4 | Alinas Blog: Mit dem Rucksack durch Neuseeland Die Suche nach dem ersten Job

| 26. 09. 2016 | 0 Kommentare

Möchtest du gerne wissen, wie andere Working Holiday-Maker ihre Auslandszeit erleben? Welche tollen Erlebnisse haben sie, welche Probleme müssen sie lösen? Alina lässt uns in ihrem Blog an ihrem Work & Travel-Trip durch Neuseeland teilhaben. Sie berichtet von den abenteuerlichen Erlebnissen genauso wie vom Alltag am Ende der Welt. Natürlich hat sie auch immer wieder den einen oder anderen Tipp für zukünftige Work & Traveller auf Lager ;). Wie der Name schon sagt ist Work & Travel nicht nur mit Reisen verbunden. In diesem Teil erzählt euch Alina, wie das bei ihr so läuft mit der Jobsuche. Als angehende Work & Traveller findet ihr bestimmt ein paar Tips oder Dinge, die ihr besser machen könnt!

Die Skyline von Auckland

Arbeitssuche

Die Jobsuche gestaltete sich für mich etwas schwieriger als gedacht. Da ich sowohl eine Ausbildung, vier Sprachen und Arbeitserfahrung vorweisen kann, dachte ich, dass es eigentlich kein Problem sein sollte, einen Job in Neuseeland zu finden. Tja, da habe ich mich nun mal etwas getäuscht…

Mein Problem?!

Da hier gerade Winter ist, werden nicht viele Arbeitskräfte gesucht und wenn, dann schauen sie meist nach Handwerkern, Lagerarbeitern, Kellnern oder Baristas sowie nach Putzkräften. Für mich stellt bei der saisonalen Arbeit meine Körpergröße von 1,57m ein ziemliches Problem dar. Ich kann weder Lagerarbeiten verrichten, wo man ständig 20-30kg heben muss, noch komme ich auf die empfohlenen 1,60m Körpergröße auf den Kiwiplantagen. Beim Zurückschneiden von den Kiwipflanzen käme ich erst gar nicht an die oberen Äste ran. Viele Angebote im Internet beinhalten den Zusatz „permanent“, sodass ich als Work & Traveller keine Chance habe. Da ich bereits in Deutschland Geld angespart habe, war ich im Gegensatz zu anderen Deutschen nicht darauf angewiesen, mir gleich in der ersten Woche einen Job suchen zu müssen. Das steigert nicht unbedingt die Motivation, wirklich jeden Job anzunehmen. Da ich einen Monat in Thames verbrachte, habe ich nur noch ca. sechs Wochen Zeit, bis mich meine Freundin aus Deutschland für ca. sieben Wochen besuchen kommt. Ich möchte solange sie hier ist natürlich nicht arbeiten, doch für nur sechs Wochen findet man keinen Rezeptionsjob, da die Einarbeitung zu lange dauert. Bars und Restaurants suchen öfter mal, doch ich habe leider noch keinerlei Erfahrung in der Gastronomie.

Mein erstes Vorstellungsgespräch

Doch trotz all meiner (teilweise selbst gestellten Probleme), gab es auch Hoffnung. Im Juni fand ich auf der Seite seek.co.nz eine Annonce von einer Telefundraising-Stelle in Auckland, die explizit vermerkte, dass Work & Traveller erwünscht seien. Ich hätte für 3 Monate arbeiten können, was deren minimaler Arbeitszeit enstprochen hätte. Also rief ich an und fragte eine paar Sachen, sodass die Firma merkte, dass ich fließend Englisch sprechen kann. Ich sollte meinen Lebenslauf schicken und bekam daraufhin tatsächlich die Möglichkeit, zum Vorstellungsgespräch zu gehen. Es waren zehn Leute im Raum, die alle Muttersprachler waren. Wir mussten uns erst kurz vorstellen und wurden dann gebeten, unseren Sitznachbarn zu interviewen, um dann dem Rest der Gruppe zu erklären, warum er oder sie den Job bekommen sollte. Mein Nachbar konnte sich nicht einmal mehr an meinen Namen erinnern und erzählte auch falsche Sachen über mich, das war dann ziemlich frustrierend. Im Anschluss sollten wir in einen separaten Raum und ein Telefongespräch führen, bei dem wir eigentlich nur ein Skript vorlesen mussten. Ich fand das Vorstellungsgespräch ziemlich einfach, doch mir wurde zwei Stunden später geschrieben, dass ich es nicht in die nächste Runde geschafft hätte. Im Nachhinein war ich froh, denn es wäre wohl nicht der beste Job gewesen. Wie mein Vater so schön sagte: „Du willst Leute anrufen und um Geld betteln?!“. Ich sagte schon davor, dass Plan B die Coromandel Halbinsel wäre und so freute ich mich, aus Auckland rauskommen zu können. Und gleich in der ersten Stadt, in die ich ging, bot sich mir dann eine bessere Alternative.

Mein Housekeeping-Job

Der Hostelbesitzer in Thames bot mir an, das Hostel gegen kostenlose Unterkunft zu putzen. Ich nahm sein Angebot an, weil ich keine weiteren Pläne hatte und das war die beste Entscheidung. Das Hostel hatte nur noch drei Schlafzimmer übrig, sodass ich maximal eine Stunde am Tag arbeiten musste. Da das Hostel drei Wochen später schloss, gab es bald keine Gäste mehr und ich hatte quasi meine eigene Wohnung mit en-suite Einzelzimmer. Und als ob das nicht schon gut genug gewesen wäre, wurde ich auch noch regelmäßig von den Hostelbesitzern zum Essen eingeladen.

Mein Housesitting-Job

In Thames wurde mir außerdem von einer Dame, die ich in einem Café kennengelernt hatte, angeboten, für sie eine Woche lang Housesitting zu machen. Sie hinterließen mir einen vollen Kühlschrank und meine einzige Aufgabe war es, die Katze zu füttern. Also sparte ich zumindest noch einmal das Geld für die Unterkunft und das Essen.

Meine „Wwoofing“-Erfahrung

Auf workaway.info fand ich ein englisches Pärchen, das Hilfe in ihrem Garten benötigte. Das Prinzip war wie beim Wwoofen, ich pflanzte ca. drei Stunden am Tag Bäume oder half beim Geschirr spülen und bekam dafür kostenlose Unterkunft und Logis. Die beiden waren super lieb und sie fuhren mich sogar auf meinen Wunsch hin zu Cathedral Cove und Hot Water Beach, wo man ohne Auto etwas schwieriger hinkommt. Die Arbeit war ziemlich anstrengend, aber das gute Essen und die Freundlichkeit der beiden machten das wieder wett. Da sie bereits zwei Mexikanern zugesagt hatten, konnte ich nur für eine Woche bleiben.

Fazit

Ich verdiente bisher noch kein Geld, doch immerhin hatte ich die Möglichkeit, nicht viel Geld auszugeben. Ich denke mal, dass es für mich wesentlich einfacher sein wird, im Sommer auf der Südinsel einen bezahlten Job zu finden, da Hauptsaison sein wird und ich auch für einen längeren Zeitraum werde arbeiten können. Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, im Herbst nach einem Job zu suchen, den man dann auch im Winter machen kann. Ich war doch ziemlich lokal begenzt, da ich noch nicht auf die Südinsel reisen wollte. Ich möchte erst den Sommer dort erleben, weil ich kein großer Schnee Fan bin, zumindest nicht, nachdem ich erst in Deutschland Winter hatte, bevor ich hierher kam. Doch lasst euch bitte nicht von meiner Story abschrecken! Jeder Trip ist anders, jeder Mensch ist anders und es ist oftmals auch einfach Glücksache. Ich habe genügend Backpacker getroffen, die arbeiten, so ist es nicht. Es ist vielleicht nur nicht ganz so einfach wie erwartet. 🙂 Und mit den Alternativen, die sich mir boten, kam ich auch so ganz gut durch.

Tipp: Jetzt mit der Work and Travel Planung für Neuseeland starten

Hier weiterlesen:

>> Teil 1 | Reisevorbereitungen & große Erwartungen

>> Teil 2 | Die Ankunft in Neuseeland

>> Teil 3 | Die Reise kann beginnen

>> Teil 5 | Die erste Couchsurfing-Erfahrung und viel schöne Natur

>> Teil 6 | Meine zweite Housekeeping-Erfahrung

>> Teil 7 | 6-wöchige Rundreise mit Christine

>> Teil 8 | Abstecher nach Australien

>> Teil 9 | Meine Arbeitszeit in Mount Maunganui

>> Teil 10 | Fallschirmsprung in Queenstown

>> Teil 11 | Abschiedsbrief an Neuseeland

>> Rundreise auf der Südinsel – Work and Travel in Neuseeland

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Alina Wais

Über den Autor ()

Alina ist in Stuttgart aufgewachsen und schon in ihrer Kindheit durchstöberte sie mit größter Begeisterung all die Atlanten ihres Opas. Nach dem Abitur konnte sie dann endlich ihre Sachen packen und flog nach Spanien. In Valencia besuchte sie 8 Wochen lang einen Spanischkurs und brach dann Richtung Andalusien auf, wo sie das erste Mal Backpacken war. Nach ihrer Rückkehr war sie bereits komplett mit dem Reisevirus infiziert und buchte kurze Zeit später ihren Flug nach London. So bereiste sie in verschiedenen Trips England, Schottland, Frankreich, Italien und Portugal und nach ihrer Ausbildung stand fest: Europa war nicht groß genug für sie und das nächste Abenteuer sollte länger dauern. Seit Mai ist sie daher als Work & Traveller in Neuseeland unterwegs und ist fasziniert von der Schönheit dieses einzigartigen Landes. In Zukunft möchte sie unbedingt Afrika und Südamerika bereisen und hofft, so viel wie möglich von dieser Welt sehen zu können.

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