Buchrezension: „Travel and Love“ statt „Eat Pray Love“

„Tausche Leben gegen Alltag“ von Franziska Schmitt erinnert an den Erfolgsroman „Eat Pray Love“ der US-Amerikanerin Elizabeth Gilbert. Wie Elizabeth ist die Mittdreißigerin Franziska ihren Alltag inklusive Job und Liebesleben müde und will sich eine einjährige Auszeit nehmen. Während Elizabeth sich jeweils vier Monate für eine Station Zeit nimmt und nach Italien (Eat), Indien (Pray) und Bali (Love) reist, will Franziska unter anderem auch aus finanziellen Gründen, aber auch ihrer Vorliebe entsprechend ein Jahr durch Asien reisen. Ihre Route hat sie ebenfalls im Vorfeld festgelegt, will sich aber offen halten, wie lange sie jeweils an einem Ort bleibt. Denn erst einmal möchte sich die Marketing-Fachkraft erst einmal treiben lassen.

Nicht unbedingt von der Liebe geküsst

Auch Franziska war in den vergangenen Jahren wie Elizabeth nicht gerade von der Liebe geküsst worden, und wie es auf so einer Reise ist – nichts alles läuft nach Plan, und die Liebe erst recht nicht. So verliebt sich Franziska direkt am Anfang ihrer Reise, als sie in Bira auf der indonesischen Insel Süd-Sulawesi Station macht und den Australier Stephen kennen lernt. Stephen ist um einiges älter als Franziska und lebt auf Bali. Auch Gilbert hatte sich auf der indonesischen Insel Bali in einen Australier namens Filipe verliebt und ihre Reise hatte eine andere Wendung genommen. Franziska will allerdings erst einmal ihren ursprünglichen Plan beibehalten, schließlich hat ihre Reise grad erst begonnen.

Auswandern der Liebe wegen

Auch Stephen unterstützt sie dabei. Doch die beiden bleiben in Kontakt, Franziska ändert ihre Route und besucht den Australier auf Bali, dorthin, wo sie eigentlich gar nicht hin wollte, weil ihr der Ort zu touristisch erschien. Sie verliebt sich immer mehr in Stephen und auch in Bali. Der Australier überzeugt sie auch davon, ihn in seine Heimat zu begleiten. Australien war auch ein Ort, wo Franziska eigentlich nicht hin wollte. Am Ende wandert sie der Liebe wegen aber sogar dorthin aus.

In dem Moment die Liebe gefunden, in dem man es am wenigsten erwartet hatte

Dort endet ihre Geschichte – den Leser interessiert natürlich auch, wie es dort mit Franziska weiter geht, ob sie sich in Australien wohl fühlt und sich einlebt und wie dort ihr Alltag aussieht. All das lässt das Buch offen – vielleicht werden diese Fragen ja in einer Fortsetzung geklärt. Die gab es ja auch bei Elizabeth. Allerdings hat die Geschichte auch einige Längen, zudem hält die Einleitung nicht ganz, was sie verspricht. Dort ist von einer sagenumwobenen Palmblattbibliothek die Rede, von der sich Franziska einen Blick in die Zukunft erhofft. Hinterher wird sie bei ihrem Besuch gar nichts über ihr Leben erfahren, nimmt stattdessen selbst ihre Zukunft in die Hand. Elizabeth suchte übrigens nicht in einer Palmblattbibliothek in Indien Rat, sondern bei einem Medizinmann auf Bali, der ihr im Gegensatz zu Franziska einige gute Ratschläge und Prophezeiungen mit auf den Weg geben konnte. Zwei Frauen, ein Fazit: Beide wollten reisen, um sich von ihrem Leben abzulenken und haben in dem Moment die Liebe gefunden, in dem sie es am wenigsten erwarteten.

Franziska Schmitt, Tausche Leben gegen Alltag, Knaur, 8,99 Euro als Taschenbuch


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