Die Neuseeländer aus der Sicht einer Backpackerin Von Kiwis und Rugby

| 30. 10. 2016 | 0 Kommentare

Während eines Work & Travel- Trips lernt man Land und Leute kennen und taucht eine neue Kultur ein. Alina reist durch Neuseeland und berichtet uns in ihrem Blog „Mit dem Rucksack durch Neuseeland“ von den Eindrücken, die sie dort sammelt. Heute bloggt sie nicht für uns, sondern beschäftigt sich mit den Neuseeländern. Wie ticken die Leute am anderen Ende der Welt?

See in der Nähe von Rotorua

Die Neuseeländer

Die Neuseeländer nennen sich selber „Kiwis“ und wenn man die Frucht oder den Vogel meint, so sagt man „Kiwi fruit“ oder „Kiwi bird“, was beides absolute Nationalsymbole sind. Ich habe die Kiwis als sehr hilfsbereite Menschen kennengelernt, die versuchen, einem in jeder Situation zu helfen. Generell sind sie ein reisefreudiges Volk und fast alle Leute, die ich getroffen habe, waren schon einmal in Europa. Für die jüngere Generation ist es durchaus normal, ein paar Jahre „overseas“ zu leben, auch Australien ist beliebt, weil die Kiwis kein Arbeitsvisum benötigen. Es ist trotzdem eine gewisse Konkurrenz zu Australien zu spüren. Es ist vielleicht vergleichbar wie bei Deutschen und Österreichern, man besteht auf die Unterschiede in Kultur und Sprache, doch ist man im Kern sehr ähnlich. Ich freue mich sehr auf meine Zeit in Australien im November, um noch mehr Unterschiede sehen zu können.

Nationalsport Nr. 1: Rugby!

So wie Deutsche verrückt nach Fußball sind, lieben die Neuseeländer ihr Rugby. Sie sind regelmäßig Weltmeister und die „All Blacks“, die Nationalmannschaft Neuseelands, ist Vorbild von jedem Jungen. Besonders beliebt ist dabei das Spiel der All Blacks gegen Australien, aber natürlich nur, wenn Neuseeland gewinnt. Vor jedem Spiel führen sie den Haka auf, den Kriegstanz der Maoris, um den Gegner einzuschüchtern. In den Nachrichten kommen regelmäßig die Ergebnisse von allen Ligen und bei jeder Highschool sieht man ein Rugby-Feld.

Die Neuseeländer? Muss man bei all den Deutschen erst einmal suchen!

Es gestaltet sich ab und an ziemlich schwierig, Neuseeländer kennenzulernen, da es einfach so unglaublich viele Deutsche hier gibt. Das Working Holiday Visum ist unbegrenzt für uns und so findet man in fast jedem Hostel mindestens einen anderen Deutschen. Ich habe schon beinahe ein schlechtes Gewissen, wenn ich sage, dass ich Deutsche bin, einfach weil es jeder erwartet. Außerdem trifft man auf viele Niederländer und Franzosen. Trifft man dann doch mal einen waschechten Neuseeländer, bemerkt man, besonders bei der älteren Generation, viele Parallelen zu Engländern. Viele waren entweder schon einmal in England, oder sie haben englische Vorfahren. Man lädt sich gerne zum Tee ein (was auch meist gleichzeitig eine Einladung zum Abendessen ist) und der Geburtstag der Queen ist ein Nationalfeiertag, obwohl man ihn hier an einem anderen Tag feiert. Die neuseeländische Kultur ähnelt definitiv mehr der englischen als an der amerikanischen Kultur.

Das Kiwi-Englisch

Das neuseeländische Englisch ist, verglichen mit manch anderem englischen Dialekten, ziemlich einfach zu verstehen. Etwas verwirrend am Anfang ist, dass ein e wie ein i klingt, so wird „ten“ zu „tin“ und „seven“ zu „sivin“. Wenn man sich daran aber mal gewöhnt hat, ist es generell relativ verständlich. Im Normalfall wiederholen die Neuseeländer aber auch gerne, was sie gesagt haben und sprechen dabei auch langsamer. Interessant ist auch zum Beispiel, dass die Neuseeländer sowohl Chips als auch Pommes „Chips“ nennen. Engländer und Amerikaner haben hierfür ja andere Wörter. Generell ist es trotzdem auf jeden Fall empfehlenswert, möglichst gut Englisch zu sprechen. Es ist einfach so spannend, fließend genug zu sein, um sich mit den Neuseeländern (oder auch anderen Backpackern) über Politik- und Umweltprobleme oder einfach über Gott und die Welt unterhalten zu können. Ich habe viele Deutsche getroffen, die sich noch nicht so wohl fühlen in der englischen Sprache und die sich dann aber auch hauptsächlich mit anderen Deutschen unterhalten und so ihre Sprachkenntnisse nicht verbessern können. Die Neuseeländer sind sehr gesprächig und freuen sich, wenn sie sich mit Leuten aus anderen Ländern unterhalten zu können.

Mein Fazit

Insgesamt ist es natürlich auch immer abhängig von einem selber, ob man offen und freundlich auf Leute zugeht und dies dann auch von der anderen Person erwartet, oder ob man auf seine Kultur besteht und blind ist für das Neue. Ich habe bisher viele Essenseinladungen von älteren Neuseeländern bekommen, habe nun aber auch viel Kontakt mit der jüngeren Generation. Die Natur könnte noch so schön sein, doch wenn die Menschen nicht freundlich wären, würde man nicht zurückkommen. Ich hingegen würde auf jeden Fall zurückkommen!

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Kategorie: Allgemein, Blogger, Erfahrungsberichte, Work & Travel, Working Holidays

Alina Wais

Über den Autor ()

Alina ist in Stuttgart aufgewachsen und schon in ihrer Kindheit durchstöberte sie mit größter Begeisterung all die Atlanten ihres Opas. Nach dem Abitur konnte sie dann endlich ihre Sachen packen und flog nach Spanien. In Valencia besuchte sie 8 Wochen lang einen Spanischkurs und brach dann Richtung Andalusien auf, wo sie das erste Mal Backpacken war. Nach ihrer Rückkehr war sie bereits komplett mit dem Reisevirus infiziert und buchte kurze Zeit später ihren Flug nach London. So bereiste sie in verschiedenen Trips England, Schottland, Frankreich, Italien und Portugal und nach ihrer Ausbildung stand fest: Europa war nicht groß genug für sie und das nächste Abenteuer sollte länger dauern. Seit Mai ist sie daher als Work & Traveller in Neuseeland unterwegs und ist fasziniert von der Schönheit dieses einzigartigen Landes. In Zukunft möchte sie unbedingt Afrika und Südamerika bereisen und hofft, so viel wie möglich von dieser Welt sehen zu können.

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