25 Jahre Work and Travel: Vom Abi-Abenteuer zum Lebensmodell für Erwachsene (Trends 2026)

25 Jahre Work and Travel: Vom Abi-Abenteuer zum Lebensmodell für Erwachsene (Trends 2026)

QUICK FACTS

1.588 Teilnehmende
der Auslandsjob-Umfrage 2025/2026
56,7 % ab 30 Jahren
der Befragten sind 30 Jahre oder älter, 2018/19 waren es 7,7 %
32,9 % planen die Auswanderung
2017 waren es 1,3 %
43,6 % nennen Spanien
als Wunschland, das beliebteste Ziel in Europa
15.921 Working-Holiday-Visa
erhielten Deutsche 2024/25 in Australien, im Rekordjahr 2013/14 waren es 26.819
85,4 % fänden ihren Arbeitgeber attraktiver
wenn eine Auslandszeit möglich wäre
STUDIE "25 JAHRE WORK & TRAVEL"

Work and Travel ist erwachsen geworden. Seit das Working-Holiday-Abkommen mit Australien am 1. Juli 2000 in Kraft trat, hat sich die Zielgruppe gedreht. Laut der Längsschnitt-Studie 25 Jahre Work & Travel von Auslandsjob.de ist die Zielgruppe deutlich älter. 2025/26 sind 56,7 Prozent der Befragten 30 Jahre oder älter. 2018/19 waren nur 7,7 Prozent älter als 30. 32,9 Prozent planen die Auswanderung, und 43,6 Prozent nennen Spanien als Wunschland. Damit wird Work and Travel für Erwachsene zum Lebensmodell und das Arbeiten im Ausland zum Thema für Arbeitgeber. Das Abi-Jahr in Australien gibt es weiter. Normalfall ist es aber nicht mehr.

Vom Abkommen zum Massenphänomen: Work and Travel seit 2000

Am 1. Juli 2000 trat das Working-Holiday-Abkommen zwischen Deutschland und Australien in Kraft. Aus der Möglichkeit für wenige wurde in den Jahren danach ein Massenphänomen. Seit 2004 begleitet Auslandsjob.de Menschen auf diesem Weg.

Laut der Längsschnitt-Studie 25 Jahre Work & Travel von Auslandsjob.de erreichte Australien 2013/14 den Rekord. Deutsche erhielten damals 26.819 Visa. 2018/19 waren 59,8 Prozent der Befragten jünger als 22 Jahre. Dann kam die Zäsur. Grenzschließungen durch die Corona-Pandemie ließen Work and Travel nahezu zum Erliegen kommen. 2020/21 erteilte Australien nur 1.834 Visa. Seither erholen sich die Zahlen, erreichen das alte Niveau aber nicht.

Programmjahr

Erteilte Visa für Deutsche (Australien)

Einordnung

2013/14

26.819

Rekordjahr

2020/21

1.834

Corona

2024/25

15.921

rund 59 % des Höchststands

Quelle: Department of Home Affairs, Auswertung: Längsschnitt-Studie 25 Jahre Work & Travel von Auslandsjob.de. Die Zahlen umfassen Erst-, Zweit- und Drittvisa je Programmjahr.

Neuordnung seit 2022: Warum Arbeiten im Ausland attraktiver wird

Laut der Global-Mobility-Studie 2025/2026 von Auslandsjob.de suchen 78,7 Prozent der Befragten aktuell aktiv einen Auslandsjob. Im Vorjahr lag der Wert bei 74,3 Prozent. Die Zahlen stammen aus der Studie „Die große Auslandsjob-Umfrage 2025 / 2026″ mit 1.588 Teilnehmenden. Wer ins Ausland will, sucht längst konkret.

Auch die Zielgruppe verändert sich spürbar. 41,8 Prozent der Befragten sind 40 oder älter, 45,5 Prozent sind angestellt. Die Motive verschieben sich ebenfalls. 2018/19 stand Abenteuer und Spaß mit 63,8 Prozent auf Platz 1. 2025/26 führen Kulturen und Sprachen mit 56,2 Prozent. Es folgen Work-Life-Balance mit 54,4 Prozent und Tapetenwechsel mit 44,7 Prozent.

Merkmal

Früher

2025/26

Anteil unter 22 Jahre

59,8 % (2018/19)

22,8 %

Anteil ab 30 Jahre (2018/19: ab 31)

7,7 % (2018/19)

56,7 %

Dauerhaft auswandern

1,3 % (2017)

32,9 %

Top-Motiv

Abenteuer und Spaß, 63,8 % (2018/19)

Kulturen und Sprachen, 56,2 %

Die Wellen sind nur eingeschränkt vergleichbar. Frühere Befragungen richteten sich an Work-and-Travel-Interessierte, spätere an Interessierte am Arbeiten und Leben im Ausland. Die Werte zeigen Richtungen und keine exakten Veränderungsraten.

Work and Travel Europa: Der Süden holt auf

2017 interessierten sich nur 6,5 Prozent für Work and Travel in Europa. 2025/26 nennen 43,6 Prozent Spanien als Wunschland, 2022/23 waren es 31,0 Prozent. Großbritannien fällt von 17,2 auf 11,0 Prozent. Die Studie beschreibt Südeuropa als visafrei, nah und mit hoher Lebensqualität.

Bei den Fernzielen führt Australien 2025/26 mit 28,0 Prozent wieder das Ranking an. Es folgen Kanada mit 20,2 Prozent und Neuseeland mit 19,2 Prozent. Die Vereinigten Staaten (USA) fallen mit 18,5 Prozent auf Platz 4.

Faustregel für Arbeitgeber: Stellen in Spanien, Portugal, Italien oder Griechenland sprechen die vier meistgenannten europäischen Ziele an.

Arbeiten im Ausland als Thema für Arbeitgeber

Work and Travel ist heute weniger Übergangsritual als Lebensmodell. 85,4 Prozent der Befragten fänden ihren deutschen Arbeitgeber attraktiver, wenn eine Auslandszeit innerhalb der Anstellung möglich wäre. 62,3 Prozent bevorzugen flexible Arbeitsmodelle. Solche Angebote gibt es laut der Auslandsjob-Umfrage 2025/2026 bislang fast nirgends.

„Aus Work & Travel ist Work & Life geworden. Die Menschen wollen nicht mehr zwischen Karriere und Lebensqualität wählen, sondern beides. Das Spannende daran: Der Schlüssel liegt beim Arbeitgeber.“
Frank Möller, Geschäftsführer von Auslandsjob.de

Real Talk: Die Nachfrage ist da, das Angebot fehlt weitgehend.

Die Studie nennt drei Instrumente, die Mitarbeitende im Unternehmen halten:

Die größten Hürden liegen im Drumherum. Unterkunft und Ankommen nennen 45,8 Prozent, Bürokratie 44,2 Prozent. Fehlende Qualifikation nennen nur 18,5 Prozent. Für 24,1 Prozent ist ein Relocation Package Voraussetzung für einen Auslandsjob.

Ausblick: Wohin sich Work and Travel entwickelt

Seit Juli 2026 gilt für Deutsche beim australischen Working Holiday Visum eine Altersgrenze von 35 Jahren. Kanada lässt Deutsche ebenfalls bis 35 zu. Das Kanada-Kontingent sank von 4.490 Plätzen im Jahr 2021 auf 3.030 im Jahr 2026.

Das klassische Gap Year der Generation Z bleibt bestehen. 63,0 Prozent der Befragten bis 29 Jahre planen maximal zwölf Monate. Daneben wächst Work and Travel für Erwachsene als Auszeit, Sabbatical, Remote-Phase oder Testlauf fürs Auswandern.

Fazit: Work and Travel hat sich neu erfunden

Aus dem Abenteuer nach dem Abitur ist in 25 Jahren ein Lebensmodell geworden. Die Zielgruppe ist älter, die Pläne sind länger und die Ziele liegen häufiger in Europa. Arbeitgeber erreichen mit Remote Work, Workation und Employer-of-Record-Modellen Menschen, die mitten im Berufsleben stehen. Das klassische Gap Year bleibt bestehen, doch es ist nicht mehr das einzige Modell. Wer Work and Travel neu denkt, plant Südeuropa mit ein.

Häufig gestellte Fragen zu 25 Jahren Work and Travel

Seit wann gibt es Work and Travel in Australien?

Das Working-Holiday-Abkommen zwischen Deutschland und Australien trat am 1. Juli 2000 in Kraft. Auslandsjob.de begleitet Work and Traveller seit 2004. 2013/14 erreichte Australien mit 26.819 Visa für Deutsche den Rekord, 2024/25 waren es 15.921 Visa.

Wie alt sind Work and Traveller heute?

In der Umfrage 2025/2026 sind 56,7 Prozent der Befragten 30 Jahre oder älter. 41,8 Prozent sind sogar 40 und älter. 2018/19 waren 59,8 Prozent jünger als 22 Jahre.

Welche Altersgrenze gilt für das Working Holiday Visum in Australien?

Seit Juli 2026 gilt für Deutsche beim australischen Working Holiday Visum eine Altersgrenze von 35 Jahren. Zuvor lag die Grenze bei 30 Jahren. Auch Kanada lässt Deutsche bis 35 zu.

Welches Land ist für Work and Travel in Europa am beliebtesten?

Spanien führt mit 43,6 Prozent, nach 34,4 Prozent in der Studie 2024/25. Portugal folgt mit 24,3 Prozent, Italien mit 20,8 Prozent und Griechenland mit 18,7 Prozent. Südeuropa dominiert die ersten vier Plätze.

Was bedeutet Work and Travel für Arbeitgeber?

85,4 Prozent der Befragten fänden ihren deutschen Arbeitgeber attraktiver, wenn eine Auslandszeit innerhalb der Anstellung möglich wäre. 62,3 Prozent bevorzugen flexible Arbeitsmodelle. Remote Work, Workation und Employer-of-Record-Modelle machen Auslandszeiten im bestehenden Job möglich.


Frank Möller
Experte für Auslandsaufenthalte

Frank Möller

Geschäftsführer

Frank Möller ist Gründer der INITIATIVE auslandszeit GmbH und ist mehr als 20 Jahre führender Experte für Auslandsaufenthalte und Work & Travel. 2008 startete er das heute größte unabhängige Informationsnetzwerk zum Thema Auslandszeit. Mit der 2020 gegründeten Auslandsjob Recruiting Solutions schlägt er die Brücke zum Thema New Work und vermittelt jungen Talenten Arbeitsmöglichkeiten weltweit. Als Experte für Cross Border Mobility veröffentlicht er regelmäßig Marktstudien und ist gefragter Interviewgast in Fachmedien und Podcasts, wo er über Trends im Auslandsrecruiting spricht.

Folgende Beiträge sind auf dem Auslandsjob.de-Blog erschienen:

>> Blog-Beiträge von Frank Möller