Work & Travellerin Friederike Steiner im Interview „In Australien kann man alles auf einmal haben“

| 02. 04. 2015 | 3 Kommentare
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Friederike Steiner hat ein außergewöhnliches Jahr in Australien verbracht und will so bald es geht wieder dorthin

Die Münchnerin Friederike Steiner hat sich mit dem Australien-Fieber anstecken lassen: Nachdem sie im Rahmen ihres Referendariats bereits in Sydney war, wollte sie „Down Under“ noch einmal genauer erkunden, für sie war Work & Travel dort die perfekte Lösung.

Work and Travel Magazin: Du hattest ja vorher auch schon einmal drei Monate in Australien verbracht und hättest dir für dein Gap Year ja auch ein ganz anderes Ziel aussuchen können. Warum fasziniert dich Australien so?

Friederike Steiner: Die drei Monate haben sozusagen gerade Mal dazu ausgereicht, mich mit dem Australien-Fieber anzustecken. Ich habe fast nur in Sydney gearbeitet in dieser Zeit und wusste gleich, ich muss unbedingt wieder kommen und mir alles genauer anschauen. Ich glaube, die Faszination kommt aus einer Mischung von vielen Dingen, zum einen ist Australien so groß, dass man alles auf einmal haben kann, Sommer, Winter, Strand, Wüste, Meer, Berge, sogar Schnee, wenn man will. Man kann Großstädte erkunden oder im Niemandsland Bungee springen, tauchen, Kamele reiten oder einfach nur am Strand liegen und nichts tun. Es gibt so viele Tiere in freier Wildbahn, egal ob zu Land oder zu Wasser und Australien ist perfekt auf Backpacker ausgerichtet und macht einem das Reisen leicht. Man kann alleine unterwegs sein, weil man unheimlich leicht neue Leute kennen lernt, oder in Gruppen, jeder kann sich seine Reise stricken, wie sie individuell am besten passt. Ich denke, das alles macht den „Zauber“ Von Australien aus.

Work and Travel Magazin: Du hast ein Jahr dort mit Work and Travel und Reisen verbracht, hast du das Gefühl, jetzt das Meiste gesehen zu haben, oder fehlen dir noch wichtige Spots in deiner Sammlung? Viele sagen ja Australien sei so riesig, man brauche Ewigkeiten, um alles zu sehen… Friederike: Ein Jahr ist viel zu kurz, ich weiß das klingt lustig, aber so geht es glaube ich sehr vielen. In den ersten Monaten denkt man noch, ach, es ist noch locker Zeit und dann rinnt sie einem zwischen den Fingern davon. Ich habe so viele Sachen nicht gemacht und gesehen, nicht nur in Australien, sondern auch außen rum. Eigentlich dachte ich, ich könnte auch noch kurz nach Neuseeland, Tasmanien und Fiji und dann habe ich nicht mal alles in Australien gesehen. Aber das ist vielleicht ganz gut, so hat man einen guten Grund, bald die nächste lange Reise anzutreten! Noch ist noch nichts Konkretes geplant, aber ich hoffe sehr bald.

//“Australier sind unheimlich nett und gastfreundlich“

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Down Under hat so viel zu bieten – darunter auch diese Blumenpracht

Work and Travel Magazin: Was aus deinem Bericht heraus sticht, ist die Gastfreundlichkeit der Australier – wie viele Male seid ihr spontan eingeladen worden? Friederike: Puh, eine genaue Zahl habe ich nicht im Kopf, aber es ist wirklich so, Australier sind unheimlich nett und gastfreundlich und jeder interessiert sich dafür, wohin man geht, woher man kommt und was man so gemacht hat.

Work and Travel Magazin: Hattest du während deines Trips auch einmal vor etwas richtig Angst – du schreibst ja auch von den vielen Tieren dort, die nicht gerade ungefährlich sind. Friederike: Dafür dass es so viele giftige Tiere und Pflanzen gibt, war alles relativ harmlos, wenn ich das so sagen kann. Wir haben schon Schlangen und Spinnen und alles, was so kreucht und fleucht gesehen, aber ehrlich gesagt merkt man schon recht schnell, dass man zum einen nicht auf dem Speiseplan der meisten Tiere steht und zum anderen diese sich null für einen interessieren. Das einzige Mal eigentlich, bei dem ich echt ein mulmiges Gefühl hatte, war, als an der West Coast beim Schnorcheln ein paar Reef Sharks um uns gekreist sind. Und wenn ich jetzt etwas über Haie schreibe, fällt mir noch ein zweiter Moment ein, bei dem ich echt erschrocken bin, als ich zum Surfen im Wasser war und ein fliegender Fisch neben mir aus dem Wasser gekommen ist. Warum ich bei Haien an diese Situation denken muss? Ich hätte schwören können, dass es ein riesiger weißer Hai war und dementsprechend schnell war ich aus dem Wasser draußen…

Work and Travel Magazin: Du bist ja mit deinem Freund unterwegs gewesen, hättest du dir so einen Trip nur zu zweit vorstellen können? Dadurch habt ihr aber wahrscheinlich auch sehr viel Deutsch und weniger Englisch gesprochen… Friederike Steiner: Ich wäre wohl auch alleine aufgebrochen, aber so war es natürlich sehr angenehm, weil man immer ein bisschen Zuhause weit weg von daheim dabei hatte. Ob man weniger oder mehr Englisch dadurch spricht, kann ich schwer beurteilen. Wir hatten so viel Kontakt mit anderen Backpackern und Australiern, dass das Englisch definitiv nicht zu kurz gekommen ist. Ich glaube, es kommt immer auf die jeweilige Persönlichkeit an. Wir haben auch ganze Gruppen getroffen, die nur mit ihren eigenen Landsmännern gereist sind. Dann bringt das Ganze rein sprachtechnisch vielleicht nicht so viel. Meistens war es aber einfach eine bunte Mischung aus verschiedenen Nationalitäten, bei denen dann jeder Englisch gesprochen hat.

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Oder malerische Küsten. Was die Münchnerin alles an diesen und im Landesinnern erlebt hat, darüber hat sie ein Buch geschrieben

Work and Travel Magazin: Es ist ja nicht ganz so einfach, an Jobs – und dazu noch an welche, die einem Spaß machen – zu kommen. Der in der Bar hat dir ja schon Spaß gemacht, der im Supermarkt eher weniger, richtig, was würdest du anderen für Tipps geben? Friederike: Es ist nicht so einfach, aber man hat inzwischen echt viel Hilfe über Internetseiten, Facebook, Agenturen etc… Wenn man nicht gerade wie ich irgendwo am Ende der Welt in einem Tausend-Seelendorf ist, sondern ein bisschen frei in seiner Wahlmöglichkeit, glaube ich schon, dass jeder gut etwas finden kann! Der Bar-Job war großartig, ich muss heute noch lachen, wenn ich an die Jungs an der Bar denke, deren Bier ich einfach immer nachgefüllt habe oder an die Hochzeitsgesellschaft. Ich denke, es gibt einen Haufen Jobs in Australien, die tolle Möglichkeiten eröffnen: Ich habe Leute kennen gelernt, die auf Perlenfarmen gearbeitet haben, im Australia Zoo und oder Fruitpicking gemacht haben. Die Möglichkeiten sind grenzenlos.

Friederike Steiner

  • arbeitet als Rechtsanwältin bei der UniCredit Bank AG in München und lebt auch dort-
  • hat während ihres Referendariats eine Station in Sydney gemacht, wo die Lust auf einen längeren Trip durch Australien geweckt wurde
  • hat über ihre Erlebnisse ein Buch, basierend auf einem Blog für ihre Familie und Freunde, geschrieben, die Rezension lest ihr hier
  • ist Anfang 30 

 

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Kategorie: Allgemein, Berichte & Interviews, Work & Travel

Über den Autor ()

Simone Zettier, hat an der TU Dortmund Journalistik und Amerikanistik studiert und mithilfe eines Tennisstipendiums ein Auslandssemester an der University of New Orleans/Louisiana eingelegt. Ihr Volontariat hat sie bei der "Glocke" (Oelde) absolviert und arbeitet seitdem als Freie Journalistin für diverse Portale, Magazine und Zeitungen. Ihre Schwerpunkte sind "Wege ins Ausland", studentische Themen, Sport sowie "Stars und Sternchen". Privat wird sie ständig von Fernweh angetrieben - ihr Vater war Seemann - und reist daher so viel wie möglich. Lieblingsland: Israel, Lieblingsstadt: Barcelona, Lieblingsort: Foz do Iguacu (Brasilien)

Kommentare (3)

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  1. Friederike sagt:

    Vielen Dank für das nette Interview liebe Simone! Und falls jemand einen genaueren Einblick in meine Reise haben möchte, werft gerne einen Blick in mein Buch: „Folge den Kängurus: 17.354 KM durch Down Under“ 🙂 Ich würde mich freuen! Viele Grüße,
    Friederike

    • Silke Steiner sagt:

      sehr interessantes Interview, und das Buch ist ein erfreulicher Einblick zu Land und Leuten, mir gefällt besonders, dass es so wertfrei ist.

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