Teil 4/5: Ohne Geld im Ausland – Was nun? Kein verfügbares Geld

| 25. 06. 2017 | 0 Kommentare

In unserer Serie „Ohne Geld im Ausland – Was nun?“ haben wir dir bereits gezeigt, wie du in deinem Work and Travel-Land kostenlos wohnen kannst, wie du dich kostengünstig oder ganz ohne Geld von A nach B bewegst und wie du im Notfall schnell an einen Job kommst. Doch was machst du eigentlich, wenn du von einem Moment auf den anderen gar keinen Zugang mehr zu deinen Ersparnissen hast. Hier gibt es verschiedene Szenarien: Konto gesperrt, Kreditkarte weg, Karte funktioniert nicht mehr oder der Kreditrahmen ist ausgeschöpft. Was du in einem solchen Notfall tun kannst bzw. wie es gar nicht erst so weit kommt, erfährst du in Teil 4 unserer Serie „Ohne Geld im Ausland“.

Junger Mann lehnt an einer Wand

1Zweite Kreditkarte mitnehmen

Das ist eine wichtige Maßnahme, die du unbedingt vor der Abreise treffen solltest. Beantrage bei deiner Bank auf jeden Fall eine zweite Kreditkarte. Bei machen Anbietern ist das sogar vollkommen kostenlos, zum Beispiel bei der kostenlosen Kreditkarte der DKB. Es dauert ca. zwei Wochen, bis die zweite Kreditkarte bei dir eintrifft. Daher solltest du dich rechtzeitig um diesen wichtigen Punkt kümmern. Damit bist du schon mal sehr gut für einen eventuellen Verlust deiner Kreditkarte gerüstet, beispielsweise weil du sie im Automaten vergisst, sie geklaut wird oder sie sonst irgendwie abhanden kommt. Die zweite Kreditkarte solltest du natürlich immer an einem anderen Ort aufbewahren als deine Erstkarte. Am besten verstaust du sie an einem sicheren Ort in deinem Backpack, während du die erste Karte im Geldbeutel, Geldgürtel oder Bauchtasche aufbewahrst.

>> Tipp: Die auslandszeit-Kreditkarte ist ideal für Work & Traveller!

2Bargeld-Reserve mitnehmen

Auf jeden Fall solltest du als Work and Traveller immer auch etwas Bargeld dabei haben, damit du für den unwahrscheinlichen Fall gerüstet bist, dass du auf einmal keinen Zugriff auf deine Konten hast. Wenn die Karte weg ist oder nicht mehr funktioniert, musst du evtl. eine ganze Weile auf Ersatz warten. Um diese Zeit zu überbrücken, kannst du deine Notfall-Reserven nutzen. Diese gehören auf jeden Fall immer an einen möglichst sicheren und schwer auffindbaren Ort in deinem Hauptgepäck, also Backpack. Es ist auch sinnvoll, mehrere Scheine mitzunehmen und diese an verschiedenen Orten im Rucksack zu verteilen. Als Bargeldreserve sollten 100 bis 200 Euro ausreichen. Damit kommst du im Notfall ein paar Tage über die Runden bis alles Weitere geregelt ist.

3Selbst Bargeld schicken

Wenn du im Ausland plötzlich nicht mehr an Bargeld kommst, kannst du dir auch selbst Bargeld aus der Heimat schicken – ganz ohne Bank. Das funktioniert beispielsweise über Dienstleister wie Azimo oder Western Union. Via Online-Überweisung schickst du einen bestimmten Betrag von deinem deutschen Konto an einen der Dienstleister. Bereits kurze Zeit später, oft noch am gleichen Tag, kannst du das Geld bei einer Bank, Post, einer Western-Union-Filiale oder einem anderen Ort in deinem Gastland gegen Vorlage deines Reisepasses abholen. Für diesen Dienst musst du zwar Gebühren zahlen, aber es ist zweifelsohne einer der besten und schnellsten Wege, im Ausland an Cash zu kommen. Auf dem gleichen Weg können dir natürlich auch deine Eltern oder andere Leute Bargeld ins Ausland schicken.

4Für ausreichend Kreditrahmen sorgen

Eine weitere Maßnahme, die du noch vor der Reise treffen solltest: Sorge für einen ausreichenden Kreditrahmen. So kannst du den Fall ausschließen, dass du unterwegs kein Geld mehr bekommst, weil dein Kreditrahmen ausgeschöpft ist. Frage am besten vorher bei deiner Bank nach, welcher Kreditrahmen dir im Ausland zur Verfügung steht. Allerdings solltest du diesen ohnehin nur in absoluten Notfällen nutzen, da dafür meist hohe Dispo-Zinsen anfallen. Im Ernstfall ist es aber besser, als gar nicht an Geld zu kommen.

5Geld leihen

Eine weitere Back-up-Möglichkeit für den Ernstfall ist natürlich, mit anderen Leuten gemeinsam zu reisen, statt dein eigenes Ding durchzuziehen. Sollte unterwegs wirklich etwas Schlimmes passieren und du stehst ohne Geld da, hast du Freunde an deiner Seite, die dich unterstützen können und wollen. Gute Freunde werden immer bereit sein, dir Geld zu leihen, bis du selbst wieder an Geld kommst. Schließlich sitzt ihr alle im gleichen Boot und jeder Work and Traveller kann sich vorstellen, wie unangenehm eine solche Situation ist. In so einem Fall kannst du auf die Unterstützung deiner Travel Buddys zählen. Natürlich musst du dann auch zusehen, dass du das Geld möglichst schnell zurückzahlst.

6Kreditkarte sperren

Wichtig für den Ernstfall ist noch, dass du deine Kreditkarte wirklich sofort sperren lässt, sobald du den Verlust bemerkst. Auch wenn es gerade mitten in der Nacht in Deutschland ist, musst du umgehend bei deiner Bank anrufen und den Verlust melden, sonst riskierst du weiteren finanzielle Schaden. Denn wenn herauskommt, dass du die Karte nicht sofort gesperrt hast als du den Verlust bemerkt hast, musst du den entstandenen Schaden selbst tragen. Deshalb solltest du dir die Notfall-Nummer deiner Bank irgendwo notieren, wo du sie im Ernstfall schnell findest.

>> Tipp: Alternativ kannst du dir die zentrale Sperrnummer 116 116 merken, die für alle Banken gilt. Wenn du die Nummer im Ausland wählst, musst du noch die Landesvorwahl von Deutschland (0049) vorweg wählen.

Fazit

Auch wenn im Ausland der absolute Ernstfall eintritt und du aus den verschiedensten Gründen plötzlich gar keinen Zugriff mehr auf deine Konten hast, gibt es Wege und Möglichkeiten, trotzdem wieder schnell an Bargeld zu kommen. Um den Schaden und Aufwand in einem solchen Fall möglichst gering zu halten, solltest du bereits vor der Abreise einige Vorsichtsmaßnahmen treffen. Das gibt dir unterwegs auch mehr Sicherheit, denn du weißt, dass du für den Ernstfall gerüstet bist. Wir hoffen, wir konnten dir mit unserer Serie „Ohne Geld im Ausland – Was nun?“ beweisen, dass das Worst-Case-Szenario beim Work and Travel kein absoluter Alptraum ist, sondern dass es immer Wege und Möglichkeiten gibt, sich aus scheinbar ausweglosen Situationen zu befreien. Trotzdem ist es natürlich immer am besten, eine solche Situation von vornherein zu vermeiden. Deshalb geben wir im nächsten und letzten Teil unserer Serie 5 Tipps, wie es gar nicht erst so weit kommt.

Hier weiterlesen:

Zurück zu Teil 1 | Kostenlos im Ausland wohnen

Zurück zu Teil 2 | Möglichkeiten im Ausland einen Job zu finden

Zurück zu Teil 3 | Fortbewegung ohne Geld

Coming soon!

Teil 5 | 5 Tipps, damit es gar nicht so weit kommt

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Kategorie: Allgemein, Tipps & Tricks, Work & Travel

Julia Schneider

Über den Autor ()

Julia Schneider ist seit ihrem einjährigen Work & Travel-Aufenthalt in Australien direkt nach dem Abitur mit dem Reisevirus infiziert. Deshalb studierte sie Tourismus-Management in den Niederlanden sowie Kulturwissenschaften an der Viadrina in Frankfurt/Oder und Madrid. Sowohl während des Studiums als auch danach nutzte Julia jede Gelegenheit, neue Länder, Kulturen und Sprachen zu entdecken. Am liebsten ist sie in Südamerika und Osteuropa unterwegs. Seit 2012 arbeitet sie ortsunabhängig als freie Texterin, Online-Redakteurin und Journalistin. Ihre Schwerpunkthemen sind Reisen, Arbeiten & Leben im Ausland, digitale Nomaden und Nachhaltigkeit. Auf ihrem persönlichen Blog und Herzensprojekt www.roadheart.com schreibt sie am liebsten über Selbstverwirklichung und persönliche Entwicklung, die innere Stimme / Intuition, bodenständig gelebte Spiritualität und einen bewussten Lifestyle.

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