Gap Year: Kreative Auszeit nach dem Bachelor

| 10. 07. 2008 | 2 Kommentare

Mit Tempo in den Beruf starten: Das wird Studenten oft empfohlen. Aber auch eine kreative Auszeit kann Chefs überzeugen. Die Zeit nach dem Bachelor gilt als ideal, um eine Pause einzulegen.

Der englische Begriff Gap Year bezeichnet eine Zeitspanne zwischen zwei Lebensabschnitten, in der Leute zwischen Anfang und Ende zwanzig etwas Neues ausprobieren. In Großbritannien und in den USA sind Gap Years sehr beliebt – etwa nach dem Bachelor-Abschluss, um noch mal etwas anderes zu machen, bis das Master-Studium oder der neue Job beginnt.

In Deutschland haben bislang vor allem Abiturienten eine solche Auszeit eingelegt. Vor dem Studium reisen sie für einige Monate über verschiedene Kontinente oder arbeiten in sozialen Projekten in Entwicklungsländern mit. Studenten könne dabei auf organisierte Programme zurückgreifen und sich an Anbieter wenden, die sich auf Sprachreisen, Praktika im Ausland oder Freiwilligendienste spezialisiert haben.

Die Länge des Aufenthalts lässt sich variieren – ein Gap Year muss nicht zwölf Monate dauern. „Wir haben ganz unterschiedliche Angebote entwickelt“, sagt Tanja Kuntz, die beiTravelWorks und carpe diem Sprachreisen für Marketing, PR und Personal verantwortlich ist. Der Veranstalter organisiert Freiwilligendienste und Work and Travel ins Ausland, also kombinierte Reise- und Arbeitsaufenthalte. „Bislang haben wir besonders viele Abiturienten vermittelt“, sagt Tanja Kuntz, „wir merken aber, dass in letzter Zeit die Bewerber deutlich älter werden.“ Sie glaubt, dass sich mit den neuen Abschlüssen ein ähnlicher Trend entwickelt wie in Großbritannien, dass sich also eine Lücke auftut, in der die Absolventen noch einmal ihre Freiheit ausleben möchten. Viele Studenten sind jedoch unsicher, wie sich ein Auslandsaufenthalt in einem Krankenhaus in Afrika oder die Arbeit auf einem Bauernhof in Australien sinnvoll in den Lebenslauf integrieren lässt.

„Bei einem Gap Year wird den Leuten oft unterstellt, dass sie sich einen schönen Tag machen und viel faulenzen“, sagt Tanja Kuntz. In angelsächsischen Ländern seien Personalchefs der Auszeit gegenüber viel aufgeschlossener als hierzulande. Dabei ist das Leben im Ausland oft eine Herausforderung, die nicht immer die nicht immer leicht zu bewältigen ist. Das fängt bei bürokratischen Hürden an.

Quelle:
Der vollständige Bericht ist in der Karriere (Heft Juli 2008) und auf www.karriere.de erschienen.

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Kategorie: Specials

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Über den Autor ()

Christian Rhode reiste bereits als Kind gemeinsam mit seinen Eltern viel in Europa, wobei der Grundstein für seine Faszination an fremden Ländern und Kulturen gelegt wurde. Nach einer längeren Reisepause hat ihn dann vor einigen Jahren wieder das Fernweh gepackt und bis heute nicht losgelassen. Ein längerer Aufenthalt in Chile begründete seine Leidenschaft für Lateinamerika, wohin es ihn (nach eigener Aussage) wahrscheinlich noch sehr häufig verschlagen wird. Weitere geplante Ziele sind Schottland, Irland, Nepal, Ruanda/Uganda … die Liste ist lang. Christian hat eine Ausbildung zum Speditionskaufmann absolviert , danach u.a. in England gearbeitet, später das Abitur im zweiten Bildungsweg nachgeholt und Kommunikationswissenschaften, Soziologie sowie Politikwissenschaften in Münster (Westfalen) studiert. Durch seine Funktion als Redaktionsleiter bei der INITIATIVE auslandszeit kann er sich auch beruflich jeden Tag mit den Themen Ausland(saufenthalt) und Reisen beschäftigen. Weitere Tags zu Christian: Musik, Bücher, Filme, Radsport und Werder Bremen.

Kommentare (2)

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  1. Avatar Steffi H. sagt:

    Danke für den Beitrag – wusste bis dato gar nicht, dass es überhaupt sowas wie ein Gap Year gibt;-).

  2. Avatar Stella sagt:

    Hi, hab erst in der Englisch Stunde von Gap Year erfahren und schreib jetzt en bericht drüber

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