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Erfahrungsbericht Work and Travel Australien 2018 und 2019

Julia berichtet von ihren 2 Jahren in Australien

Mit meinem Erfahrungsbericht über meine Zeit als Work and Traveller in Australien möchte ich versuchen, wertvolle Tipps an diejenigen weiterzugeben, die auch einen Auslandsaufenthalt in Australien planen. Ich werde dazu mehr über die Zeit vor Ort schreiben und nicht so sehr auf die Vorbereitungen zu Hause eingehen, da ich selbst vor meiner Abreise viel dazu gefunden habe, was alles vorher zu planen ist, aber weniger Sinnvolles über den Auslandsaufenthalt selbst.

Ich persönlich bin gerade (im Jahr 2019) in meinem zweiten Work and Travel Jahr in Australien mit meinem Freund unterwegs und habe dadurch natürlich schon viel Erfahrungen gesammelt. Generell kann ich auch empfehlen mit einer zweiten Person zu reisen, sofern beide die gleichen Vorstellungen von der Reise haben und man sich gut versteht, da es bspw. erleichternd sein kann, wenn Kosten (z.B. für ein Auto) geteilt werden. Ihr könnt euch auch darauf einstellen, dass ihr Pläne, die ihr macht auf der Reise selbst schnell wieder verwerft. Natürlich ist eine generelle Planung der Reise sinnvoll, aber detaillierte Planungen zu Reiserouten ändern sich schnell. Wenn z.B. Jobangeboten gefolgt wird, ergibt sich automatisch das Bereisen und Kennenlernen von Regionen.

Ankunft

Für die Ankunft in Australien haben wir drei Wochen in einem Hostel gebucht. Das empfinde ich als sinnvoll, um alle anfänglichen Erledigungen (Konto eröffnen, TFN beantragen und Handynummer besorgen) abzuschließen und sich eventuell auch gleich für einen Job umzusehen. Außerdem sind im Hostel andere Backpacker, mit denen sich ausgetauscht werden kann und von denen ihr eventuell auch Telefonnummern von Arbeitgebern bekommen könnt. Ich habe mein Konto bei NAB eröffnet (keine Kontoführungsgebühren) und mir eine Sim Karte von Optus geholt. NAB kann ich empfehlen. Mit der Bank war bisher alles ok. Ich finde Optus grundsätzlich in Ordnung. Dieser Anbieter ist günstiger als Telstra. Telstra soll aber ein besseres Netz haben, was gerade in Australien sinnvoll sein kann, wenn ihr mit dem Auto unterwegs seid. Ich kann beide Netze nicht wirklich vergleichen, da ich nur Optus kenne.

Wir haben versucht in Melbourne einen Job zu finden, was für uns nicht so einfach war, weshalb wir uns entschieden haben einen Job im Fruit Picking Bereich zu suchen. Generell kann ich hierzu nur dazu anhalten so viel Geld wie möglich mitzunehmen. Geld stellt eure Sicherheit dar, damit ihr keine schlecht bezahlten Jobs annehmen müsst, von denen es leider viel zu viele gibt.

Es kann durchaus auch sinnvoll sein, sich seinen Pass bei der Einreise stempeln zu lassen. Sofern ihr einreist, beginnt euer Jahr. Ich war noch innerhalb des ersten Jahres und bin nach Deutschland geflogen und hatte dann am deutschen Flughafen etwas Probleme nachzuweisen, dass mein Visum noch gültig ist. Es hat letztendlich funktioniert, aber ihr seid dafür verantwortlich, dass ihr eure Dokumente beisammenhabt. Ich kann euch auch empfehlen, euer Flugticket von der ersten Einreise in Australien aufzuheben. Das kann sich auch als nützlich herausstellen.

>> Das solltest du bei den ersten Tagen in Australien beachten

>> Infos zum Working-Holiday-Visum in Australien

Führerschein

Ich würde euch dringend empfehlen einen Führerschein in Deutschland zu machen, bevor ihr nach Australien geht. Ihr habt bessere Bewegungsmöglichkeiten, sofern ihr ein Auto kauft, da es nur schlechten öffentlichen Nah- und Fernverkehr im ländlichen Bereich gibt. Außerdem kann es sinnvoll sein, bei der Ankunft sofort einen australischen Führerschein zu beantragen. Der kann als Ausweisdokument dienen und bspw. auch Jobchancen eröffnen. Eine LR-oder MR-Lizenz (für Busse) kann z.B. erworben werden, wenn man ein Jahr lang einen vollständigen australischen Führerschein besitzt. Diese Lizenz kann z.B. Jobchancen im Bereich Construction eröffnen. Die Kosten für die Lizenzen können von der Steuer abgesetzt werden. Der australische Führerschein kann einfach in einer Verkehrsbehörde mit dem deutschen Führerschein beantragt werden (Kosten: NSW, 2018, ca. AUS$ 50). Vor Ort hat in unserem Fall der deutsche Führerschein sowohl bei einer Polizeikontrolle als auch bei der Verkehrsbehörde vollkommen ausgereicht, obwohl offiziell das Mitführen eines internationalen Führerscheins vorgeschrieben ist.

>> So erhältst du deinen internationalen Führerschein

Autokauf

Ich würde euch empfehlen ein Auto zu kaufen. Ich habe einige Erlebnisse von anderen Backpackern mitbekommen, die auf Farmen ausgenutzt wurden und sich dort festgesetzt gefühlt haben, da sie selbst kein Auto hatten und auf den Farmer angewiesen waren. Ich persönlich verstehe bis heute auch nicht wirklich, wie sich Backpacker ohne Auto im Inland Australiens fortbewegen. Natürlich gibt es Busse und Züge, aber dann braucht ihr vor Ort auch sofort eine Unterkunft und die kann auch mal AUS$ 100 pro Nacht kosten, da es nicht in jeder kleinen ländlichen Stadt Hostels gibt. Außerdem können Distanzen z.B. zum Supermarkt auch in kleinen Städten sehr lang sein und vor Ort gibt es selten brauchbaren Nahverkehr. Unser Auto war für uns immer die Freiheit, Jobs abzulehnen und sofort weg zu fahren, es war unsere günstige Unterkunft auf oft kostenlosen Campingplätzen (bspw. in der Zeit, in der wir keinen Job hatten), unser Fortbewegungsmittel und wir konnten z.B. Arbeitskleidung und andere kleine Anschaffungen tätigen, ohne diese sofort bei der Weiterreise aufzugeben. Sofern ihr für kurze Zeit nach Hause fliegt, dann kann das Auto günstig auf dem Flughafenparkplatz abgestellt werden (drei Wochen Brisbane oder Melbourne Airport Parkplatz, 2019, ca. AUS$ 150).

Natürlich ist einige Vorsicht beim Autokauf geboten. Grundsätzlich gibt es Bundesstaaten und Territorien, in denen der Verkäufer eine Roadworthy (vergleichbar mit deutschem TÜV) vorlegen muss, die ihr braucht, um das Auto anzumelden. Sofern ihr keine bekommt, müsst ihr sie selbst besorgen und das kann teuer werden, da bei Gebrauchtwagen meistens irgendwelche Probleme behoben werden müssen. Autos werden bspw. von Händlern mit Roadworthy auf verschiedenen Internetplattformen verkauft. Wir haben die Roadworthy für unser erstes Auto von einem privaten Mechaniker ausstellen lassen. Im Nachhinein mussten wir feststellen, dass wir für einen schlechten Service viel zu viel Geld bezahlt haben. Danach sind wir nur noch zu großen Werkstätten der jeweiligen Automarke gegangen. Der Service ist vielleicht teurer als bei privaten Mechanikern, aber zumindest habe ich das Gefühl gehabt, dass es dort zumindest auch einen guten Service gibt.

Insgesamt würde ich euch empfehlen das Auto vor der Abfahrt (trotz Roadworthy) durchchecken zu lassen. Seid euch bewusst, dass ihr in Australien im ländlichen Bereich oft keinen Empfang habt, weshalb es sehr schwierig werden kann, wenn ihr mit dem Auto liegen bleibt. Ich kann euch hierzu auch empfehlen vor der Abfahrt ein neues Handy zu kaufen. Mein Freund hatte sich ein neues Handy geholt und ich hatte noch ein älteres Modell. Der Unterschied zwischen den Signalstärken der beiden Handys war wirklich groß.

Sofern ihr euch ein Auto kauft, solltet ihr sowieso an anderer Stelle nachlesen, wie ein Auto vor Kauf gründlich durchgecheckt werden kann und auch welche Versicherungen notwendig sind. Wir haben bspw. auch eine Versicherung für Road Side Assistance abgeschlossen (Stand 2019: für ein Jahr AUS$ 100), die ich euch sehr empfehlen kann. Sofern ihr liegen bleibt, organisiert die Versicherung den Abschleppdienst und ihr habt keine weiteren Kosten für das Abschleppen. Wir hatten bisher zwei Autos in Australien und beide sind schon liegen geblieben. Darüber hinaus haben Gebrauchtwagen in Australien oft hohe Kilometerstände. Ich würde nach den Erfahrungen, die wir mit Autos in Australien gemacht haben, kein Auto mehr mit einem Zählerstand über 200.000 km kaufen. Unser erstes Auto hatte einen Zählerstand von fast 300.000 km. Nach 10.000 km ist das Getriebe kaputt gegangen und wir haben uns entschlossen ein neues Auto zu kaufen.

>> Alle wichtigen Infos zum Auto kaufen in Australien

Gegenden zum Arbeiten

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass ich die Ostküste als überlaufen von Backpackern empfinde, was natürlich dazu führt, dass es nicht so einfach ist einen Job (sowohl in der Stadt als auch in ländlichen Regionen) zu bekommen. Mein Freund und ich haben z.B. auch keinen Job in Melbourne bekommen, weswegen wir Melbourne verlassen haben. Bekannte von uns haben bspw. Jobs in Brisbane gefunden. Soweit ich gehört habe, sind Jobs in Hospitality oft nur Teilzeit Jobs. Darwin soll eine gute Stadt zum Arbeiten sein (keine persönliche Erfahrung) und laut Erntekalender gibt es dort ganzjährig Fruit Picking Jobs. Ob die Job Lage in WA besser ist, kann ich nicht beurteilen.

>> Hier geht es zum Erntekalender für Australien

Fruit Picking

Um Fruit Picking Jobs zu finden haben wir vor allem Backpackerjobboard.com.au, Fruitpickingjobs.com.auGumtree und Facebook genutzt. Stellt euch hierbei drauf ein, dass ihr euren CV, Emailadresse und Telefonnummer an viele verschiedene Personen bzw. Emailadressen schickt, bei denen ihr eigentlich gar nicht so genau wisst, wer dahintersteht. Sofern ihr auf Jobsuche seid, müsst ihr früh aufstehen. Ihr müsst versuchen die ersten zu sein, die den Arbeitgeber anrufen oder die ersten zu sein, die den CV zusenden. Um einen gut bezahlten (Stundenlohn-) Job zu bekommen müsst ihr auch damit rechnen mal drei Wochen oder mehr arbeitslos zu sein. Wenn ein Job gefunden wird, dann kann oft sofort begonnen werden und es müssen viele Stunden bis zum dem Arbeitsplatz gereist werden. Zum Beispiel liegt die reine Autofahrzeit von Melbourne (im Süden von VIC) bis nach Narrabri (im Norden von NSW) bei 12 Stunden. Diese Strecke beschreibt die Reise vom Süden in die untere Mitte des Landes. Ich habe auch von Fällen gehört, bei denen ein Stundenlohn am Telefon versprochen wurde, es dann aber vor Ort andere Bedingungen gab.

Wir haben unsere ersten Fruit Picking Job bekommen als wir uns noch in Melbourne aufgehalten haben. Es muss bei vielen Arbeitgebern anrufen werden, daher ist es auch meines Erachtens kein Problem einen Fruit Picking Job zu bekommen, auch wenn man sich noch in der Stadt aufhält. Natürlich kann es vorteilig sein, wenn ihr schon in der Mitte des Landes seid und dann zu dem Arbeitgeber nicht mehr so lange fahren müsst. Als wir in der Mitte des Landes waren und bei der Jobsuche bspw. zu Recruitment Agencys gegangen sind, hatten wir auch nicht besonders viel Glück, aber andere Backpacker haben uns erzählt, dass es sich für sie als sinnvoll herausgestellt hat, in ländliche Gegenden zur Jobsuche zu reisen. Mir wurde auch erzählt, dass es durchaus sinnvoll sein kann, z.B. bei Gumtree sein eigenes Job-Inserat aufzugeben.

Wenn ihr im Fruit Picking Glück habt, dann verdient ihr ca. AUS$ 23. Das sind nach Abzug von 15% Steuern AUS$ 19,55, was ca.12,10 € (Stand 2019) sind. Bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 38 Stunden und nach Abzug von Kosten für Miete und Essen bleibt dabei zwar Geld übrig, aber auch nicht so viel, wie ihr euch vielleicht erhofft habt (Arbeitszeiten beim Fruit Picking können stark variieren, bspw. sind auch 10 bis 12 Stunden am Tag bei 6 oder 7 Tagen pro Woche möglich).

>> Fruit-Picking als Backpacker in Australien

Construction

Ich kann empfehlen einen Job im Bereich Construction zu suchen. Diese Jobs sind meistens besser bezahlt als Fruit Picking Jobs und sofern ihr einen Job im ländlichen Bereich sucht, könnt ihr auch in diesem Arbeitsgebiet eure 88 Tage für das zweite Jahr erarbeiten. Dazu müsst ihr eine White Card machen (Kosten Stand 2019: ca. AUS$ 60 bis 90 je nach Anbieter). Die kann mit Hilfe eines Online Kurses erlangt werden. Die Karte wird euch zugeschickt und es ist auch sehr wichtig, zumindest eine Kopie der Karte zu bekommen, da sie vorgezeigt werden muss, wenn ihr anfangt zu arbeiten. Darüber hinaus kann es durchaus sinnvoll sein, eine Fork Lift Driver Licence zu erwerben. Es gibt viele verschiedene Tickets im Bereich Construction, die euch einen Job einbringen können. Die Kosten dafür (und für die White Card) können von der Steuer abgesetzt werden.

Hilfreich für mich waren vor allem die Internetplattformen Seek und Jora. Eventuell findet ihr weitere Angebote bei Indeed. Sucht dabei nach Labourer Jobs. Ihr werdet dann meistens von Recruitment Agencys vermittelt. Ich habe von anderen Backpackern gehört, dass es für sie sinnvoll war, sich vorab bei einer Recruitment Agencys zu registrieren. Obwohl ich mich registriert habe, habe ich dennoch keine Jobangebote bekommen. Daher sucht und bewerbt euch selbstständig auf Jobs, auch von Recruitment Agencys, bei denen ihr schon registriert seid. Momentan, im Jahr 2019, gibt es sehr viele gut bezahlte Jobs für Backpacker auf Solar Farmen. Daher empfiehlt es sich danach auch spezifisch zu suchen. Dabei wird 10 bis 12 Stunden pro Tag an meistens sechs Tagen pro Woche gearbeitet.

>> Arbeiten in der australischen Baubranche

88 FARMTAGE ODER 3 MONATE

Die Zählung der Tage empfand ich anfangs als verwirrend, da 88 Tage oft mit 3 Monaten benannt werden (auch auf offiziellen Regierungsseiten). Soweit ich es verstanden habe, besteht ein Unterschied zwischen Full-Time Verträgen und Casual Jobs. Ich habe keinen Backpacker mit einem Full-Time Vertrag im Fruit Picking Bereich kennen gelernt. Ihr werdet also in den allermeisten Fällen ein Casual Arbeitsverhältnis eingehen. Dabei könnt ihr jederzeit gehen, aber auch jederzeit entlassen werden. Dabei zählen für die 88 Tage nur die Tage, an denen ihr auch wirklich gearbeitet habt (sicher wäre davon auszugehen, dass wirklich nur die gearbeiteten Tage zählen). Falls ihr nur Montag bis Freitag arbeitet, dann sind es nur fünf Tage pro Woche und falls ihr mal krank seid oder wegen schlechten Wetterbedingungen nicht gearbeitet werden kann, dann zählen diese Tage auch nicht. In einigen Fällen können also bis zu vier Monate gebraucht werden, um die vollen 88 Tage zu arbeiten. Vier Monate sind schon ein Drittel des gesamten ersten Jahres. Dabei müsst ihr bedenken, dass ihr zusätzlich Zeit braucht, um einen guten Job zu finden und ihr vielleicht nochmal eine neue Farm suchen müsst, weil es nicht genug Arbeit auf der ersten Farm gibt oder euch der Arbeitgeber nicht mehr gefällt oder ähnliches. Falls ihr also eure Farmtage mit guter Bezahlung machen wollt, dann würde ich euch empfehlen fünf bis sechs Monate (inklusive Jobsuche) dafür einzuplanen. Natürlich kann es schneller gehen, aber die übrige Zeit schnell neu zu verplanen ist auf so einer Reise nie ein Problem.

Generell würde ich euch auch empfehlen eure Farmtage für das zweite Jahr so früh wie möglich und auch überhaupt erstmal zu machen. Das erste Jahr ist sehr schnell zu Ende und so haltet ihr euch die Möglichkeit für ein zweites Jahr offen. Für mich persönlich ist das zweite Jahr zwar nicht mehr so spannend wie das erste, dennoch ist es eine Möglichkeit weiterhin im Ausland zu leben. Ich denke, dass viele Backpacker sich spontan dazu entscheiden, die Farmtage noch schnell am Ende ihres ersten Jahres zu machen und deshalb schlecht bezahlte Jobs annehmen (müssen), damit sie die Farmtage noch zusammen bekommen. Bei schlecht bezahlten Jobs könnt ihr mit Glück Unterkunft und Essen bezahlen, teilweise ist der Verdienst auch geringer.

In diesem Zusammenhang möchte ich kurz die Möglichkeit des dritten Jahres ansprechen. Um ein drittes Jahr in Australien als Work and Traveller zu bleiben, müsst ihr ab Mitte 2019 im zweiten Jahr sechs Monate in einem ländlichen Betrieb arbeiten (das stelle ich hier sehr verkürzt dar, also erkundigt euch bitte an anderer Stelle zu den genauen Bedingungen). Ich möchte nur anmerken, dass die Suche eines gut bezahlten Jobs schon sehr lange beanspruchen kann und dann auch nicht sofort Arbeit für einen solchen Zeitraum möglich ist. Daher überlegt euch, ob ihr wirklich den großen Teil des zweiten Jahres mit der Erfüllung der Bedingungen für das dritte Jahr verbringen wollt, was ihr eigentlich im dritten Jahr Australien machen wollt und, ob es nicht Sinn macht, das gleich schon im zweiten Jahr zu machen, anstatt sehr viel Zeit im zweiten Jahr auf Farmen zu verbringen.

Darüber hinaus müsst ihr für die Bewerbung für das zweite (und dritte) Jahr eure Farmtage auch nachweisen. Ich hatte damit keine Probleme und wurde auch nicht kotrolliert, deshalb kann ich dazu nichts Detailliertes schreiben. Nach meinen eigenen Recherchen werden Payslips und z.B. auch Fotos anerkannt. Ich würde euch dazu empfehlen, euch selbst erstmal aufzuschreiben an welchen Tagen ihr genau gearbeitet habt und z.B. auch Fotos in den ersten und letzten Tagen auf der Farm zu machen (am Ende müsst ihr beweisen, dass ihr die Tage gearbeitet habt). Auf vernünftige Payslips würde ich mich beim Fruit Picking nicht verlassen. Darüber hinaus werden euch auch Arbeitsverträge oder Arbeitsvereinbarungen nicht unbedingt ausgehändigt. Daher würde ich euch dringend empfehlen solche Verträge oder Vereinbarungen sofort abzufotografieren, falls ihr sie unterschreibt.

>> Das zweite Working-Holiday-Visum für Australien

Payslips

Nach meiner Erfahrung bekommt man beim Fruit Picking nicht immer korrekte Payslips. Eigentlich müssen die Payslips wöchentlich mit Auszahlung des Lohnes ausgestellt werden. Ich habe dazu Unterschiedliches erlebt:

  1. Orangen Farm:
    Payslip kam am Ende der Arbeit für den Arbeitgeber. Steuern von 15% wurden vom Arbeitgeber ordnungsgemäß auf dem Payslip ausgewiesen. Superannuation wurde auch gezahlt. ABN des Arbeitgebers wurde angegeben.
  2. Familien Rinder Farm:
    Payslip kam am Ende der Arbeit für den Arbeitgeber. Steuern von 15% wurden
    vom Arbeitgeber nicht ordnungsgemäß auf dem Payslip ausgewiesen. Die 15% wurden falsch berechnet und nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses war es dem Farmer dann egal. Letztendlich muss der Arbeitnehmer, also du selbst, die fehlenden Steuern dann nachzahlen. Superannuation wurde nicht gezahlt. ABN des Arbeitgebers wurde nicht angegeben. Meine Erfahrungen auf der Familien Rinder Farm ist auch auf meine eigene Naivität zurück zu führen.

Ich kann euch also Folgendes empfehlen: Fragt nach wöchentlichen Payslips, rechnet euch euren Netto-Lohn sofort bei der Gehaltsverhandlung aus, fragt nach der Zahlung der Superannuation und nach der ABN des Arbeitgebers. Die ABN des Arbeitgebers ist für euch einerseits wichtig, um eure australische Steuererklärung machen zu können und andererseits, um euer zweites Jahr zu beantragen. Deshalb würde ich euch empfehlen sofort bei Beginn des Arbeitsverhältnisses nach der ABN zu fragen und diese zu notieren. Bei der Arbeit im Bereich Construction in Zusammenhang mit Recruitment Agencys hatte ich mit den Payslips keine Probleme. Die Payslips waren korrekt, kamen wöchentlich und enthielten alle erforderlichen Angaben.

Steuererklärung

Ich habe meine Steuererklärung bisher von einem seriösen Büro machen lassen und war zufrieden. Ihr solltet verschiedene Rechnungen aufheben wie bspw. spezielle Arbeitskleidung (Hi-Vis Kleidung, Sonnenhut, Schutzbrille, Arbeitshose, Arbeitsschuhe, usw.), Sonnencreme, Kosten für White Card, andere jobspezifische Kurse und den australischen Führerschein sowie die Rechnung für die Steuererklärung (diese kann dann im nächsten Jahr abgesetzt werden). Als Hinweis: Das Steuerjahr geht in Australien von Juli bis Juni. Es gibt auch unseriöse Personen oder Internetseiten, die mehrere tausend Dollar Rückzahlung versprechen. Ich habe auch von anderen Backpackern mitbekommen, dass das erfolgreich war. Falls es dazu eine Prüfung von der Steuerbehörde gibt, dann soll es aber hohe Strafzahlungen nach sich ziehen.

>> Alle Infos zur Steuererklärung in Australien

Reisen

Ich bin die gesamte Ostküste und einen Teil der Südküste entlanggefahren (von Adelaide bis Cairns). Insgesamt gibt es dabei natürlich Streckenabschnitte, die weniger spannend sind. Am besten hat mir die Strecke Melbourne bis Adelaide gefallen (Great Ocean Road, Grampiens NP und Pink Lake). Darüber hinaus ist Sydney, die Strecke Byron Bay bis Fraser Island und die Gegend um Townsville sowie Cairns sehr interessant. Ich fand die gesamte Reise persönlich sehr spannend, aber wie weit gereist werden kann, hängt vor allem davon ab, wie viel Zeit zur Verfügung steht. Die Campingplätze habe ich mit Wikicamps herausgesucht. Die App ist sehr hilfreich. Dabei lohnt es sich auch, sich die Kommentare durchzulesen. Es kann bspw. nach kostenlosen und nicht kostenlosen Campingplätzen gesucht werden, aber auch nach (kostenlosen) Duschen. Nachfolgend liste ich die besten Campingplätze für die Reise entlang der Ostküste auf (Preise Stand 2019).

  1. Lake Indawarra Tintinara (SA, mit Spende, kalte Outdoor Dusche, Salzwasser See zum Baden)
  2. Hawkesdale Golf Club (VIC, mit Spende, kostenlose Dusche auf kleinerem Campingplatz in der Stadt)
  3. Stevenson Falls (VIC, kostenlos, keine Dusche, wunderschöner Wasserfall)
  4. Cann River Rainforest Campground (VIC, kostenlos, mit Dusche)
  5. Yarrawonga Green Bank (VIC, kostenlos, keine Dusche, aber ein Fluss zum Baden, kostenlose Dusche in der Stadt)
  6. Burren Junction Artesian Bore Bath (NSW, ursprünglich kostenlos, evtl. kostet der Campingplatz mittlerweile Geld, lohnt sich aber trotzdem, mit Dusche, Bore Bath ist nur ca. sechs Monate im Winter offen)
  7. The Pines mit See zum Baden (Blowering), (NSW, kostenlos, keine Dusche)
  8. Gunning Barbour Park in der Nähe von Canberra (NSW, mit Spende, mit Dusche)
  9. Lake Wyangan (NSW, kostenlos, mit Dusche)
  10. Yelgun Rest Area in der Nähe von Byron Bay (NSW, kostenlos, keine Dusche)
  11. Green Mountains Camp Area im Lamington NP (QLD, AUS$6,55 / p.P., mit Dusche)
  12. Inskip, MVSarawakNP (QLD, AUS$6,55 / p. P., keine Dusche, eigenes Wasser mitbringen, direkt am Meer)
  13. Boyne River Rest Area in der Nähe von Gladstone (QLD, mit Spende, mit Dusche)
  14. Puma 24Stunden Rest Area in der Nähe von Gympie (QLD, kostenlos, AUS$4 für die Dusche)
  15. Flaggy Rock Community and Recreation Centre in der Nähe von Clairview (OLD, AUS$10bis15 / Auto, mit Dusche)
  16. Big Crystal Creek Campground im Paluma Range NP (QLD, AUS$ 6,55 / p. P., mit Dusche)

Meine Lieblingscampingplätze sind dabei für mich Burren Junction Artesian Bore Bath, die Green Mountains Camp Area im Lamington NP und der Big Crystal Creek Campground im Paluma Range NP. Für diese lohnt es sich meiner Meinung nach auch einen Umweg zu fahren.

>> Weitere Reisetipps für Australien

Meine Empfehlungen

Natürlich war es sehr schön nach Australien gehen. Dennoch würde ich euch empfehlen, nicht zu unvorbereitet hinzufliegen, da ihr am Ende vielleicht ausgenutzt werdet. Insgesamt solltet ihr euch bewusst sein, dass die Jobsuche viel Zeit und sehr viele Nerven beansprucht und, dass es nicht immer möglich ist sehr viel Geld zu verdienen. Außerdem müsst ihr euch auch damit abfinden, dass ihr sehr oft als Backpacker gesehen werdet (bei mir war das auf allen Farmen so), was bei mir auch teilweise etwas abwertend ankam. Da müsst ihr dann darüberstehen. Für mich persönlich war es insgesamt viel besser zu zweit zu auf diese Reise zu gehen, da ihr finanziell bspw. in Bezug auf ein Auto weniger Kosten habt und auch Unterkünfte teilweise pro Zimmer und nicht pro Person bezahlt werden. Insgesamt ist die finanzielle Last somit viel geringer. Schlussendlich ist Geld eure Sicherheit keine schlechten oder schlecht bezahlten Jobs annehmen zu müssen.

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>> Australien-Erfahrungsberichte

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