Mehr als 100 Millionen Europäer engagieren sich ehrenamtlich. Die Freiwilligen und die Organisationen und Initiativen, in denen sie sich engagieren, leisten einen wichtigen Beitrag – gesellschaftlich, politisch, aber auch wirtschaftlich.
Das Europäische Parlament hat während der vergangenen Plenartagung in Straßburg in einem Bericht auf das Potenzial der Freiwilligentätigkeit hingewiesen und mehr Anerkennung und Unterstützung durch staatliche Stellen, Kommunen und die Privatwirtschaft gefordert.
Firmen sollten im Rahmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung Ehrenamt und Freiwilligendienste auch finanziell fördern.
Staatliche Stellen sollten die Förderung von gemeinnützigen Organisationen nachhaltig und unbürokratisch gestalten und in Rahmen von Aktionsplänen Freiwilligenarbeit anerkennen und fördern. 2011 soll nach dem Willen der Abgeordneten zum europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit erklärt werden.
Eine Form der Unterstützung durch die EU ist der seit rund zehn Jahren existierende Europäischen Freiwilligendienst (EFD), der seit dem Jahr 2000 in das EU-Jugendprogramm integriert ist (seit 2007 “Jugend in Aktion”).
Die Teilnahme an dem Programm ist für die 18 bis 30-jährigen Freiwilligen, die für bis zu einem Jahr in einem gemeinnützigen Projekt im Ausland arbeiten und so ganz direkt eine andere Kultur kennen lernen und ihre Talente ausprobieren können, kostenlos: Reisekosten, Unterkunft, Verpflegung, Versicherung und Taschengeld werden durch EU-Mittel und das Aufnahmeprojekt zur Verfügung gestellt.
2008 stehen dafür 38 Millionen Euro aus dem EU-Haushalt zur Verfügung, was ungefähr 4.000 Freiwilligen die Teilnahme ermöglichen sollte.
Ein Großteil der Freiwilligen kommt aus oder geht nach Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Italien, Polen und Ungarn. Aufnahmeprojekte gibt es u.a in den Bereichen Kultur, Jugend- und Stadteilarbeit, Umwelt, Entwicklungshilfe, Betreuung und Unterstützung von alten oder behinderten Menschen.
Das Parlament hat sich dafür ausgesprochen Freiwilligendienste und Begegnungen, wie sie durch das Programm Jugend in Aktion ermöglicht werden, auch für Senioren zu entwickeln.
Quelle: www.europarl.europa.eu