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Teil 1/3: Jobsuche & Arbeiten in Finnland

Arbeiten und leben in Finnland ist attraktiv und auch machbar - Trotz Wirtschaftskrise mit alle ihren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt benötigen finnische Arbeitgeber über kurz oder lang mehr entsprechend qualifizierte Mitarbeiter. Um dem Rechnung zu tragen, ist die  Regierung längst ganz bewusst von einer "Ausländer-Politik“ zur „Einwanderer-Politik“ übergegangen. Die Finnen sind bekannt für ihr ausgezeichnetes Bildungsniveau und ihre Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Technologien. Mehr zum Thema „Arbeit in Finnland“ kannst du in dem folgenden Text nachlesen: Hier geht es um die finnische Wirtschaft, den Arbeitsmarkt, um Jobsuche und Bewerbung sowie Aufenthaltsgenehmigung und Unternehmenskultur. 

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Finnlands Wirtschaft: Dienstleistung & Industrie

Finnland ist - wie die anderen skandinavischen Staaten ebenfalls - weniger von den Nachwehen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen als andere europäische Länder. Die finnische Wirtschaft befindet sich längst im Aufschwung und die Leistungen Finnlands in der Informations- und Kommunikationstechnologie sind weltweit anerkannt.

Während der letzten Jahrzehnte hat sich Finnland rasant zur modernen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft entwickelt. Ungefähr zwei Drittel der finnischen Arbeitnehmer sind im wichtigsten Sektor des Landes, dem Dienstleistungssektor, angestellt. Rund ein Drittel dieser Angestellten arbeitet wiederum im öffentlichen Dienst. Immer noch bedeutend für die Entwicklung von Finnlands Wirtschaftskraft ist die Industrie. Durch sie werden immerhin fast 95% der Exporterlöse erwirtschaftet. Den ersten Rang nimmt hier die Metall- und Elektroindustrie ein. Sie stellt ungefähr 50% der Industrieproduktion und der Ausfuhren.

Besonders erfolgreich im Ausland: Elektronik mit dem Schwerpunkt Telekommunikationsgeräte. In Finnland sind darüber hinaus zahlreiche innovative Großkonzerne im IT-Bereich ansässig. Andere wichtige Industriezweige sind die Holz- und Papierindustrie, die chemische Industrie, der Maschinenbau sowie Biotechnologie und Pharmaindustrie. Die Forstindustrie, insbesondere der Zweig Papierindustrie, ist mit knapp einem Drittel der Gesamtausfuhren am Export beteiligt.

Finnlands Arbeitsmarkt für Ausländer

Gute Berufsaussichten für Ausländer: Speziell innerhalb der Wachstumsgebiete um Helsinki und Tampere in Südfinnland herrscht Fachkräftemangel. Finnland gehört zu den führenden Ländern in Forschung und Entwicklung vieler technologischer Fachgebiete. Ganz besonders in den informations- und kommunikationstechnologischen Bereichen werden immer gute Arbeitskräfte, auch aus dem Ausland, eingestellt.

Besonders gut ausgebildete Fachleute haben zurzeit auch sehr gute Chancen auf einen Job in Bereichen wie Umwelttechnik, Medizintechnik, Logistik sowie Anlagen- und Maschinenbau. Darüber hinaus sind Bewerber dieser Fachbereiche gern gesehen: Gesundheitswesen (z. B. Pflegeberufe, medizinisches Fachpersonal), Gastronomie, Finanz- und Buchhaltung sowie ausgebildete Lehrer.

 

Der Auslandsjob-Guide zum durchklicken: 

In 21 Schritten zum perfekten Auslandsjob & Jobstart im Ausland

 

Sprachkompetenz - Schlüssel zum Job

Die vielleicht größte Hürde, die du auf dem Weg zum Job in Finnland nehmen musst ist die Landessprache. Nur in sehr wenigen Berufsbereichen und Anstellungen kann man sich als Ausländer ohne finnisch über Wasser halten.

Das Finnische hat den Ruf einer relativ schwer zu erlernenden Sprache. Wer jedoch fest vor hat nach Finnland zu gehen und dort nicht nur zu arbeiten, sondern auch seine Freizeit zu genießen, sollte sich nicht abschrecken lassen. Vor der Einreise sind zumindest gute Grundkenntnisse des Finnischen ein Muss. Gut zu wissen: Viele Gemeinden sowie Arbeitgeber vor Ort bieten ihren ausländischen Arbeitnehmern kostenlosen oder günstigen Sprachunterricht an.

Auf Jobsuche in Finnland: Wie bewerbe ich mich?

Wie anderswo auch, verliert die klassische Mappenbewerbung in Finnland mehr und mehr  an Bedeutung. Viele Unternehmen geben Interessenten heute die Möglichkeit sich über ihre Unternehmens-Website online zu bewerben. Das geschieht meist über entsprechende Formulare, die direkt online auszufüllen sind. Auch Bewerbungen via E-Mail sind längst Alltag. Wenn beispielsweise in der Stellenanzeige eine entsprechende E-Mail angegeben wird, sollte diese auch genutzt werden.
Schriftliche Bewerbungsmappen musst du in der Regel fehlerfrei in finnischer oder – bei größeren Unternehmen - auch englischer Sprache formulieren. Wenn eine schriftliche Bewerbung verlangt wird, sollte diese immer individuell sein. Das Bewerbungsanschreiben soll, genau wie der tabellarische Lebenslauf, kurz und prägnant sein.

Ins Anschreiben gehören Angaben zur Motivation, Qualifikation und zu deiner Persönlichkeit. Der Lebenslauf sollte mit der aktuellen bzw. letzten Position beginnen (chronologisch rückwärts). Hobbies/Interessen können gern mit angegeben werden, ein Bewerbungsfoto ist dagegen nicht gefragt. Üblich ist es außerdem Referenzpersonen anzugeben, die Auskunft über den Bewerber geben können.

Umfangreiche Anlangen zu den Mappen sind ebenfalls nicht erforderlich. Bei Bedarf fordern die potenziellen Arbeitgeber Dokumente - zum Beispiel Zeugnisse - nachträglich an. Wenn du unsicher bist, kannst du durchaus beim Unternehmen anrufen und dich erkundigen, welche Unterlagen gefordert sind. Bei schriftlichen Bewerbungen in Finnland ist es Usus sich nach einigen Tagen telefonisch zu erkundigen, ob die Bewerbungsmappe angekommen ist.

Ein Vorstellungsgespräch verläuft in Finnland übrigens ganz ähnlich wie bei uns in Deutschland. Erste Kennenlerngespräche werden aber häufig telefonisch geführt, um lange Anfahrtswege zu vermeiden.

Anerkennung von Berufsabschlüssen

Möglicherweise benötigst du für deinen (deutschen) Berufsabschluss oder Hochschulabschluss die Anerkennung des Nationalen Bildungsrats: Das gilt für Jobs im Öffentlichen Dienst oder auch für Stellen, die einen Hochschulabschluss bzw. den Abschluss eines dreijährigen postsekundären Bildungsgangs erfordern.

In Bezug auf Anstellungen im Privatsektor ist die offizielle Anerkennung durch den Bildungsrat meistens nicht notwendig. Darüber hinaus brauchen Angestellte im medizinischen Bereich, Tierärzte, Bilanzbuchhalter, Wirtschaftsprüfer, Anwälte sowie Seeleute eine spezielle Berechtigung zur Ausübung ihres Berufs in Finnland. Personen, die ihren Abschluss im Ausland erworben haben, erhalten diese Berechtigung von den entsprechenden Behörden.

Hier weiterlesen:

>> Teil 2: Jobs in Finnland finden | Working Holidays in Finnland

>> Teil 3: Arbeiten & Unternehmenskultur in Finnland

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