Indian Summer in den USA & Kanada Alles rund um das farbenfrohe Herbstspektakel

| 30. 09. 2015 | 2 Kommentare
Indian Summer Foto

Im Indian Summer findet man überall Fotogelegenheiten

Es ist eine wahre Explosion der Farben. Leuchtendes Gelb, kräftiges Rot und dezente Braun- und Ockertöne mischen sich mit einem satten Grün zu einem einzigartigem Farbteppich. Der Indian Summer – ein Spektakel der Natur das sich jedes Jahr aufs Neue in Kanada und den USA einstellt. Nirgendwo anders auf der Welt lässt sich dieses Phänomen, in Nordamerika eher als „Foliage“ bekannt, eindrucksvoller beobachten als hier. Dies liegt vor allem an den hier beheimateten über 800 verschiedenen Baumarten, die alle Ihren Platz in diesem Farborchester einnehmen. Europa, mit seinen gerade einmal 50 Baumarten, kann mit dieser Vielfältigkeit einfach nicht mithalten. Wer sich als Work & Traveller zur passenden Jahreszeit in einem der beiden Länder befindet, sollte den Indian Summer auf keinen Fall verpassen. Grund genug für uns einen genaueren Blick auf diese ganz spezielle Jahreszeit zu werfen.     

Wieso eigentlich Indian Summer

Der Ursprung des Begriffs „Indian Summer“ ist bis heute nicht ganz klar. Nach einem indianischen Mythos beruht die Laubfärbung auf die in dieser Zeit erlegten Bären, deren Blut über den Boden in die Bäume gelangt und so die Blätter rot färbt. Eine andere, und weniger romantische Erklärung, beruht darauf, dass die Jahreszeit die Hauptjagdsaison und somit bedeutendste Jahreszeit für die Indianer Neuenglands war.

Straße im Indian Summer

Ein leuchtendes Farbenmeer

Das richtige Timing

Jedes Jahr aufs Neue zieht sich das eindrucksvolle Naturphänomen in den Monaten September und Oktober langsam von Norden nach Süden. Der typische Indian Summer beginnt oftmals bereits Ende August in den südlichen Provinzen Ost-Kanadas wie Quebec oder New Brunswick und zieht dann weiter über die Neuenglandstaaten der USA. Der genaue Startzeitpunkt, genauso wie die Länge und die Intensität des farbenfrohen Ereignisses, sind dabei schwer vorherzusagen. Das Wetter aber auch das vorangegangene Frühjahrsklima spielt hier eine wichtige Rolle. Je nach Lage erreicht der Indian Summer seinen Höhepunkt zwischen Anfang Oktober im Norden und spätem Oktober im Süden. Dies ist auch der Zeitpunkt zu dem die meisten Touristen, die sogenannten „Leaf Peepers“, die Region besuchen. Für sie richten die lokalen Tourist Infos auch ganz spezielle Hotlines ein, die über den aktuellen Stand der Laubverfärbung informieren. Alternativ dazu gibt es auch Websites und Apps, die das Verfolgen des Indian Summers einfacher machen. Eins ist jedoch klar: Falls auch Ihr eine Rundreise während dieser Zeit plant, empfiehlt es sich dringend die Unterkünfte vorab zu reservieren.

Indian Summer und mehr

Der Indian Summer ist gleichzeitig eine Jahreszeit, in der die Amerikaner und Kanadier Ihre Häuser, Terrassen und Gärten schmücken. Die Herbstdekorationen in Anlehnung an die Erntezeit sind oft sehr fantasievoll und genauso farbenfroh wie der Indian Summer selbst. Dazu sprühen viele der kleinen Ortschaften in Neu-England vor historischem Charme und scheinen oft wie aus der Zeit gefallen. Adrette kleine Häuser, weiß getünchte Dorfkirchen, pittoreske Dorfläden und das alles vor einem farbenfrohen, sanft-hügeligen Panorama. So entdeckt man auf einem Indian Summer Roadtrip neben den in allen Farben leuchtenden Wäldern noch viele andere Fotomotive, für die es sich anzuhalten lohnt.

Indian Summer in Vermont

Indian Summer im idyllischen Vermont

Highlights USA

Fast als Synonym für den Indian Summer gelten die amerikanischen Neuenglandstaaten. Egal ob in New Hampshire, Maine, Massachusetts, Rhode Island, Connecticut oder Vermont, hier lässt sich das Naturschauspiel gleichermaßen gut genießen.

Idyllisches Vermont
Wer die Wahl hat, hat die Qual. Für viele bietet jedoch der kleine und idyllische Bundesstaat Vermont den besten Indian Summer. Hier kommt alles zusammen: malerische Landschaften, kleine verschlafene Orte wie aus der Gründerzeit und eine Vielfalt an Laubbäumen die für ein wahres Kaleidoskop an Farben sorgen. Geheimtipp für einen Roadtrip ist die Route 100. Eine Traustraße mitten durch das Herz von Vermont und von vielen Kennern als die malerischste Route in ganz Neuengland bezeichnet.

Natur pur in New Hampshire
Viele „Leaf Peepers“ starten ihre Jagd nach dem Indian Summer in Boston. Von dort führt die Reise in das oft unterschätzte aber landschaftlich atemberaubende New Hampshire. Im White Mountain National Forrest findet man Natur pur – tosendes Wildwasser, unzählige Wasserfälle, endlos erscheinende Täler und den 1.917 Meter hohen Mount Washington, der bei gutem Wetter mit einer grandiosen Aussicht über das Farbenmeer des Indian Summer belohnt. Als Roadtrip bietet sich in New Hampshire der White Mountain Trail an. Über 160 Kilometer schlängelt sich der Scenic Byway entlang von Naturschutzgebieten, ursprünglichen Wäldern und der imposanten Bergwelt New Hampshires.

Unser Geheimtipp
In Connecticut kann man den Indian Summer per Dampflokomotive und Dampfschiff entdecken. Die Valley Railroad entführt in eine längst vergangene Zeit und fährt in 2,5 Stunden vom historischen Bahnhof in Essex nach Chester. Das Ganze sehr gemächlich mit einer Geschwindigkeit von gerade einmal 20 Meilen pro Stunde. Zurück geht es per Dampfschiff auf dem Connecticut River und durch das River Valley.

Links USA
>> Indian Summer Roadtrips
>> Indian Summer Status Report

Indian Summer Toronto

Indian Summer in der Nähe von Toronto

Highlights Kanada

In Kanada findet sich das rote Ahornblatt bereits auf der Nationalfahne. Wo könnte man den Indian also besser beobachten als hier. Ein herbstlich strahlendes Farbenmeer erstreckt sich im September und Oktober über das gesamte Land; die besten Spots finden sich allerdings in den Provinzen Ontario und Quebec.

Auf Entdeckungsreise im Algonquin Park
Die Größe, Vielfalt an Bäumen aber auch die Nähe zu Toronto, machen den Algonquin Provinvial Park zum idealen Startpunkt für den kanadischen Indian Summer. Auf einer Fläche von über 7.000 Quadratkilometern bietet der Park 18 verschiedene Wanderwege mit speziell eingerichteten Aussichtsplattformen. Wer ein bisschen Zeit einplant, kann den Park auch per Kanu und Zelt erkunden.

Viel Abwechslung in Quebec
In Quebec ist der Indian Summer überall anzutreffen. Direkt in der Stadt, im historischen Montreal, wo man vom Mount Royal aus eine herrliche Aussicht auf die herbstlich leuchtende Stadt hat, oder außerhalb, in den berühmten Laurentinischen Bergen. Im kleinen Ort Mont-Tremblant wird der Indian Summer alljährlich mit dem Symphony Colors Festival gefeiert.

Unser Geheimtipp
Auch in Kanada lässt sich der Indian Summer per historischem Zug erleben. Der Agawa Canyon Train führt mitten hinein in eine wilde und ursprüngliche Landschaft. Ausgehend vom Städtchen Sault St. Marie führt diese klassische Zugreise 114 Meilen bis zum Agawa Canyon, vorbei an glasklaren Seen, rauschenden Flüssen, beeindruckenden Granit-Felsformationen und immer begleitet von den leuchtenden Farmen des Indian Summer.

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Seit er sich erinnern kann, ist Philipp mit dem Virus Wanderlust infiziert. Schon während der Schulzeit hat er ein Jahr als Austauschschüler im Mittleren Westen der USA verbracht. Nach dem Abitur hielt ihn nicht mehr viel und es ging erneut in die USA um mit seinem Gastbruder das Land zu erkunden. Nach dem Studium in Münster und Malta ging es zunächst für ein halbes Jahr nach Australien. Auf dem Work and Travel Visum zog es ihn quer durch den siebten Kontinent, wo sich der Anteil an Work im Vergleich zu Travel nach eigener Aussage aber eher in Grenzen hielt. Nach gut sechs Jahren in der Marketingbranche war es erneut Zeit auszusteigen. Philipp kündigte und reiste für ein Jahr durch ganz Südostasien. Seine Reise dokumentierte er in Bildern und Reportagen auf seinem Reiseblog ESCapology.eu, welches er auch noch heute weiterführt. Daneben schreibt Philipp für verschiedene Online-Portale und hin und wieder Reisemagazine.

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