Archiv des Autors: Andreas Kühne

Brain Drain – Wenn Auslandsjobs die Inlandsjobs überwiegen

Heute in “Die Welt” steht ein interessanter Artikel über die volkswirtschaftlichen Auswirkungen aufgrund der Tatsache, dass immer mehr Deutsche sich mit einem Auslandsjob in der Tasche aus Deutschland verabschieden. Dies wäre per se nicht so schlimm, wenn diesen Auslandsjobs auch eine gleich große Anzahl an Ausländern gegenüber stehen würde, die ähnlich qualifizierte “Inlandsjobs” annehmen würden. An dem ist es aber leider bei weitem nicht: “Mehr als 880.000 gut ausgebildete Deutsche leben derzeit in anderen OECD-Ländern. Umgekehrt haben sich nur 270.000 Akademiker und Fachkräfte mit vergleichbarer Ausbildung aus anderen OECD-Staaaten für ein Leben und Arbeiten in Deutschland entschieden”, so “Die Welt” vom 26. April. Umso größer wird dieser “volkswirtschaftliche Verlust”, je qualifizierter die Bewerber für Auslandsjobs sind. “Brain Drain” wird dabei die Tatsache genannt, dass mittels “Abwandern von Spitzenkräften dem eigenen Land damit wichtige Kenntnisse und Fertigkeiten entzogen werden, was auf Dauer die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes schädige”, so “Die Welt” weiter. Und um diesen Schaden auch mit Zahlen zu belegen, führt die Tageszeitung weiter aus, dass “eine 30-jährige Ärztin, die sich ins Ausland verabschiede, nach Angaben des Müncher Ifo-Instituts den deutschen Steuerzahler eine Mio. Euro koste”.

Bleibt für uns ganz klar die Frage, was die USA, Schweiz, Kanada oder auch Großbritannien besser machen als Deutschland, denn dies sind die Zielländer, die bei Auslandsjob-Suchenden ganz oben auf der Wunschliste stehen! Oder anders gefragt: Was muss Deutschland ändern, um seine Attraktivität als Arbeitgeberland zu verbessern? Diese Fragen geben wir gerne an unsere Auslandsjob.de-Besucher weiter und freuen uns auf Ihre Kommentare!

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Gap Year: Kreative Auszeit nach dem Bachelor

Mit Tempo in den Beruf starten: Das wird Studenten oft empfohlen. Aber auch eine kreative Auszeit kann Chefs überzeugen. Die Zeit nach dem Bachelor gilt als ideal, um eine Pause einzulegen.

Der englische Begriff Gap Year bezeichnet eine Zeitspanne zwischen zwei Lebensabschnitten, in der Leute zwischen Anfang und Ende zwanzig etwas Neues ausprobieren. In Großbritannien und in den USA sind Gap Years sehr beliebt – etwa nach dem Bachelor-Abschluss, um noch mal etwas anderes zu machen, bis das Master-Studium oder der neue Job beginnt.

In Deutschland haben bislang vor allem Abiturienten eine solche Auszeit eingelegt. Vor dem Studium reisen sie für einige Monate über verschiedene Kontinente oder arbeiten in sozialen Projekten in Entwicklungsländern mit. Studenten könne dabei auf organisierte Programme zurückgreifen und sich an Anbieter wenden, die sich auf Sprachreisen, Praktika im Ausland oder Freiwilligendienste spezialisiert haben.

Die Länge des Aufenthalts lässt sich variieren – ein Gap Year muss nicht zwölf Monate dauern. “Wir haben ganz unterschiedliche Angebote entwickelt”, sagt Tanja Kuntz, die beiTravelWorks und carpe diem Sprachreisen für Marketing, PR und Personal verantwortlich ist. Der Veranstalter organisiert Freiwilligendienste und Work and Travel ins Ausland, also kombinierte Reise- und Arbeitsaufenthalte. “Bislang haben wir besonders viele Abiturienten vermittelt”, sagt Tanja Kuntz, “wir merken aber, dass in letzter Zeit die Bewerber deutlich älter werden.” Sie glaubt, dass sich mit den neuen Abschlüssen ein ähnlicher Trend entwickelt wie in Großbritannien, dass sich also eine Lücke auftut, in der die Absolventen noch einmal ihre Freiheit ausleben möchten. Viele Studenten sind jedoch unsicher, wie sich ein Auslandsaufenthalt in einem Krankenhaus in Afrika oder die Arbeit auf einem Bauernhof in Australien sinnvoll in den Lebenslauf integrieren lässt.

“Bei einem Gap Year wird den Leuten oft unterstellt, dass sie sich einen schönen Tag machen und viel faulenzen”, sagt Tanja Kuntz. In angelsächsischen Ländern seien Personalchefs der Auszeit gegenüber viel aufgeschlossener als hierzulande. Dabei ist das Leben im Ausland oft eine Herausforderung, die nicht immer die nicht immer leicht zu bewältigen ist. Das fängt bei bürokratischen Hürden an.

Quelle:
Der vollständige Bericht ist in der Karriere (Heft Juli 2008) und auf www.karriere.de erschienen.

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