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Au Pair Jahr in den USA | Ein Erfahrungsbericht

Mein Au Pair Aufenthalt in den USA

von Sabine

Nach meinem Abitur kam ich auf die Idee, eine Zeit lang ins Ausland zu gehen. Ich war neugierig und wollte neue Menschen und eine neue Kultur kennenlernen. Es dauerte nicht lange, bis ich mich für mein Traumland USA entschieden hatte. Ich fing an, die nötigen Vorbereitungen zu treffen und machte noch ein Praktikum im Kindergarten, um mehr Erfahrung im Umgang mit Kindern vorweisen zu können. Ich stellte meine Bewerbung fertig und wartete sehnsüchtig auf die ersten Anfragen von Gastfamilien. Die ließen nicht lange auf sich warten und schon bald führte ich Skypegespräche und lernte tolle Familien kennen. Kurz vor Weihnachten teilte mir eine Familie dann mit, dass sie sich für mich entschieden hatten. Ich war überglücklich über dieses vorgezogene Weihnachtsgeschenk und sagte freudestrahlend zu. In weniger als drei Monaten sollte es schon losgehen. Am 10. März war es dann endlich soweit und es begann die spannendste und aufregendste Zeit in meinem Leben.

INHALT: 

Die ersten Tage

Bereits am Flughafen lernte ich andere Mädels kennen, die ebenfalls als Au Pair nach Amerika gingen. Wir haben uns unterhalten und ausgetauscht, was mir schnell die Nervosität nahm. Ich verabschiedete mich von meiner Familie, aber realisierte in dem Moment noch gar nicht, dass ich sie ein ganzes Jahr lang nicht sehen würde. Gemeinsam mit den anderen Mädchen stieg ich in das Flugzeug ein und es ging los nach New York. Hier verbrachten wir zusammen mit hunderten Au Pairs aus aller Welt die ersten drei Tage in einem Workshop und bekamen hilfreiche Tipps und Informationen zum Au Pair-Dasein und zum Leben in den USA. Von dort aus flog oder fuhr jeder in unterschiedliche Richtungen und unsere Wege trennten sich. Ich nahm den Zug nach Maryland, wo mich meine Gastmutter abholte. Als ich ausstieg wartete sie bereits auf mich und begrüßte mich herzlich. Nach ca. einer Stunde Autofahrt sah ich dann mein neues Zuhause zum ersten Mal in echt. Es war noch viel größer, als ich vermutet hatte. Drinnen warteten bereits meine zwei Gastkinder und waren ebenso aufgeregt wie ich. Der Junge war bei meiner Ankunft 10 Jahre alt und das Mädchen war 7. Sie hatte eine Willkommenskarte für mich gebastelt und überreichte sie mir nun ganz schüchtern. In der Karte stand, dass alle mitgeholfen haben, mein Zimmer aufzuräumen und herzurichten und dass sie hofft, dass es mir gefällt. Ich freute mich riesig über diesen supersüßen Empfang und dass die beiden mich sofort akzeptierten. Meine Vorgängerin war ebenfalls da, um mich zu begrüßen. Sie hatte bereits hinter sich, was mir nun bevorstand. Es war sehr hilfreich für mich, dass sich unsere Zeit um einige Tage überschnitt, denn so konnte sie mir alles zeigen und wertvolle Tipps geben. Schließlich würde ich in wenigen Tagen alles allein bewältigen müssen.

Mein Au Pair Alltag

Nach und nach habe ich mich in den Alltag als Nanny eingefunden und ein typischer Tag sah bei mir folgendermaßen aus: morgens um 6 Uhr bin ich aufgestanden, da meine Gasteltern um diese Uhrzeit das Haus verließen. Die Kinder sind dann entweder von allein aufgewacht oder ich habe sie um 7 Uhr geweckt. Da meine Gastkinder nicht mehr ganz klein waren, haben sie sich in der Regel allein angezogen. Lediglich dem Mädchen habe ich manchmal bei der Auswahl des Outfits geholfen. Danach haben wir zusammen gefrühstückt und ich habe die Brote und Getränke für die Schule vorbereitet und eingepackt. Anschließend sind wir gemeinsam aus dem Haus gegangen und ich habe die beiden zum Bus gebracht. Der hielt nur wenige Meter hinter unserem Grundstück, sodass wir den Weg immer zu Fuß zurückgelegt haben. Während die Kinder in der Schule waren, habe ich die Wäsche gemacht. Ansonsten konnte ich mir meist meinen Tag bis 15:30 Uhr frei gestalten. Ich bin zum Beispiel oft in die Mall gefahren oder habe mit meiner Familie oder Freunden geskypt. Als die Kinder am Nachmittag nach Hause kamen, gab es für gewöhnlich zuerst einen kleinen Snack. Anschließend ging es oft direkt weiter und ich habe die Kinder zu einer ihrer zahlreichen Aktivitäten gefahren. Sei es Musik- oder Sportunterricht oder eine Verabredung mit Freunden. Am Abend kam meine Gastmutter von der Arbeit und wir haben gemeinsam zu Abend gegessen und über den Tag gesprochen. Mein Gastvater kam oft erst später nach Hause.

Auf die Kinder aufzupassen, war aber nicht mein einziger Job. Das Besuchen eines Colleges war ebenfalls eine Voraussetzung, die man als Au Pair erfüllen muss. Denn das J1-Visum setzt voraus, dass man in dem Jahr 10 Kreditpunkte sammelt. Da ich tagsüber frei hatte, konnte ich aus einer Vielzahl an Kursen wählen und habe mich für einen Malkurs entschieden. Den besuchte ich ein Semester lang jeden Dienstag und es hat mir viel Spaß gemacht. Um die restlichen Kreditpunkte zu sammeln, die ich brauchte, nahm ich noch an einem Wochenendkurs teil, der an zwei Samstagen ganztägig in Washington, D.C. stattfand.

Reisen

Es heißt, Amerika sei das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und das war es auch für mich. In der kurzen Zeit habe ich so viel gesehen und erlebt, wie es wahrscheinlich in so kurzer Spanne nie wieder der Fall sein wird. Ich habe jeden freien Tag dazu genutzt, Neues zu entdecken und bin so viel gereist wie nur irgend möglich. Mit befreundeten Au Pairs habe ich oft Wochenendtrips unternommen. An langen Wochenenden wurden die Trips auch dementsprechend länger. Wir haben es unter anderem von Maryland bis nach Savannah in Georgia und wieder zurück geschafft, was eine ganz schön lange Strecke bedeutet für drei Tage – ein richtiger Roadtrip eben. Außerdem gehörten zu meinen Reisezielen unter anderem Boston, New York, Philadelphia, Washington, D.C., Atlantic City, Orlando und Miami. In Florida haben wir auch die Everglades besucht, wo ich ein Baby-Krokodil halten konnte.

Aber ich habe nicht nur die Ostküste sehen dürfen, sondern auch den Süden Amerikas. Eine Woche habe ich zusammen mit einer Freundin in Louisiana und Texas verbracht. Dort haben wir bei einer Rodeo-Show das Cowboy-Leben kennengelernt und in New Orleans mehr über Geister und Voodoo-Zauber erfahren.

Das absolute Reise-Highlight ereignete sich allerdings erst nach meinem Jahr als Au Pair. Der sogenannte Reisemonat begann. Man darf sich nach Ablauf des Visums noch maximal vier Wochen in den USA aufhalten und diesen Zeitraum nutzen zahlreiche Au Pairs, um noch mehr vom Land zu sehen. Für mich ging es drei Wochen an die Westküste. Die erste Woche verbrachte ich mit einer organisierten Reisegruppe und wir besuchten unter anderem San Francisco, Las Vegas und den Grand Canyon. Den Grand Canyon kann ich nur jedem empfehlen, denn es ist einfach atemberaubend und etwas, was man im Leben gesehen haben muss. Nach der Woche zog ich auf eigene Faust mit zwei Freundinnen los. Wir machten einen Roadtrip entlang der kompletten Küste Kaliforniens. All meine Reisen sind Erfahrungen, die ich nie vergessen werde.

So viel zu reisen wie möglich ist etwas, was ich auch jedem raten würde. Denn du wirst dich nach deinem Abenteuer nicht an die Kleidungsstücke erinnern, die du gekauft hast, sondern an die vielen tollen Orte, die du gesehen hast. Man hat die einmalige Chance, viel vom Land zu sehen und die sollte man auf jeden Fall nutzen.

Abschied

Dem Ende meines Au Pair Jahrs sah ich mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits freute ich mich natürlich tierisch, meine Familie und Freunde endlich wiederzusehen. Andererseits musste ich die wirklich tolle Zeit in Amerika hinter mir lassen, ebenso wie meine Gastkinder, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Als meine Gastkinder mir schon Tage vor meiner Abreise sagten, dass sie traurig seien, dass ich gehe, hatte ich mit den Tränen zu kämpfen.

Alles in Allem kann ich sagen, dass es eine wunderbare Zeit war, die ich nicht missen möchte. Auch heute, lange nach meinem Sprung ins Ungewisse, denke ich noch oft und gerne an die Zeit in Amerika zurück. An alles, was ich sehen und erleben durfte. An die Freundschaften, die ich knüpfen konnte. Und an die vielen lustigen Momente, die meine Gastkinder mir beschert haben.

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