Work and Travel – Erfahrungsbericht (Teil 5)

tauchen-am-great-barrier-reef1Clemens´ Work and Travel-Trip durch Australien geht weiter, und wir bleiben dicht auf seinen Fersen! Dieses mal berichtet unser ehemaliger Praktikant von seinem Tripp durch den australischen Dschungel (inclusive erster Erfahrungen mit Blutegeln!) und vom einmaligen Erlebnis,  am Great Barrier Reef zu tauchen.

„Nachdem wir nun schon mehr als 2 Monate in Australien unterwegs waren, kamen wir in die tropischen Regionen Australiens. Kurz vor Cairns machten wir einen Abstecher in einen Nationalpark, der sich dann als tiefster Dschungel entpuppte. Die Straße führte uns zu einem Campingplatz wie es sie in den meisten Nationalparks gibt. Gegen eine geringe Gebühr (die man in dafür bereit liegenden Tüten in einen Holzkasten wirft) kann man sich einen Platz suchen und Toilette, Dusche sowie Gaskochstelle nutzen. Nachdem wir uns eingerichtet hatten um dort zu übernachten, machten wir uns auf den Weg um den Dschungel zu erkunden – was dann aufregender wurde, als wir gedacht hätten.

Unsere Wanderung führte uns entlang eines idyllischen Flusses, der sich eine Schneise in den dichten Wald geschnitten hatte und hier und da kleine Abhänge mit Wasserfällen überwandt. Wir nahmen eine Abbiegung die uns wie eine Abkürzung vorkam. Nach gut einer halben Stunde wurde der Pfad aber immer verwilderter und irgendwie begannen wir daran zu zweifeln, dass er uns noch irgendwohin führen würde. Allerdings wollten wir auch so schnell nicht aufgeben, wo wir doch schon so weit gelaufen waren. Dummer Weise begann es langsam dunkel zu werden und während wir kurz standen und überlegten sah ich etwas auf dem Oberarm meines Freundes sitzen. Als ich darauf zeigte erschrak er sich und schlug das Ding weg bevor wir erkennen konnten was es war. Die Frage stellte sich jedoch kurz darauf nicht mehr denn das Blut ronn wie Wasser aus dem Arm: Ein Blutegel! Mein Blick glitt sofort zu Boden und dort wimmelte es nur so von den Tieren, und einige waren grade dabei meinen durchlöcherten Schuh zu erklimmen. Wir versuchten die Biester von den Schuhen zu bekommen, um schnellstens zurückzugehen, doch dass war gar nicht so leicht da sie sich regelrecht festbissen. Nachdem wir uns befreit hatten bewegten wir uns im Eiltempo zurück doch alles war voll mit Blutegeln. Ich frage mich wie wir das vorher nicht bemerkt hatten, wo wir doch mit unseren kurzen Sachen und ohne T-Shirt fröhlich durchs Höhe Grass gestapft waren, in der Annahme der Weg würde gleich wieder begehbarer werden. Alle paar Meter hielten wir kurz an um ein paar Würmer abzustreifen. Als dann noch eine Schlange unseren Weg kreuzte fingen wir endgültig an zu rennen, was einem bei 35° und tropischer Luftfeuchtigkeit ganz schön zusetzen kann.

Somit waren wir froh, als wir endlich wieder das Camp erreichten. Diese Nacht riegelten wir trotz der Hitze alle Fenster ab um beruhigt schlafen zu können.

Am nächsten Tag machten wir uns auf nach Cairns. Da wir hier unsere letzte gemeinsame Zeit verbringen sollten, schlossen wir einen Pakt: Sollten wir es schaffen, unseren liebgewonnenen Ford Falcon zu verkaufen, wollten wir von dem Geld einen Tauchschein machen. Natürlich waren wir überglücklich als wir 2 Wochen später das Auto für denselben Preis verkauften, für den wir es gekauft hatten. Im Nachhinein hätte man ihn sogar für viel mehr verkaufen können, da zu dieser Zeit eine riesige Nachfrage in Cairns war. So bekam ich noch Wochen danach Anrufe ob das Auto noch zu haben wäre.

Was den Tauchkurs anbelangt war mir etwas mulmig davor, da ich kein besonders guter Schwimmer bin. Irgendwie schaffte mein Freund es aber mich zu überreden, so dass wir ein paar Tage später auf einem Boot Richtung Great Barrier Reef unterwegs waren. Die ersten Tauchgänge waren noch anstrengend da ich viel zu sehr damit beschäftigt war, mit dem tauchen zurechtzukommen, und ich bekam nicht wirklich viel von meiner Umgebung mit. Das änderte sich aber zum Glück recht schnell und die Tauchgänge waren einfach nur überwältigend. Wir schwammen an Riesenschildkröten vorbei, sahen einen Hai (der schlief), Barrakudaschwärme und vieles mehr. Wir beschlossen auch noch den Adventure-Diver-Schein zu machen, was bedeutete dass wir einen Nachttauchgang machten und bis auf 30 Meter runtergingen. Unten konnte man dann Feuerfische und andere exotische Dinge sehen, der Tiefenrausch blieb allerdings aus.

Die drei Tage auf dem Boot waren unvergleichlich, und leider viel zu schnell vorbei. Ein paar Tage später ging es für meinen Freund dann auch schon wieder zurück nach Deutschland um dort sein Studium zu beginnen. Für mich hingegen begann eine spannende Reise allein quer durch Australien.“

(Teil 6 von Clemens´ Backpacker- Bericht folgt in Kürze!)

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