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Teil 3/3: Bewerben & Arbeitsalltag

Du hast einen interessanten Job in Chile gefunden und fragst dich jetzt, wie du dich richtig bewirbst? Braucht man in Chile ein Visum? Und welche Rahmenbedinungen gelten in der chilenischen Arbeitswelt? Keine Sorge! Es gibt zwar Unterschiede zum Bewerbungsprozess in Deutschland, aber so gravierend sind sie gar nicht. Im folgenden Artikel erfährst du worauf chilenische Arbeitgeber Wert legen und was auf dich zu kommt.

Themen dieser Seite:

Deine Bewerbung               

Grundsätzlich kannst du dich bei Bewerbungen in Chile an den deutschen Normen und Regeln orientieren. Zu den Unterlagen gehören demnach ein aussagekräftiges, individuelles Bewerbungsanschreiben und ein tabellarischer, lückenloser Lebenslauf. Wähle für dein Anschreiben einen besonders höflichen Ton und erläutere unbedingt dein Interesse an der betreffenden Stelle.

Anders als bei uns in Deutschland: Du solltest deine Zeugnisse nur dann mit einsenden, wenn dies in der Stellenanzeige ausdrücklich verlangt wird. Generell unüblich ist es Nachweise über Fortbildungen oder Schulungen hinzuzufügen. Dadurch gelten Bewerber auf dem chilenischen Arbeitsmarkt schnell als überqualifiziert.

Wenn du dich für eine Bürotätigkeit bewirbst, ist ein gepflegtes Äußeres von hoher Bedeutung. Das beginnt bereits beim Bewerbungsfoto! Die Sprache deiner Bewerbung sollte selbstverständlich möglichst Spanisch sein. Sind deine Sprachkenntnisse zum Zeitpunkt der Bewerbung noch nicht ausreichend, ist es ratsam die  Unterlagen übersetzen lassen.

Wenn du dich bei einem international agierenden Unternehmen innerhalb Chiles bewirbst, kannst du deine Bewerbung häufig auch in englischer Sprache einreichen. In solchen Fällen sind in der Regel bereits die Stellenangebote in Englisch geschaltet. Um ärgerliche Formfehler zu vermeiden, kannst du beispielsweise beim Unternehmen auch vorab telefonisch deine Fragen zum Bewerbungsverfahren klären.

 

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Gehalt & Arbeitsvertrag

Gehälter aber auch Lebenshaltungskosten sind in Chile zumeist deutlich geringer als bei uns in Deutschland. Lohnnebenkosten und Sozialversicherungskosten sind dort ebenfalls relativ niedrig. Die höchsten durchschnittlichen Monatsgehälter erhalten Arbeitnehmer in der Region Metropolitana mit der Hauptstadt Santiago sowie in Nord-Chile.

Während der vergangenen Jahre haben variable Gehaltsbausteine wie zum Beispiel Gratifikationen, Provisionen, Essensgeld, oder Fahrtkostenzuschüsse mehr Bedeutung gewonnen. Hochqualifizierte Führungskräfte verdienen in Chile zumeist ähnlich viel wie ihre europäische Kollegen. Die Gehaltsunterschiede innerhalb der Unternehmenshierarchie-Ebenen sind allerdings enorm.

Das örtliche Arbeitsgesetz regelt für Arbeitnehmer in Chile viele Aspekte, auch so wichtige wie Krankheit und Urlaub (gesetzlicher Anspruch sind 15 Tage). Es ist aber durchaus möglich Sonderregelungen (zum Beispiel bezüglich der Urlaubstage) mit dem Arbeitgeber zu vereinbaren.

Wichtig: Auf jeden Fall vertraglich festgehalten werden sollte die Arbeitszeit. Schließlich ist zu beachten, dass der Arbeitsvertrag notariell beglaubigt wird.

Bekannte Arbeitsvertragsarten:

  • der „contrato a prueba“ - Probearbeitsvertrag über 1-3 Monate
  • der „contrato a plazo“ - befristeter Arbeitsvertrag bis zu 1 Jahr
  • der „contrato indefinido“ - unbefristeter Arbeitsvertrag

Die Kündigungsfrist beträgt in Chile übrigens mindestens einen Monat für beide Seiten.

Zum Arbeiten nach Chile: Das Visum

Wenn du in Chile gegen Bezahlung arbeiten und dich darüber hinaus länger als 90 Tage dort aufhalten möchtest, brauchst du in jedem Fall ein Visum.

Stellt dein zukünftiger chilenischer Arbeitgeber dir vor deiner Ausreise einen Arbeitsvertrag aus, kannst du von Deutschland aus ein Visum für ausländische Arbeitnehmer beantragen. Dein Arbeitsvertrag muss allerdings vorher vom Arbeitgeber - im Beisein eines Notars - unterzeichnet sowie durch das Ministerium für Auswärtige Beziehungen legalisiert werden.

Das Arbeitsvisum ist dann zwei Jahre lang gültig. Du musst es persönlich im Konsulat abholen. Für deine Einreise nach Chile hast du nach Ausstellung des Visums eine Frist von 90 Tagen. Nach Ablauf des zweijährigen Visums ist es möglich eine unbeschränkte Aufenthaltsgenehmigung für Chile zu bekommen. Genauere Infos zu den hier angesprochenen Themen bekommst du bei der Deutsch-Chilenischen Industrie- und Handelskammer sowie bei der chilenischen Botschaft.

Aus der Arbeitswelt der Chilenen

Arbeiten in Chile – welche Rahmenbedingungen gehören dazu? Die Arbeitswelt in Chile unterscheidet sich natürlich in vielen Aspekten von der Arbeitswelt bei uns, hier einige Fakten:

  • Die Wochenarbeitszeit chilenischer Arbeitnehmer beträgt in der Regel 45 Stunden. Im Durchschnitt ist die Produktivität jedoch niedriger als in Mitteleuropa.
  • Eine Probezeit ist nicht üblich. Meistens erhalten neue Angestellte bei ihrer Einstellung zunächst einen zeitlich befristeten Vertrag, z. B. über 1 Jahr.
  • Chilenische Arbeitgeber sind nicht zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall verpflichtet. Diese  übernimmt im Regelfall nach genauer Prüfung die Krankenversicherung. 
  • Kündigungen durch den Arbeitgeber sind an eine 30-tägige Frist gebunden. Bei einer Entschädigung des Arbeitnehmers muss sich der Arbeitgeber unter anderem nach Dauer der Unternehmenszugehörigkeit richten.
  • Ausländische Firmen in Chile halten sich in der Regel an die arbeitsrechtlichen Vorschriften vor Ort. Die Verwaltungsangestellten in den Behörden - z. B. Inspección del Trabajo (Gewerbeinspektion) - sind häufig übermäßig korrekt.
  • Gewerkschaften spielen in Chile kaum eine Rolle. In der Einheitsgewerkschaft CUT sind lediglich 15% der lohnabhängigen Arbeitnehmer des Landes organisiert.

Hier weiterlesen:

>> Zurück zu Teil 1: Wirtschaft & Arbeitsmarkt in Chile

>> Zurück zu Teil 2: Jobs finden & Working Holidays in Chile

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