Work and Travel Erfahrungsbericht (6. und letzter Teil)

erfahrungsbericht7Als Bauarbeiter und Melonenpflücker in Bowen, im „Kakadu Nationalpark“ und am Uluru, in Sindey, Adelaide, an der Great Ocean Road … den Rest seines Work and Travel -Tripps bestreitet Clemens ganz allein, und erlebt dabei Australien noch einmal in seiner ganzen Vielfalt.

„Tja nun stand ich da, alleine in Cairns, und fühlte mich ein bisschen so wie am ersten Tag in Neuseeland: „So und was jetzt?“. Ein komisches Gefühl, vor allem wenn man 5 Monate zu zweit unterwegs war. Erstmal hatte ich mir vorgenommen zu arbeiten, weil wir während der Zeit zu zweit kaum etwas Anständiges gefunden hatten. Das Schicksal führte mich nach Bowen, wo ich erst auf dem Bau arbeitete, und dann einen Monat lang Melonen pflückte. Die härteste Arbeit war das pflücken von Wassermelonen, die im Schnitt 10 bis 20 kg wiegen, aber gleichzeitig so empfindlich sind, dass man sie immer vorsichtig ablegen muss. Das Gute an der Arbeit ist natürlich, dass es ständig Melonen umsonst gibt. Allerdings konnte ich die irgendwann auch nicht mehr sehen. ;-)

Nach diesem Monat asketischen Daseins machte ich mich auf um von Cairns nach Darwin zu fliegen, der nördlichsten Großstadt Australiens. Auf einer Ausflugstour in den Kakadu National Park lernte ich einen Lehrer kennen, der mir anbot, in seiner Wohnung in Melbourne unterzukommen, falls ich dort vorbeikäme, da er jetzt weiter nach Kambodscha und Laos reisen würde. Ich war mir erst nicht sicher ob er das ernst meinte, da er mich kaum kannte, aber er sagte ich solle einfach seinen Freund Gary kontaktieren der währenddessen in Melbourne seine Wohnung aufpasste. Von Darwin aus nahm ich den Ghan (eine Zugverbindung von Nord nach Südaustralien) nach Alice Springs wo ich natürlich beim Uluru halt machte. Alice ist auf jeden Fall eine Erfahrung, ein lebendiger Ort mitten in der brühenden Wüste, der gleichzeitig Zeugnis ist für die traurigen Folgen europäischer Übersiedlung für die Aborigines.

Anschließend ging’s weiter nach Adelaide, der Festivalstadt, die auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Da ich nun innerhalb von einer Woche 3000 Kilometer nach Süden gereist war kam es mir bei meiner Ankunft in Adelaide eisig kalt vor – obwohl es immer noch 20 °C waren. Von dort ging’s dann mit dem Bus nach Melbourne, wo ich den besagten Gary einfach mal anrief. Dieser meldete sich total freundlich und wusste auch schon bescheid, dass ich in der Wohnung bleiben konnte. Als ankam lud er mich erstmal zum Essen ein und zeigte mir die Stadt. Er war pensionierter Rektor einer Melbourner Highschool und freute sich richtig darüber einem Gast seine Heimat zu zeigen. Wir fuhren ein paar Tage runter zur Great Ocean Road, wo er Verwandte besuchte und mir seinen Heimatort zeigte. So konnte ich zwei Wochen in Melbourne wohnen, ab und zu etwas mit Gary unternehmen und lernte viel mehr über Australien als es in einem Backpacker´s der Fall gewesen wäre.

So ging meine zweimonatige Rundreise sehr schnell vorbei, ich war jedoch sehr froh auch allein unterwegs gewesen zu sein, da es etwas völlig anderes war. Man kommt schneller mit Leuten in Kontakt, erlebt so mehr lustige Dinge, aber muss sich auch um alles selber kümmern und alles selbst in die Hand nehmen. Jedenfalls machte ich mich bald wieder auf den Weg zurück nach Sydney wo ich noch ein paar alte Bekannte Backpacker traf, und mich bei 28° C an den Strand legte und die letzten Tage genoss. Dann schließlich ging mein Flieger zurück in die Heimat, wo es gerade geschneit hatte.“

ENDE

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