10 | Alinas Blog: Fallschirmsprung in Queenstown Skydive beim Work and Travel in Neuseeland

| 09. 02. 2018 | 0 Kommentare

Wie bereits im letzten Artikel angekündigt, möchte ich euch heute über das Erlebnis berichten, das für mich in Neuseeland am Verrücktesten war.

Alina wagt in Neuseeland ihren Fallschirmsprung

Skydive?! Niemals!

Natürlich hatte ich mich über das Land erkundigt, bevor ich nach Neuseeland geflogen bin. Ich hatte mir verschiedene Blogs im Internet angeschaut und Reiseführer durchgeblättert. Und überall fand ich die gleiche Information: Neuseeland sei das perfekte Land für verrückte Dinge wie Fallschirmsprünge, Bungee-Jumping, Paragliding, Mountainbiking etc.

Doch auch wenn mir diese Information noch so oft ins Auge fiel, ich dachte im Traum nicht daran, jemals etwas davon zu machen und schon gar nicht in Neuseeland. „Das können die anderen gerne machen, aber das ist doch nichts für mich“ war meine Einstellung. Im Laufe der Zeit lernte ich jedoch immer mehr Menschen kennen, die mal einen Fallschirmsprung gemacht haben und ganz allmählich kam bei mir der Gedanke auf, wenn ich so viel Angst davor habe, vielleicht wäre es eine gute Idee?!

Mein eigener Sprung nimmt Form an

Eine Freundin von mir machte ihren Fallschirmsprung bereits im August und schwärmte an einer Tour durch, dass das so eine geniale Erfahrung gewesen sei und dass man das unbedingt mal machen müsse. Da es Winter war, bekam sie einen Rabatt für ihren Sprung an ihrem Geburtstag. Nach einer Weile des Überlegens legte ich also für mich fest, dass ich, wenn ich mich traue, meinen Sprung an meinem Geburtstag machen werde. Je länger ich über die Idee nachdachte, desto besser gefiel sie mir.

Eines Tages war es dann soweit: Ich war noch in Mount Maunganui und wusste, dass ich auf die Südinsel fliegen werde, wo ich den Skydive in Queenstown machen wollte. Für meinen Sprung kam für mich persönlich nur in Frage, über den Bergen abzuspringen. Und da ist Queenstown der absolute Klassiker. Ich informierte mich auf bookme.co.nz, ob es irgendwelche Angebote gab und siehe da, es gab noch einen vergünstigten Sprung für meinen Geburtstag um 7:15Uhr. Nach einiger Überzeugungskraft einer Freundin willigte ich ein und buchte den Termin. Ich war bereits an dem Punkt gelangt, dass ich jedem von meinem Plan erzählte (nur meine Familie blieb ahnungslos) und ihn nun auch in Tat umsetzen wollte. Mental hatte ich mich bereits darauf vorbereitet.

Gebucht!

Doch kaum war der Fallschirmsprung gebucht, fingen die Zweifel an. „Bist du denn total verrückt? Aus einem Flugzeug springen? Das ist doch lebensmüde, dafür bist du doch noch gar nicht bereit!“ waren meine typischen Bedenken. Ich wachte normalerweise morgens auf und mein erster Gedanke beim Aufwachen lautete: „F***, du machst bald einen Skydive!“.

Der Wahnsinn beginnt

Ich buchte das Hostel und nachdem ich ein paar Tage am Reisen war, fuhr ich nach Queenstown. In der Nacht vor meinem Geburtstag wachte ich immer wieder auf und mein Schlaf war ziemlich unruhig. Ich aß morgens nichts und ging direkt in die Innenstadt, wo ich auf die anderen Lebensmutigen traf. Wir waren ein ziemliches Häufchen Elend – wir waren etwa 10 Personen, wobei alle extrem müde und nervös waren, kaum einer sprach. Wir mussten ein Formular ausfüllen und nach etwa einer halben Stunde stiegen wir in den Kleinbus und es ging Richtung Glenorchy, wo wir springen sollten.

Ich hatte mir im Voraus viele Sorgen um das Wetter gemacht, immerhin war Herbstanfang auf der Südinsel, was auch schon sehr kalt sein kann. Und in der Tat war es eisig morgens (im Bus wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass es oben auf 12,000 Fuß etwa -32°C seien) und ich war froh um meine 5 Lagen Klamotten. Dennoch war ich richtig froh, da die ganze Zeit die Sonne schien.

Es wird ernst

Nach einer etwa 45-minütigen Busfahrt kamen wir an und wurden erst einmal herzlich vom Team begrüßt und es wurde uns ein Einführungsvideo gezeigt, in dem man ein paar Leute bei ihrem Skydive beobachten konnte. Einige von ihnen genossen den Flug sehr, doch ein Mädel hatte die gesamte Zeit über Panik im Gesicht. Würde es bei mir auch so werden? Oder könnte ich den Flug wenigstens etwas genießen?

Überraschenderweise hielt sich meine Nervosität in Grenzen, ich hätte Händezittern, Übelkeit etc. erwartet doch nichts dergleichen war der Fall. Ich merkte, dass ich nervös war, doch nur eine übliche Nervosität setzte ein. Gleich nach dem Video wurden drei Leute aufgerufen, die in ihren Jumpsuit stiegen und gleich darauf Richtung Flugzeug gingen. Ich erfuhr auf einer Liste, dass ich erst im letzten Flugzeug fliegen würde, also stellte ich mich auf eine längere Wartezeit ein. Und in der Tat: Das Flugzeug fasste nur jeweils drei Leute mit ihren Tandem-Partnern und man musste jeweils warten, bis alle wieder unten waren, sodass das Flugzeug neu starten konnte mit den gleichen Tandem-Partnern.

Ich saß also etwa zwei Stunden im Wartehäuschen und beobachtete die anderen bei ihrer Landung. Als ich wusste, dass ich nun an der Reihe war, wurde mir doch etwas mulmiger und ich stieg mutig in meinen Jumpsuit. Thomas, mein Tandem-Partner, flog bei dem Flug davor nicht mit und so bereitete er mich auf meinen Sprung vor und erklärte mir die wichtigsten Sachen (die man vor lauter Adrenalin dann sowieso nicht macht).

Mein Fallschirmsprung

Alinas Skydive-Erlebnis über Queenstown

Ich stieg ins Flugzeug, das nur mich, zwei andere Springer und unsere Fluglehrer sowie den Piloten beinhaltete und genoss die Aussicht auf die Berge und den See. Ich realisierte kaum, wie hoch wir waren, doch als wir an den Bergspitzen ankamen, waren wir gerade mal auf 1/3 der Höhe angekommen. Da begriff ich zum ersten Mal, WIE hoch 12,000 Fuß, also 3,66 km waren. Thomas checkte immer wieder, wie es mir ging und ob alles in Ordnung war. Und es ging mir den Umständen entsprechend tatsächlich gut. Er fragte mich, ob ich denn auch noch einen Rückwärtssalto machen möchte und ich sagte begeistert zu.

Kaum waren wir auf der richtigen Höhe angelangt, ging alles ganz schnell. Ich setzte mir die Brille und die Mütze auf und schon verschwanden die ersten zwei Personen im Nirgendwo. Ich hatte keine Zeit nachzudenken und wurde bereits von Thomas im Flugzeug nach vorne geschoben. Er zählte 3-2-1 runter und schon drückte er mich raus aus dem Flugzeug. Kaum waren wir im freien Fall, drehte er uns in den Rückwärtssalto und ich verfluchte meine vorherige Begeisterung für die Drehung. Das war mit Abstand der schlimmste Teil des gesamten Sprunges, weil man rückwärts ins Nichts flog. Aber auch das ging rasend schnell vorbei, sodass ich den freien Fall zumindest etwas genießen konnte. Ich kann mich nicht daran erinnern, was unter mir war, dafür war wohl zu viel Adrenalin in meinem Blut, doch das Gefühl war unbeschreiblich. Die 45 Sekunden des freien Falles fühlten sich eher wie 15 Sekunden an und bald ging auch schon der Fallschirm auf.

Dann begann der gemütliche Teil des Sprunges. Wir quatschten in aller Ruhe über Neuseeland und darüber, wie viele Deutsche in Neuseeland unterwegs waren. Er gab mir dann nach einer Weile die Zügel selbst in die Hand und ich durfte lenken. Man unterschätzt sehr, was für eine große Rolle der Wind dabei spielt. Man verliert in der Kurve gleich mehrere Höhenmeter und es fühlt sich für eine ganz kurze Zeit wieder wie der freie Fall an. Es war einfach eine unfassbar geniale Erfahrung!

Die Landung war wirklich einfach und problemlos und kaum waren wir unten, wurden wir auch schon wieder im Bus Richtung Queenstown gefahren. Auf der Fahrt setzte dann auch mein Hungergefühl ein. Mein Gehirn hatte wohl begriffen, dass ich wieder auf festem Boden war und konnte mich spüren lassen, dass ich den ganzen Morgen nichts gegessen hatte. Im Bus zurück waren wir dann auch gesprächiger und wir konnten unsere Erfahrungen teilen.

Fallschirmspringen? Immer wieder gerne!

Ich persönlich würde jeder Zeit wieder einen Fallschirmsprung machen und falls ihr noch keine Fans von Adrenalin seid – vielleicht kommt das bei euch ja auch noch in der nächsten Zeit!

Im nächsten Teil meiner Serie könnt ihr dann über den Rest meiner Südinsel-Reise lesen und wie es mir bei meiner Heimreise erging.

>> Hier kannst du deinen Skydive in Queenstown zum besten Preis buchen

Hier weiterlesen:

>> Teil 1 | Alinas Blog: Reisevorbereitungen & große Erwartungen

>> Teil 2 | Alinas Blog: Die Ankunft in Neuseeland

>> Teil 3 | Alinas Blog: Die Reise kann beginnen

>> Teil 5 | Alinas Blog: Die erste Couchsurfing-Erfahrung und viel schöne Natur

>> Teil 6 | Alinas Blog: Meine zweite Housekeeping-Erfahrung

>> Teil 7 |Alinas Blog: 6-wöchige Rundreise mit Christine

>> Teil 8 | Alinas Blog: Abstecher nach Australien

>> Teil 9 | Alinas Blog: Arbeitszeit in Mount Maunganui

>> Teil 11 | Alinas Blog: Abschiedsbrief an Neuseeland

>> Rundreise auf der Südinsel – Work and Travel in Neuseeland

 

Das könnte dich auch interessieren:

>> Interview mit Christabel und Viola: „Für uns ist Neuseeland das perfekte Work & Travel-Land“

>> Die wichtigsten Städte Neuseelands: „Adventure Capital“ Queenstown

>> Fun-Sport in Australien: Surfen, Rafting & Co

>> Fallschirmspringen in Kanada: Julians Work and Travel Erfahrungen

Tags: , , , , , ,

Kategorie: Allgemein, Blogger, Erfahrungsberichte, Work & Travel

Alina Wais

Über den Autor ()

Alina ist in Stuttgart aufgewachsen und schon in ihrer Kindheit durchstöberte sie mit größter Begeisterung all die Atlanten ihres Opas. Nach dem Abitur konnte sie dann endlich ihre Sachen packen und flog nach Spanien. In Valencia besuchte sie 8 Wochen lang einen Spanischkurs und brach dann Richtung Andalusien auf, wo sie das erste Mal Backpacken war. Nach ihrer Rückkehr war sie bereits komplett mit dem Reisevirus infiziert und buchte kurze Zeit später ihren Flug nach London. So bereiste sie in verschiedenen Trips England, Schottland, Frankreich, Italien und Portugal und nach ihrer Ausbildung stand fest: Europa war nicht groß genug für sie und das nächste Abenteuer sollte länger dauern. Seit Mai ist sie daher als Work & Traveller in Neuseeland unterwegs und ist fasziniert von der Schönheit dieses einzigartigen Landes. In Zukunft möchte sie unbedingt Afrika und Südamerika bereisen und hofft, so viel wie möglich von dieser Welt sehen zu können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.