9 | Alinas Blog: Mit dem Rucksack durch Neuseeland Meine Arbeitszeit in Mount Maunganui

| 13. 06. 2017 | 0 Kommentare

    Alina steht vor einem Wasserfall in der Nähe von Tauranga

Arbeitssuche

Nach meiner Krankheitszeit in Rotorua kehrte ich zurück nach Mount Maunganui, wo ich Arbeit finden wollte über den Sommer. Ich buchte mich für eine Woche in ein Hostel ein und verbrachte meine Zeit damit, Geschäft um Geschäft abzuklappern und zu fragen, ob jemand gerade eine Mitarbeiterin für den Sommer suchte. Doch überall erhielt ich die gleiche Antwort: „Nein leider nicht, wir haben die Stellen bereits besetzt“. Durch meine Krankheit geriet mein Timing wieder durcheinander und so war ich Mitte Dezember zu spät dran mit der Arbeitssuche. Ich konnte in ein paar Läden meinen Lebenslauf abgeben, erhielt jedoch niemals eine Antwort.

Da das Hostel für die nächsten Tage ausgebucht war, entschied ich mich, mein Glück in Tauranga zu versuchen. Mount Maunganui ist ein Stadtteil Taurangas, der weitaus schöner ist als Tauranga selbst. Auch hier kam ich nicht unbedingt weiter, bis ich auf backpackerboard.co.nz eine Stellenanzeige als Housekeeper für das Hostel in Mount Maunganui entdeckte.

Endlich fündig!

Ich rief den Hostelbesitzer Paul sofort an, um herauszufinden, ob die Stelle noch frei war. Und siehe da: Dieses Mal hatte ich tatsächlich Glück und Paul sagte, sie hätten einige Lebensläufe erhalten, hätten sich aber noch nicht entschieden. So schickte ich meinen Lebenslauf per E-Mail und bekam kurz darauf die Antwort, sie hätten sich für mich entschieden und aufgrund meiner Erfahrung als Rezeptionistin könnte ich auch noch nebenher an der Rezeption arbeiten.

Ich sagte sofort begeistert zu und konnte gleich ein paar Tage später mein Bett in der Wohnung direkt neben dem Hostel beziehen. Ich wohnte in der ersten Zeit mit drei deutschen Mädels in der Wohnung, die wir nur für uns hatten, wobei ich mein Zimmer mit einer weiteren Housekeeperin teilte. Im Gegensatz zu meinen anderen Housekeeping-Jobs wohnte ich also nicht direkt im Hostel. Der klare Vorteil war, dass es sich so anfühlte, als käme man nach Hause und ginge zur Arbeit.

Das Hostel

In den ersten zwei Tagen wurde ich erstmal nur als Housekeeperin eingelernt. Das Hostel hatte 14 Zimmer, wobei es nur einen Schlafsaal für drei Leute gab und nur zwei Stockbetten im gesamten Hostel. Demnach war das Hostel eher eine Mischung aus Motel, Hotel und Hostel. Es gab ein paar Zimmer mit eigenem Badezimmer, allerdings waren auch vier öffentliche Bäder für alle Gäste vorhanden sowie eine Küche und Wohnzimmer mit Fernseher.

Blick auf den Strand von Mount Maunganui

Bereits am dritten Tag wurde mir von Paul das Buchungssystem gezeigt und ich konnte meinen Job als Rezeptionistin anfangen. Ich bekam freie Unterkunft für drei Stunden am Tag, 5 Tage die Woche und alle zusätzlichen Stunden wurden bezahlt. Ich arbeitete normalerweise um die 30 Stunden in der Woche, hatte also genügend Zeit, auch noch den Strand in aller Fülle zu genießen, der gerade einmal acht Minuten zu Fuß entfernt lag.

Meine Aufgaben

Ich begann meinen Tag im Hostel normalerweise um 8 Uhr morgens mit der Entgegennahme des Schlüssels, dann öffnete ich alle Vorhänge, Türen etc. und schließlich putzte ich die Küche und die Badezimmer einmal grob durch, sodass die Gäste morgens für das Frühstück einen guten Eindruck hatten. Ich war außerdem dafür zuständig, die Wäsche zu waschen und dafür zu sorgen, dass unsere Vorräte reichten. Zwischen 9 Uhr und 10 Uhr hatte ich es relativ ruhig (es musste halt jemand bei Fragen da sein), bis um 10 Uhr meine Mädels eintrudelten. Ich verteilte dann die Aufgaben, half mit beim Betten ab- und beziehen, beim Putzen der Bäder und der Küche und wusch nebenbei die Wäsche.

Dass es bei drei Mädels auch mal zu Stress kommen kann, ist ja relativ normal. In diesem Falle war es wohl der Neid, dass ich die „höhere“ Position innehatte und Aufgaben verteilen konnte. Gerade in den ersten Wochen hatte ich damit so meine Schwierigkeiten, da die Mädels mich selbst eingelernt hatten und nun ich diejenige war, die ihnen sagen konnte, was sie zu tun hatten. Trotz allem machten die Mädels einen guten Job und ich konnte sie normalerweise früher nach Hause schicken. Ich hingegen arbeitete nicht nur bis 13 Uhr, sondern regulär bis 14 Uhr, bis ich in die Pause geschickt wurde. Nachmittags war ich dann nochmals für ungefähr drei Stunden an der Rezeption.

Ich bekam meinen Dienstplan für eine Woche, allerdings war es gerade am Anfang noch ziemlich chaotisch und ich musste wirklich flexibel sein, da ich etwa eine Stunde früher gefragt wurde, ob ich doch noch nachmittags arbeiten könnte. Mein Chef war allerdings super – er freute sich jedes Mal, wenn ich ja sagte, akzeptierte aber auch mal ein nein. Nach und nach schaffte er es dann, einen tatsächlichen Plan mit meinen Arbeitszeiten zu erstellen, wobei sich auch hier fast täglich etwas änderte. Mir machte das im Großen und Ganzen nicht allzu viel aus, ich hatte trotzdem noch viel Freizeit und hatte generell auch kaum anderweitige Pläne. Etwa alle drei Wochen verließ uns eine Mitarbeiterin und ich lernte die Neuen ein.

In der Freizeit

Nach und nach lernte ich neue Leute kennen – sei es bei der Arbeit, aus früheren Hostels, in Bars oder durch bisherige Freunde. Ich baute mir ein Netzwerk an Freunden auf, auf die ich mich jederzeit verlassen konnte. So füllte ich meine Zeit abseits der Arbeit und ich genoss den Strand fast jeden Tag. Abgesehen von zwei regnerischen Wochen gab es ansonsten Sonne pur. Ab und zu machten wir Ausflüge außerhalb Taurangas, zu Wasserfällen etwa oder in die Kaimai Berge.

Blick vom Mount Maunganui auf die Stadt und das Meer

Mount Maunganui selbst ist ein kleiner Ort, wobei er ziemlich langgestreckt ist, sodass die Wegstrecken doch relativ lang sind. Drei weitere Stadtteile Taurangas liegen direkt am Meer und der Sandstrand umfasst mehrere Kilometer. Am Ende des Ortes liegt Mount Maunganui selbst, den man von überall aus sehen kann. Ein paar Mal bestieg ich den Mount, was ungefähr eine halbe Stunde dauerte, doch man wurde mit einer richtig schönen Aussicht auf die Stadt, den Strand sowie Matakana Island belohnt. Sonnenuntergänge konnte man am besten von Pilot Bay aus beobachten, wobei wir auch mal einen Stachelrochen sichteten.

EIn Kreuzfahrtschiff fährt in Tauranga ein

Im Gegensatz zum Winter war Mount Maunganui im Sommer ein lebendiger Ort, da es ein beliebter Ferienort für Neuseeländer war und regelmäßig Kreuzfahrtschiffe im Hafen anlegten. Kaum waren die Kreuzfahrtschiffe weg, kehrte wieder etwas Ruhe in den sonst so verschlafenen Ort ein.

Meine Highlights

Mein erstes Highlight war Weihnachten, das ich im Kreise einer neuseeländischen Familie in der Nähe von Taupo verbringen durfte. Es war schon ziemlich komisch, dass Temperaturen von ungefähr 28°C herrschten, doch auch hier durfte natürlich kein Weihnachtsbaum fehlen. Die Neuseeländer packen ihre Geschenke am 25. Dezember morgens aus, doch das Essen fällt genauso üppig aus. Es gab geröstetes Gemüse sowie Lamm und Truthahn. Im Gegensatz zu Deutschland konnten wir uns dann in der Sonne ausruhen und im See abkühlen. Es fühlte sich einerseits wie Weihnachten an, doch andererseits war es schon auch ziemlich verrückt, da es einfach so heiß war.

Ein weiteres Highlight in Mount Maunganui für mich war der Besuch meiner Großcousine und meines Großcousins. Sie waren zwar nur insgesamt drei Tage bei mir, doch wir konnten mit ihnen einen Ausflug zur Coromandel Halbinsel machen, was sowohl ich als auch die beiden sehr genossen. Wir besuchten all die wunderschönen Strände und genossen die Aussicht auf das Meer. Für mich ging es zum dritten Mal zur Cathedral Cove, wobei es das erste Mal richtig heiß und voll war. Am dritten Tag regnete es leider, doch so konnten die beiden auch mal entspannen und wir hatten einen Grund für einen faulen Tag in der Therme.

Die Arbeit endet

Nach sieben Wochen sagte mir mein Chef, dass sie in zwei Wochen für sechs Wochen nach Argentinien gehen würden, wo meine Chefin herkam. Ich fand es sehr schade, dass sie mir dies nicht früher ankündigten und so hatte ich kaum Zeit, mich nach einem weiteren Job umzusehen. Ich hätte für die sechs Wochen weiterhin als Housekeeperin arbeiten können, ich hätte jedoch meinen bezahlten Job als Rezeptionistin verloren. Hintergrund war, dass die neuen Manager keine Hilfe an der Rezeption brauchten, da diese keine kleinen Kinder hatten. Ich entschied mich letztendlich für die Kündigung nach neun Wochen und bezog ein Zimmer in einer WG für die folgenden vier Wochen.

Mein vorerst letzter Besuch in Thames

Alina steht auf einem Boot und hält einen selbst gefangenen Fisch in den HändenBevor ich die Nordinsel verließ, besuchte ich noch ein paar Leute, um mich in Ruhe verabschieden zu können. So kehrte ich zurück nach Thames, wo ich ein paar Tage verbrachte. Mal wieder wurde ich einige Male zum Essen eingeladen und dieses Mal klappte es auch endlich einmal mit dem Fischen. Greg, der Hostelbesitzer, für den ich am Anfang meiner Reise arbeitete, lud mich auf sein Boot ein. Ich war noch nie in meinem Leben davor fischen und so war ich doch etwas nervös, wie das wohl werden würde.

In der Nähe der Coromandel Halbinsel fuhren wir raus zu den Muschelfarmen und banden unser Boot fest, auf dem wir insgesamt rund fünf Stunden verbrachten. Gleich am Anfang hatte ich einen Fisch an der Angel, der circa 8 Pfund wog, was etwa 3,6 kg waren. Ich war mit der Angelrute komplett überfordert, sodass ich sie einfach Greg in die Hand drückte, der dann den Fisch an die Oberfläche holte. Die Größe an sich war schon recht ordentlich, doch nach einigen kleineren Fischen überbot ich diese Größe noch. Ziemlich gegen Ende angelte ich einen Fisch mit dem beeindruckenden Gewicht von 13,5 Pfund, also etwa 6,1 kg! Ich konnte mein Glück nicht glauben, dass ich tatsächlich den größten Fang des Tages hatte. Entweder ich bin eine verdammt talentierte Fischerin oder ich hatte einfach Anfängerglück ;).

Auf Besuch in Hamilton

Eine weitere gute Freundin von mir wohnte in Hamilton, von der ich mich auch noch verabschieden wollte. Sie gab mir den Tipp, zum Festival Balloons Over Waikato zu gehen, wo viele Heißluftballons in die Luft steigen. Julia, eine Freundin, die ebenfalls in Mount Maunganui wohnte, begleitete mich. Leider hatten wir schlechtes Wetter, sodass die Ballons auf dem Boden blieben, doch ich genoss meine Zeit auch so.

Mein Abschied vom Mount

Mount Maunganui zu verlassen fiel mir besonders schwer, weil ich viele Freunde hatte, die auch dort wohnten und man sich richtig kennenlernen konnte. Ein besonderer Dank geht an Julia, die mich jedes Mal wieder aufbaute =). Allein der Abschied vom Strand fiel schwer und der Mount selber war einfach ein sehr besonderer Ort. Hach, etwas Wehmut kommt doch auf, allein schon beim Gedanken daran!

Ich ging noch einen letzten Abend mit meinen Freunden aus und dann hieß es das erste Mal nach drei Monaten Rucksack packen. Ich war bereit für das Abenteuer Südinsel! Im nächsten Teil könnt ihr dann erfahren, wie es mir bei meinem Fallschirmsprung ergangen ist und was ich sonst noch so alles erlebt habe!

Tipp: Jetzt mit der Work and Travel Planung für Neuseeland starten

Hier weiterlesen:

>> Teil 1 | Alinas Blog: Reisevorbereitungen & große Erwartungen

>> Teil 2 | Alinas Blog: Die Ankunft in Neuseeland

>> Teil 3 | Alinas Blog: Die Reise kann beginnen

>> Teil 5 | Alinas Blog: Die erste Couchsurfing-Erfahrung und viel schöne Natur

>> Teil 6 | Alinas Blog: Meine zweite Housekeeping-Erfahrung

>> Teil 7 |Alinas Blog: 6-wöchige Rundreise mit Christine

>> Teil 8 | Alinas Blog: Abstecher nach Australien

>> Teil 10 | Alinas Blog: Fallschirmsprung in Queenstown

>> Teil 11 | Alinas Blog: Abschiedsbrief an Neuseeland

>> Rundreise auf der Südinsel – Work and Travel in Neuseeland

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Alina Wais

Über den Autor ()

Alina ist in Stuttgart aufgewachsen und schon in ihrer Kindheit durchstöberte sie mit größter Begeisterung all die Atlanten ihres Opas. Nach dem Abitur konnte sie dann endlich ihre Sachen packen und flog nach Spanien. In Valencia besuchte sie 8 Wochen lang einen Spanischkurs und brach dann Richtung Andalusien auf, wo sie das erste Mal Backpacken war. Nach ihrer Rückkehr war sie bereits komplett mit dem Reisevirus infiziert und buchte kurze Zeit später ihren Flug nach London. So bereiste sie in verschiedenen Trips England, Schottland, Frankreich, Italien und Portugal und nach ihrer Ausbildung stand fest: Europa war nicht groß genug für sie und das nächste Abenteuer sollte länger dauern. Seit Mai ist sie daher als Work & Traveller in Neuseeland unterwegs und ist fasziniert von der Schönheit dieses einzigartigen Landes. In Zukunft möchte sie unbedingt Afrika und Südamerika bereisen und hofft, so viel wie möglich von dieser Welt sehen zu können.

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