6 | Alinas Blog: Mit dem Rucksack durch Neuseeland Meine zweite Housekeeping-Erfahrung

| 18. 01. 2017 | 0 Kommentare

Möchtest du gerne wissen, wie andere Working Holiday-Maker ihre Auslandszeit erleben? Welche tollen Erlebnisse haben sie, welche Probleme müssen sie lösen? Alina lässt uns in ihrem Blog an ihrem Work & Travel-Trip durch Neuseeland teilhaben. Sie berichtet von den abenteuerlichen Erlebnissen genauso wie vom Alltag am Ende der Welt. Natürlich hat sie auch immer wieder den einen oder anderen Tipp für zukünftige Work & Traveller auf Lager ;). Im heutigen Blog erfahrt ihr, dass nicht jeder Work and Travel-Job Spaß macht, aber dass man auch schlechten Erfahrungen etwas positives abgewinnen kann.

Museum in Rotorua

Housekeeping

Ich kehrte ein paar Tage nach Rotorua zurück und spontan ergab sich die zweite Möglichkeit, auf ein Haus aufzupassen. Ich schrieb meine ehemaligen Air BnB-Hosts an, ob sie Zeit hätten, sich mit mir auf einen Kaffee zu treffen. Ich bekam die Antwort, sie hätten zwar gerade leider keine Zeit, würden aber noch jemanden suchen, der Housesitting für sie machen könnten.

Also lebte ich ein zweites Mal kostenlos in einem Haus, dieses Mal jedoch mit einem Hund. Da das ganze Hundefutter bereits zubereitet gewesen ist und ich durch das WWOOFing in Whitianga gelernt hatte, ein Feuer im Kamin zu machen, war der Job ziemlich einfach.

Der Job im Hostel

Nachdem ich weiterhin keinen bezahlten Job gefunden hatte, entschied ich, mich in Rotorua nach Housekeeping-Jobs umzuschauen. Also schickte ich meinen Lebenslauf an verschiedene Hostels und tatsächlich kam die Antwort zurück, ich könnte in einem Hostel in der darauffolgenden Woche anfangen.

Am ersten Tag sollte ich eigentlich um 10 Uhr morgens beginnen, doch irgendetwas ist bei der Planung schiefgelaufen und so musste ich erst einen Tag später anfangen. Ich konnte jedoch das 8er Zimmer belegen, das für die Housekeeper vorgesehen war und lernte auch gleich meine Kollegen kennen. In den ersten Tagen waren wir 5 Deutsche, 2 Chinesen und eine Irin und ich verstand mich mit allen gut.

Dienstags ging es dann los und ich war gespannt, in was für einem Bereich ich wohl arbeiten würde. In diesem Hostel war es etwas anders, denn normalerweise rotiert man durch und muss somit nicht vier Wochen lang die gleiche Aufgabe übernehmen. Mein Arbeitgeber meinte aber, so wäre man gut eingelernt und müsse nicht alles können.

Die böse Überraschung folgte dann auch gleich um 10 Uhr morgens: Ich war für die Toiletten und Duschen eingeteilt. Ich lernte die verschiedenen Putzmittel kennen und wurde von einem Deutschen mit folgendem Kommentar eingelernt: „Na ja, du hast ja bestimmt schon einmal Toiletten geputzt, nimm für den Spiegel das durchsichtige Putzmittel und für den Rest das violette Putzmittel.“ Und dann konnte ich auch schon anfangen, schwierig war es ja wirklich nicht.

Nach zwei Tagen war ich dann auch schon soweit, eine neue deutsche Backpackerin einzulernen. Ich wurde in der folgenden Woche plötzlich bei den Betten eingelernt, doch da das Einlernen sehr schleppend verlief und ich am zweiten Tag bereits angemeckert wurde, ich müsse schneller machen, kehrte ich wieder zum Toiletten-Putzen zurück.

Toiletten putzen ist nicht das Schlimmste…

Toilette im Hostel

Interessant war, dass der Job an sich nicht das Schlimmste war. Meine Güte, dann putzt man halt Duschen und Toiletten, doch innerhalb des Hostels herrschte irgendwannn eine grässliche Stimmung. Die Rezeptionistin führte sich auf wie der größte Boss und beschwerte sich, dass wir zu langsam seien, obwohl wir immer vor der vereinbarten Zeit fertig waren.

Auch die Hostelbesitzerin besaß nicht viel Mitleid, eines Tages war ich erkältet und habe mich eine Minute zu spät zur Arbeit geschleppt. Sie fragte mich direkt, warum ich zu spät sei und ich erklärte ihr, dass ich nochmal zurück bin, um Hustenbonbons zu holen. Sie meinte nur dazu, dass ihr das egal sei, ich müsse pünktlich zur Arbeit erscheinen.

Das Positive an negativen Erfahrungen

Als mir die Rezeptionistin eine Woche vor meiner geplanten Kündigung gesagt hat, ich könne auch gehen und müsse hier nicht arbeiten, kündigte ich spontan und verließ das Hostel. Am gleichen Tag hörte ich von dem Film „The Secret Law of Attraction“. Im Kern geht es darum, dass wir selber mit einer positiven Einstellung auch positive Sachen erleben. Im Gegensatz dazu gilt es natürlich auch umgekehrt.

Die Aussage des Films ist, dass unsere Gedanken unsere Gesundheit und auch die Dinge, die um uns herum passieren, bestimmen. Seitdem probiere ich es auch und achte darauf, wann ich schlechte Erlebnisse hatte und was meine Einstellung dazu war. Die Aussage des Films ist, dass unsere Gedanken unsere Gesundheit und auch die Dinge, die um uns herum passieren, bestimmen. Verrückterweise funktioniert es tatsächlich oft! Probiert es einfach mal aus! 🙂

Ich bin der Meinung, dass man immer dazulernt, egal, was für eine Erfahrung wir machen. Wir lernen ständig dazu und wenn wir etwas vergessen, dient es nur dazu, dem Gehirn Platz für Neues zu schaffen. Der ganze Neuseeland-Trip ist ein einziges Dazulernen, sich selbst besser kennenzulernen und auch andere Kulturen und die Freunde daheim. Man lernt, wem man daheim wichtig ist und wie festgefahren manche Strukturen in der Heimat sind.

Der größte Unterschied zu daheim ist oft, dass ich im Ausland wesentlich besser verstanden werde, weil ich auf Gleichgesinnte treffe. Klar trifft man auch ignorante Menschen im Ausland und klar sind nicht alle Deutschen negativ zum Reisen eingestellt, doch generell trifft man auf so viele herzliche Menschen beim Reisen und merkt, wie viele gute Menschen es eigentlich gibt. Ich habe gelernt, den Menschen mit Vertrauen zu begegnen, nicht mit Misstrauen. Jeder Mensch in der U-Bahn könnte ein Terrorist sein? Nun, oder halt eine lebenslange Freundschaft und eine Einladung zum Abendessen. Die Entscheidung, wie wir Menschen begegnen, liegt oftmals bei uns.

Meine Housekeeping-Erfahrung war also eigentlich eher negativ, doch ich bin dankbar für die Erfahrung und würde einige Sachen anders machen. Und nochmals gilt: Jeder Mensch ist anders, jede Erfahrung ist anders und jeder Trip ist anders. Also solltet ihr euch nicht von meiner Story abschrecken lassen!

Tipp: Jetzt mit der Work and Travel Planung für Neuseeland starten

Hier weiterlesen:

>> Teil 1 | Reisevorbereitungen & große Erwartungen

>> Teil 2 | Die Ankunft in Neuseeland

>> Teil 3 | Die Reise kann beginnen

>> Teil 4 | Die Suche nach dem ersten Job

>> Teil 5 | Die erste Couchsurfing-Erfahrung und viel schöne Natur

>> Teil 7 | 6-wöchige Rundreise mit Christine

>> Teil 8 | Abstecher nach Australien

>> Teil 9 | Meine Arbeitszeit in Mount Maunganui

>> Teil 10 | Fallschirmsprung in Queenstown

>> Teil 11 | Abschiedsbrief an Neuseeland

>> Rundreise auf der Südinsel – Work and Travel in Neuseeland

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Kategorie: Allgemein, Blogger, Erfahrungsberichte, Work & Travel, Working Holidays

Alina Wais

Über den Autor ()

Alina ist in Stuttgart aufgewachsen und schon in ihrer Kindheit durchstöberte sie mit größter Begeisterung all die Atlanten ihres Opas. Nach dem Abitur konnte sie dann endlich ihre Sachen packen und flog nach Spanien. In Valencia besuchte sie 8 Wochen lang einen Spanischkurs und brach dann Richtung Andalusien auf, wo sie das erste Mal Backpacken war. Nach ihrer Rückkehr war sie bereits komplett mit dem Reisevirus infiziert und buchte kurze Zeit später ihren Flug nach London. So bereiste sie in verschiedenen Trips England, Schottland, Frankreich, Italien und Portugal und nach ihrer Ausbildung stand fest: Europa war nicht groß genug für sie und das nächste Abenteuer sollte länger dauern. Seit Mai ist sie daher als Work & Traveller in Neuseeland unterwegs und ist fasziniert von der Schönheit dieses einzigartigen Landes. In Zukunft möchte sie unbedingt Afrika und Südamerika bereisen und hofft, so viel wie möglich von dieser Welt sehen zu können.

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