Blog 6 | Barbara & Annalena in Neuseeland Reflexionen

| 28. 03. 2017 | 0 Kommentare

Nach drei Monaten in Neuseeland finden wir, es ist an der Zeit, unsere Sorgen und Ängste, von denen wir im ersten Artikel berichtet hatten, noch einmal aufzugreifen.

Aussicht auf das Meer und Berge

Vom Abschiednehmen und Vermissen

Annalena

Klar, der erste Abschied für einen längeren Zeitraum fällt erstmal sehr schwer. Nach einer gewissen Zeit gewöhnt man sich aber an die Entfernung zu Freunden und Familie und dank WhatsApp, Skype und co. kann man nahezu täglich Kontakt nach Hause aufnehmen. Trotzdem macht es natürlich einen großen Unterschied, ob man den Tagesablauf nurmal eben in eine WhatsApp-Nachricht presst oder ob man ein persönliches, ausführliches Gespräch führen kann. Dieser Punkt hat mich an meiner Entscheidung, neun Monate in Neuseeland zu verbringen, zweifeln lassen und nach einigen Überlegungen habe ich mich dazu entschlossen, meinen Aufenthalt auf ein halbes Jahr zu verkürzen – was ein ziemliches Durcheinander in unsere Reiseplanung gebracht hat…

Barbara

Für mich waren die ersten paar Tage die schlimmsten, man ist in einer neuen Umgebung, so weit weg von allem Bekannten und hat erst einmal viel zu organisieren und sieht dabei nicht unbedingt die schönen Landschaften, die der Grund für die Reise waren. Nachdem wir aber angefangen haben zu reisen, war das Heimweh eigentlich gar nicht mehr schlimm. Man hat Familie und Freunde zwar schon immer im Hinterkopf, aber man erlebt hier so viel Schönes, dass ich gar nicht so viel Zeit zum Vermissen habe. Dadurch, dass ich wegen einer OP auch bald für drei Wochen wieder nach Deutschland muss, habe ich ja auch immer die Gewissheit, meine Lieben bald wiederzusehen.

Alleine Reisen…

Annalena

Wie bereits erwähnt, hat meine frühere Abreise zu einem kleinen Chaos geführt. Die Tatsache, dass mir nach Barbaras Abreise nur noch ca. sechs Wochen in Neuseeland verbleiben, hat mich dazu bewegt, das Arbeiten auf Deutschland zu verschieben und die restliche Zeit zum Reisen zu nutzen. Um die drei Wochen, in denen Barbara zu Hause ist, nicht alleine zu sein, habe ich mich, entgegen meiner Vorhersage, doch dazu entschieden, nicht alleine zu bleiben, sondern mich anderen Backpackern, die ich aus der Schulzeit kenne, anzuschließen. Ich freue mich sehr auf die Zeit, weil es noch einmal etwas anderes ist, ich allerdings die Gewissheit habe, dass die Zeit sinnvoll genutzt wird.

Barbara

Dadurch, dass Annalena früher abreist, haben sich unsere Rollen vertauscht. Wenn sie nach Hause fliegt, reise ich noch für drei Wochen mit meinem Freund und danach bin ich dann für ca. 2,5 Monate alleine hier. Das wird zwar sicherlich erst einmal ungewohnt, weil man plötzlich ganz auf sich alleine gestellt ist, aber ich freue mich schon auf diese Zeit. Ich denke und hoffe, dass man, wenn man alleine reist, noch mehr Kontakt zu anderen Backpackern hat und viele neue Leute kennenlernt. Außerdem wird man sicherlich noch um Einiges selbstständiger und bekommt noch einmal ganz andere Einblicke in das Backpackerleben. Da ich die erste Zeit alleine erst einmal mit Arbeiten und WWOOFen verbringen möchte, mache ich mir auch erst einmal keine Sorge, weil ich denke, alles Weitere ergibt sich dann spontan.

Fernbeziehung: Schaffen wir das?

Barbara

Natürlich gibt es auf eine solche Entfernung immer Streitigkeiten und Probleme und man merkt, dass persönliche Kommunikation etwas ganz anderes ist. Ich denke aber, dass da letztendlich jeder seine eigenen Erfahrungen macht. Nach den drei Wochen, die ich Zuhause verbringe, besucht mich mein Freund dann für 6 Wochen in Neuseeland und wir reisen zuerst noch mit Annalena und dann noch einmal drei Wochen alleine, worauf ich mich ziemlich freue. Man muss sich auf jeden Fall immer Sachen vor Augen halten, auf die man sich freuen kann, sei es eben, dass man vom Partner besucht wird oder nach der Reise etwas Schönes zusammen unternimmt.

Hostel, Auto, Bungee-Jumping… Reicht mein Geld?

Annalena

Da ich vor der Reise aufgrund meines Alters und familiärer Angelegenheiten keine Zeit mehr zum Arbeiten hatte, steht mir hier nur das meiner Eltern und Großeltern angesparte Geld zur Verfügung. Da dieses logischerweise nicht unendlich ist, muss ich sehr auf die Ausgaben achten und mehr als einmal überlegen, ob die ein oder andere Aktivität ihr Geld wirklich wert ist.

Zwar haben wir hier auch schon gearbeitet und dadurch ein bisschen Kapital dazubekommen, allerdings reicht dieses bei Weitem nicht für die gesamte Zeit, weil das Leben als Backpacker, egal wie sparsam man lebt, doch sehr kostspielig ist (Sprit, Lebensmittel, Unterkünfte etc.). Demnach würde ich mir wünschen und werde auch alles Mögliche tun, um noch mindestens einmal Arbeit  zu finden, doch leider ist das Glück hierbei nicht auf unserer Seite. Aufgrunddessen muss ich wohl oder übel das Arbeiten auf Deutschland verschieben, um meine „Schulden“ bei Oma, Opa und meinen Eltern wieder auszugleichen.

Barbara

Ich hatte Zuhause ja schon für 6 Wochen gearbeitet, sodass ich mit dem Geld und Angespartem ein recht gutes Startkapital hatte. Da ich aber eigentlich versuchen möchte, die Ausgaben hier vollständig durch erarbeitetes Geld zu decken, werde ich sowohl in der Zeit, die ich hier alleine verbringe als auch Zuhause noch einmal arbeiten. Bisher haben wir hier ja nur für drei Wochen gearbeitet und hatten danach nicht mehr so viel Glück, deswegen hoffe ich, dass ich das nächste Mal erfolgreicher bei der Arbeitssuche sein werde.

Auf jeden Fall achtet man hier aber sehr auf seine Ausgaben, wie Annalena schon gesagt hat und versucht, immer das Billigste von allem zu kaufen. Trotzdem komme ich mit dem Geld bisher besser hin als erwartet, da auch unser Auto – bis auf zwei Steinschläge – noch gut durchhält und bisher keine Reperaturen benötigt hat.

Wir hoffen, es geht so positiv weiter und können allen zukünftigen Backpackern nur raten, sich nicht zuu viele Sorgen im Vorfeld zu machen. Ob Heimweh, Geldnot oder plötzlich alleine-reisend, es findet sich eigentlich immer für alles eine Lösung.

Hier weiterlesen:

> Blog 1: Barbara & Annalena in Neuseeland | Erwartungen und Ängste

> Blog 2:  Barbara & Annalena in Neuseeland | Ankunft & Autokauf

> Blog 3: Barbara & Annalena in Neuseeland | Schöne Buchten, riesige Bäume und das Ende der Welt

> Blog 4: Barbara & Annalena in Neuseeland | Von einer Jobsuche mit Hindernissen und ersten Arbeitserfahrungen

> Blog 5: Barbara & Annalena in Neuseeland | Weihnachten mal anders

> Blog 7: Barbara & Annalena in Neuseeland | Über unsere WWOOFing Erfahrung

> Blog 8: Barbara & Annalena in Neuseeland | Ein eigenes Auto – Bereicherung oder Geldgrab?

> Barbara & Annalena im Interview mit dem Work & Travel-Magazin

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Barbara & Annalena

Über den Autor ()

Schon als Kind ist Barbara viel mit ihren Eltern gereist, dabei blieben die Reisen aber immer auf Europa beschränkt. Nachdem ihre Schwester nach dem Abitur in Neuseeland und ihr Bruder in Australien war, wurde auch bei ihr die Lust auf die Ferne geweckt. Nachdem auch sie als Nesthäkchen jetzt die Schulzeit beendet hat, heißt es nun auch für Barbara: Auf nach Neuseeland! Und wer könnte da eine bessere Reisebegleitung sein als ihre beste Freundin?! Als Annalena das erste Mal erfuhr, dass die Schwester ihrer besten Freundin Barbara für neun Monate nach Neuseeland fliegt, wurde sie sofort hellhörig und fragte sich, was ein Land so schön machen kann, dass man dafür seine Heimat verlässt. Nun, sieben Jahre später und um ein Abitur reicher, steht ihr gepackter Rucksack im Hausflur, der Reiseführer liegt neben ihrem Bett und sie kann es kaum abwarten, all die tollen Orte, die sie sonst nur von den Bildern kennt, endlich zu erkunden. Gemeinsam werden sie also voraussichtlich die nächsten neun Monate in Neuseeland evrbringen. Dabei hoffen sie auf spannende Abenteuer, großartige Aussichten und die ein oder andere Bekanntschaft mit anderen Backpackern und Einheimischen. Sie schreiben hier im work&travel-Magazinen ihren eigenen Neuseeland-Blog, um ihre Erinnerungen festzuhalten und andere zu motivieren, bekannte Zweifel und Ängste zu überwinden, um eine ähnliche Reise zu starten.

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