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Teil 1/2 | Jobsuche & Arbeiten in Japan

Ein Job in Japan: Wer davon träumt, hat mit den richtigen Voraussetzungen durchaus Chancen, muss aber auch der Realität ins Gesicht sehen. Nicht alle Professionen sind bei japanischen Arbeitgebern gefragt. Wenn du planst eine Zeitlang oder auch dauerhaft in Nippon Fuß zu fassen, solltest du einiges beachten und planen. Wir informieren hier zum Thema „Auslandsjob Japan“ u.a. über Branchen, Arbeitsmarkt, Jobmöglichkeiten, Jobsuche, Bewerbungsregeln und Unternehmenskultur der Japaner.

In Japan zu arbeiten ist dein Traum und du suchst noch Infos rund ums Arbeiten in Japan oder bist bereits auf Jobsuche? Dann bekommst du hier passende Infos.

Themen dieser Seite:

Wirtschaftskraft in Japan: Sektoren & führende Branchen

Japan ist eine hoch industrialisierte, freie Marktwirtschaft. Die Stärken des Inselstaates liegen dabei eindeutig in der forschungsintensiven Hochtechnologie und im internationalen Handel. Japanische Unternehmen sind Wegweiser bei Zukunftstechnologien wie  Karbonfasern, Solarenergie oder Elektrofahrzeuge. Weitere Wirtschaftssektoren: Lediglich 15% des Landes können landwirtschaftlich genutzt werden, relevante Bodenschätze sind kaum vorhanden. Bemerkenswert: Die Arbeitslosenquote in Japan ist mit rund 4% im internationalen Vergleich außergewöhnlich niedrig. 

Arbeitsmarkt & Jobmöglichkeiten für Ausländer in Japan

Zurzeit ist der japanische Arbeitsmarkt noch nicht besonders offen für Arbeitskräfte aus dem Ausland. Lediglich 2 % Ausländer leben (und arbeiten) in Japan. Der Trend - insbesondere japanischer Großunternehmen - geht aber eindeutig dahin zunehmend Ausländer einzustellen. Gut sind die Bewerberchancen bei international tätigen Unternehmen. Besonders für deutsche Bewerber interessant: Deutsche Unternehmen mit einer Niederlassung oder Tochtergesellschaft in Japan. Leben und arbeiten in Japan ist vor allem bei hoch qualifizierten Akademikern und Spezialisten beliebt. Die besten Chancen auf eine gute Anstellung in Japan haben Ingenieure, IT-Spezialisten sowie technische Experten auf anderen Gebieten. Aussichtsreich sind auch Bewerbungen im Finanzsektor sowie in Branchen, die stark exportabhängig sind. Bewerber aus den Bereichen „Geisteswissenschaften“ und „Wirtschaftswissenschaften“ müssen Spezialkenntnisse beziehungsweise mehrjährige Berufserfahrung vorweisen können. Wer eine solide Anstellung sucht, braucht in den meisten Fällen gute bis sehr gute Japanisch-Kenntnisse.

 

Der Auslandsjob-Guide zum durchklicken: 

In 21 Schritten zum perfekten Auslandsjob & Jobstart im Ausland

 

Sprachkompetenz als Schlüssel zum Job in Japan

Bewerber für qualifizierte Auslandsjobs in Japan brauchen in der Regel Sprachkenntnisse in der Landessprache. Stellen für ausländische Bewerber kann man daher in zwei Gruppen teilen: Jobs ohne bis mittlere Sprachkenntnisse und Jobs mit hervorragenden Sprachkenntnisse als Voraussetzung. Wer überhaupt keine Japanisch-Kenntnisse hat, kann möglicherweise Positionen besetzen, die speziell auf ausländische Kunden ausgerichtet sind. Andererseits besteht die Möglichkeit an japanischen Sprachschulen als Fremdsprachenlehrer – also z. B. Deutsch als Fremdsprache – zu arbeiten. Jedoch: Viele japanische Unternehmen verlangen generell hervorragende Sprachkenntnisse von Bewerbern, auch wenn diese für den ausgeschriebenen Job nicht wirklich nötig sind. Als Standard-Voraussetzung gilt in der Regel der bestandene Level 2 des JLPT (Japanese Language Proficiency Test). Ideale Kandidaten haben auch die höchste Stufe, Level 1 des JLPT erreicht. 

Arbeiten in Japan: Bewerbung & Vorstellungsgespräch

Der Markt in Japan - also auch der „Bewerbermarkt“ -  hat ganz eigenen Regeln. Japanischen Personalern fällt es häufig schwer Arbeitserfahrung, Qualifikationen oder häufige Stellenwechsel ausländischer Bewerber zu bewerten. Generell bewerten japanische Arbeitgeber Jobwechsel ziemlich negativ. Bei Studienabschlüssen gilt: Der MBA (Master of Business Administration) und der CPA (Certified Public Accountant), zum Beispiel, sind bei japanischen Unternehmen bekannt und geschätzt. Personalentscheider gehen auch davon aus, dass Bewerber jeweils mindestens drei Jahre in einem oder ggf. mehreren (heimischen) Unternehmen gearbeitet haben. Achtung: Praktika werden grundsätzlich nicht als Berufserfahrung des Bewerbers gewertet. Deutsche Uni-Absolventen haben den Nachteil, dass sie, auch bei zügigem Studium, in der Regel deutlich älter sind als japanische Absolventen. 

Tipps zur Bewerbung in Japan

Bewerber in Japan verwenden ein standardisiertes Bewerbungsformular, das vor Ort in Schreibwarenläden erhältlich ist. In Deutschland kannst du dieses Formular entweder über das Internet oder auch in japanischen Geschäften kaufen. Als ausländischer Bewerber kannst du entweder dieses Formular - mit Fragen zur Ausbildung und beruflichem Werdegang - nutzen oder, wenn freigestellt, eine Bewerbungsmappe einsenden. Diese muss aber nicht so umfangreich sein wie bei uns üblich. Individuelle Bewerbungsmappen sind in erster Linie bei international operierenden Unternehmen gefragt, die auch auf Englisch kommunizieren. Ob Formular oder Mappe: Halte dich an eine sachliche Formulierung deiner Qualifikationen. Buntes Ausmalen der eigenen Talente interpretieren Japaner schnell als Arroganz. Genauso ist im Vorstellungsgespräch Bescheidenheit angesagt. Wer sachlich, ruhig und nicht zu selbstbewusst auftritt, kann hier deutlich punkten. Du willst als Berufseinsteiger in Japan (dauerhaft) arbeiten? Dann ist für dich der 1. April ein wichtiges Datum. Dann werden nämlich jährlich im ganzen Land Berufseinsteiger eingestellt. 

Arbeits- und Unternehmenskultur in Japan

Der Arbeitsalltag in Japan ist noch immer sehr traditionell orientiert. Nach und nach öffnet sich das Land jedoch internationalen Standards. Hier einige hilfreiche Infos für alle, die einen Auslandsjob in Japan bekommen haben oder darüber nachdenken in Japan zu arbeiten:

  • In der japanischen Arbeitswelt sind auch heute noch strenge Hierarchien und starke Reglementierungen üblich. Die Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber ist meist höher als in Europa. Dazu kommt ein ausgeprägter Teamgeist, verantwortlich für  Wettbewerbsorientierung aber auch Konformitätsdruck.
  • Die offizielle Arbeitszeit der Japaner beträgt, wie bei uns zumeist auch, rund 40 Stunden pro Woche. Unterm Strich arbeiten die Japaner aber bis zu 15 % mehr. Diese Mehrarbeitsstunden führen jedoch nicht unbedingt zu mehr Produktivität: Viele Japaner bleiben zwar lange im Büro, arbeiten in dieser Zeit jedoch nicht unbedingt nur (viele surfen z. B. im Internet).   
  • Japaner haben ein ausgeprägtes Gemeinschaftsdenken. Das bedeutet unter Umständen auch nur deshalb Überstunden zu machen, weil der Kollege es tut. Viele japanische Angestellte vermeiden es auch vor ihrem Chef nach Hause zu gehen. In vielen Unternehmen wird dies dem Vorgesetzten gegenüber sogar als respektlos angesehen.    
  • Theoretisch haben japanische Angestellte mehr Urlaubstage als deutsche Arbeitnehmer. In der Praxis nehmen die Japaner aber zumeist nur wenige Urlaubstage wirklich in Anspruch. Ein Grund dafür: Viele japanische Arbeitnehmer fühlen sich nicht wohl bei dem Gedanken, dass ein Kollege während ihrer Abwesenheit die Arbeit übernehmen muss. 
  • Der Arbeitstag beginnt in der Regel nicht vor neun Uhr.
  • Der geschäfliche Dresscode in Japan entspricht weitgehend dem westlichen.
  • Ums Karaokesingen nach Feierabend kommen auch ausländische Mitarbeiter nicht herum.

Hier weiterlesen

Teil 2 | Hier Jobangebote für Japan finden und über Gehalt/Verdienst informieren

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