Der Weg zu deinem Work and Travel
Wenn du dich in den beliebten Work and Travel Ländern im englischsprachigen Raum (Australien, Kanada, Neuseeland, USA, England) um einen Job bewirbst, ist dein Lebenslauf das wichtigste Dokument. Es gibt unterschiedliche Typen von Lebensläufen, den längeren und ausführlicheren CV (Curriculum Vitae) und das kürzere Resumé. Gerade für jüngere Leute, die noch keine allzu umfangreiche Vita haben, bietet sich das Resumé an.
Das Resumé beginnt mit deinem Namen und deiner Anschrift. Weitere persönliche Angaben wie Alter, Familienstand oder Nationalität gehören nicht in den Lebenslauf, das gleiche gilt für ein Foto. Halte dich bitte unbedingt daran, denn es gibt Personalabteilungen, die sehr streng darauf achten, die Anti-Diskriminierungsvorschriften einzuhalten: Ein Personalchef, der den Ruf hat, Leute wegen ihrer Hautfarbe, ihres Alters, ihrer Religion oder ihres Familienstandes einzustellen, kann echte Probleme bekommen. Darum wandern Bewerbungen mit Fotos in vielen Betrieben auf direktem Wege in den Müll.
Wenn du nun dein Resumé schreibst, kannst du die chronologische Variante oder die Variante nach Funktionen wählen.
Beim chronologischen Lebenslauf steht der letzte Job ganz oben, streng genommen handelt es sich also um einen umgekehrt chronologischen Lebenslauf. Nur die Jobs der vergangenen zwei Jahre werden ausführlicher beschrieben. Alles, was länger zurückliegt, interessiert die meisten Personalchefs sowieso nicht besonders, es kann aber genannt werden. Wenn du den Lebenslauf nach Funktionen wählst, sollten oben die Erfahrungen stehen, die besonders wichtig für die angestrebte Tätigkeit sind.
Deine Berufserfahrungen wie Festanstellung, Praktika oder selbständige Tätigkeit kommen unter "Work Experience", deine Ausbildung unter "Education". Deutsche Berufsabschlüsse sollten dabei erklärt werden. Besondere Fähigkeiten (wie Sprachen und Computerkenntnisse) und Weiterbildungen kannst du unter "Special Skills" oder "Personal Training" subsumieren.Unter "Interests" solltest du auch deine Hobbies angeben.
Überlege dir, welche Ereignisse in deinem Leben etwas über dich aussagen und deinen Wunsch-Arbeitgeber motivieren könnten, dich einzustellen. Dazu können auch Preise und Auszeichnungen gehören, Angaben über langjähriges ehrenamtliches Engagement, Publikationen eigener Texte ebenso wie besondere Leistungen im Sport.
Das Resumé wird nicht unterschrieben.
Zeugnisse werden erst einmal noch nicht mitgeschickt. Wenn sich der Arbeitgeber für dich interessiert, wird er von selbst danach fragen. Daher ist es gut, wenn du übersetzte und beglaubigte Kopien deiner wichtigsten Zeugnisse dabei hast. Allerdings verwenden deutsche Personalchefs in Zeugnissen oft Formulierungen, die nur für andere deutsche Personalchefs verständlich sind. Es kann also sein, dass dein künftiger Betrieb mit den Zeugnissen ohnehin nicht viel anfangen kann. Darum ist es besonders wichtig, dass du dich bereits vor deiner Abreise um die schon erwähnten Referenzen kümmerst.
Verschickt wird der Lebenslauf zusammen mit dem Anschreiben, dem so genannten Cover letter. Hier solltest du unbedingt jemanden namentlich ansprechen – also musst du vorher herausfinden, wie der Personalchef deiner Wunschfirma heißt. Der Cover letter ist deutlich kürzer als ein Anschreiben in Deutschland und sollte keine Ausschweifungen über dein bisheriges Leben enthalten. Schreib hier nur, wie du auf die Firma aufmerksam geworden bist, warum du dort arbeiten möchtest und was dich zu einer wertvollen Arbeitskraft für diese Firma machen würde.
Durchaus üblich ist es in englischsprachigen Staaten, nach einigen Tagen anzurufen und zu fragen, ob die Unterlagen angekommen sind, ob es noch Unklarheiten gibt, ob die Firma noch weitere Informationen braucht und wie die Chancen stehen. Das erscheint für Deutsche zunächst unüblich – aber wer nicht auf diese Weise Interesse signalisiert, wird nur allzu leicht von den Firmen übersehen.
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