle für Auslandsaufenthalte in der beruflichen Bildung IBS. Hier findest du Praktikumsangebote innerhalb und außerhalb Europas, für unterschiedlich lange Zeiträume. Die Datenbank liefert Ergebnisse nach deinem bisherigen beruflichen oder schulischen Werdegang, der gewünschten Form des Aufenthalts, dem Berufszweig, in dem du arbeiten und dich weiterbilden möchtest und der Dauer der Auslandserfahrung.
  • Auch die Europäische Union hat mit Erasmus+ ein Förderprogramm entwickelt, dass jungen Leuten durch die Bank das gemeinsame Lernen und Arbeiten in den Bereichen Bildung, Jugend und Sport ermöglicht. Ein Bestandteil des Programms: Die Ausbildung wenigstens zum Teil in einem anderen EU-Land zu
Junge Koch-Auszubildende richten Teller an
Wer schon während der Ausbildung über den Tellerrand hinausblickt, profitiert auch im Berufsleben davon.

verbringen. Dazu braucht es allerdings zwei Voraussetzungen – du musst mindestens 18 Jahre alt sein und du müsstest dich an die für dich zuständige Berufsschule, deinen Ausbildungsbetrieb oder die IHK bzw. HWK wenden. Denn du selbst kannst dich nicht auf das Erasmus+-Stipendium bewerben.

Ansonsten gibt es noch eine Reihe weiterer Ansprechpartner und Organisationen, die dir bei deinem Wunsch nach einem Auslandsaufenthalt während der Ausbildung Hilfestellung geben können. Zum Beispiel hat der DIHK eine Liste nützlicher Adressen zusammengestellt, falls du noch Fragen hast oder schon nach einem bestimmten Ansprechpartner suchst.

Abgesehen davon bleibt dir immer noch die Möglichkeit, dich an Jugendwerke und Austauschprogramme zu wenden, die ebenfalls Praktika für Azubis anbieten, dazu gibt es den Arbeitskreis „Lernen und Helfen in Übersee“ e.V., der sich allerdings vorwiegend an junge Menschen richtet, die ihr Praktikum im sozialen Bereich absolvieren möchten.

Ausbildung mit Doppelabschluss

Eine sehr gefragte Kombination von Ausbildung und Auslandserfahrung ist die Ausbildung mit Doppelabschluss. Die ist besonders für junge Menschen interessant, die in Grenzregionen leben, also etwa in unmittelbarer Nähe der Benelux-Staaten. Der große Vorteil: Die Azubis erhalten bei dieser grenzüberschreitenden Ausbildungsform sowohl den deutschen Abschluss wie auch den des Partnerlandes.

Ein Beispiel hierfür ist etwa die sogenannten binationale Ausbildung, die von der IHK Aachen angeboten wird und zwar für den Ausbildungsgang Industriekaufmann/-kauffrau. Gleichzeitig können die Absolventen den französischen Abschluss „Brevet de Technicien Supérieur (BTS) Comptabilité/Gestion“ vorweisen. Tatsächlich ließe sich diese Ausbildung noch mit weiteren Zusatzqualifikationen aufwerten.

Die Vorteile der deutsch-französischen Ausbildung liegen auf der Hand, denn sie bietet für die gesamte Ausbildungszeit

  • die Möglichkeit zum Erwerb interkultureller Kompetenzen,
  • die Europaqualifikation,
  • Zweisprachigkeit,
  • den vom dualen System gewohnten Praxisbezug,
  • den anerkannten Doppelabschluss,
  • und zu guter Letzt aus allen diesen Gründen sehr gute berufliche Aussichten diesseits und jenseits der deutsch-französischen Grenze.

Einen Haken, neben der fachlichen Beschränkung auf diesen einen Ausbildungsberuf, hat das Programm allerdings. Die Voraussetzung zur Teilnahme ist die Allgemeine Hochschulreife. Wenn du also kein Abitur vorweisen kannst, bleibt dir „nur“ die Option, dich nach anderen Projekten umzuschauen.

Junge Auszubildende am Schreibtisch
Um die internationale Zusatzqualifikation zu erhalten, müssen unter anderem darauf zugeschnittene Unterrichtsfächer belegt werden.

Immerhin – die gibt es tatsächlich, meist sind es einzelne Berufsschulen, die mit Partnerschulen zusammenarbeiten und die schon mit einem mittleren Schulabschluss angefangen werden können. Informationen rund um die Möglichkeiten der binationalen Ausbildung kannst du zum Beispiel unter sprung-ins-ausland.de finden. Dahinter steckt die Jugendstiftung Baden-Württemberg und die dazugehörigen Berater.

Internationale Zusatzqualifikation mit Auslandsaufenthalt

Etwas anders als die Ausbildung mit Doppelabschluss funktioniert die internationale Zusatzqualifikation. Die kannst du nämlich im Rahmen der „normalen“ dualen Berufsausbildung erhalten, üblicherweise in Handwerksberufen oder in kaufmännischen Tätigkeitsfeldern. Du musst nur die entsprechenden Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen ausfindig machen (wende dich hierzu am einfachsten wieder an die für dich zuständige IHK oder HWK).

Der Unterricht an der Berufsschule wird dann um zusätzliche Fächer mit einem internationalen Schwerpunkt (etwa Warenrecht oder Marketing) erweitert, außerdem fällt der Fremdsprachenunterricht intensiver aus. Vor dem Abschluss mit anerkanntem Zertifikat über deine Spezialisierung ist ein mehrwöchiges Auslandspraktikum ein Muss für den erfolgreichen Verlauf der Ausbildung.

Die ganze Ausbildung im Ausland?

Tatsächlich ist sogar möglich, die Ausbildung komplett im Ausland zu absolvieren. In einem solchen Fall allerdings greifen einige Besonderheiten, was unter anderem damit zusammenhängt, dass es duales Ausbildungssystem, wie du es aus Deutschland kennst, eigentlich nur noch in der Schweiz gibt. In anderen, selbst europäischen Ländern, wird die Berufsausbildung anders organisiert und mit großer Wahrscheinlichkeit sogar regional unterschiedlich reguliert. Die Fragen, die du dir deshalb im Vorfeld stellen solltest, lauten deshalb:

  • Ist der Abschluss, den ich im Ausland erwerben kann, gleichwertig mit einem, den ich bei einem (in Deutschland) anerkannten Ausbildungsberuf erhalten kann?
  • Welche Unterschiede gibt es hinsichtlich der Inhalte und der Qualität der Ausbildung?
  • Welchen Stellenwert hat der ausländische Abschluss, wenn ich mich damit nach dem Ende der Ausbildung als Berufseinsteiger bei deutschen Firmen bewerben möchte?
  • Besteht die Möglichkeit, die ausländische Ausbildung in Deutschland anerkennen zu lassen?

Um die letzte Frage gleich zu beantworten: Ja, eine solche Anerkennung ist möglich, sie ist nur unter Umständen nicht immer ganz einfach. Grundsätzlich sorgt aber das Anerkennungsgesetz schon seit 2012 dafür, dass du auch mit einer im Ausland abgeschlossenen Berufsausbildung in Deutschland arbeiten kannst. Die wichtigsten Informationen rund um die Anerkennung beruflicher Qualifikationen aus dem Ausland findest du unter anderem bei der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen ZAB.

Junge Frau startet in ihre Ausbildung im Ausland
Die verschiedenen Außenhandelskammern helfen dabei, wenn nicht nur ein Teil der Ausbildung im Ausland absolviert werden soll.

Ansonsten verläuft die Stellensuche wahrscheinlich etwas anders, als es bei einer Ausbildung in Deutschland üblich ist. Erster Ansprechpartner ist nämlich nicht direkt der Betrieb, bei dem du deine berufliche Qualifikation erwerben willst, sondern vielmehr die Außenhandelskammern des von dir gewünschten Landes. In manchen Fällen kannst du dort sogar deine Bewerbung hinterlegen, aus der die Kammer ein Profil erstellt. Das wird dann wiederum an deutsche Firmen im Ausland weitergeleitet, die auf deine Wünsche passen könnten. Die Firmen ihrerseits wählen dann, ganz wie gehabt, potenziell geeignete Kandidaten aus.

Tipp: Informiere dich auch frühzeitig über Möglichkeiten, deine Finanzmittel während des Auslandsaufenthaltes aufzubessern. Denn die Ausbildungsvergütung ist auch im Ausland nicht höher als in Deutschland. Das bedeutet, dass sie je nach Stadt oder Land, kaum ausreicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Du musst also davon ausgehen, selbst bei einem vorübergehenden Auslandsaufenthalt höhere Kosten tragen zu müssen. Es besteht aber kein Grund zur Sorge, denn für solche Fälle gibt es eigene Förderprogramme, die finanzielle Unterstützung bieten.

Zusammenfassung: Die Rahmenbedingungen für den Auslandsaufenthalt

Als Zwischenfazit noch einmal die wichtigsten Fakten, auf die du bei der Planung (und Durchführung) eines Auslandsaufenthaltes während der Ausbildung achten musst.

  • Von den genannten Ausnahmefällen (binationale Ausbildung oder vollständige Auslandsausbildung) abgesehen, kann maximal ein Viertel der Ausbildungszeit im Ausland absolviert werden.
  • Der Auslandsaufenthalt muss als Ausbildungsmaßnahme in den Ausbildungsvertrag aufgenommen werden.
  • Für die Ausbildungsvergütung während des Auslandsaufenthaltes ist weiterhin der Ausbildungsbetrieb zuständig. Allerdings kann der Betrieb, der dich aufnimmt, gegebenenfalls einen Teil davon übernehmen.
  • Die Kosten für die Reise und die Unterkunft musst du selbst tragen – wende dich deshalb rechtzeitig an geeignete Förderprogramme.
  • Bei der Berufsschule musst du für den Zeitraum des Auslandsaufenthaltes eine Freistellung beantragen, versäumten Stoff wirst du nacharbeiten müssen.
  • Dein Berichtsheft musst du auch im Ausland weiterführen.

Nicht nur für den Lebenslauf: Ausbildungsleistungen richtig dokumentieren

Einerseits verbessert ein Auslandsaufenthalt zwar die Chancen auf dem heimischen Arbeitsmarkt, andererseits macht man damit womöglich auch in anderen Ländern Eindruck. Damit die erbrachten Leistungen und vorhandenen Kompetenzen aber richtig dokumentiert und damit nachweisbar sind, sollten sie schon während der Ausbildung im sogenannten Europass festgehalten werden. Denn der ist zumindest auf dem europäischen Arbeitsmarkt eine echte Hilfe.

Das richtige Dokument für den richtigen Zweck

Der von der Europäischen Union kostenlos angebotene Europass umfasst eigentlich verschiedene Dokumente, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen und unterschiedliche Zwecke erfüllen. Insgesamt sind es fünf:

  • Europass Lebenslauf
    Dieser dient sozusagen als zusammenfassendes Dokument für eine Bewerbung im EU-Raum.
  • Europass Sprachenpass
    Der gibt Auskunft darüber, wie gut du eine Fremdsprache verstehen, sprechen und schreiben kannst.
  • Europass Mobilität
    Damit werden alle Lern- und Arbeitserfahrungen dokumentiert, die du bereits im Ausland gesammelt hast.
  • Europass Zeugniserläuterungen
    Hiermit lassen sich Ausbildungsinhalte und Abschlüsse im ganzen EU-Raum besser vergleichen.
  • Europass Diploma Supplement
    Dieses letzte Dokument dient vornehmlich der europaweiten Vergleichbarkeit von Hochschulabschlüssen.

Die Europass-Dokumente sind allerdings nicht nur für Studenten und Azubis gedacht, von ihnen können im Prinzip alle EU-Bürger profitieren, die grenzüberschreitend arbeiten und lernen wollen. Wichtigste Voraussetzung ist die Vereinbarung der Inhalte und Themen für den Auslandsaufenthalt, denn nur durch diese Maßnahme der Qualitätssicherung kann gewährleistet werden, dass am Ende für alle Beteiligten – also nicht nur für dich, sondern auch für die ausbildenden Unternehmen – ein Mehrwert herauskommt.

Der Europass Mobilität

Obwohl gerade für die Zeit nach dem Ende deiner Ausbildung auch der Europass Lebenslauf interessant wird, ist vorläufig der Europass Mobilität noch wichtiger. Der gilt für alle, die im Ausland einen Lernabschnitt verbringen. Da dieser Begriff recht großzügig definiert wurde, umfasst er nicht nur Praktika oder Teile der Ausbildung, sondern eben auch Weiterbildungen oder Auslandssemester – gegebenenfalls hast du also während deiner beruflichen Laufbahn auch später noch Verwendung dafür.

Wenn du den Europass nutzen möchtest, solltest du das rechtzeitig bei deinem Ausbildungsbetrieb und deiner Berufsschule anmelden. Denn mit wenigen Ausnahmen kann der Europass Mobilität nicht von Einzelpersonen beantragt und ausgefüllt werden, dafür ist die Einrichtung verantwortlich, die dich entsendet. Damit das so schnell und unkompliziert wie möglich funktioniert, hat das Nationale Europass Center eine Datenbank angelegt, die einen einfachen Zugang zum Dokument gewährt.

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Einfach mehr wert. Der Europass Mobilität mit Lernergebnissen.

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Welchen Nutzen hat der Europass Mobilität?

Auslandserfahrungen werden für die berufliche Karriere immer wichtiger und davon sind auch Berufseinsteiger nicht ausgenommen. Die bringen allerdings wenig, wenn sie nicht adäquat in ein Bewerbungsverfahren eingebracht werden können. Im Lebenslauf das ausländische Unternehmen anzugeben, in dem man einen Teil der Ausbildung verbracht hat, ist da unter Umständen wenig aussagekräftig.

Der Europass hilft dir deshalb dabei, die angeeigneten Fähigkeiten und Kompetenzen deutlich besser und umfassender zu dokumentieren. Potenzielle zukünftige Arbeitgeber wiederum erhalten so einen tieferen Einblick in die Erfolge deines Auslandsaufenthaltes und können dessen Wert besser einschätzen – außerdem kannst du mit dem Europass ziemlich sicher sein, dass deine Erfahrungen im Ausland auch wirklich in einem Bewerbungsgespräch thematisiert werden. Dadurch sollten die Bewerbungschancen am Ende steigen.

Keine Zeit für den Auslandsaufenthalt? Die Möglichkeiten nach der Ausbildung

So groß die Vorteile für einen Auslandsaufenthalt während der Ausbildung auch sein mögen, es gibt in vielen Fällen sicher nachvollziehbare Gründe, warum er nicht zustande kommt. Schlimm ist das allerdings nicht, denn nach der Ausbildung wartet eine Reihe weiterer Möglichkeiten, den Lebenslauf mit internationalen Erfahrungswerten aufzupolieren:

Diese Möglichkeiten hast du für deinen Auslandsaufenthalt

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Leben im Ausland

junge Frau mit Rucksack

Wer für eine längere Zeit im Ausland arbeitet, baut sich unweigerlich ein neues – ein zweites – Leben auf. Die Wohnung, Freunde, Bekannte – all sie sind nun in einem anderen Land und die Verbindungen in die alte Heimat verblassen. Einigen Menschen gefällt der neue zentrale Lebensmittelpunkt so sehr, dass sie dauerhaft in das Gastland ziehen möchten. Ist dies der Fall, müssen natürlich einige rechtliche Faktoren bedacht werden. Wird die Wohnung nicht mehr vom Arbeitgeber gestellt, möchte man sich vollständig heimisch fühlen und vielleicht auch die Familie zu sich bringen, gibt es Regeln. Dieser Artikel geht auf einige davon ein.

junge Frau mit Rucksack

Einreisebedingungen

Welche Bestimmungen es für das dauerhafte Aufenthaltsrecht gibt, hängt natürlich immer vom gewählten Land ab. Innerhalb Europas ist die Sachlage recht einfach:

  • Leben – innerhalb der europäischen Union gibt es quasi keine Ländergrenzen mehr und Bürger benötigen kein Visum oder eine andere Form der Aufenthaltserlaubnis.
  • Arbeiten – auch das ist innerhalb Europas kein Problem, selbst, wenn jemand dauerhaft in einem anderen Land arbeiten möchte.

EU-Bürger genießen in diesen Ländern dieselben Freiheiten, wie Landesangehörige und können ohne Arbeitserlaubnis oder Aufenthaltserlaubnis hier leben. Wichtig beim Auswandern ist jedoch, dass der Wohnsitz auch in dem Land angemeldet wird und dass der Wohnsitz in Deutschland aufgelöst wird. Anderenfalls kommt die Doppelbesteuerung zum Tragen, die sich ungünstig auswirkt.

Wer hingegen dauerhaft in einem nicht der EU angehörigen Land bleiben möchte, muss einige Faktoren erfüllen und prüfen:

  • Visum – Arbeitsvisen sind nur für eine ganz bestimmte Zeit gültig. Das jeweilige Land entscheidet, was im Anschluss geschieht und inwieweit es verlängert werden kann. Wer seine Arbeitsstelle verliert und noch keinen neuen Job in Aussicht hat, wird nicht unbedingt eine Verlängerung erhalten.
  • Einbürgerung – um Bürger eines anderen Landes zu werden, müssen immer Bedingungen erfüllt werden. Auswanderer sollten sich rechtzeitig über die Formalitäten erkundigen und prüfen, ob sie überhaupt die Bedingungen erfüllen.
  • Absicherung – viele Länder erwarten, dass ein gewisser finanzieller Grundstock vorhanden ist, damit sich der Bürger auch ohne Arbeit problemlos im Land aufhalten kann und nicht auf soziale Leistungen – wenn vorhanden – angewiesen ist.

Ist der Familiennachzug geplant, gelten nochmals eigene Regeln, die beim Auswärtigen Amt zu erfragen sind. Nicht immer ist es beispielsweise dem Ehepartner erlaubt, ebenfalls zu arbeiten – ein finanzielles Risiko, das abgeklärt werden muss.

Lebenshaltung

Natürlich fallen in jedem Land auch Ausgaben für die Lebenserhaltungskosten an. Problematischer ist jedoch, dass das Anmieten einer Wohnung oft nicht so einfach ist. Wer vom Arbeitgeber ins Ausland geschickt wird, erhält oft eine Wohnung gestellt. Um aber nach dem Beschäftigungsverhältnis im Ausland zu bleiben, müssen sich Auswanderer eigenständig um die Wohnung kümmern. Und da gibt es Hürden:

  • Wohnsitz – viele Vermieter sind Mietern gegenüber skeptisch, die keinen festen Wohnsitz vorweisen können. Gerade diejenigen, die bislang in einem Hotel oder einer gestellten Wohnung leben, könnten nun vor Problemen stehen.
  • Finanzierung – ist bereits ein Konto in dem Land vorhanden? Das ist oft eine Grundvoraussetzung – doch für das Konto ist ebenfalls ein fester Wohnsitz im Land nötig.
  • Referenzen – oftmals muss eine Arbeitsstelle inklusive der Gehaltsnachweise vorgelegt werden.
  • Pass – ist noch kein neuer Pass vorhanden, sondern wird bislang mit dem Visum und Reisepass gearbeitet, können Vermieter skeptisch reagieren.

Wie hoch die Kosten des monatlichen Konsums sind, hängt natürlich ebenfalls vom Land ab. Diejenigen, die bereits einige Zeit im Ausland gearbeitet haben, kennen die Kostenhöhe natürlich schon. Wer gerade erst ins Ausland zieht, könnte sich hingegen in einigen Ländern wundern. Beispielsweise wird die Steuer auf Produkte in den USA nicht unbedingt immer auf dem Preisschild ausgegeben, sondern erst an der Kasse auf den Preis geschlagen.

Immobilienerwerb im Ausland

Um sich dauerhaft irgendwo niederzulassen, ist der Erwerb einer eigenen Immobilie natürlich empfehlenswert. Immerhin dient die Immobilie gleichfalls als finanzielle Absicherung. Grundsätzlich kann natürlich jeder ein Haus oder eine Wohnung im Ausland erwerben, sofern das nötige Geld vorhanden ist. Aber es sind natürlich landestypische Regelungen zu beachten:

  • Steuern – die Besteuerung auf den Immobilienerwerb ist oft anders geregelt, als in Deutschland. Während beispielsweise in Dänemark nur höchstens 1,6 Prozent Grunderwerbs- und Grundsteuer anfallen, erheben die Franzosen Grunderwerbssteuer, Wohnsteuer, Grundsteuer und eine Wertzuwachssteuer für EU-Bürger, die keine französische Staatsangehörigkeit haben.
  • Notar – selbst diejenigen, die mit der Landessprache keinerlei Probleme haben, sollten den Erwerb niemals ohne einen Notar abwickeln. Das ist zwar nicht in jedem Land die gängige Vorgehensweise, schützt aber vor Ärger.

In jedem Land dürfen EU-Bürger übrigens nicht einfach so eine Immobilie erwerben. Hier kommen oft gesonderte Vorschriften zur Geltung:

  • Schweiz – die Kantonsbehörde muss den Kauf bewilligen, sofern es sich bei dem Käufer nicht um einen Grenzgänger oder einen Ausländer mit dauerhafter Aufenthaltserlaubnis handelt.
  • Österreich – hier wird eine Erwerbsgenehmigung benötigt.
  • Dänemark – einzig Personen, die mindestens fünf Jahre im Land gelebt haben, dürfen ein sogenanntes Sommerhaus erwerben.

Es kann nur geraten werden, dass sich Immobilienkäufer im Vorfeld ausreichend informieren und für den Kauf einen Fachmann zurate ziehen. Viele Makler unterstützen Auswanderer bei der Immobiliensuche und klären ebenfalls die rechtlichen Belange ab. Ansonsten gilt natürlich, ebenso mit Bedacht vorzugehen, wie bei einem Immobilienkauf in Deutschland. Wer sich unsicher über die Bausubstanz des Hauses oder dessen Wert ist, kann durchaus einen Gutachter mit ins Boot holen. Für diesen fallen zwar Kosten an, doch können die mitunter vom Kaufpreis abgezogen werden – und wenn nicht, schützt der Gutachter vor Fehlkäufen aufgrund von Mängeln, die der Interessent selbst nicht erkennt.

Fazit – die dauerhafte Auswanderung muss durchdacht sein

Innerhalb Europas ist die Auswanderung, selbst wenn sie von dauerhafter Natur sein soll, in der Regel kein Problem. Außerhalb der EU-Grenzen hingegen gibt es so etliche Fallstricke und Hürden, die zu beachten sind. In vielen Bereichen hilft das Auswärtige Amt, insbesondere, wenn es darum geht, die dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung zu erhalten.

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