Alleine reisen im Sinne der Persönlichkeitsentwicklung

| 10. 09. 2014 | 2 Kommentare

Cover_Die Kunst, allein zu reisen_Goldegg VerlagAllein die Vorstellung, allein im Restaurant zu sitzen, allein ins Kino zu gehen oder ein Fußballspiel allein zu besuchen, fällt vielen schwer. Auch alleine zu verreisen ist nicht gerade populär – wenn man im Freundeskreis erwähnt, dass man alleine verreist, wird man oft mitleidig oder ungläubig angeschaut. Die wenigsten klopfen einem auf die Schulter oder bewundern diesen Schritt. Gerade weibliche Reisende scheuen sich auch oft davor – nicht zuletzt wegen des Sicherheitsaspekts.

Alleine leichter Leute kennen lernen

Sicher in gewissen Ländern, derzeit unter anderem in Indien, ist es sicher nicht clever, alleine als Frau zu reisen, aber alleine zu reisen hat auch viele Vorteile – man lernt beispielsweise viel leichter Leute kennen, ist gezwungen, in einer anderen Sprache zu kommunizieren und wird selbstständiger und selbstbewusster. Das hat auch Katrin Zita am eigenen Leib erfahren. Die Reisejournalistin und Coach aus Wien ist viele Jahre lang allein auf Reisen gewesen und hat dabei festgestellt, wie sehr sich ihre Persönlichkeit dabei verändert und weiter entwickelt hat.

Am Heiligen Abend allein in New York

Durch ihren Beruf für das Thema sensibilisiert, stellte sie bei einer Recherche fest, dass es bislang noch kein Buch zu dem Thema gab, dass das Alleinreisen in Bezug auf die Persönlichkeitsentwicklung beleuchtete. Dies wollte sie ändern und wurde dabei von ihrem Umfeld bekräftigt. Um die Erfahrung des Alleinreisens dabei auf die Spitze zu treiben, entschied sie sich dazu, die ersten Seiten des Buches am Heiligen Abend in New York zu schreiben – „Katrin allein in New York“ und das auch noch am 24. Dezember, der Tag, der für alle christlichen Familien heilig ist und in der Gemeinschaft zelebriert wird. Aber anstatt sich einsam zu fühlen und Trübsal zu blasen, findet die Autorin eine Lösung und macht sich auf in den jüdischen Teil Brooklyns, wo die Straßen voller Leben und sie plötzlich nicht mehr allein ist.

Persönliche Erfahrungen als Beispiel

Am Anfang erzählt Zita von ihren persönlichen Erfahrungen, um später auf konkrete Fragen und Probleme beim Alleinreisen einzugehen. Was man gegen die Selbstzweifel tun kann? Zita schreibt, dass der Rückzug in die Isolation zu einer der großen geistigen Übungen zählt, der sich nur wenige Menschen stellen. Und damit hat die Autorin sicherlich Recht. Zita selbst tut dies allerdings immer wieder, selbst als sie eine Reise für zwei nach Madeira gewinnt, beschließt sie diese allein wahr zu nehmen, um mehr über sich selbst zu erfahren. Natürlich müsse auch sie immer aufs Neue den Mut zusammen nehmen, da sei sie keineswegs anders als andere, würde aber am Ende immer dafür belohnt.

Viele Tipps zum Solo-Reisen

Daher rät sie auch ihren Lesern diesen Schritt zu wagen, egal, in welcher Lebenssituation sie sich befänden – ob in einer komplizierten Beziehung, als Single oder auch als glücklich Verliebter. Das persönliche Selbstvertrauen würde durch jede Reise allein weiter gestärkt. Jeglichen Bedenken tritt sie mit ihrem Buch entgegen, darunter auch dem Sicherheitsaspekt. Jeder Alleinreisende sollte gewisse Vorkehrungen treffen, die mit ihrer Checkliste leicht abzuarbeiten sind. Auch sonst gibt sie viele Tipps zum Solo-Reisen, beispielsweise Rituale zu pflegen oder das „Dinner for One“ als Highlight des Tages zu sehen. Auch die Art der Fortbewegung könne dabei ein wichtiger Schlüssel zum Glück sein, Zita selbst beispielsweise geht am liebsten auf Roadtrips – ihre Lieblingsmusik als Soundtrack der Reise dabei in voller Lautstärke aufgedreht.

Autorin räumt jeden Zweifel aus

Die Autorin verabschiedet den Leser mit einem A bis Z, was eine Alleinreise alles bewirken kann. Wer danach noch Zweifel hat, künftig auch einmal alleine loszuziehen und die Welt zu entdecken, der ist selbst schuld. Genug Gründe für eine Solo-Reise liefert Zita auf jeden Fall. Der Beste ist wohl, dass man am Ende auch bei sich selbst ankommt. Und es muss ja nicht gleich eine Weltreise sein, für den Anfang tut es ja auch ein langes Wochenende in London oder Barcelona. Ein Backpacker-Trip durch Südostasien ist dann der nächste Schritt.

Katrin Zita, Die Kunst, allein zu reisen und bei sich selbst anzukommen, Goldegg

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Kategorie: Medien, Reise-Tagebücher

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Über den Autor ()

Simone Zettier, hat an der TU Dortmund Journalistik und Amerikanistik studiert und mithilfe eines Tennisstipendiums ein Auslandssemester an der University of New Orleans/Louisiana eingelegt. Ihr Volontariat hat sie bei der "Glocke" (Oelde) absolviert und arbeitet seitdem als Freie Journalistin für diverse Portale, Magazine und Zeitungen. Ihre Schwerpunkte sind "Wege ins Ausland", studentische Themen, Sport sowie "Stars und Sternchen". Privat wird sie ständig von Fernweh angetrieben - ihr Vater war Seemann - und reist daher so viel wie möglich. Lieblingsland: Israel, Lieblingsstadt: Barcelona, Lieblingsort: Foz do Iguacu (Brasilien)

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