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Work and Travel – Erfahrungsbericht (Teil 3)

work-and-travel-in-australien-und-neuseelandIm 3. Teil seines Work and Travel – Erfahrungsberichts machen Clemens und sein Kollege  die Bekanntschaft von anderen Backpackern und treffensich mit Freunden aus Deutschland, die in Australien unterwegs waren und auf einen “Visit” nach Neuseeland rüberkommen.

“(…) Wir erforschten zunächst die Südinsel Neuseelands, die von schneebehangenen Bergen dominiert wird. Nach einem Monat des Reisens hatten wir ins ziemlich gut ein- und schon eine Menge erlebt. Wir waren viel mit Mietwagen unterwegs, da so das Schlafen trotz der Campingplatzkosten meist billiger war als ein in einem Backpackerhostel. Nur wurde es im Süden teils etwas ungemütlich, da es so kalt war, dass wir in Jacken schliefen und morgens die Autoscheiben von innen voll mit Eis waren (dafür brauchten wir uns aber um kaltes Bier keine Sorgen machen). In den Hostels lernten wir viele andere Backpacker kennen, ein paar Australier im Urlaub und Inder, die eine Weltreise machten oder auch mal andere Deutsche, die wie wir nach ihrem Zivi losgefahren waren.
Eines Tages riefen uns zwei Freunde an, die mit uns Abi gemacht hatten und gerade in Australien unterwegs waren: „Moin, wir kommen in einer Woche nach Neuseeland rüber… lass´ mal treffen.“ Also trafen wir uns ein paar Tage später in Queenstown und mieteten uns ein Wohnmobil, mit dem wir von nun an zu viert herumreisten.
Schon der erste Abend mit unserem Backpackermobil war genial: Es wurde schon dunkel, und wir fuhren durch einen Nationalpark, als uns ein Campingschild mit Feuersymbol auf einen kleinen Waldweg lotste. Wir hatten ziemliche Schwierigkeiten mit der Strecke und Sorge um das Wohnmobil, aber als wir gerade umdrehen wollten, sahen wir eine Lichtung im Wald, wo scheinbar ein Lagerfeuer brannte. Also fuhren wir noch ein kleines Stück, und es handelte sich um einen dieser Spots wo wildcampen erlaubt war. Am Feuer saßen bereits ein paar junge Leute, also parkten wir unser Zuhause neben einem alten Van, und setzen uns mit dazu. So lernten wir den Iren Jamie, den Kanadier Ben und den Italiener Roberto kennen. Letzterer kochte mit uns ein super Pastagericht und später wurde Stockbrot gemacht. Wir unterhielten uns fast die ganze Nacht, und es gefiel uns so gut, dass wir gleich noch einen Tag blieben.
Wir reisten etwa einen Monat zusammen herum – die meiste Zeit auf der Nordinsel – bestiegen Gletscher, sprangen Fallschirm, und entdeckten eine Menge wunderschöner Orte. Als wir in Auckland waren wurde mein Geburtstag gefeiert. Das Nachtleben ist definitiv ein Erlebnis und man kommt sehr leicht mit den stets freundlichen Neuseeländern in Kontakt. Ein paar Tage später war dann für unsere beiden Freunde die schöne Reisezeit vorbei, und wir brachten sie zum Flughafen. Sie waren jetzt 6 Monate unterwegs gewesen und die Heimat rief, doch für uns begann eine neuer Abschnitt: Australien.”

(Teil 4 von Clemens´ Backpacker- Bericht folgt in Kürze!)

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Gap Year: Kreative Auszeit nach dem Bachelor

Mit Tempo in den Beruf starten: Das wird Studenten oft empfohlen. Aber auch eine kreative Auszeit kann Chefs überzeugen. Die Zeit nach dem Bachelor gilt als ideal, um eine Pause einzulegen.

Der englische Begriff Gap Year bezeichnet eine Zeitspanne zwischen zwei Lebensabschnitten, in der Leute zwischen Anfang und Ende zwanzig etwas Neues ausprobieren. In Großbritannien und in den USA sind Gap Years sehr beliebt – etwa nach dem Bachelor-Abschluss, um noch mal etwas anderes zu machen, bis das Master-Studium oder der neue Job beginnt.

In Deutschland haben bislang vor allem Abiturienten eine solche Auszeit eingelegt. Vor dem Studium reisen sie für einige Monate über verschiedene Kontinente oder arbeiten in sozialen Projekten in Entwicklungsländern mit. Studenten könne dabei auf organisierte Programme zurückgreifen und sich an Anbieter wenden, die sich auf Sprachreisen, Praktika im Ausland oder Freiwilligendienste spezialisiert haben.

Die Länge des Aufenthalts lässt sich variieren – ein Gap Year muss nicht zwölf Monate dauern. “Wir haben ganz unterschiedliche Angebote entwickelt”, sagt Tanja Kuntz, die beiTravelWorks und carpe diem Sprachreisen für Marketing, PR und Personal verantwortlich ist. Der Veranstalter organisiert Freiwilligendienste und Work and Travel ins Ausland, also kombinierte Reise- und Arbeitsaufenthalte. “Bislang haben wir besonders viele Abiturienten vermittelt”, sagt Tanja Kuntz, “wir merken aber, dass in letzter Zeit die Bewerber deutlich älter werden.” Sie glaubt, dass sich mit den neuen Abschlüssen ein ähnlicher Trend entwickelt wie in Großbritannien, dass sich also eine Lücke auftut, in der die Absolventen noch einmal ihre Freiheit ausleben möchten. Viele Studenten sind jedoch unsicher, wie sich ein Auslandsaufenthalt in einem Krankenhaus in Afrika oder die Arbeit auf einem Bauernhof in Australien sinnvoll in den Lebenslauf integrieren lässt.

“Bei einem Gap Year wird den Leuten oft unterstellt, dass sie sich einen schönen Tag machen und viel faulenzen”, sagt Tanja Kuntz. In angelsächsischen Ländern seien Personalchefs der Auszeit gegenüber viel aufgeschlossener als hierzulande. Dabei ist das Leben im Ausland oft eine Herausforderung, die nicht immer die nicht immer leicht zu bewältigen ist. Das fängt bei bürokratischen Hürden an.

Quelle:
Der vollständige Bericht ist in der Karriere (Heft Juli 2008) und auf www.karriere.de erschienen.

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