Touri vs. Traveller | Rucksack vs. Rollkoffer Welcher Typ bist du?

| 02. 10. 2015 | 0 Kommentare

Tourist, der

Substantiv, maskulin

Bedeutung: 

  1. [Urlaubs]reisender; jemand, der reist, um fremde Orte und Länder kennen zulernen
  2. Ausflügler, Wanderer, Bergsteiger (Gebrauch veraltet)

 

Traveller, der

Substantiv, maskulin

Bedeutung: Reisender

Tourist oder Reisender?

Geht es nach dem guten alten Duden unterscheiden sich Touristen und Traveller nicht allzu sehr voneinander. Beide sind Reisende, wobei der Tourist mit dem Wort Urlaub eingeschränkt wird, während der Traveller tut, was ein Traveller eben tut – er reist, ohne wieso und weshalb. Was auf dem Papier noch harmonisch daher kommt, kann in der Realität schon mal zu Stirnrunzeln und abfälligen Blicken auf beiden Seiten führen. Auch wenn beide Spezies in das gleiche Flugzeug steigen, werden sich ihre Wege danach zwangsläufig trennen. Im natürlichen Lebensraum begegnen sich Touristen und Traveller meist nicht.

Rucksack vs. Rollkoffer

Eine erste Selektion findet bereits am Gepäckband statt – Rollkoffer oder Rucksack, hier trennen sich Welten voneinander. Ein echter Traveller trägt sein Hab und Gut auf dem Rücken und bekommt bei ratternden Rollkoffern spontane Kopfschmerzen. Ein Tourist zieht stolz seinen Hartschalenkoffer mit Zahlenschloss hinter sich her. Die heimlichen Rebellen unter den Trolley-Touristen schnallen ein Gummiband in Regenbogenfarben um ihre trostlosen Koffer – natürlich nur zur besseren Wiedererkennung.

Kommt es zur angebrachten Ferienbehausung auf Zeit, entscheidet der kleine aber feine Buchstabe ´s` über ein Zimmer in einem 4 Sterne Hotel, oder ein 4-Bett Zimmer im Hostel. Und während Touristen ihre Pfannkuchen vom all inclusive Frühstücksbuffet genießen, streifen Traveller entlang des Banana-Pancake-Trail durch Südostasien.

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Die Klischees

Es ist ein tiefer Griff in die Klischee-Kiste, aber ein markantes modisches Merkmal der Gattung Tourist darf nicht verschwiegen werden: Socken in Sandalen. Dafür gibt es wirklich keine Entschuldigung. Nirgendwo. Niemals. Aber was dem einen seine Sandalette, ist dem anderen sein Flip Flop, und auch hier sollen schon Exemplare mit Socken im Zehenspalter gesehen worden sein.

Und noch ein klassisches Accessoire wird gerne dem gemeinen Touristen zugeschoben – die abgewetzte Gürteltasche. Der modische Dinosaurier aus den 90ern fühlt sich besonders wohl unter einer leicht überhängenden Bierplauze und hat sich über die Jahre als praktischer Urlaubsbegleiter bewährt. Nicht weniger modisch, aber genauso praktisch ist die sogenannte bodybag des Travellers. Meist angeschmiegt und versteckt am Körper getragen, beherbergt die unauffällige Tasche die wichtigsten Habseeligkeiten des Travellers. Eigentlich genau wie die altbewährte Gürteltasche, aber natürlich viel cooler.  Am Ende einer Reise hält es ein Tourist meist mit Theodor Fontane: „Erst die Fremde lehrt uns, was wir an der Heimat haben.“ Auch ein Traveller weiß seine Heimat zu schätzen und dennoch fließen eher verstohlene Tränen als prickelnder Prosecco auf dem Rückflug. Nun ist es leicht zu sagen, schlafen unterm Sternenhimmel, oder Couchsurfing klingt doch viel aufregender und romantischer als 08/15 Massentourismus, aber an dieser Stelle muss man mal eine Lanze für den klassischen Touri brechen. Bei zwei Wochen Urlaub im Jahr ist der Weg vom Buffet zum Pool schon Aufregung genug. Und egal, wie groß der kulturelle Austausch auch sein mag, bei einem Fremden auf der Couch zu schlafen, steht sicherlich nicht auf der Wunschliste.

Abgesehen vom Offensichtlichen unterscheiden sich Touristen und Traveller schon grundsätzlich in ihren Motiven. Touristen streben im Urlaub nach maximaler Entspannung bei minimalem Aufwand mit zeitlichem Limit. Für Traveller spielt die Zeit oftmals keine Rolle, man kann sich getrost auch mal planlos treiben lassen. Dafür sind dem Traveller meist finanzielle Grenzen gesetzt, die wiederum durch eine volksnahe Reise-Art ausgeglichen werden.

Egal, ob Couchsurfing, Roadtrip, Kreuzfahrt, oder all inclusive Urlaub im Sterne Hotel – am Ende campen wir alle unter dem gleichen Sternenzelt und der Schritt in die Welt hinaus ist der, der uns verbindet.

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Kategorie: Specials

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Über den Autor ()

Nicht nur privat, sondern auch aus schulischer Sicht, zog es Jane schon früh ins Ausland. Besondere Aufmerksamkeit schenkte sie dabei vor allem dem europäischen Norden und dem englischsprachigen Ausland. Nach dem Abitur verbrachte sie deshalb direkt ein ganzes Jahr als Au-Pair in einer Gastfamilie in New Canaan, CT (USA). Im Anschluss studierte sie Anglistik und Germanistik in Düsseldorf. Geplagt vom Fernweh und dem ständigen Wunsch nach Abwechslung begann sie im Sommer 2012 die spanische Sprache zu lernen, da sie mehrere Länder in Südamerika bereisen möchte. In den letzten Jahren hat sie mehrwöchige Reisen nach Vietnam & Australien unternommen. Die Mitarbeit bei der INITIATIVE auslandszeit ermöglicht ihr die tägliche Auseinandersetzung mit spannenden Auslandszeiten und den verschiedensten Erfahrungen von Reisenden oder denen, die es noch werden wollen. Neben der Reiselust gehören Reiten, Joggen, Skifahren, Kochen und Fotografie zu ihren großen Leidenschaften.

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