Buchhaltung als digitaler Nomade & Freelancer

Um die Welt reisen, neue Länder entdecken, fremde Kulturen kennenlernen und immer genug Geld in der Tasche haben – diese Idee verfolgen jedes Jahr tausende Studienabgänger, Abiturienten und andere Teilzeit-Aussteiger. In Zeiten, in denen Freelancer im Internet ortsunabhängig Aufträge abarbeiten können, ist diese Form der Weltreise längst kein Geheimtipp mehr.

Während früher eine anstrengende Jobsuche entweder von Deutschland aus im Zielland oder direkt vor Ort viel Zeit und Nerven kostete, fällt dieser Aspekt aufgrund der vielfältigen ortsunabhängigen Freelancetätigkeiten weg. Freelancer können zum Beispiel texten, programmieren, Marketingaufgaben übernehmen, virtuelle Assistenz anbieten, fotografieren, korrigieren oder transkribieren – um einige gängige digitale Jobs zu nennen. Wer Interesse hat, als digitaler Nomade die Welt zu bereisen, sollte zuerst den Beitrag „Als Freelancer im Ausland arbeiten“ lesen. Dort sind unter anderem grundlegende Betrachtungen der Job-Möglichkeiten und Tipps zum Umgang mit Online-Jobbörsen beschrieben. Außerdem werden die verpflichtenden Verwaltungsaufgaben sowie steuerlichen Anforderungen erläutert, die sie erfüllen müssen.

Wie digitale Nomaden ihr Online-Business effizient organisieren ist jetzt Thema.

Verwaltungsstrukturen schaffen

Jeder Freelancer, jeder Selbstständige, jeder Unternehmer verursacht Geschäftsvorfälle.

  • Es handelt sich zum Beispiel um einen Geschäftsvorfall, wenn ein Kunde eine Rechnung erhält.
  • Ein anderer Geschäftsvorfall wäre z. B. der Kauf eines Akkus für den Laptop.

Jeder Geschäftsvorfall muss beleghaft dargestellt werden. In der Praxis bedeutet das, dass der Selbstständige Buchführungspflichten zu erledigen hat. Der erste Schritt zu einer perfekten Buchhaltung besteht darin, sämtliche Belege aller Geschäftsvorfälle, die relevant sind, geordnet abzulegen. Das gebieten die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung.

In der analogen Welt, sprich in einem ganz normalen Büro, würde eine Sekretärin zum Beispiel einen Ordner beschriften auf dem „Rechnungseingang“ steht und dort alle Rechnungen ablegen, die für betriebliche Anschaffungen geschrieben werden. Im Online-Business braucht es dafür einen digitalen Ordner.

Sich effizient zu organisieren bedeutet, zuerst die Strukturen zu durchdenken und dann konsequent zu benutzen. Es hat sich bewährt, die Erfahrungen aus der analogen Welt in die digitale Welt zu übertragen. Die wichtigsten digitalen Ordner, die jeder Freelancer braucht, sind diese:

  • Bank
  • Kasse
  • Rechnungseingang
  • Rechnungsausgang
  • Stammakte
  • Schriftverkehr

In den Bankordner sollten einmal monatlich die Online-Kontoauszüge abgelegt werden. Grund ist, dass manche Banken die Kontoauszüge lediglich 180 Tage rückwirkend online bereitstellen. Unternehmer sind jedoch dazu verpflichtet sind, alle Belege für mehrere Jahre aufzubewahren. Deshalb ist dieser Ordner unverzichtbar. Die Aufbewahrungsfristen von z. B. Bankauszüge liegen bei 10 Jahren. Die Handelskammer Hamburg hat einen umfassenden Ratgeber zum Thema handelsrechtliche und steuerrechtliche Aufbewahrungsfristen herausgegeben. Jeder Selbstständige muss darüber Bescheid wissen und sollte sich informieren.

Unterwegs digitale Jobs erledigen ist der Schlüssel zur Unabhängigkeit.

Der Ordner für die Kasse ist für alle Barbelege notwendig. Auch als digitaler Nomade muss ein ordentliches Kassenbuch geführt werden. Allerdings können Barbelege fotografiert und dem digitalen Buchungssatz beigefügt werden. Dennoch empfiehlt es sich aus Sorgfaltspflicht, die Barbelege zusätzlich zu kopieren und die Originale sowie Kopien aufzubewahren. Warum? Viele Kassenbons werden auf Thermopapier gedruckt. Die Schrift verblasst und damit ist dieser Beleg praktisch ungültig. Wer viel reist und keinen Platz für die Papiere hat, schickt alle 4 Wochen einen Umschlag in die Heimat. Noch besser ist es, Barausgaben komplett zu vermeiden und soweit wie möglich alles auf (digital zu empfangender) Rechnung zu kaufen. Das minimiert den Buchhaltungsaufwand.

Die Stammakte ist eine Akte für alle Belege, die dauerhaft von grundlegender Bedeutung für die Selbstständigkeit sind. Hier wird zum Beispiel die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer abgelegt, die erteilte Steuernummer, die steuerliche Ansässigkeitsbescheinigung, das polizeiliche Führungszeugnis, Verträge mit Kunden und Lieferanten, eine Kopie des Personalausweises und/oder des Reisepasses, die Gewerbeanmeldung falls vorhanden, Basisvereinbarungen mit Behörden, Banken und anderen Geldgebern, Darlehensunterlagen und andere ähnlich wichtige Belege.

Buchhaltung organisieren: Online für Ordnung sorgen

Früher wurden Belege zwischen Mandant und Steuerberater hin und her geschickt, heute ist Buchhaltung viel einfacher geworden. Freelancer können ihre Buchhaltung einfach selbst erledigen. Dazu nutzen sie eine professionelle Buchhaltungssoftware. Bei Lexware ist ein leistungsfähiges Buchführungsprogramm verfügbar. Buchhaltung in der Cloud ist damit gar kein Problem. Zudem verfügt der Anbieter über zuverlässige Informationen rund um die Buchhaltung. Es werden Buchungssätze erklärt und die grundlegenden Funktionen erläutert. Die Arbeit mit dem Programm ist auch für Ungeübte zu schaffen. Voraussetzung ist, dass die nötigen Belege verfügbar sind, um die Buchungssätze auch alle korrekt erstellen zu können. Doch das sollte dank des durchdachten digitalen Ablagesystems kein Problem sein.

Rechnungen schreiben für Einsteiger und Profis

Zu den Pflichten eines Selbständigen gehört die Rechnungsstellung. Auch hier hat der Anbieter Lexware eine Lösung im Portfolio. Die Buchhaltungssoftware beinhaltet auch das Modul der Rechnungserstellung. Die Handhabung ist zeitsparend möglich und auch für Laien innerhalb kurzer Zeit zu bewältigen. Das Programm fragt die relevanten Grundlagendaten ab und führt zentrale Voreinstellungen aus.

Wichtig: Um Rechnungen schreiben zu können, müssen buchhalterische Basisdaten eingepflegt werden und dazu gehört zum Beispiel auch die Steuernummer. Diese muss parat sein. Für Freelancer, die eine ordentliche Organisationsstruktur aufgebaut haben, ist der Beleg schnell gefunden, denn dieser befindet sich in der Stammakte.

Umsatzsteuervoranmeldung einreichen

Für Selbstständige, die sich aufgrund der Kleinunternehmerregelung von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen, ist das Einreichen der Umsatzsteuervoranmeldung irrelevant. Alle anderen jedoch müssen entweder quartalsweise oder monatlich die steuerliche Verpflichtung erfüllen. Professionelle Buchhaltungssoftware wie das Programm von Lexware bietet selbstverständlich eine Schnittstelle zu den Finanzbehörden in Deutschland.

Gewinn- und Verlustrechnung erstellen

Wenn die Reise um die Welt mehr als ein Jahr dauert, könnte es dazu kommen, dass eine Steuererklärung eingereicht werden muss. Auch das ist auf elektronischem Wege möglich. Ist die Buchhaltung korrekt erfasst, ist die Auswertung zur Gewinn-und Verlustrechnung nur einen Knopfdruck entfernt. Für die Steuererklärung, die online über Elster erledigt werden kann, sind die Angaben aus der Gewinn-und Verlustrechnung nötig. Einige Zahlen daraus müssen in das Steuerformular eingetragen werden. Ist die Buchhaltung korrekt gemacht, ist dieser Teil der Steuererklärung unkompliziert zu erledigen.

Fazit: Gute Organisation spart Zeit und Geld für den Steuerberater

Freelancer können buchstäblich frei durch die Welt reisen und haben keinen Steuerberater in Deutschland nötig. Sind sie von Anfang an gut organisiert und legen ihre Belege strukturiert ab, lassen sich die gesetzlichen Verpflichtungen in Deutschland auch unter südlicher Sonne mit wenig Aufwand bewältigen.

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Die 12 besten Länder für einen Auslandsjob

Du bist auf der Suche nach einem Job im Ausland, weißt aber noch nicht genau, wo es hingehen soll? Wenn du keine persönlichen Präferenzen für eine bestimmte Sprache oder einen Kulturraum hast, gibt es viele verschiedene Optionen. Wenn du jedoch vor allem deshalb ins Ausland gehen willst, um dort einen interessanten, gut bezahlten Job zu finden, sind ganz andere Destinationen interessant für dich. Für einen Auslandsjob lohnen sich naturgemäß solche Länder am meisten, die eine hohe Jobsicherheit, vielfältige Karrieremöglichkeiten sowie hohe Verdienst- und Weiterentwicklungschancen bieten. Wenn dir das besonders wichtig ist, solltest du dir folgende Zielländer ganz genau anschauen!

Junge Frau hält eine Weltkugel hoch

1 Schweiz

Die Schweiz ist nach wie vor das Top-Auswanderungsziel derjenigen, die im Ausland hauptsächlich auf bessere Job- und Verdienstmöglichkeiten hoffen. Jedes Jahr zieht es den Großteil der Auswanderer mit deutscher Staatsbürgerschaft in das schöne Alpenland und folglich findet man dort auch die meisten Auslandsdeutschen weltweit. Warum auch in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt? Bei den Eidgenossen musst du dich noch nicht mal mit einer neuen Sprache rumschlagen, zumindest wenn du in die deutschsprachigen Kantone ziehst. Natürlich muss man sich auch an das Schwyzerdütsch erst gewöhnen, aber das geht mit Sicherheit schneller, als eine völlig fremde Sprache zu erlernen. Einziger Wermutstropfen: Die Schweiz ist eines der teuersten Länder der Welt. Daher solltest du dir unbedingt einen Job suchen, bei dem du auch richtig gut verdienst. Die meisten Exil-Schweizer können von ihrem Gehalt aber sehr gut leben.

>> Auslandsjobs in der Schweiz finden

2 USA

Umheimlich viele deutsche Auslandsjobber zieht es ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Kein Wunder: Schließlich ist das Glücksversprechen, es selbst vom Tellerwäscher zum Millionär schaffen zu können, dort am größten. Doch erfüllt sich dieses Versprechen auf der anderen Seite des Ozeans tatsächlich? Die meisten deutschen Auslandsjobber in den USA werden vermutlich doch eher in etwas bescheideneren Verhältnissen leben. Nichtsdestotrotz sind die USA ein lohnenswertes Ziel für alle, die nach guten Job- und Verdienstmöglichkeiten im Ausland suchen. Wer sich richtig ins Zeug legt, hat dort zweifelsohne viele Möglichkeiten, kann an Elite-Universitäten studieren und mitunter richtig viel Geld verdienen. Außerdem ist es das ideale Land für Selbstständige und Unternehmer, die dort viele Vorteile genießen und deutlich weniger Steuern zahlen als in vielen anderen westlichen Industrieländern.

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3 Großbritannien

Traurigerweise haben sich die Briten zwar vorerst für den Austritt aus der EU entschieden, die Möglichkeiten für deutsche Auswanderer müssen deshalb aber nicht unbedingt geringer werden. Das Königreich ist nach der Schweiz, der USA und Österreich das beliebteste Ziel deutscher Auswanderer und daran muss sich auch ohne EU-Status nichts ändern. Die guten Verdienstchancen, Jobmöglichkeiten und hervorragenden Universitäten sprechen für sich. Insbesondere bei Studenten ist die Insel schon jetzt extrem beliebt: Rund 16.000 deutschstämmige Studenten sind an britischen Universitäten eingeschrieben. Für die exzellente Ausbildung nehmen sie mitunter auch hohe Studiengebühren in Kauf. Ein Grund für Großbritanniens Beliebtheit ist sicher auch die Sprache: Wer immer schon mal mit perfektem Oxford English angeben wollte, sollte mindestens ein paar Jahre auf der Insel verbringen.

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4 Kanada

Wer auf der Suche nach guten Job-, Verdienst- und Karrieremöglichkeiten ist, muss oft lange Winter und kalte Temperaturen in Kauf nehmen. Auf kaum ein Land trifft das mehr zu, als auf das schöne Kanada. Wer mit den frostigen Temperaturen umgehen kann, den erwarten im hohen Norden Amerikas aber neben guten Jobaussichten auch außergewöhnlich freundliche Menschen, ein hoher Lebensstandard und atemberaubende Landschaften. In Kanada kannst du in vielen Bereichen deutlich besser verdienen als bei uns. Vor allem gut ausgebildete Fachkräfte und Akademiker werden dringend gebraucht, weshalb die Visums- und Einwanderungsverfahren relativ schnell und unkompliziert sind. Auch was die Integration betrifft, sollte es keine Probleme geben. Kanada gilt Einwanderern gegenüber als eine der offensten und tolerantesten Gesellschaften weltweit.

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5 Polen

Für die meisten ziemlich überraschend: Der scheinbar wirtschaftlich schwache Nachbar im Osten hat sich mittlerweile zu einem der beliebtesten Auswanderungsziele der Deutschen entwickelt. In den Jahren 2014 und 2015 zog es die meisten Auswanderer aus Deutschland dem Statistik-Portal statista.de in unser schönes Nachbarland im Osten. Dabei wurden zwar auch einige polnische Staatsbürger mitgezählt, die zuvor einen Wohnsitz in Deutschland hatten und nun in ihre Heimat zurückkehren. Aber selbst wenn man die Zahl um die polnischen Heimkehrer bereinigt, landet Polen immer noch auf Platz 5 der deutschen Auswanderungsstatistik. Offenbar hat man auch hierzulande die erstaunliche wirtschaftliche Entwicklung im Nachbarland mittlerweile bemerkt. Dank der Freizügigkeit innerhalb der EU profitieren wir gleich mit davon. Darüber hinaus bietet das Land an der Weichsel wunderschöne Städte, in denen es sich dank der niedrigen Lebenshaltungskosten gut leben lässt. Außerdem profitieren deutsche Auswanderer von der geographischen Nähe und den damit verbundenen günstigen Heimatbesuchen.

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6 Spanien

Für alle, die nicht allein an die Verdienstmöglichkeiten denken, ist definitiv auch das sonnige Spanien eine spannende Option. Zehntausende Deutsche in Spanien können sich nicht täuschen: Irgendetwas hält sie seit Jahren im Land und hält auch die Anzahl deutscher Auswanderer nach Spanien seit Jahren stabil auf hohem Niveau. Insbesondere in der Tourismus-Industrie gibt es zahlreiche, auch besser bezahlte Jobs für Deutsche. Schließlich ist Spanien das beliebteste Urlaubsland bei Deutschen. Das gibt allen, die Deutsch perfekt sprechen, zahlreiche Möglichkeiten, im Tourismus Geld zu verdienen. Wenn du zusätzlich auch noch Englisch und ein wenig Spanisch sprichst, ist das sonnige Land auf der iberischen Halbinsel definitiv ein großartiges Ziel für einen Auslandsjob!

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Frankreich

Für die Frankophilen unter uns ist Frankreich mit Sicherheit das schönste, wenn nicht das einzig mögliche Ziel für einen Auslandsjob. Neben der wunderschönen Sprache, dem göttlichen Essen, dem kulturellen Reichtum und der Eleganz seiner Bewohner erwarten dich in Frankreich außerdem gute Job- und Verdienstmöglichkeiten. Sehr gute Französisch-Kenntnisse werden dort häufig vorausgesetzt, aber das sollte für Frankreich-Liebhaber wohl das geringste Problem sein. Angesichts der im Vergleich zu Deutschland recht hohen Geburtenrate, scheint die Familiengründung bei unseren Nachbarn auch viel einfacher zu sein und für Frauen keinen größeren Stolperstein auf der Karriereleiter darzustellen. Zweifellos sprechen viele gute Gründe für Frankreich als Zielland für einen Auslandsjob.

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Türkei

Auch die Türkei ist mittlerweile ein beliebtes Auswanderungsziel. Rund 5.000 Deutsche zieht es jährlich in das beliebte Urlaubsland im Süden. Darunter sind selbstverständlich viele türkischstämmige Deutsche, aber längst nicht alle Türkei-Auswanderer haben auch einen türkischen Hintergrund. Natürlich sind erstere klar im Vorteil: Wer bereits Türkisch spricht, kann dort sehr viel schneller Fuß fassen. Erschwerend kommt hinzu, dass Türkisch nicht gerade eine leicht zu erlernende Sprache ist. Wer allerdings festentschlossen ist und viel Motivation mitbringt, der hat auch als nicht-türkischstämmiger Deutscher viele Möglichkeiten in dem schönen Land mit dem milden Klima und gastfreundlichen Menschen. Insbesondere Istanbul ist bei jungen Menschen schwer angesagt: Immer mehr deutsche Studenten verbringen ihr Auslandssemester in der spannenden Metropole am Bosporus. Vermutlich ist das die beste Grundlage für einen späteren Auslandsjob in der Türkei.

>> Auslandsjobs in der Türkei finden

Australien

No worries, mate! Kaum ein Satz beschreibt das Lebensgefühl der sonnenverwöhnten Aussies besser. Das Leben nicht allzu ernst nehmen, sondern es in vollen Zügen genießen – Wem diese Lebensphilosophie zusagt, der ist am anderen Ende der Welt genau richtig. Aber auch die Job- und Verdienstmöglichkeiten sind in dem Sonnenscheinland nicht zu verachten. Australien gönnt seinen Einwohnern weltweit den höchsten Mindestlohn und gerade einfache Arbeiten werden dort viel fairer entlohnt als bei uns. Anderseits sucht das dünn besiedelte Land auch ständig nach gut ausgebildeten Fachkräften und Akademikern in den verschiedensten Bereichen. Wer einen gefragten Beruf hat, kann sich auf ein schnelles und unkompliziertes Einbürgerungsverfahren freuen und dann alle Vorteile in dem vielfältigen Land genießen. Zweifellos verbindet kaum ein anderes Land gute Job- und Verdienstmöglichkeiten so ideal mit herrlichem Wetter und einem angenehmen Lebensgefühl.

>> Auslandsjobs in Australien finden

>> Als digitaler Nomade in Australien arbeiten

Niederlande

Die Niederlande sind ebenfalls eine interessante Option für Deutsche auf der Suche nach einem Auslandsjob. Das sympathische Nachbarland bietet viele Jobmöglichkeiten, ein relativ hohes Lohnniveau, freundliche Menschen und eine für deutsche Muttersprachler leicht zu erlernende Sprache. Besonders beliebt ist die Fahrrad-Nation übrigens bei Studenten: Nach Österreich ist es unter Deutschen das zweitbeliebteste Land für ein Auslandsstudium. Kein Wunder: Zahlreiche Studiengänge werden fortschrittlicherweise auf Englisch unterrichtet. Ohnehin sind die Englischkenntnisse der meisten Niederländer auf hohem Niveau. Ein weiteres Argument für dieses entspannte Auswanderungsziel ist die dortige Work-Life-Balance: Gerade mal 30 Stunden pro Woche arbeiten die Niederländer im Schnitt. Für wen Freizeit, Gesundheit und persönliches Wohlbefinden den höchsten Stellenwert besitzen, der sollte sich die Möglichkeiten in dem kleinen, aber beachtenswerten Staat mal genauer anschauen.

>> Auslandsjobs in den Niederlanden finden

Neuseeland

Wen hierzulande nicht allzu viel hält, der kann sich zwecks Auslandsjob auch problemlos am anderen Ende der Welt umschauen. Es lohnt sich auf jeden Fall für alle, die der alten Heimat nicht allzu oft einen Besuch abstatten wollen oder müssen. Neben Australien ist auch Neuseeland interessant für Auslandsjobber, denn bei gerade mal viereinhalb Millionen Einwohnern, ist der Bedarf an gut ausgebildeten Menschen aus dem Ausland hoch. Auch die Verdienstmöglichkeiten sind vergleichsweise gut, sodass es sich bei den Kiwis gut leben lässt. Ein besonderes Plus sind die vielfältigen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung: Am Wochenende mal eben in die märchenhafte Kulisse von Mittelerde abtauchen oder einen steilen Gletscher erklimmen? Für Exil-Neuseeländer vollkommen normal.

>> Auslandsjobs in Neuseeland finden

>> Als digitaler Nomade in Neuseeland arbeiten

Japan

Nicht zuletzt gibt es auch in Asien tolle Karriere- und Verdienstmöglichkeiten für deutsche Auslandsjobber. Insbesondere Technik-Nerds werden in Asien wohl am glücklichsten. Die Sprach- und Kulturbarriere mag definitiv eine Hürde sein – dafür bietet aber insbesondere Japan einen der höchsten Lebensstandards weltweit. Wer sich für die japanische Kultur, Sprache und das Land interessiert und bereit ist, viel Neues zu lernen, wird im Land der aufgehenden Sonne garantiert glücklich und kann eine steile Karriere hinlegen. Wer nach einiger Zeit mit perfekten Japanischkenntnissen in die Heimat zurückkehrt, hat dort umso mehr Möglichkeiten. Wenn du noch unsicher bist, kannst du Japan auch erstmal bei einem Work & Travel-Aufenthalt näher kennenlernen. Spannende Alternativen in der Region sind für Auslandsjobber außerdem Hongkong, Taiwan, Singapur (gilt als eins der besten Länder für Auswanderer), Südkorea oder China.

>> Auslandsjobs in Japan finden

Fazit

Auslandsjobber stehen vor keiner einfachen Entscheidung: In welchem Land lebt und arbeitet es sich wohl am angenehmsten? Wo kann ich am meisten verdienen? Wo gibt es die besten Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten? Welches Land bietet die beste Work-Life-Balance? Welches Land hat die besten Vorraussetzungen für eine eventuelle Familiengründung? Viele Faktoren solltest du auf der Suche nach dem perfekten Land für einen Auslandsjob berücksichtigen und der Gewinner sollte bestenfalls möglichst viele Aspekte gut miteinander verbinden.

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Digitale Nomaden im Interview | Judith und Sebastian von Packtor

Roadtrip durch den Norden Australiens.

Ob Roadtrips durch die Flüsse und Wüsten Australiens, eine Tour mit einem Seitenmotorrad durch die Steppen und Gebirge Asiens oder zu Fuß durch den Dschungel Papua-Neuguines – Judith und Sebastian sind schon seit vielen Jahren als digitale Nomaden tätig und haben in der Zeit extrem viel von der weiten Welt gesehen. Im aktuellen Interview im Work and Travel Magazin geben sie Einblicke in ihre spannenden Reiseerlebnisse, haben Tipps für das ortsunabhängige Leben als digitaler Nomade und stellen ihr aktuelles Projekt vor – einen Packlisten Generator, der ganz individuell Packlisten für jede Reise zusammenstellt.

Roadtrip durch den Norden Australiens.
Roadtrip durch den Norden Australiens.

 

w&t/magazin: Als digitale Nomaden seid ihr natürlich schon sehr viel gereist und habt unglaublich viel von der Welt gesehen. Was war für euch der schönste Ort, an dem man noch nicht von zahlreichen, weiteren Backpackern umgeben ist?

Judith: Wir sind gerne abenteuerlich in der Natur unterwegs. Besonders beeindruckend für uns waren die Tour mit einem Seitenwagen-Motorrad von Kirgisistan nach Deutschland und eine Wanderung mit der Machete durch den Dschungel von Papua Neuguinea. Dabei haben wir oft wochenlang keine Touristen, aber auch keine richtige Dusche, gesehen. Wer Ursprünglichkeit und Ruhe vor anderen Backpackern sucht, sollte seine Komfortzone verlassen. Immer schauen, wohin die Anderen gehen und diese Orte meiden. Das klappt eigentlich in jedem Land. Aber man muss nicht sofort mit der Dschungeltour anfangen – Kirgisistan liegt in unserem Lieblingsländer-Ranking wirklich ganz weit vorn: Massive Berge, endlos grüne Hochplateaus, kristallklare Seen, super liebe Menschen, Backpacker mit fesselnden Geschichten und eine Regierung, die Einreisen leicht macht.

 

w&t/magazin: Wie schwer ist euch der Schritt ins „digitale Nomadentum“ gefallen?  Wie lange hat es gedauert, bis ihr euch damit auch diesen reiseintensiven Lebensstil finanzieren konntet?

Sebastian: Die Entscheidung, ein ortsunabhängiges Einkommen zu schaffen, ist uns sehr leicht gefallen. So wie die Antwort auf die Frage: Freiheit oder Fremdbestimmtheit? Für uns bedeutet dieser Lebensstil nicht unbedingt, dass wir reiseintensiv leben müssen. Aber wir können, wenn wir wollen. Der Weg zum „vollständigen digitalen Nomaden“ war nicht so leicht wie die Entscheidung dafür. Wir haben unser Online-Business nebenberuflich aufgebaut. Nach ungefähr 2 Jahren konnten wir beide gerade so davon leben. Es kostet Kraft und Durchhaltevermögen, denn das ortsunabhängige Unternehmertum ist eine relativ neue Arbeits- und Lebensweise. Der Weg ist nicht so glatt geteert, wie der, den die meisten Menschen im Umfeld gehen.

 

w&t/magazin: Würdet ihr generell allen reiselustigen, jungen Leuten (mit besonderen Skills für das digitale Nomadentum) den Schritt zum ortsunabhängigen Arbeiten empfehlen? Welche Gefahren seht ihr dabei?

Sebastian: Auf den ersten Blick wirkt dieser Lebensstil wie ein Geheimtipp; die ultimative Abkürzung zum wunschlos glücklichen Traumleben (so wird es oft ja auch verkauft). Wir raten Jedem, sich intensiv damit zu beschäftigen. Dann findet man schnell heraus, dass es neben Freiheitsdrang auch viel KnowHow und echtes Unternehmerblut braucht. Das hat nicht Jeder – macht aber nichts – denn um eine reisehungrige Seele zu füttern, muss man ja nicht gleich den großen Cut mit den handelsüblichen Lebens- und Arbeitsmodellen machen. Man kann es auch erst mal ausprobieren: Mit einem Auslandsjahr oder den Chef nach einem Sabbatical, Jobbatical, Heimarbeit oder Teilzeitmodell fragen.

Judith: Eine große Gefahr ist wahrscheinlich, wenn das plötzlich alle machen wollen. Denn dann hätte Deutschland ein noch größeres Problem als jetzt schon. Dann müssten Unternehmen umdenken, flexibler werden und begreifen, dass vielen jungen Menschen Freizeit wichtiger ist als ein Firmenwagen. Sabbatical statt Boni. Freiheit statt Karriereleiter. Dann wäre das digitale Nomadentum eine (kleine) Bewegung für ein Umdenken in der Arbeitswelt – eigentlich ein ganz toller Gedanke. Also: Los geht´s :-)

Im Dschungel Papua-Neuguines
Abendessen in einem Dschungeldorf in Papua-Neuguinea

w&t/magazin: Habt ihr einen speziellen Tipp für unsere Leser, die später möglicherweise den Weg zum digitalen Nomaden gehen wollen?

Judith: Herzblut! Das hilft uns am allermeisten. Wer mit Herz dabei ist, fängt schneller an, lernt leichter und hält länger durch. Das merken auch die anderen: Authentizität und Leidenschaft überzeugen einfach am besten.

 

w&t/magazin: Kommen wir jetzt zu euerm großen, aktuellen Projekt. Wie ist die Idee mit dem Packlisten-Generator „Packtor“ entstanden?

Sebastian: Das war nach einer mehrjährigen Reise. Zurück in Deutschland hatte uns der Post-Travel-Blues ziemlich übel erwischt. Dass wir irgendwie anders Leben und Arbeiten wollten, war uns klar aber wie ganz genau, noch nicht. Also haben wir geschaut, was uns gefehlt hat: Eine verlässliche Anlaufstelle rund um die Themen Packen, Reise-Vorbereitung und -Ausstattung. Mit Packlisten, die genau auf den Reisenden zugeschnitten sind. Das hat perfekt gepasst, wir haben losgelegt und es hat geklappt.

 

w&t/magazin: Im Internet findet man unzählige Packlisten von den verschiedensten Reiseanbietern und Bloggern. Könnt ihr uns in wenigen Sätzen erklären, was gerade euren Packlisten-Generator so besonders und mehrwertig macht?

Sebastian: Die allermeisten Packlisten, die man im Netz so findet, bestehen aus einer festen Version. Das ist prima, wenn man sich Inspiration holen möchte, aber wir hatten einen anderen Ansatz: Wir wollten ein praktikables Tool erfinden, das neben allen wichtigen Dingen auch auf individuelle Bedürfnisse und verschiedene Reisearten eingeht. Deswegen erstellt Packtor Checklisten, die passgenau auf den Reisenden zugeschnitten sind.

Judith: Mit der erstellten Liste kann man viel machen: Artikel hinzufügen, löschen, verschieben, dem Handgepäck zuordnen, Listen speichern, mit Freunden teilen, gemeinsam packen, … und seit es Packtor auch als App gibt, kann man jetzt von überall auf seine Packlisten zugreifen.

 

w&t/magazin: Der Packlisten-Generator beinhaltet konkrete Angaben zu einer unterschiedlichen Dauer bei Reisen von einem Zeitraum bis 14 Tage. Danach wird bei der Liste aufgrund des Zeitraums nicht mehr unterschieden. Macht es eurer Meinung nach bezüglich des Gepäckes keinen wirklichen Unterschied mehr, ob man sich für 3 Wochen oder als Work & Traveller vielleicht sogar für 2 Jahre beispielsweise nach Australien aufmacht?

Judith: Nein, das macht für die Anzahl wirklich keinen Unterschied. Zumindest tut man sich keinen Gefallen, wenn man mehr mitschleppt. Wer nutzt denn schon mehr als 14 Unterhosen zuhause? Da gibt es eine magische Grenze, bei der es Sinn macht, die Kleidung unterwegs zu waschen. Und wenn man merkt, es fehlt etwas, dann kauft man dieses eine Teil eben noch nach. Wir sind absolute Verfechter von leichtem Gepäck. Wenn man zuhause sitzt, tendiert man gern dazu, viel zu viel mitzunehmen – da müssen wir uns auch manchmal noch drosseln, nach wie vor.

 

w&t/magazin: In welchen Punkten könnte sich bei längeren Reisen eurer Meinung nach die Packliste eines Work & Travellers mit der eines Touristen unterscheiden?

Sebastian: Der Hauptunterschied liegt in der Kleiderwahl. Wer schon weiß, was er als Work & Traveller arbeiten wird, kann zusätzlich zur Grundausstattung noch Arbeitskleidung mitnehmen: Z.B. belastbare/alte Teile zur Farmarbeit oder schwarze Hose/ weiße Bluse zum Kellnern. Und vielleicht möchte man nach einem Arbeitstag auch einfach mal auf der Terasse lümmeln, das geht natürlich am besten in gemütlicher Klamotte. Noch mehr als der Tourist, sollte ein Work & Traveller auf Multifunktionalität achten. Toll ist, wenn ein Teil viele andere Dinge ersetzen kann, wie Handy, eReader, Poncho oder Multifunktionstuch.

Mit einem Seitenwagenmotorrad durch den Ural.
Judith und Sebastian reisen mit einem Seitenwagenmotorrad durch Kirgisistan.

w&t/magazin: Welches Gepäckstück macht bei langen Individualreisen mehr Sinn? Koffer oder Rucksack?

Judith: Ganz klar: Ein Kofferrucksack mit kleinem Daypack. Bei langen Individualreisen weiß man nicht genau, was kommt und mit Rucksack ist man einfach flexibler. Es ist furchtbar nervig, unterwegs ständig mühsam nach seinen Klamotten zu kramen – Kofferrucksäcke kann man ganz aufklappen. Die Tragesysteme sind mittlerweile auch so weit, dass man sie über mittellange Strecken mühelos auf dem Rücken tragen kann. Persönlich reisen wir allerdings nur noch mit Handgepäck-Rucksack, egal wie lange wir unterwegs sind. Das erleichtert Reisen wortwörtlich.

 

w&t/magazin: Was ist euer Expertenrat? Worauf sollte man beim Rucksackkauf unbedingt achten?

Sebastian: Zuerst ist es wichtig, herauszufinden, für was der Rucksack eingesetzt werden soll. Wer ernsthafte Trekkingtouren mit Selbstversorger-Etappen einplant, braucht einen Trekkingrucksack mit richtiger Rückenlänge, passendem Hüftgurt und korrekter Einstellung. Wer einen Allrounder sucht, kann zwischen Trekking- und Kofferrucksack wählen. Auf was man dabei achten sollte: Robustes Material und gute Verarbeitung, praktische Taschen-Aufteilung, Wasserfestigkeit (Regenhülle) und gutes Tragegefühl (mit Gewicht Probetragen!).

Wer mehr wissen möchte – wir haben in unserem Blog einen großen Artikel zum Thema passender Rucksack.

 

w&t/magazin: Besitzt ihr einen Geheimtipp für ein Gegenstand/Utensil, welches bei langen Reisen sehr nützlich sein kann und welches man nicht in den gängigen Packlisten findet?

Judith: Ein Online-Backup sämtlicher Daten ist total praktisch. Einfach Passkopie, Pin-Nummern, Adressen, Kreditkartennummer usw online speichern. So hat man alles an einem Platz und von überall auf der Welt Zugriff auf die wichtigsten Dinge. Außerdem gehen wir nicht ohne Sarong: Wickelrock, Handtuch, Decke, Sonnendach, Umkleideraum und Raumteiler in einem. So hat man wieder ein bisschen Gepäck gespart :-)

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