1 | Isabelles Australien-Blog: Ein Jahr Freiheit Die Vorbereitung

| 28. 08. 2016 | 1 Kommentar

Den Schulabschluss in der Tasche und auf geht’s – mit dem Rucksack durch Australien. Ein Jahr Work & Travel in Down-Under, das ist der Traum von vielen, Isabelle hat es sich gewagt. In ihrem Blog berichtet sie über ihre Erlebnisse, verrät Tipps für eine tolle Auslandszeit und erzählt was nicht so gut gelaufen ist.  Wie sie ihr großes Abenteuer vorbereitet und mit welchen Sorgen und Problemen sie sich konfrontiert sieht, erfährst du hier in Teil 1 :).

junge Frau mit Backpacker-Rucksack

Ich bin Isabelle Rotter, 18 Jahre alt und mache momentan das Abitur an der Verbundschule in Hille. Aber nach dem Abi wird’s viel spannender! Am 4.7.2016 fliege ich von Frankfurt aus, über Dubai nach Singapur. Dort bleibe ich 10 Tage in einem der Mädchenhotels und gucke, was das Land kulinarisch und kulturell zu bieten hat. Danach geht’s weiter nach Australien, um genau zu sein nach Melbourne. Seit ich sieben bin träume ich von einem Jahr Travel and Work in Australien. Damals hat die Begeisterung nur angefangen, weil ich dort Familie habe und alle außer mir schon mal da waren. Irgendwann kamen dann das warme Wetter, die exotischen Tiere und die vielen Sehenswürdigkeiten dazu. Heute gibt es auch emotionale Gründe. Ein Jahr Freiheit, niemand der dir sagt was du tun sollst und niemand der dir vorschreiben will, wann du nach Hause kommst, dass du die Spülmaschine ausräumen sollst oder das heute Abend mal keine Freundin vorbeikommen darf. Ein Jahr sich selber neu kennen lernen, mit allen Stärken und Schwächen, von denen man vorher eventuell keine Ahnung hatte. Aber bis dahin kommen noch die Abiturprüfungen. Neben dem Schülersprecheramt engagiere ich mich im DLRG und bei uns im CVJM. Wenn das alles Pause hat, spiele ich gerne Gitarre, treffe mich mit Freunden oder träume von Australien

In Melbourne

Hier wohnt meine Großgroßcousine, aber wir nennen sie eigentlich immer Tante Berlinda, mit ihrem Freund und dem Hund Toby. Sie zeigt mir dann einige typisch australische Sachen wie Vegemite, Tim Tams und wie man richtig frühstückt. Sie ist also sozusagen mein verbessertes Einführungsseminar. Ich glaube nämlich nicht, dass man unbedingt eine Organisation braucht.

Mit oder ohne Organisation?

Mittlerweile kann man fast alle nützlichen Informationen, soweit ich das von hier aus beurteilen kann, im Internet finden, wie z.B. die Work & Travel-Checkliste. Trotzdem ist eine Organisation manchmal sinnvoll. Wenn man weiß, dass man nur sehr schlecht alleine Entscheidungen treffen kann, mag es von Vorteil sein, wenn man einige Entscheidungen der Organisation überlassen kann. Da sagt man dann nur, was man braucht und die einem z.B. einen passenden Handytarif heraus. Auch der Anfangsort ist bei manchen Anbietern auf Sydney, Melbourne und manchmal Perth beschränkt. Wenn man allerdings vollkommen frei sein will und keine Notfallnummer braucht, ist es auch machbar und (das verspreche ich euch) viel aufregender alles selber in die Hand zu nehmen.

Der Rucksack und andere Sorgen

Aber natürlich gibt es immer noch ein paar Ungewissheiten. Meine wahrscheinlich größte Sorge ist: Woher soll ich als Mädchen alles in einen 75 Liter Rucksack kriegen, der für uns schon als übergroß gilt? Das ist im Übrigen echt unfair! Jungenrucksäcke über 70 Liter gibt es wie Backpacker in Australien, bei den Damenmodellen muss man mit einer Lupe nach großen Rucksäcken suchen. Die Optik darf man dabei nur selten beachten. Jedoch sollte man als Mädchen tatsächlich auf die Damenmodelle zurückgreifen, immerhin gibt es nicht umsonst Unterschiede. Die Herrenmodelle haben eine breitere Hüfte. Anfangs dachte ich das macht keinen Unterschied, mir passten die allerdings nicht. Und die Jungen haben meistens Probleme mit ihrer Schulterbreite bei der Damenversion. Hier gilt: Kompetente Beratung ist das A und O! Wenn man einen guten Verkäufer an der Hand hat kann er von vornherein sagen, welche Modelle für deine Körperform und –Größe überhaupt in Frage kommen. Probiert so viele Rucksäcke aus, wie ihr könnt, um sicher zu gehen, dass ihr wirklich den besten Rucksack habt. Manchmal ändert sich der Tragekomfort mit etwas Gewicht. Bei Decathlon  konnte ich mir bis zu 20 Kilo Gewicht einlegen lassen. Das hat mir sehr geholfen und war gleichzeitig sehr schockierend. Ich hätte nicht damit gerechnet dass 15 Kilo so schwer sein können. Im Übrigen war ich vom Globetrotter in Köln ein wenig enttäuscht. Die hatten nicht einen Damenrucksack über 60 Liter.

Ich packe meinen Rucksack und nehme mit…

Es ist mir ein Rätsel, was ich für Schuhe brauchen werde. Lieber sperrige aber gemütliche Arbeitsschuhe oder meine Lieblingstreter, weil ich sie so lange anhaben werde? Und wenn man im Sommer losfliegt, kommt man im australischen Winter an und welche Jacke ist da am angemessensten? Ein Problem hat sich direkt beim Kauf vom Rucksack erledigt. Sie hatten im selben Geschäft ultraleichte und schnell trocknende Mikrofaserhandtücher mit kleinem Packmaß in vier verschiedenen Größen. Selbst meine Klamotten passen sich langsam aber sicher der Reise an. Es gibt oft super günstige Sport-Shirts für Damen und Herren in Outlets. Diese Art von T-Shirt  trocknet nicht nur schnell, ist somit super leicht zu waschen, sondern wiegt auch total wenig. Je näher ich Down-Under komme, desto mehr befürchte ich meine Eltern hatten recht. Sie wollen, dass ich eine Brusttasche oder einen Hüftgürtel kaufe, für Wertgegenstände. Nur ist es leider nicht meine Schuld, dass diese Dinger hässlich sind. Die momentan beste Lösung, die mir aber immer noch nicht gefällt ist eine kleine Tasche, die man in die Innenseite der Hosen kleben kann. Jedoch habe ich dann die Befürchtung, dass mir die Hosen nicht mehr passen werden, weil sie nicht mehr zugehen mit zwei mal zehn Zentimeter mehr Inhalt. Wenn man sich dann doch für einen Hüftgürtel entscheidet, sollte man auf den Verschluss achten. Ich war sehr begeistert von einem Hüftgürtel von Zelda. Der sah super aus und hatte auch qualitätstechnisch gute Rückmeldungen. Leider hat der jedoch nur einen Druckknopfverschluss. Die Tasche hat keine Reisverschlussfächer. Das heißt wenn mir jemand etwas klauen will, wird das nicht schwer sein. Verschluss einmal kurz hochgezogen und rein gegriffen. Außerdem habe ich da Angst, dass einfach etwas rausfällt.

Das passiert mir nicht nochmal

Von meine To-Do-Liste konnte ich schon ganz viel streichen, wie Flug buchen, Rucksack kaufen und Packliste schreiben. Aber einiges davon hätte besser laufen können. Auf die Empfehlung einer Freundin hin habe ich das Visum zum Beispiel schon im August beantragt und wie es kommen musste wurde tatsächlich mein Antrag ausgesucht zur genaueren Bearbeitung und ich habe erst 2 Monate später eine Email bekommen in der stand, dass dem stattgegeben wurde. Leider habe ich das nur mit einem Auge gelesen und nicht erkannt, dass da wirklich granted steht, also fast verpasst, dass mein Traum in Erfüllung geht. „Visa has been granted“ ist aber auch keine häufige Vokabel im Schulenglisch.

Der internationale Führerschein

Was den internationalen Führerschein angeht war ich am Anfang ebenfalls sehr verwirrt. Zu dem Zeitpunkt zu dem ich ihn beantragen wollte, hatte ich noch nicht meinen großen Motorradschein. Ich möchte in Australien definitiv eine Crosser-Outback-Tour machen und auch so überlege ich einige Abschnitte von Sydney nach Caines, mit dem Motorrad zu bestreiten. Dementsprechend groß war die Enttäuschung, als mein Fahrschullehrer dann gesagt hat, dass ich in Australien kein Motorrad fahren darf, wenn ich den internationalen Führerschein beantrage, bevor ich die Prüfung für den Motorradführerschein bestanden habe. Die Prüfung ist kurz vor Australien, deshalb hoffe ich trotzdem auf das Beste und, dass der Schein noch rechtzeitig ankommt. Wenn nicht müssen ihn meine Eltern nachschicken.

…und wie geht das jetzt mit der Steuernummer?

In Australien selber ist es mir noch schleierhaft, wie das mit der Steuernummer laufen soll. Die kann man anscheinend nur in Sydney beantragen und da lande ich eben nicht. Auch das Visum wird angeblich nur in Sydney in den Pass eingetragen. Ich bin schon sehr gespannt, wie das werden soll. Was machen dann erst die Leute die in Perth landen.

Angst vs. Vorfreude pur

Abgesehen von der Angst solange als Illegaler rumzulaufen ist es mir ein Kloß im Hals meinen Freund hier zurück zu lassen. Als ich angefangen habe von Australien zu träumen, war eben noch kein Freund absehbar. Doch auch der wird mich nicht von meinem Traum abhalten, ein Jahr Travel and Work in Australien zu machen. Was gibt es schöneres als ein Jahr frei zu sein? Keine Verpflichtungen und niemand der erwartet, dass man um zehn zu Hause ist oder zumindest eine gute Nacht SMS schreibt. Man kann einfach weiter reisen, wenn es einem hier oder dort nicht mehr gefällt oder bleiben wenn es noch mehr zu entdecken gibt. Sich selber neu erfinden und das ganz ohne Erwartungen anderer. Das Abenteuer meines Lebens.

Hier weiterlesen:

> Isabelles Australien-Blog | Teil 2

> Isabelles Australien-Blog | Teil 3

Coming soon:

> Isabelles Australien-Blog | Teil 4

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Über den Autor ()

Leben heißt Reisen und Reisen heißt Leben. Isabelle Rotter war schon immer viel unterwegs. Seit dem sie denken kann nehmen ihre Eltern sie übers Wochenende mit auf Motorradtreffen. Sie liebt Tagesausflüge und Auslandsreisen. Mit der evangelischen Kirche ist sie in Europa schon ein ganzes Stück rumgekommen. Ob in Polen zum Schüleraustausch oder jetzt für ein Jahr in Australien, Isabelle ist mehr unterwegs als Zuhause. Aber was soll man auch zuhause? Das, was sie am Reisen am meisten genießt, ist das man sich jeden Tag ein bisschen besser kennen lernt. Man trifft neue interessante Leute, die Freunde werden - und zurück zuhause, hat man was zu Erzählen, vorzugsweise in einem kleinen Café. Nach ihrem Travel-and -Work-Jahr in Australien, will sie jedoch erst mal zuhause bleiben um zu studieren. Aber wer weiß, wo es sie in Zukunft hinzieht.

Kommentare (1)

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  1. Avatar Manni sagt:

    Das klingt traumhaft. Ich glaube dort würde ich auch gerne mal Work and Travel machen. Da erlebt man sicherlich einiges!

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