Buchtipp: Australien in 151 Momentaufnahmen

Australien 151

Selbst wer von sich behauptet, so gut wie alles über Australien zu wissen – was bei der Größe des Kontinents schon sehr schwierig ist – der wird in dem Buch „Australien 151“ sicher doch noch etwas lernen, das auch als Angeberwissen beim Stammtisch taugt. Mittlerweile gehört es für viele Abiturienten fast zum guten Ton, nach ihrem Abitur durch Australien zu reisen und dort Work and Travel zu machen, auf einer Farm zu arbeiten oder einfach längere Zeit das Land zu erkunden. Nicht gerade deshalb, scheint uns Australien sehr vertraut, aber der Autor Markus Lesweng und seine Autoren überraschen den Leser immer wieder mit einigen Episoden über die „Aussies“ und ihre Lebensweise.

Lässige Aussies sind pragmatisch

Wer hätte beispielsweise gedacht, dass die Australier trotz viel nackter Haut an den Stränden relativ prüde sind – haben sie doch eigentlich den Ruf einer ziemlich lockeren Surfernation? Keine Überraschung ist in diesem Zusammenhang, dass Mode in diesem Land aufgrund des Hang zum Lässigen eher zweitrangig ist – dort sind die Australier Pragmatiker. Obwohl wir im fernen Europa Australien und Neuseeland gerne in einem Atemzug nennen, in dem wir vom anderen Ende der Welt sprechen, sind sich die Nachbarn nicht immer so grün und es ist durchaus eine gesunde Rivalität vorhanden – ähnlich wie bei den europäischen Nachbarländern auch. Wenn es aber um wirklich wichtige Belange geht, halten die beiden zusammen – beispielsweise bei Naturkatastrophen. Besonders amüsant sind die kurzen Abhandlungen über die tierischen Einwohner Australiens, worunter nicht nur die bekanntesten wie Kängurus oder Koalas fallen, sondern auch kleinere Beuteltiere wie Possums, Bilbys oder Quokkas. Kaninchen spielen auch eine große Rolle in Australien – waren sie der Auslöser einer nicht enden wollende Plage, weitere sollten folgen.

Von Esperance über Flughunde bis zur Street Art

Die Hauptstadt Canberra kommt in diesem Buch nicht gut weg, sie sei so langweilig, dass die wenigen Bewohner am Wochenende sogar nach Melbourne oder Sydney flüchteten. Als Geheimtipp wird dagegen Esperance in Western Australia genannt: Der Ort am Ende vom Nichts überzeuge mit einer Landschaft wie aus dem Bilderbuch.  Vom australischen Essen sind die Autoren dagegen nicht so überzeugt, dafür fasziniert von der Street Art oder den Flughunden. Sie geben auch Ratschläge für den beliebten australischen Small Talk, an den sich der gemeine Europäer erst gewöhnen muss: Mit den Themen Reise, Sport und Wetter liege man dort aber immer richtig.

Fazit: Das Buch ist absolut empfehlenswert, vor allem wegen der vielen kleinen Häppchen als schnelle Lektüre für zwischendurch. Manche Tipps kann man zudem als Anreger für den nächsten Aufenthalt nehmen. Denn der Autor nennt auch einige „Do`s and Don`ts“.

Markus Lesweng, Australien 151, Conbook Verlag, 14,95 Euro, in diesem Verlag sind noch weitere Bücher aus dieser Reihe erschienen

 


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